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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Der wissenschaftlich-kommerzielle Theil. 
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NACHDEM wir nun genugsam die Ausstellung der Eingeborenen 
besichtigt haben, ist noch der wissenschaftlich-kommerzielle Theil 
der Ausstellung, welcher mit dem eben besuchten Terrain durch 
eine Brücke verbunden ist, zu besuchen. Die hohe über die Park- 
Allee führende Brücke ist von aussen eine Nachahmung einer Wand 
des alten arabischen Forts in Sansibar mit dem bastionsartigen 
Aufbau. Es ist empfehlenswerth, ehe man den Rundgang beginnt, sich 
erst einen Ueberblick über das in diesem Theil der Ausstellung Vorhandene 
zu verschaffen. Dieses ganze Terrain ist mit Bauten besetzt, welche, mit 
Ausnahme des frei in der Mitte stehenden Tropenhauses, nach den 
Entwürfen und Plänen des Malers Hellgrewe, der von einer Anzahl 
tüchtiger Assistenten unterstützt wurde, hergestellt worden. Als Vor 
bild diente dafür die arabische und indische Bauweise auf Sansibar, 
welche in ihrer Massigkeit den Tropenverhältnissen durchaus angemessen 
ist. Die Kolonialhalle, ähnlich dem Hause eines reichen Inders, leuchtet uns 
mit ihrer üppigen Goldornamentik entgegen und rechts die wissenschaftliche 
Halle mit der grünen Kuppel, deren Eingangspforte einem Motiv aus einer 
Kilwa-Moschee ihre Entstehung verdankte.*) 
Die Kolonialhalle. 
Betreten wir die erbaute Kolonialhalle**) durch die Vorhalle, so finden 
wir in dem ersten Hallenraum die Ausstellung der in den westafrikanischen 
Kolonien thätigen Gesellschaften.!) 
*) Diese Moschee, aus welcher die ersten Schüsse bei dem Sturme von Hassan 
bei Omari auf Kilwa im September 1894 fielen, stand in unmittelbarer Nähe des Forts 
und wurde nach Vertreibung der Rebellen abgerissen; Verfasser dieses konnte bei 
ihrem Abbruch noch ihre reiche Ornamentik besonders im Innern bewundern. 
**) Von Herrn Zimmermeister Schunke erbaut. 
f) Wer sich über die Verhältnisse der deutschen Kolonial-Gesellschaften genauer 
informiren will, dem sei der Deutsche Kolonial-Kalender für 1896 (Deutscher 
Kolonial-Verlag, Berlin W. 10) empfohlen, welcher das gesammte statistische Material 
bringt.
	        
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