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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Gruppe XXIII. Koloiiial-Ausstelluug 
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Eisendraht und dünne Eisenkettchen. Die Mädchen und Frauen umwickeln ihre 
Ober- und Unterarme, sowie die Waden ganz mit dickem Eisendraht, so dass 
diese Körpertheile wie gepanzert aussehen;. in den südlichen Massaibezirken 
tragen sie ferner einen tellerförmigen Kragen um den Hals, welcher ebenfalls 
aus spiralig gewundenem Eisendraht besteht. Die Mädchen bedecken ihre Blosse 
mit einem Lederschurz, der vom Gürtel bis zu den Knöcheln reicht; der Busen 
bleibt frei, soweit ihn die vielen, aus Perlschnüren und Kettchen bestehenden 
Schmuckgegenstände nicht verdecken. — Dr. Stuhlmann beschreibt eines der von 
ihm besuchten aufgegebenen Massailager folgen dermassen: „Ein grosser Platz 
war mit einem Dornenverhau umgeben und mit verbranntem Rindermist bedeckt. 
Der am Tage in der Sonne getrocknete Dünger wird nämlich Abends zusammen- 
Blick auf die Aräber-Tembe. 
gekehrt und angezündet, damit sein Rauch die Rinder vor Insekten schützt. 
An einer Seite des Hofes standen vier Hütten von rechteckiger Grundform. 
Sie waren etwa einen Meter hoch, sechs bis acht Meter lang und vier Meter 
breit. Der Eingang war seitwärts in dem Anbau an der Längsseite angebracht, 
ungefähr wie die Oeffnung an einem Schneckenhause. Im Innern war in der 
Nähe des Eingangs die Feuerstelle. In dem Hauptraum hatte man den Seiten 
entlang eine zehn Gentimeter hohe und etwa sechzig Centimeter breite Streu 
aus Reisig angebracht, die den Kriegern zum Schlafen diente. Das Gebäude 
machte mit seinem flachen, gewölbten Dach einen tonnenförmigen Eindruck, 
alle Kanten waren abgerundet. Das aus Reisig hergestellte Hüttengerüst war 
mit Lehm und Rindermist gedichtet. “
	        
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