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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Gruppe XXIII. Kolonial-Ausstellung 
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Personal, vier Europäern und etwa ICO regulären Soldaten, das Quikuru noch einmal 
anzugreifen, welches mittlerweile noch stärker befestigt und von etwa 700 meist mit 
Gewehren bewaffneten Leuten vertheidigt war. Ausserdem konnte Sike aus der be 
nachbarten befestigten Tembe noch in kurzer Zeit weitere Hilfsvölker heranziehen. Die 
Bevölkerung seines Quikuru belief sich auf etwa 3000 Menschen. Die aus den 
früheren Kämpfen sich ergebende Erfahrung benutzend, schlug Prince ein anderes 
Verfahren ein, er rückte am 10. Januar 1893 früh vor das Quikuru, liess dasselbe 
bombardiren und setzte sich an mehreren Punkten fest, eine richtige Belagerung 
beginnend. Ein Ausfall des Feindes wurde im Laufe des Tages zurückgeschlagen, 
am Abend wurden Laufgräben ausgehoben. Am 11. wurde trotz eines Ausfalles 
des Feindes weiter gearbeitet und am Morgen des 12., nachdem die Truppe in 
die Laufgräben gerückt war, das Signal zum Sturm gegeben. Der von Lieutenant 
Prince verfasste Gefechtsbericht fährt dann fort: „Zwischen Borna und erster 
Tembe entwickelte sich ein Gedränge, in dem das Geschütz Sike's erobert 
wurde. Die Eroberer rannten an die Tembenwand, steckten die Gewehre durch 
Hütten im Tembenring. 
•die Schiesslöcher und zündeten mit Petroleumfackeln das Holzwerk der Tembe 
an, um die Insassen durch Rauch zum Verlassen des Innern zu zwingen. Nach 
dem die Leiter an den ersten Tembengürtel angelegt war, wurde dieselbe erstiegen. 
Die aufgehende Sonne erhellte die Situation. In einem dicht gedrängten Haufen 
setzte ich den letzten Sturm an, der mit Marsch-Marsch Hurrah! über den ersten 
durch den zweiten Tembenring ging und durchs gebrochene Thor in die innerste 
Tembe eindrang. Einige wenige flüchtende Feinde wurden hier noch nieder 
geschossen. Als an der Haupt-Barasa die schwere, arabische Thür eingeschlagen 
wurde, erfolgte inwendig eine Pulverexplosion, die das Tembendach aufwarf. 
Sike hatte sich, seine Familie und seine Schätze durch Anzündung seines 
Pulvermagazins in die Luft gesprengt. . .“ Alsdann wurde das Quikuru zerstört und 
am nächsten Tage angezündet, es brannte vier Tage. Damit war die deutsche 
Herrschaft in Unjanjembe, zumal die Araber von Kwihara sich schleunigst unter 
warfen und durch Zahlung von Elfenbein an die Station Kriegsentschädigung 
leisteten, endgiltig anerkannt. 
Das Quikuru auf der Ausstellung 1 . 
Das [Quikuru stellt sich uns dar als eine gewaltige Pallisaden- 
wand mit Schiessscharten und Bastionen, in deren einer sich sogar
	        
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