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Full text: Erste Ausstellung des Verbandes Deutscher Illustratoren in den Räumen der Königlichen Akademie der Künste Berlin / Kutschmann, Theodor

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schiedenen mechanischen Reproductionsverfahren glücklich ab 
gewendet. 
Grosse Verdienste um den Aufschwung des deutschen 
Holzschnitts hat sich Adolf Mensel erworben, der für die 
Reproduction seiner Zeichnungen zu Kuglers ,,Geschichte. 
Friedrichs d. Gr.“, zu den Werken Friedrichs d. Gr. 
u. s. w. eine Reihe hervorragender Kräfte, so zu sagen eine 
Schule berühmter Holzschneider hei'anbildete, aus deren 
Zahl besonders A. Vogel, Unzelmann, H. Müller und 
K retzschmar zu nennen sind. Die gleichen Verdienste 
erwarb sich der unvergessliche Ludwig Richter, dessen 
Zeichnungen der Verleger Georg Wiegand anfangs von eng 
lischen Holzschneidern stechen liess, bis auch Richter sich 
seine Xylographen selbst heranbildete, so besonders den talent 
vollen Gaber, der dann wieder eine ganze Anzahl tüchtiger 
Kräfte erzog, und der später Richters Schwiegersohn wurde. 
Menzel und Richter! Zwei Namen, eng verknüpft mit 
der Geschichte der deutschen Kunst im 19. Jahrhundert. Menzel, 
der Künstler grossen Stils, der Historiker, der scharfe Denker. 
Richter dagegen der gemüthvolle Darsteller deutschen Lebens, 
der seine Motive überall findet, wohin er nur schaut; auf der 
Gasse, im Felde oder im Garten. Seine zahllosen illustrirten 
Bücher und Mappenwerke sind unvergängliche Schätze, die er 
dem deutschen Hause, der deutschen Familie geschenkt hat. 
Von den illustrirten Zeitschriften waren es in erster Reihe 
die ,,Fliegenden Blätter“, die sich die Pflege des Holz 
schnitts zu ernster Aufgabe machten und dieser Aufgabe bis 
heute in hervorragender Weise treu geblieben sind. 
Hatte die deutsche Illustrationskunst um Mitte unseres 
Jahrhunderts schon einen bedeutenden Aufschwung genommen, 
so war doch ein weites und ertragsfähiges Feld völlig ver 
nachlässigt geblieben. Die Jugendschriften besonders die 
für das erste Kindesalter bestimmten Bilderbücher befanden 
sich in einem überaus kläglichen Zustande, man glaubte, hier 
sei das Schlechteste gut genug, oder dachte gar nicht weiter 
über die Sache nach. Hier war es einem Laien einem Nicht 
künstler Vorbehalten, reformatorisch einzugreifen. Es war dies 
der Frankfurter Arzt Br. Heinrich FLoffmann, der im 
Jahre 1844 zu Stift und Pinsel griff, um seinem Söhnchen
	        
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