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Full text: Erste Ausstellung des Verbandes Deutscher Illustratoren in den Räumen der Königlichen Akademie der Künste Berlin / Kutschmann, Theodor

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u. A. thätig waren. Von diesen reizvollen Originalzeichnungen 
kleinsten Formats, die durch ihre unglaubliche Feinheit unser 
Staunen hervorrufen, hat die Ausstellung eine ganze Serie aufzu- 
we'isen, die ein Nachkomme des Begründers obiger Firma, HerrVer- 
lagsbuchhändler E. Mangelsdorf bereitwilligst hergeliehen hat. 
Leider verbietet der enge Rahmen dieser kleinen Schrift, 
auf die Namen und Werke der nun folgenden Künstler näher 
einzugehen, die Namen derer, die als Merksteine an dem Wege 
stehen, der zur modernen Illustrationskunst überleitet sind 
nahezu vollständig in der Ausstellung vertreten. 
* * 
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Die bis dahin fast unumschränkte Alleinherrschaft des 
Kupferstichs, wurde zu Anfang unseres Jahrhunderts durch 
die 1799 von Alois Senefelder erfundene Lithographie hart 
bedrängt, die sich ihrer leichten Handhabung und Billigkeit 
wegen, bald den Markt da eroberte, wo es galt schnell und 
billig zu arbeiten. Diese Erfindung gab zugleich der lllustrations- 
kunst einen neuen Aufschwung/ da jetzt Bilderwerke ohne 
besonders grosse Kosten entstehen konnten, was Künstlern wie 
Verlegern reichlichen Anlass zu immer neuen Unternehmungen 
bot. So entstand eine ganze Reihe prächtiger Galerie-Werke, 
durch welche die Schätze der Gemälde-Galerien in München, 
Dresden, Berlin u. s. w. grösseren Kreisen bekannt wurden, 
was zu Popularisirung der Kunst unendlich viel beigetragen 
hat. Die leichte Handhabung gestattete auch den Künstlern 
sich der neuen Kunst zu Originalarbeiten zu bedienen, da keine 
besonderen Vorkenntnisse nöthig waren. 
Von dieser künstlerischen Bethätigung geben vor Allen 
das Düsseldorfer Künstler - Album und die Düsseldorfer 
Monatshefte die beide eine stattliche Reihe von Jahrgängen 
aufzuweisen haben, beredte Kunde, und solchen Erscheinungen 
gegenüber ist es kaum begreiflich, dass die künstlerische 
Lithographie nach kurzer Glanzzeit so bald wieder ver 
schwinden konnte. Jetzt kommt diese schöne Kunst nur 
noch für den Farbendruck in Betracht und als Hülfsmittel für 
die modernen mechanischen Reproductionsverfahren.
	        
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