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Full text: Alt-Berlin auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

seits dieser Kommission noch unbenannte und unbekannte Mitglieder einzuschieben, 
um dadurch auf die Beschlüsse jener Kommission stets einen ihren Wünschen 
und Wollen entsprechenden Einfluß zu haben. 
Mit großer Vorsicht und Sorgfalt ist seitens der Herren Pächter diesem 
„wichtigsten" Paragraphen des betreffenden Vertrages vorangestellt, daß die 
bezügliche Oberleitung der in Rede stehenden „Kommission" nur in soweit maaß 
gebend sein soll, als dieselbe mit den geschäftlichen Interessen der Pächter verein 
bar ist. „Das heißt auf gut Deutsch, daß diese Kommission sich mit ihrem Wirken 
und Wollen in erster Linie unbedingt in den Dienst der „geschäftlichen Interessen" 
jener Herren Pächter zu stellen und letztere somit als absolute Herren und Befehls 
haber anzuerkennen hat." 
Der Vertrag, soweit derselbe hier bruchstückweise zur Kenntniß der Mitglieder 
des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin, also vor diejenigen kommt, die 
er in dieser Beziehung aufs empfindlichste angeht, schließt dann damit, daß die 
Herren Pächter 
„Den Vertrieb (!) — (von Alt-Berlin) — übernehmen und 
auch die „Nutzung" erhalten." 
Da sich aus dieser Mittheiftmg keinerlei Veranlassung, weder eine äußere 
uoch eine innere, ergiebt, die ein derartiges Abkommen rechtfertigt, so bleibt die 
Frage offen, welches die Gründe gewesen sind, den Vorstand des Vereins für die 
Geschichte Berlins, und somit alle Mitglieder unseres Vereins selbst, in dieser 
Weise den „geschäftlichen Interessen" jener Herren Pächter zu unterwerfen und zu 
verbinden und vor der weitesten Oeffentlichkeit mit diesen „geschäftlichen Interessen" 
in einer exponirenden Weise solidarisch zu machen? 
Nachdem schon seit Herbst vorigen Jahres (1894) durch Zeitungsnotizen die 
Aufmerksamkeit darauf gelenkt war, daß sich auch „der Verein für die 
Geschichte Berlins" an der Berliner Gewerbe-Ausstellung pro 1896 mft 
einer historischen Vorführung betheiligen würde und eine Darstellung von „Alt 
Berlin" dort zil geben beabsichtige, tritt nun dies Unternehmen unter den 
Bedingungen, die sich aus obigen Mittheilungen ergeben, zum ersten Male vor 
die gesammten Mitglieder unseres Geschichts-Vereins. 
Aber auch diesmal erfahren die verehrten Mitglieder über die ganze Sache 
so gut wie garnichts, und die vorstehende Veröffentlichung ist so auffallend 
knapp und gegenstandslos gehalten, daß sogar der allerwesentlichste Bestandtheil 
jenes Vertrages, und jedes Vertrages überhaupt: Die Kontrahenten, die Herren 
Pächter, mit denen der Vertrag geschlossen ist, verschwiegen werden und im Dunkel 
bleiben. Selbst das Datum des Abschlusses fehlt!! 
Es entsteht ferner die Frage, von wem der Plan zu jener historischen Dar 
stellung von Alt-Berlin ausgegangen ist und wer demnach den eigentlichen 
rechtlichen Anspruch darauf hat, das Interesse und die Mitwirkung unseres Ge 
schichts-Vereins dafür in Anspruch zu nehmen? 
Durch die vorangeführte Notiz in unser» Mittheilungen ist nun, und das 
ist gewiß nicht unabsichtlich geschehen, bei allen nicht darüber orientirten Mit 
gliedern unseres Vereins der Glaube erweckt, als sei der Plan zu dieser Dar
	        
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