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Full text: Alt-Berlin auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 (Public Domain)

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Aber auch mit dm Herren David Francke Söhne hatte sich der jetzige 
Eroxlove des Herrn Reuter, Herr Lubszynski, darüber nochmals in Verbindung 
zu setzen die Güte gehabt. Das erforderte doch die Höflichkeit und mindestens 
auch die Klugheit! —Haben nun auch die Herren der bei Seite geschobenen alten 
Berliner Firma, David Francke Söhne, sich mit Unwillen darüber zu äußern eine 
gerechte Veranlassung gehabt, daß Form und Inhalt der ihnen von jeneni Employe 
jetzt gemachten Vorschläge sie veranlassen mußte, dieselben vornehm abzuweisen 
nnd haben die Herren ihrem Bedauem darüber Ausdruck geben müssen, daß ihnen 
machmals jede geeignete Vermittlung zu einer geordneten Unterhandlung mit dem 
Verein für die Geschichte Berlins gefehlt habe; — nun, wer kann es dem ge 
nannten Geschäftsträger des Herrn Reuter verdenken, daß er als ein Börsenmann 
sich auch an seine Leute von der Börse und zwar in einer Weise wendete, daß 
„das Geschäft" so gut zu Stande kam, wie es sich jetzt den verehrlichen Mitgliedem 
des Vereins für die Geschichte einer Deutschen Reichshauptstadt mit jenen Pächtern, 
„die keine Kosten scheuen!" präsentirt. Der verehrliche Geschichts-Verein hat des 
halb auch iu diese „Kosten" garnicht mit hinein zu reden, mithin diesmal in 
seinem eignen Hause „Alt Berlin" hübsch den Mund zu halten, zu gehorchen und 
iu Wahrheit garnichts mehr zu sagen! 
Aber wo war denn der frühere, so eifrige bisherige Vertreter der Ange 
legenheit, Herr Müller, geblieben?!? 
Ach, was! derartige Leute kann man bei derartigen Sachen nicht ge 
brauchen. — Von jenem Tage an. als jener harmlose Herr den Herren Lubszynski, 
Laskcr und Ehrlich in seiner Wohnung alle seine Pläne, Zeichnungen und Be 
rechnungen gründlich gezeigt und auseinandergesetzt, und an dessen folgendem 
Morgen Herr Reuter diese Herren bei sich gesehen hatte, war Herr Reuter für das 
Mitglied unseres Geschichts-Vereins garnicht mehr zugänglich und überhaupt 
kaum noch zu sprechen. — War es denn für den Königlichen Herrn Geheimen 
Staatsarchivar, Geheimrath und Hauptmann der Reserve, der nebenbei auch 
I. Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins war, nicht auch überaus 
lästig, daß jenes Mitglied unsres Vereins, sobald dasselbe von dem triumphiren- 
dcn Herrn Lubszinski zufällig erfahren mußte, daß, den entworfenen Vertrag ge- 
niäß, der Verein für die Geschichte Berlins von jeglichem materiellen Erfolge, 
vom Gewinn-Antheil sowohl als auch von einer selbstständigen Leitung der Sache 
vollständig ausgeschlossen sein sollte, daß dieses Mitglied Herrn Reuter jetzt noch 
mündlich und schriftlich fortwährend darauf hinwies, wie sich die Bausumme ftir 
„Alt-Berlin" von vielen Seiten iu einer dem Geschichts-Verein viel vortheilhafteren 
Weise beschaffen ließe? — Von kompetenter Seite darauf aufmerksam gemacht, 
hatte Herr Müller dem Herrn Reuter auch ferner noch unterbreitet, daß dem 
Verein für die Geschichte Berlins, der die einzige und hohe Ehre hat, unter dem 
Protektorat Sr. Majestät des Kaisers zu stehen, für eine so erhabene und patrio 
tische Sache, wie es eine geeignete Darstellung aus der historischen Vergangenheit 
der Deutschen Reichs-Hauptstadt ist, wohl die Baukapitalicn aus staatlichen Mitteln 
zu verschaffen wären. — Werden doch von den Behörden Mittel zur Unterstützung 
von Ausstellungen aller Art Millionenweise riskirt; wie viel mehr war voraus 
zusetzen, daß „Alt-Berlin" als eine pattiotische Unternehmung, die den Nachweis
	        
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