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Full text: Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus / Chlebos, Laura (Rights reserved)

ANTIFEMINISMUS ALS DEMOKRATIEGEFÄHRDUNG?! GLEICHSTELLUNG IN ZEITEN VON RECHTSPOPULISMUS Handlungsstrategien 1. Interviewstudie: ­Gegenstrategien aus der Praxis der Gleichstellungsarbeit Von Rachel Spicker und Judith Rahner In den acht Interviews mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten wurde auch über Umgangsstrategien mit antifeministischen Angriffen und Rechtspopulismus im Arbeitsalltag gesprochen. Im Folgenden kommen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte selbst zu Wort. Den eigenen Gestaltungs- und ­Handlungsspielraum nutzen „Als Gleichstellungsbeauftragte hast du einen unglaublichen Gestaltungsspielraum. Du siehst die Richtungen, wo es gesellschaftlich hingeht und politisch, und du kannst unheimlich gut auch deine Marken setzen. Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass Rechtspopulismus ein zentrales Thema für die Gleichstellung ist und dass wir uns zu Wort melden und Stellung beziehen müssen.“ (Interview 6) Wie kann auf Anfragen und Anfeindungen reagiert werden?  In der Gegenargumentation auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und auf Chancengleichheit beziehen. „Wir dulden Rechte auch nur, da wir uns an Recht und Gesetz halten. Und die AfD muss umgekehrt gefragt werden, ob sie die Rechtstaatlichkeit respektiert, denn auch im Grundgesetz steht, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Und um diese Gleichstellung zu erreichen, sind Gleichstellungsstellen und noch mehr nötig. Alles ist rechtlich geklärt.“ (Interview 1)  Bei Anträgen und Fragen der AfD: rechtlich mit Art. 3 Grundgesetz und dem Verfassungsauftrag der Gleichstellung argumentieren. (Interview 2) 2  Bei AfD-Anträgen im Kreistag: nicht im Gremium näher darauf eingehen, sondern erwidern, dass Sie auf Einladung bei einem Extratermin gerne mehr von Ihrer Arbeit berichten können. (Interview 3)  Frauen in einzelnen Fraktionen um Unterstützung bitten und persönlich ansprechen. (Interview 4)  Konkrete Situation berücksichtigen: „Bei der Diskussion muss man überlegen: Wann führt man die und wo führt man die?“ (Interview 2)  In der Kommunikation bleiben – trotz Anfeindungen und Infragestellungen: „Ich blocke das nicht ab. Ich versuche freundlich und auch sachlich zu sein.“ (Interview 2)  Bei Angriffen: Öffentlichkeit suchen, zum Beispiel über Pressemeldungen, den Einbezug der Verwaltungsspitze oder die Information des Oberbürgermeisters. (Interview 4)  Angriffe und Anfeindungen dokumentieren.  Unterstützung durch andere Ämter und Personen organisieren: „Es ist wichtig, dass man das Gefühl hat, man ist nicht alleine und man bekommt wirklich professionelle Unterstützung über das Rechtsamt und von überall; auch von Menschen, die mit solchen Anfragen schon öfter zu tun hatten und wissen, wie man da reagiert.“ (Interview 6) Wie können eigene Themen und Akzente besser gesetzt werden?  Offensiver Auftreten in Ausschüssen, Arbeit vorstellen und Fragen stellen: „Am Anfang war ich noch zögerlich, inzwischen agiere ich da viel stärker.“ (Interview 2)  Öffentlich positionieren: „Ich werde die Veranstaltung auch nochmal nutzen, um zu dem Thema Stellung zu beziehen.“ (Interview 6)  Gleichstellungsbericht: mehr Fakten und Zahlen zitieren, um der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen. (Interview 3)  „Akzeptanz für die eigene Arbeit schaffen! Über Arbeit und Inhalte informieren, Frauensolidarität unterstützen, Netzwerke schaffen.“ (Interview 6)  Tätigkeitsbericht des/r Oberbürgermeister*in zuarbeiten, um gleichstellungspolitische Ziele sichtbar zu machen. (Interview 4)  Kandidat*innen zur Bundestags- oder Landtagswahl aller Fraktionen einladen und Fragen mit frauenpolitischem Hintergrund stellen.  Mit Personen aus dem Gleichstellungsausschuss Themen jeweils vorher absprechen. So haben alle die Möglichkeit, sich inhaltlich vorzubereiten und dann auch mitzuarbeiten; dafür ist gute Vernetzung wichtig. (Interview 2)  Sich selbst in den eigenen Positionen bestärken: „Heute würde ich mich durchaus als Feministin beschreiben, weil ich heute die Hintergründe eher kenne und weiß, was das eigentlich für mich heißt. Früher hätte ich sofort gesagt: ‚Nein so bin ich ja nicht.‘ Aber doch: bin ich! Und das war ich auch zu dem Zeitpunkt schon. Ich hätte es nur nicht so formuliert.“ (Interview 5)  „Aktiv in die Debatte einsteigen und nicht sagen: ‚Wir Frauen sind die Benachteiligten und alle anderen sind böse.‘ Man muss auch mit der AfD reden – ohne deshalb ihre Ideologie anzuerkennen. Es gibt keine andere Chance, als ihre Ideologie zu zerpflücken. Außerdem müssen wir die Männer mitnehmen in diesem Bereich, sie sollen auch selber dafür kämpfen, dass es Gleichstellungsbeauftragte gibt.“ (Interview 1) Netzwerkarbeit „Gut zusammen arbeiten alle Gleichstellungsbeauftragten hier vor Ort. Das ist auch das, was mir gut gefällt und mich auch so ein bisschen hält“ (Interview 3)  Über Strategien austauschen: „Wir führen in meinen Netzwerken gezielt die Diskussion: Wie agieren wir, wie agiere ich im Ausschuss? Was bringe ich ein? Was spreche ich an? Was spreche ich nicht an? Wann antworte ich und wann nicht? Wo will ich vielleicht eine Diskussion haben und wo nicht? Und das ist natürlich auch eine Ressourcen- und Kapazitätenfrage.“ (Interview 2)  Mit anderen Gruppierungen austauschen und vernetzen: zum Beispiel mit männerpolitischen Infrastrukturen (Väter-Initiativen, Männergruppen), mit Kirchen, mit queeren Communities (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* oder Inter*) zusammentun. (Interview 4)  Aktive Mitgliedschaft im Jugendhilfeausschuss.  Interkulturelle Frauencafés, um Netzwerke zu knüpfen und Plattformen für Frauen zu bieten. (Interview 5)  Unterstützung von Mobilen Beratungsstellen und Opferberatungen holen. (Interview 8) Inhaltlich fit bleiben  Es ist hilfreich, Zahlen und Statistiken parat zu haben, falls sie angefragt werden (zum Beispiel zu Frauen in Führungspositionen, zur Situation von Alleinerziehenden, zu Frauenhäusern etc.)  Sensibilität in Bezug auf Ost/West-Fragen auch beim Thema Gleichstellung (‚westlich‘ wird häufig als dominant wahrgenommen und als weniger anschlussfähig für die Menschen in Ostdeutschland); Menschen bei ihren Themen und Bedürfnissen abholen. (Interview 2)  Führungskräfteschulung zu Vereinbarkeit von Familie und Arbeit, Genderkompetenz aufbauen und Vorurteilen – ‚Wir haben das gar nicht nötig und bei uns können doch Frauen alles machen‘ – entgegenwirken. (Interview 5)  Willkommenskultur stärken, Begegnung mit geflüchteten Menschen unterstützen; dadurch können auch Ängste genommen und der rassistischen Instrumentalisierung frauenpolitischer Themen entgegengewirkt werden. Schulungen und Informations­ veranstaltungen zu Rechtspopulismus  Das Thema ‚Rechtspopulismus und Antifeminismus‘ als eigenständiges Thema auf die Agenda setzen. (So geschehen im Frauenbeirat, da festgestellt worden war, dass auch die Beteiligten selbst über sehr unterschiedliche Wissensstände verfügten.)  Veranstaltungen und Workshops zum Thema organisieren, dabei nicht nur Menschen vor Ort aufklären, sondern auch das eigene Netzwerk schulen. (Interview 6)  Aufklärung über Antifeminismus, rechtspopulistischer bis rechtsextremer Akteur*innen und Strukturen sowie Strategien rechter Frauen; Schulungen zu rechten Gesprächsstrategien, um gut vorbereitet zu sein. (Interview 8) 3  Wie kommunizieren wir gut? Welche Öffentlichkeitsarbeit fahren wir? Wie werden Themen angesprochen und gesetzt? (Interview 2)  Was muss ich bei der Veranstaltungsplanung und -durchführung beachten?  Social-Media-Schulungen, um die Informationsbeschaffung zu verbessern und auf Angriffe vorbereitet zu sein. Zur Zukunft der Gleichstellungsarbeit „Gleichstellungsbeauftragte sind Einzelkämpferinnen, oft mit kaum oder gar keinen Befugnissen. Alles hängt zudem vom eigenen Engagement oder spezifischem Vorwissen und der Bereitschaft, zu kämpfen, ab.“ (Inter­view 1) „Diskriminierungsmerkmale sind vielfältiger geworden. Das zu fassen in der Gleichstellungspolitik, wo es vor allem um Geschlecht geht, ist schwierig. Denn trotzdem bleibt bei Frauen immer das Diskriminierungsmerkmal Frau. Und die anderen kommen hinzu. Gleichstellungspolitik verändert sich, und das wird ein großes Thema auch für die BAG [Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen] werden, dem wir uns annehmen müssen“ (Interview 2) Ideen für eine Gleichstellungsarbeit der Zukunft  Die BAG und die LAGs [Landesarbeitsgemeinschaften der Gleichstellungsbeauftragten] müssen auf Komplexität und Diversität besser reagieren, also intersektionaler denken und sich positionieren. „Trennlinien verlaufen nicht mehr ‚nur einfach‘ zwischen ‚Männern‘ und ‚Frauen‘“. (Interview 2)  Migrantische Frauen nicht auf Themen wie Krieg im Ausland, Familie oder Herkunftsländer festlegen und dazu als Expertinnen befragen, sondern ebenso zu Umweltschutz, Rente etc. – Themen, die sie schließlich auch betreffen. (Interview 1)  „Wünschenswert wäre, wenn wir nicht nur Chancengleichheit als Thema hätten, sondern meinetwegen Beauftragte zum Thema Vielfalt.“ (Interview 4) „Das ganze Thema Vielfalt, wo auch Menschen mit Behinderung oder mit Migrationshintergrund reinzählen, es also nicht nur um Geschlecht geht, da sind wir hier in der Stadt durch große Demokratiekonferenzen schon vorangekommen.“ (ebd.)  Mehr Migrantinnen, schwarze Deutsche und Personen of Color als Gleichstellungsbeauftragte einsetzen. (Interview 1) 4  Interessen marginalisierter Männer einbinden: „Wa­rum sollten 99 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten Frauen sein? Wir haben kein Monopol in diesem Bereich, es ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Wenn auch einige Männer in dem Bereich arbeiten würden, würde das mit Sicherheit auch den Blick mancher Männer auf die Gleichstellungsarbeit ändern und diese aufwerten.“ (Interview 1)  Gleichstellungsthemen einfach und anschlussfähig vermitteln und neue/andere Zielgruppen erreichen; Ideen/Strategien entwickeln, um das zu erreichen. (Interview 2)  „Jedes Bundesland hat ein eigenes Gleichstellungsgesetz und in allen Gleichstellungsgesetzen fehlt, dass Befugnisse und Sanktionen ausgehandelt sind. Und Sie wissen ja, dass Gesetze ohne Sanktionen keine Wirkung haben. Man ist immer abhängig vom Wohlwollen der jeweiligen Betriebe, Verwaltungen und Vorgesetzten.“ (Interview 1)  „Wenn man mit Themen aneckt, kann man auch Gespräche anzetteln. Die AfD hat auch mit einfachen Parolen und Fahnen auf der Straße begonnen und viel Aufmerksamkeit bekommen – feministischer Populismus, warum nicht? Eigentlich sind tausend Gleichstellungsbeauftragte eine starke Macht. Aber ich sehe diese Präsenz nirgendwo in der Presse oder der Debatte. Teilweise dürfen sie aufgrund ihrer Institutionalisierung nicht politisch Stellung beziehen, aber man muss auch mal was riskieren.“ (Interview 1) Weiterentwicklung fachlicher Standards  „Landesministerien und Bundesministerium sollten Zahlen und Fakten zu den Themen der Gleichstellungsbeauftragten bereitstellen, damit die für alle Beauftragten schnell und einfach abzurufen sind. Häufig fehlt es an Basiswissen, denn Gleichstellungsbeauftragte haben nicht die Zeit, sich in alle Themen intensiv einzuarbeiten. Aber sämtliche Themen müssen vorbereitet werden, weil sie infrage gestellt werden.“ (Interview 2)  Leitfaden zur Vorbereitung auf den Job einer Gleichstellungsbeauftragten erstellen und Einarbeitung erleichtern. (Interview 2)  Berufseinsteigerinnen unterstützen; viele haben zwar Gender Studies studiert, aber wenig Erfahrungen mit Frauenpolitik. (Interview 4) 2. Analysieren – ­Positionieren – Konfrontieren – Streiten. ­Allgemeine Handlungsstrategien gegen Rechtspopulismus Von Jan Riebe Analysieren Für eine erfolgreiche Strategie gegen rechtspopulistische Angriffe ist es wichtig, sich mit deren Inhalten (siehe Kapitel 2-3) und deren Strategien (siehe Kapitel 4) auseinanderzusetzen. Auch ist es von Vorteil, lokale Begebenheiten, rechte Akteur*innen und Netzwerke zu kennen. Hier können lokale Initiativen, gegebenenfalls auch die Polizei, sinnvolle Ansprechpartner*innen sein. Positionieren Kein Abarbeiten an rechtspopulistischen Akteur*innen! Rechtspopulist*innen wollen im Mittelpunkt stehen. Nach dem Motto ‚Lieber schlechte Presse als keine Presse‘ freuen sie sich, wenn sie Gegenstand der Auseinandersetzung sind. Diesen Gefallen sollten Sie ihnen nicht tun. Stattdessen:  Rechtspopulist*innen und Antifeminist*innen allei­ne keine Bühne bieten, auch nicht mit der Zielsetzung, sie zu ‚entlarven‘.  Bei Diskussionen Sachthemen, nicht rechte Ak­teu­r*innen, in den Fokus der Auseinandersetzung stellen. Falls die Akteur*innen einschlägig bekannt sind: dies benennen, jedoch ohne sich an ihnen abzuarbeiten.  Stattdessen: Kontrapunkt setzen, eigenes Gesellschaftsbild stärken.  Eine inhaltliche Auseinandersetzung – statt konse­ quenter Ausgrenzung oder Ausblendung – kann durchaus hilfreich sein, da sich Rechtspopulist*innen sonst als Opfer inszenieren können. Eine inhaltliche Auseinandersetzung sollte jedoch an die Bedingung geknüpft sein, dass das Gegenüber demokratische Mindeststandards wie Menschenrechte und Minder­ heitenrechte akzeptiert. Die wohl wichtigste Strategie überhaupt lautet: eigene Themen setzen  In Auseinandersetzung mit Rechtspopulist*innen nicht darauf beschränken, etwas auf deren Wortbeiträge zu entgegnen – sondern offensiv eigene Themen und Inhalte setzen!  Vielfalt und Teilhabe als Querschnittsthema entgegensetzen.  Dem homogenen, autoritären Weltbild der Rechten ein eigenes Gesellschaftsbild entgegenstellen – ‚Wie wir leben wollen‘ als Kontrapunkt. Geschlossenheit signalisieren  Minimalkonsens zum Umgang mit Rechts­ popu­ list*innen in den eigenen Verbandsstrukturen und Netzwerken erarbeiten.  Demokratische Mindeststandards sind nicht verhandelbar. Minderheitenrechte und Menschenrechte schützen!  Wenn Sie beispielsweise von Parteien oder der Presse als Expert*innen eingeladen oder befragt werden: Im Vorfeld verbandsintern den Umgang mit zu erwartenden rechtspopulistischen Positionen und Akteur*innen klären. Normalisierungseffekte vermeiden Rechtspopulist*innen richten sich gegen die offene, solidarische und demokratische Gesellschaft; lokale rechtspopulistische Politiker*innen und deren Äußerungen sollten nicht losgelöst von der Bundespartei betrachtet werden, daher:  Kein Auftritt bei Veranstaltungen der Rechtspopu­ list*innen.  Falls Sie überlegen, Rechtspopulist*innen einzuladen: gut abwägen, ob das sinnvoll ist oder nicht. Sie 5 nicht einzuladen führt oftmals zu Opferinszenierungen. Aber: Das ist auch bei einer Einladung häufig nicht zu vermeiden. (Siehe unten: Veranstaltungen vorbereiten.)  Achtung Falle: Rechtspopulist*innen bewusst einzuladen oder nicht einzuladen impliziert die Gefahr entweder vom Normalisierungseffekt oder der Opferinszenierung. Das eine oder das andere zu verhindern, wird demnach nur selten gelingen. Eigene Strategie für den Umgang mit rechts­ populistischen Akteur*innen entwickeln – und daran festhalten Innerhalb der eigenen Organisation, im eigenen Verband oder Netzwerk gilt es, einen internen Austausch über antifeministische Angriffe durch Rechtspopulist*innen sicherzustellen und Strategien zu erarbeiten für die von Rechtspopulist*innen  gestellten Anträge,  genutzten Strategien,  besetzten Themen und  betriebene Öffentlichkeitsarbeit. Der interne Austausch sollte außerdem gewährleisten, dass Gegenmaßnahmen und eigene Unsicherheiten im Umgang mit Rechtspopulist*innen besprochen werden können. Dies kann beispielsweise auf geschlossenen Online-Plattformen, mittels verschiedenster Vernetzungsformen (zum Beispiel Regionaltreffen) oder mit einer bundesweiten Struktur mit festem*r Ansprechpartner*in erfolgen. Zudem sollte ein regelmäßiger Austausch mit zivilgesellschaftlichen und politischen Akteur*innen außerhalb der eigenen Organisation, im eigenen Verband oder Netzwerk stattfinden. Im Zuge dessen sollte ein eigenes internes Strategiepapier zum Umgang mit rechtspopulistischen Akteur*innen entwickelt werden. Nachfolgend ein fiktives Beispiel für ein Strategiepapier der Organisation XY:  „XY geht nicht aktiv auf rechtspopulistische Akteur*innen zu, um sie für die Unterstützung von Forderungen zu gewinnen. Wir laden sie nicht zu parlamentarischen Veranstaltungen ein, sprechen sie nicht bei Petitionen oder Stellungnahmen von unserer Seite an.“  „XY beteiligt sich nicht an parlamentarischen Initiativen, Veranstaltungen und Stellungnahmen von rechtspopulistischen Akteur*innen.“  „Dort wo nötig, geht XY in die offene, sachbasierte Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Ak­ teu­r*innen. Wir zeigen, dass die rechtspopulistischen Akteur*innen keine Sacharbeit leisten und keine 6 Lösungen aufzeigen – selbst dann nicht, wenn sie scheinbar ähnliche Forderungen vertreten wie XY.“ Wenn ein offensiver Umgang mit Rechtspopulismus befürwortet wird, sollte darüber hinaus die eigene Positionierung im Umgang mit Rechtspopulist*innen öffentlich gemacht werden 1. Konfrontieren Rechtspopulistische Strategien enttarnen und benennen  Bei Diskussionsveranstaltungen: An Beispielen kurz und prägnant Strategien der Rechten (etwa das Themen-Hopping oder die widersprüchliche Positionierung je nach Klientel/Region) benennen und dadurch entlarven.  Bei einer Auseinandersetzung der rechtspopulistischen Strategie, demokratische Parteien, NGOs und andere als abgehobene Elite zu denunzieren, nicht auf den Leim gehen; dabei nicht arrogant auftreten, sondern auf Augenhöhe begegnen.  Es nicht bei der Skandalisierung einzelner, beispielsweise rassistischer Äußerungen belassen, sondern deutlich machen, dass es sich hierbei nicht um ‚Ausrutscher‘ handelt: dass die Äußerungen vielmehr der Ideologie der Gruppierung oder Partei und ihrer Programmatik entsprechen.  Entscheiden, ob auf gezielte Provokationen eingegangen wird oder nicht; oft dienen solche Provokationen dazu, von Inhalten abzulenken und so sicherzustellen, dass ausschließlich über die Positionen der Rechtspopulist*innen gesprochen wird.  Banal, aber wichtig: Die Auseinandersetzung mit nationalistischen, rassistischen, rechten Positio­ nen darf nicht erst in der Konfrontation mit Rechtspopulist*innen beginnen, sondern muss im alltäglichen Gespräch, etwa mit Kolleg*innen, Nachbar*innen oder Bekannten, stattfinden. Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und ähnliche Herrschaftsverhältnisse sind nicht auf den Rechtspopulismus zu reduzieren. Humor als Stilmittel situationsbedingt einsetzen Rechtspopulistische Positionen lassen sich manchmal gut mit den Stilmitteln des Humors und der Satire vorführen. Diese gilt es pointiert und intelligent einzusetzen, dann kann dies viel aussagekräftiger sein als die beste Gegenrede. 1 So macht es z.B. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), URL: www.bund.net/aktuelles/detail-aktuelles/news/der-bundzur-afd/ (abgerufen am 06.07.2018) Differenzierung zwischen rechtspopulistischen Parteien und deren Wähler*innen  Keine Anbiederung an rechte Wähler*innen, aber Unterscheidung zwischen rechtspopulistischen Parteien und deren Wähler*innen.  Sorgen der Wähler*innen ernst nehmen, aber in Widerspruch gehen: Rassismus, Demokratiefeindschaft etc. benennen.  Rechtsextreme können von Veranstaltungen ausgeschlossen werden: Durch eine Ausschlussklausel kann Rechtsextremen per Hausrecht der Zutritt zu Veranstaltungen verweigert oder sie können gezwungen werden, die Veranstaltung zu verlassen. Textvorlage Ausschlussklausel: „Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“ Quelle und weitere Infos: www.mbr-berlin.de/ angebote/beratung/best-practise-2/ Streiten Bei Diskussionsveranstaltungen Handlungs­ spielräume nutzen Unabhängig davon, ob Rechtspopulist*innen auf dem Podium oder aber im Publikum sitzen:  Hetze und Propaganda durch eine gut vorbereitete Moderation verhindern bis hin zum Verweis auf die Ausschlussklausel.  Vorab darüber verständigen, wie mit zu erwartenden Provokationen umgegangen werden soll.  Themen-Hopping (siehe Kapitel 4) unterbinden. Demokratische Streitkultur (wieder) erlernen sionelle Unterstützung, beispielsweise in Form eines Argumentationstrainings. Die Auseinandersetzung suchen! Suchen Sie das Gespräch mit Sympathisant*innen des Rechtspopulismus – also nicht mit Funktionär*innen, sondern mit Nachbar*innen, Kolleg*innen, beim Bäcker um die Ecke, am Stammtisch:  Zuhören und analysieren.  Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo­ feind­ lichkeit und andere Herrschaftsverhältnisse als Bestandteil rechten Denkens benennen – und wider­sprechen.  (Persönliche) Anfeindungen, wenn notwendig, auch juristisch entgegnen, z.B. durch Einfordern von Unter­ lassungserklärungen und Gegendarstellungen.  Eigene Argumente, Strategien testen und verbessern.  Nicht nur in der eigenen Blase verbleiben. Dokumentation von Anfeindungen und Übergriffen  Angriffe auf die Würde von Menschen und andere Spielarten des Rechtsextremismus dokumentieren und veröffentlichen.  Regelmäßig den Austausch über entsprechende Vorfälle suchen – sei es intern, in übergreifenden Strukturen oder mit der demokratischen Zivilgesellschaft. Zusammenfassung  Wichtig: stets klare Haltung zeigen, Wissen zu Rechtspopulist*innen (vor Ort) aneignen und eigene Rhetorik schulen.  Klare inhaltliche Analyse erarbeiten und die Verständigung unter Demokrat*innen fördern.  Mit Rechtspopulist*innen reden – aber nicht so, wie sie reden. Eine Ausgrenzung rechtspopulistischer Parteien stärkt diese mitunter! Der Umgang mit ihnen muss offensiv und in strikter inhaltlicher Abgrenzung erfolgen.  Rechtspopulist*innen haben die Grenzen des Sagbaren und der Realpolitik bereits verschoben, deshalb: eigene Inhalte und eigene Sprache regelmäßig kritisch reflektieren.  Ob im eigenen Verein, im Gespräch mit Nach­ bar*innen oder dem*der Vorsitzenden einer rechtspopulistischen Partei: bei Positionierungen, die Sie als falsch erachten, gilt es, zu widersprechen.  Gestehen Sie sich ein: Wir haben nur bedingt Antworten für die Wähler*innen rechter Parteien.  Im Vorfeld eines zu erwartenden Aufeinandertreffens mit Rechtspopulist*innen: Spielen Sie die Situationen mit Freund*innen oder Kolleg*innen (mehrfach) durch; bestenfalls holen Sie sich profes-  Gegen-Narrativ stärken und kommunizieren: Für die eigene Politik und die eigenen Vorstellungen mit Herz und Verstand streiten und sich darin gegenseitig bestärken!  Eigene Umgangsstrategie, einen eigenen Verhaltenskodex entwickeln. 7 3. Was tun mit Rechts­ populist*innen auf Podien und im Publikum? Von Simone Rafael, Enrico Glaser, Jan Riebe, Marius Hellwig Illustration: Freepik from Flaticon.com Was gilt es zu beachten, wenn Sie – weil Sie wollen oder müssen – AfDVertreter*innen zu Veranstaltungen oder Podien einladen? Wie können Sie mit Rechtspopulist*innen im Publikum umgehen? Im Folgenden finden Sie einige Tipps, wie Sie mit rechtspopulistischen Überrumpelungen, Themensetzungen, Verdrehungen, mit Hetze und Bedrohung umgehen und diese reduzieren können. 8 Was tun mit Rechtspopulist*innen auf Podien?  Im Vorfeld gut überlegen, ob die AfD auf dem Podium sitzen soll: Hat sie inhaltlich etwas beizutragen? Müssen alle Parteien eingeladen werden? Dilemma: Wenn die AfD nicht eingeladen wird, inszeniert sie sich gegebenenfalls als Opfer. Wird sie eingeladen, trägt dies zur Normalisierung der Partei bei, und gegebenenfalls inszeniert sie sich dennoch als Opfer (etwa wegen angeblich zu geringer Redezeit).  Als Moderator*in geben Sie die Stimmung, den Ton und die Diskussionsregeln vor. Es lohnt sich, diese am Anfang einmal zu benennen, zum Beispiel: ‚Wir lassen uns ausreden, hören uns zu, keine Beleidigungen, hasserfüllten Attacken usw.‘ Dies gilt natürlich für alle Diskussionsteilnehmenden, auch gegenüber Rechtspopulist*innen.  Geben Sie rechtspopulistischen Teilnehmenden nicht mehr Raum als den anderen.  Vermeiden Sie, dass die Diskussion sich nur noch um die rechtspopulistischen Teilnehmer*innen dreht.  Stellen Sie den Rechtspopulist*innen Sachfragen, die nach Möglichkeit nichts mit rechtspopulistischen Lieblings- und Agitationsthemen (Umgang mit Ge­ flüchteten, ‚die da oben‘, ‚Lügenpresse‘, ‚Zensur‘ usw.) zu tun haben.  Wenn rechtspopulistische Podiumsteilneh­ mer*in­ nen abschweifen und auf ihre Lieblings- und Agitationsthemen umschwenken: Lassen Sie das nicht zu und bestehen Sie auf Antworten auf Ihre Fragen.  Fragen Sie sich gegebenenfalls bis zum Kern des Themas durch. Fragen Sie beispielsweise bei der Forderung ‚Grenzen dicht für Geflüchtete‘ nach: ‚Was heißt das genau? Sollen die Grenzen auch mit Waffengewalt verteidigt werden? Soll auch auf Frauen und Kinder geschossen werden? Auch bei der Behauptung ‚Die Meinungsfreiheit ist in Gefahr‘ können Sie nachhaken: ‚Inwiefern, wo denn? Woran machen Sie das fest – daran dass Sie Rassismus und Antisemitismus nicht überall verbreiten können, ohne dass jemand widerspricht?‘  Wenn rechtspopulistische Gesprächspartner*innen etwas sachlich Richtiges sagen: Weisen Sie gegebenenfalls auf Widersprüche zur Ideologie oder dem sonstigen Handeln der Gruppierung oder Partei hin. Beispiel: ‚Sie setzen sich hier für Frauenrechte ein – geht es Ihnen dabei um alle Frauen oder nur um jene, die sie als ‚deutsch‘ ansehen?‘ Oder: ‚Wenn Sie sich für die Freiheitsrechte muslimischer Frauen in der Türkei engagieren – warum agitieren sie an anderer Stelle gegen Freiheitsrechte von Migrantinnen in Deutschland?‘  Schreiten Sie sofort ein, wenn andere Teilneh­ me­r*innen auf dem Podium oder im Publikum mit Beleidigungen oder Hass konfrontiert werden.  Bereiten Sie sich auf rechtspopulistische Argumentationsstrategien vor. Typisch sind beispielsweise Themenwechsel (Themen-Hopping bzw. ‚whataboutism‘) und ein vehement nationaler Bezugsrahmen (‚Ist dieses oder jenes gut für Deutsche/ Deutschland oder nicht?‘ ‚Was kostet dieses oder jenes Deutschland?‘). Die Vorbereitung hilft Ihnen dabei, die Strategien rasch zu erkennen und ihnen mit mehr Klarheit zu begegnen. Benennen Sie auch die vorkommenden rechten Strategien, dadurch verlieren sie an Wirkungsmacht.  Bereiten Sie sich auf mögliche abwertende Thesen, etwa rassistische, islamfeindliche oder gegen die Parteiendemokratie gerichtete, inhaltlich vor, um gezielt und souverän widersprechen zu können. Anstelle des schlichten Einspruchs ‚Das ist rassistisch‘ liefern Sie eine Begründung mit, zum Beispiel: ‚Das ist rassistisch, weil Sie damit Menschen in einen Topf werfen, die nichts als ihre Hautfarbe, Herkunft oder Religion gemein haben.‘  Machen Sie auf jede Verallgemeinerung (wie ‚die Muslime‘, ‚die Deutschen‘ oder ‚die Politiker‘) aufmerksam und bestehen Sie auf Differenzierung. Zwingen Sie Ihre Gesprächspartner*innen, auszusprechen, was sie wirklich meinen.  Fordern Sie Fakten ein und bitten Sie um Konkretisierung und Kontext, wenn mit Behauptungen oder Allgemeinplätzen jongliert wird. Fragen Sie bei Sätzen wie ‚Ich habe gehört, dass eine Frau von einem Flüchtling vergewaltigt wurde‘ genau nach: ‚Wo ist das passiert, wann, wurde die Polizei benachrichtigt, gibt es eine Pressemeldung zum Fall?‘  Belassen Sie es nicht bei der Skandalisierung einzelner, etwa rassistischer Äußerungen. Machen Sie deutlich, dass es sich nicht um einen ‚Ausrutscher‘ handelt, sondern dass die Äußerung der Ideologie der rechtspopulistischen Partei oder Organisation entspricht.  Bereiten Sie sich gut auf die*den rechts­popu­lis­ti­ sche*n Kontrahent*in vor. Eignen Sie sich Wissen über die Positionen der jeweiligen Gruppierung, Organisation, Partei oder des lokalen Ablegers und über deren etwaige Verstrickungen mit dem Rechtsextremismus an.  Fragen Sie sich vorab: Welche Punkte wird der*die Rechtspopulist*in vermutlich stark machen wollen? Wie kann ich diese Punkte kurz abfertigen – um danach die Themen ansprechen, die mein eigenes Gesellschaftsbild stärken? Was tun mit Rechtspopulist*innen im Publikum?  Die Einlasssituation gut vorbereiten: Rechtsextreme per Hausrecht ausschließen; sicherstellen, dass sich ein Ausschluss an der Tür durchsetzen lässt; im Vorfeld die Polizei informieren, wenn Sie erwarten, dass es Konflikte geben könnte.  Gute, souveräne Moderation und gute Vorbereitung sind zwingend nötig. Stellen Sie die Diskussionsregeln vor (zum Beispiel: keine Beleidigungen, keine Diskriminierungen, keine ‚Co-Referate‘). Lassen Sie diskriminierende Äußerungen nicht stehen, sondern widersprechen Sie – immer. 9  Helfer*innen sollten das Saalmikrofon, gegebenenfalls an einer Verlängerungsstange, halten und nicht aus der Hand geben.  Die Diskussionsregeln gelten natürlich auch für das Publikum. Machen Sie klar, dass bei massiven Störungen ein Ausschluss droht. Stellen Sie vorab sicher, dass Sie einen solchen auch durchsetzen könnten.  Falls Sie erwarten, dass viele Menschen mit rechtspopulistischen Ansichten im Publikum sitzen: Bereiten Sie sich darauf vor, dass die sich strategisch absprechen und gezielt versuchen werden, die Meinungshoheit bei der öffentlichen Veranstaltungen zu erlangen.  Agieren auch Sie strategisch: Laden Sie Menschen ein, die aus dem Publikum heraus vorbereitet argumentieren und Fragen stellen können. Diese können einspringen, falls sich kein Gegendiskurs gegen Menschenfeindlichkeit entwickelt, weil Menschen überrumpelt sind oder Angst haben. Sollten Sie befürchten, dass sich viele aus Angst vor späteren Anfeindungen nicht zu Wort melden, können Sie gezielt Expert*innen aus anderen Orten, Regionen, Bundesländern einladen.  Falls Sie aus dem Publikum heraus als Moderator*in oder Veranstalter*in vorgeführt oder beschimpft werden, falls die Veranstaltung gestört oder die Diskussion unmöglich gemacht wird: Benennen Sie diese Störungen als rechtspopulistische Taktik, zum Beispiel: ‚Sehen Sie, hier wird immer wieder die fehlende Meinungsfreiheit beklagt – aber jetzt sind gerade Sie es, die durch ihre Zwischenrufe einen Austausch unmöglich machen.‘ Allgemeines  Klären Sie, wer in der konkreten Situation erreicht werden soll: Geht es darum, die*den überzeugte*n Rechtspopulist*in umzustimmen, was meist vergebens ist, oder sollen die Zuhörenden angesprochen werden?  Fragen Sie sich, worum es den unterschiedlichen Beteiligten geht: Welche Funktion hat eine Äußerung, welche Motive liegen dahinter? Geht es um eine inhaltliche Auseinandersetzung? Spielt das Interesse an einer anderen Meinung eine Rolle? Oder geht es darum, eine bestimmte Reaktion zu provozieren oder Frust und Aggression auszudrücken?  Richten Sie Ihre Gesprächsstrategie bewusst an Ihren eigenen Zielen aus: Wollen Sie Einstellungen beeinflussen, also überzeugen? Wollen Sie durch 10 Hinterfragen zum Nachdenken anregen? Oder wollen Sie durch Fragen erreichen, dass sich eine Person selbst als rechtspopulistisch, rassistisch, demokratiefern entlarvt? Wollen Sie diskriminierende Äußerungen zurückweisen (Grenzziehung), oder geht es Ihnen darum, diskriminierte Personen zu unterstützen und zu schützen (Solidarisierung)? Wollen Sie eine Gegenposition (aus dem Publikum oder auf dem Podium) stärken? Geht es darum, sich selbst zu positionieren, also Ihre Meinung zu verdeutlichen? Fragen Sie sich auch: Was könnte dazu beitragen, dass das Gegenüber seine*ihre rechtspopulistische Position überdenkt, sich auf meine Argumente einlässt?  Bereiten Sie nicht nur faktische Argumentationen vor, sondern überlegen Sie auch eine humanistische Argumentation auf der Wertebene: Hier geht es um Menschenbilder, um Vorstellungen von Gerechtigkeit, einer solidarischen Gesellschaft oder Ähnliches.  Machen Sie sich Ihre Emotionen, Ihre persönlichen ‚roten Linien‘, Ihre eigenen Verletzbarkeiten und Ängste bewusst. 4. Handlungsstrategien zum ­Umgang mit Rechtspopulismus in sozialen Medien Von Simone Rafael Rechtspopulistische Agitation im Internet, die sich bis zur Hassrede steigern kann, macht viele Menschen zunächst sprachlos. Sind Sie mit Antifeminismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus in der eigenen Timeline seitens Freund*innen, Bekannten, Kolleg*innen konfrontiert? Oder haben Sie auf der Social-Media-­ Seite, die Sie betreuen, damit zu tun? Vielleicht ist auch die Social-Media-Seite Ihres Lieblingsmediums betroffen? Meist treffen wir im Internet auf zwar gefährliche, aber nicht strafrechtlich relevante Hate Speech oder rechtspopulistische Argumentationen. Die Meinungsfreiheit deckt auch rassistische, antisemitische, islamfeindliche und sexistische Äußerungen – hier müssen wir also selbst handeln und unsere pluralistischen Werte verteidigen. Nachfolgend finden Sie einfach umsetzbare Ideen für einen verantwortungsvollen und demokratischen Umgang mit rechtspopulistischen Positionen in sozialen Medien. Vorbemerkung zu strafrechtlich relevanter Hate Speech: Strafrechtlich relevante Hate Speech (zum Beispiel Volksverhetzung, Holocaust-Leugnung, mitunter Beleidigung und Verleumdung) müssen Sie nicht diskutieren: Sie können diese melden (soziales Netzwerk, Moderation), anzeigen (Polizei, OnlineWachen) oder juristisch prüfen lassen. Anlaufstellen und Informationen: www.internet-beschwerdestelle.de www.hass-im-netz.info/hass-im-netz-melden www.polizei.de/DE/KontaktAufnehmen/­ Onlinewachen/onlinewachen_node.html Hate Speech in Ihrer Timeline  Im persönlichen Umfeld fällt es vielen schwer, über problematische Positionen zu sprechen – etwa wenn Ihre Kollegin Sexismuskritik mit Rassismus vermengt. Vielleicht schätzen Sie Ihre Kollegin eigentlich und gehen von einem ‚Ausrutscher‘ aus. Denken Sie daran: Je persönlicher der Kontakt, desto größer ist die Chance und die Bereitschaft, Ihren Argumenten zuzuhören.  Weil es nicht darum geht, Menschen vorzuführen, sondern im besten Fall zu überzeugen: Sprechen Sie problematische Postings lieber (zunächst) in einer persönlichen Nachricht oder im persönlichen Gespräch an als auf der für viele sichtbaren Timeline.  Möchte die Person den sexistischen Witz, die rechte Informationsquelle oder den homofeindlichen Kommentar nicht löschen: Kommentieren Sie, machen Sie Ihre Haltung klar, möglichst sachlich und wenig persönlich, um souverän zu wirken und sich nicht angreifbar zu machen. 11 Hate Speech auf der Social-Media-Seite, die Sie betreuen  Als Moderator*in haben Sie die Chance, den Austausch zu gestalten. Sie haben das digitale Hausrecht und können auch den Ton beeinflussen.  Geben Sie sich Diskussionsregeln oder eine Netiquette, die klarmacht, dass Sie Hassrede nicht dulden und sich einen konstruktiven Umgangston wünschen.  Beiträge, die dagegen verstoßen, können Sie verbergen oder löschen. Tun Sie das auch! Diskussionen werden besser ohne Hassreden.  Wenn Sie sich als Betreiber*in oder Moderator*in zu erkennen geben und mitdiskutieren, führt dies voraussichtlich zu besseren Diskussionen.  Vergessen Sie nie: Sie sind nicht verpflichtet, auf jeden Kommentar zu antworten und sich auf zeitaufwendige Diskussionen einzulassen. Studien haben gezeigt, dass spätestens nach dem Austausch von vier Argumenten das Gegenüber überzeugt ist – oder auch nicht. Sie können die Diskussion mit einem Maskulinisten oder einem ‚besorgten Bürger‘, der sich über Vielfalt als Schulthema aufregt, deshalb auch getrost beenden, nachdem Sie Ihre Punkte klargemacht haben.  Zielgruppe Ihrer Argumente sind nicht die Rechtspopulist*innen, die sich auf Ihrer SocialMedia-Seite äußern, sondern die mitlesende schweigende Öffentlichkeit. Neunzig Prozent der Menschen, die Social Media nutzen, lesen nur mit. Anders als die Hater*innen sind sie für Ihre Argumente gegebenenfalls empfänglich.  Falls bestimmte Hassreden oder rechtspopulistische Argumentationen immer wieder vorkommen: Erarbeiten Sie, wenn möglich gemeinsam mit Kolleg*innen, Standardantworten. Dann müssen Sie nicht immer wieder von Neuem formulieren – und Sie sparen Zeit und Nerven. Hate Speech in der Internet-Öffentlichkeit Entdecken Sie abwertende Postings etwa zu Geschlechtergerechtigkeit und sexueller Vielfalt auf der Social-Media-Seite Ihrer lokalen Presse, Ihres KatzenForums oder Ihres Sportvereins, machen Sie sich klar: Sie haben die Kompetenz, versiert und gelassen zu argumentieren. Tun Sie es und schweigen Sie nicht! Wenn Sie widersprechen, trauen sich auch andere.  Fragen Sie nach Quellen: ‚Das habe ich so noch nie gelesen, haben Sie eine Quelle für mich?‘  Sehen Sie sich die etwaigen Quellen an. Sollten Sie einseitig und unprofessionell sein, benennen Sie das: ‚Der Blog Journalistenwatch hat eine deutlich rechtspopulistische Färbung. Ich bevorzuge wissenschaftliche Quellen, die mehrere Aspekte eines Themas beleuchten, verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen. Sehen Sie mal hier…‘  Wenn Sie überzeugen wollen, wählen Sie einen überraschenden Ansatz: ‚Ihrem Profilbild nach sind Sie Fußballfan. Engagiert sich Ihre Mannschaft nicht auch gegen Homo- und Transfeindlichkeit?‘  Setzen Sie am Weltbild des anderen an: ‚Wenn Sie sich um die Vermittlung ‚deutscher Kultur‘ sorgen – arbeiten Sie dann in der Flüchtlingshilfe, um den Geflüchteten zu vermitteln, was Ihnen wichtig ist?‘  Sagen Sie nicht, dass der*die andere falsch liegt, sondern dass er*sie etwas übersehen hat: ‚Vielleicht kennen Sie diese Studie noch nicht – die kommt zu ganz anderen Schlüssen.‘  Zeigen Sie Haltung, positionieren Sie sich: ‚Wenn Sie sich hier nur gegen sexualisierte Gewalt durch Geflüchtete und Muslime aussprechen, ist das rassistisch. Wenn Sie es ernst meinen, engagieren Sie sich gegen alle Formen sexualisierter Gewalt, egal von wem.‘ Oder: ‚Ich habe Ihnen bereits erläutert, dass Frauen und Männer gleichwertig sind und deshalb die gleichen Rechte und Pflichten haben sollen. Schade, dass Sie das weiterhin anders sehen, aber ich beende jetzt das Gespräch.‘  Vergessen Sie aber nicht Ihre eigene Sicherheit: Falls Sie nicht mit Ihrem Klarnamen in Erscheinung treten wollen oder können, legen Sie sich ein zweites Profil für internetöffentliche Diskussionen zu.  Holen Sie sich Unterstützung: Sie müssen die Auseinandersetzung nicht alleine stemmen. Appellieren Sie an stille Mitlesende, sich zu beteiligen. Wenden Sie sich an die Moderation, wenn Sie oder andere beschimpft oder bedroht werden. Wenden Sie sich an Gruppen wie #ichbinhier 2, die Menschen in Diskussionen sachlich und fundiert unterstützen. Mehr Tipps zum Thema: www.belltower.news/category/lexikon/argumente oder auf http://debate-dehate.com/  Bleiben Sie sachlich.  Fragen Sie nach, wie der Post gemeint ist: ‚Es geht Ihnen um den Schutz deutscher Kinder? Was ist mit den anderen Kindern?‘ 12 2 #ichbinhier.URL: www.facebook.com/groups/718574178311688/ (abgerufen am 05.07.2018). Tipps und Tricks zum Umgang mit Rechtspopulisten: Zum Umgang mit Angriffen auf die Gleichstellung haben wir einen ausführlichen Praxisteil mit konkreten Empfehlungen, Tipps und Tricks auf unsere website gestellt – allerdings aus sicher nachvollziehbaren Gründen nur in unserem Login-Bereich: www.frauenbeauftragte.org/tipps-zum-umgang-mit-­ rechtspopulismus Die Handreichung (ohne Tippsund Tricks) findet ihr ­unter: www.frauenbeauftragte.org/handreichung-­ antifeminismus-als-demokratiegef%C3%A4hrdunggleichstellung-zeiten-von-rechtspopulismus Um in den Loginbereich zu gelangen, ist eine Registrierung erforderlich. Serviceteil: Literaturempfehlungen und Ansprechpartner*innen Zur Relevanz von Gender und Antifeminismus im Rechtsextremismus, R ­ echtspopulismus und in der Neuen Rechten Amadeu Antonio Stiftung (2016): ‚Das Bild des über­griffigen Fremden‘ – wenn mit Lügen über sexualisierte Gewalt Hass geschürt wird. Berlin. Online unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/­fachstelle/ broschuere-mythos-web.pdf. Amadeu Antonio Stiftung (2016): ‚Peggy war da!‘ Gender und Social Media als Kitt rechtspopulistischer Bewegungen. Berlin. Online unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/ pegida_internet.pdf. Hark, S./Villa, P.-I. (2015): Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. Bielefeld. Heinrich Böll Stiftung/Rosa-Luxemburg-Stiftung (2017): ­‚Gender raus!‘ 12 Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender-Kritik. Online unter: www.gwi-boell.de/sites/default/ files/boell_rsl_endfassung_bro_­gender_raus_online6mb_3.pdf. Kemper, A. (2018): Aktivitäten gegen den ‚Gender-Wahn‘. Online unter: www.vielfalt-mediathek.de/data/kemper_widerstand_ gegen_gender_wahn_vielfalt_mediathek.pdf. Kemper, A. (2014): Keimzelle der Nation? Familien- und geschlechterpolitische Positionen der AfD – eine ­Expertise, Friedrich-Ebert-Stiftung. Bundeszentrale für politische Bildung bpb (2018): (Anti-) Feminismus. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Berlin, Nr. 23/2018. Lang, J./Peters, U. (2018): Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt, Hamburg. Diskursatlas Antifeminismus. In diesem Wiki werden antifeministische Diskursthemen erschlossen und entsprechende antifeministische Narrative sowie Diskurskoalitionen herausgearbeitet. www.diskursatlas.de. Lang, J. (2017): Feindbild Feminismus. Familien- und ­Geschlechterpolitik in der AfD. In: Grigat, S. (Hrsg.): AfD und FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder. Baden-Baden. Frey, R./Gärtner, M./ Köhnen, M./Scheele, S. (2014): ­ Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie: A ­ rgumente im Streit um Geschlechterverhältnisse. ­Online ­unter: www.gwi-boell.de/de/2013/11/20/­genderwissenschaftlichkeit-und-ideologie-argumente-im-streit-umgeschlechterverh%C3%A4ltnisse. Scheele, S. (2016): Von Antifeminismus zu ‚Anti-Genderismus‘? Eine diskursive Verschiebung und ihre Hintergründe. Vortrag am 31.05.16 in Berlin. Online unter: www.gwi-boell.de/ sites/default/ les/uploads/2016/08/scheele_diskursive_­ verschiebung_antifeminismus.pdf. Goetz, J. (2017): ‚Aber wir haben die wahre Natur der Geschlechter erkannt‘ – Geschlechterpolitiken, Anti­feminismus und Homofeindlichkeit im Denken der ‚Identitären‘. In: Goetz, J./ Sedlacek, J. M./Winkler, A.: Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezep­tion der rechtsextremen „Identitären“. Hamburg. Hark, S./Villa, P.-I. (2017): Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Bielefeld. Siri, J./Lewandowsky, M. (2015): Alternative für Frauen? Rollen, Netzwerke, geschlechterpolitische Positionen in der Alternative für Deutschland (AfD). Online unter: www.boell.de/ sites/default/files/policypaper_siri_­lewandowsky.pdf Berlin, Heinrich-Boll-Stiftung. Stiegler, B./Beck, D. (2017): Das Märchen von der GenderVerschwörung. Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft. Berlin, Friedrich-Ebert-Stiftung. 13 Zum Umgang mit rechtsextremen, rechts­populis­ tischen und antifeministischen Argumentationen und Anfeindungen Dissens – Institut für Forschung und Bildung e. V. Fort­bildungen und Beratung zu den Themen geschlechterreflektiertes Arbeiten sowie Aufklärung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, www.dissens.de, institut@dissens.de. Amadeu Antonio Stiftung (2017): Positionieren. Konfrontieren. Streiten. Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD. Berlin. Online unter: www.amadeu-­antonio-stiftung.de/w/files/ publikationen/positionieren-­konfrontieren-streiten.pdf. GEGENARGUMENT: Argumentationstrainings gegen Rechts­ populismus und speziell zur Thematik ­‚Gender und Anti­ feminismus‘, https://gegen-argument.de, ­ kontakt@gegen-argument.de. Amadeu Antonio Stiftung (2015): ‚Geh sterben!‘ Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet. Berlin. Online unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de/hatespeech/gehsterben-hate-speech-und-­kommentarkultur-im-internet/. Fortbildungsangebote werden auch von den lokalen Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus und von weiteren Ansprechpartner*innen angeboten. (Siehe unten.) Bundesverband Mobile Beratung e. V., Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) & Kulturbüro Sachsen e. V. (2017): ‚Wir holen uns unser Land und unser Volk zurück‘. Empfehlungen zum Umgang mit rechtspopulistischen Parteien in Parlamenten und Kommunen. Online unter: www.bundesverband-mobile-beratung.de/ wp-content/uploads/2017/11/BMB_2017-Umgang-mit-­ rechtspopulistischen-Parteien.pdf. Gegenargument/Rosa-Luxemburg-Stiftung (2017): H ­ altung zeigen! Gesprächsstrategien gegen Rechts. Online unter: www.rosalux.de/publikation/id/37599/haltung-zeigen/. Gleichstellungsstelle der Bremischen Evangelischen Kirche (2017): GENDER. ismus? Was sich hinter den neuen Angriffen gegen Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt verbirgt und wie Sie damit umgehen können. Online unter: www.gender-ismus. evangelisches-zentrum.de. Die lokalen Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus beraten vor Ort zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus und bieten auch Fortbildungen und Schulungen an. Der Kontakt kann über den Bundesverband hergestellt werden: Bundesverband Mobile Beratung e. V., Bautzner Str. 45, 01099 Dresden, Tel: 03 51/500 54 16, kontakt@­bundesverband-mobile-beratung.de, www.bundesverband-mobile-beratung.de. FUMA – Fachstelle Gender und Diversität in NRW, Beratung und Bildung zu Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt, Limbecker Platz 7, 45127 Essen, Tel: 0201/1850880, fachstelle@gender-nrw.de, www.gender-nrw.de. Heinrich Böll Stiftung/Gunda Werner Institut (2016): Gegner*innenaufklärung – Informationen und A ­ nalysen zu Antifeminismus und Strategien zum Umgang mit Antifeminismus. Online unter: www.gwi-boell.de/de/­ gegnerinnenaufklaerung-informationen-und-analysen-zuanti-feminismus. Kulturbüro Sachsen e. V., Beratung und Bildung zu Rassismus, Antisemitismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Bautzner Str. 45, 01099 Dresden, Tel: 0351/272 14 90, buero@kulturbuero-sachsen.de, https://kulturbuero-sachsen. de. Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (2010): Wir lassen uns das Wort nicht nehmen! Empfehlungen zum Umgang mit rechtsextremen Besucher_innen bei Veranstaltungen. Online unter: www.mbr-berlin.de/rcms_repos/ attach/2010_mbr_hr-wort_web.pdf. Miteinander e. V. – Netzwerk für Demokratie und Welt­offenheit in Sachsen-Anhalt e. V., Beratung und Fortbildungsmöglichkeiten zu Rassismus, Antisemitismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Erich-Weinert-Straße 30, 39104 Magdeburg, Tel: 0391/620773, net.gs@miteinander-ev.de, www.miteinander-ev.de. Verband der Beratungsstellen für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (2016): Im Fokus von Neonazis. Rechte Einschüchterungsversuche. Ein Ratgeber für Betroffene und Unterstützer*innen. Online unter: https:// verband-brg.de/images/Im_­Fokus_von_Neonazis_-_web.pdf. Fortbildungen Amadeu Antonio Stiftung: Individuelle Fortbildungen zum Umgang mit Hate Speech, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus online und offline, www.amadeu-antonio-stiftung.de, info@amadeu-antonio-stiftung.de, Tel: 030/240 886 10. Anti-Rassismus-Trainings: www.Phoenix-ev.org und www.noahsow.de/seminare-fortbildungen-beratung/. 14 Ansprechpartner*innen und Beratungsmöglichkeiten Bei rechten, rassistischen oder antisemitischen Einschüchterungsversuchen und Angriffen können lokale Opferberatungen beratend und unterstützend tätig sein. Kontakt zu lokalen Opferberatungen kann der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt herstellen: Verband der Beratungsstellen für Betroffene r­ echter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V., ­Sewanstraße 43, 10319 Berlin, Tel.: 030 / 55 57 43 71, info@verband-brg.de, https://verband-brg.de. Impressum Herausgegeben von der Bundesarbeits­ gemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) Kontakt Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und ­Gleichstellungsstellen Geschäftsstelle Weydingerstraße 14–16 10178 Berlin Fon 0 30 - 240 09 812 Fax 0 30 - 240 09 813 bag@frauenbeauftragte.de www.frauenbeauftragte.de In Zusammenarbeit mit der Amadeu Antonio Stiftung Fachstelle Gender, GMF und ­Rechtsextremismus Novalisstraße 12 10115 Berlin fachstelle@amadeu-antonio-stiftung.de www.amadeu-antonio-stiftung.de www.gender-und-rechtsextremismus.de Redaktion: Judith Rahner, Jan Riebe, Rachel Spicker Autor*innen: Laura Chlebos, Milan Fröhlich, Marius Hellwig, Simone Rafael, Judith Rahner, Jan Riebe, Rachel Spicker Lektorat: Dr.in Julia Roßhart, Silke Leibner Gestaltung: Doris Busch Grafikdesign, Düsseldorf Berlin 2018 © Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler ­Frauenbüros und Gleich­ stellungsstellen
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