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Chemische Industrie Gruppe VII Gruppe XI. Wissenschaftliche Instrumente

Full text: Chemische Industrie Gruppe VII

56 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Rechnung der Zurückhaltung von Firmen zu schreiben, welche aus 
stellungsmüde geworden oder aber mit der Anmeldung so lange 
gewartet haben, dass eine Raumzutheilung nicht mehr möglich ge 
wesen. 
Als erfreulich müssen wir es bezeichnen, dass die Fachlitteratur 
vertreten ist, sowohl durch die periodische Presse wie durch den 
Buchhandel. Der hiesige Verlag von fachwissenschaftlichen Werken 
bildet die bedeutendste Quelle für den Bedarf der deutschen Fach 
genossen im In- und Auslande. 
Eine grössere Ausdehnung, ein wesentlich anderes Bild würde 
die Ausstellung unserer Untergruppe gezeigt haben, wenn, gleich 
der Betheiligung der über das Deutsche Reich mit Einschluss 
Deutsch - Oesterreichs verbreiteten „Gesellschaft für Optik und 
Mechanik“ an der Untergruppe I, der Centralverband der deutschen 
Uhrmacher in einer Kollektiv-Ausstellung sich uns hätte anschliessen 
können. Hier würde sich namentlich auf dem Gebiete der Fabri 
kation unserer Werkzeuge eine reiche Darstellung offenbart haben. 
Der Umstand, dass der Sitz des Central Vorstandes zur Zeit nicht 
in Berlin, hat die Ausführung dieses Gedankens verhindert. 
3. Chirurgische Apparate und Instrumente. 
Aus kleinen Anfängen entwickelte sich im Laufe eines Jahr 
hunderts eine Industrie, auf welche wir bei ihrem jetzigen Zustande 
stolz sein können. Der Messerschmied aus dem vorigen Jahrhundert 
hat sich in einen Fabrikanten verwandelt, dessen Erzeugnisse den 
Weltmarkt erobert haben. Mit emsigem Fleisse haben die Ver 
treter dieser Industrie es zu erstreben gesucht und es auch erreicht, 
dass nicht nur der deutsche Arzt und Chirurg, wie auch der deutsche 
Kranke sein Vorurtheil gegen die Erzeugnisse seines Vaterlandes 
verlor, sondern auch ein grosser Theil des Weltmarktes von den 
Erzeugnissen der deutschen Instrumentenfabrikation erobert worden 
ist. Noch vor 30 Jahren war es für einen deutschen Operateur 
Ehrensache, einen grossen Theil ausländischer Instrumente zu ge 
brauchen. Englische Messer, französische Apparate waren in unserer 
Branche begehrte Artikel; Namen wie Charriere, Luer waren 
den deutschen Aerzten bekannte Namen, und erst der mühevollen 
Thätigkeit eines Birck sen., eines Leiter, eines Windler, leider alle 
drei nicht mehr zu den Lebenden zählend, gelang es, den deutschen 
Arzt davon zu überzeugen, dass, wie die besten Arbeiter der be 
rühmten französischen und englischen Werkstätten Deutsche waren, 
es auch den Deutschen in deutscher Werkstatt möglich ist, das 
Beste zu erzeugen und zu liefern. So ist es so weit gekommen, 
dass die Länder, welche uns lieferten, zu unseren guten Abnehmern 
geworden sind. Nicht zum kleinsten Theile ist dies durch das Auf 
blühen der deutschen Wissenschaft ermöglicht worden, welche, 
ihren Ruf durch alle Lande verbreitend, ihren Mitarbeitern, den
        
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