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Metall-Industrie Gruppe VII. Metall-Industrie

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Metall-Industrie

32 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
gelegt, so war doch die Förderung des kunstindustriellen Moments 
nicht minder als Pflicht und Bedürfniss lebhaft empfunden worden. 
Die Aufwendung, die je nach den gegebenen Verhältnissen von 
einzelnen grossen Fabriken dafür gemacht wurden, sind ganz enorm. 
Ausser den Tischlampen in Bronze und Zink sind gegenwärtig 
auch die säulenförmigen Lampen mit Spitzenschirm sehr beliebt 
und verbreitet. Einen weiteren, augenblicklich sehr gangbaren 
Artikel bilden die niedlichen, kleinen, sog. Babylampen, ebenso die 
zumeist versilbert oder in Silberplattirung hergestellten kleinen 
Damenlampen mit farbigen Spitzenschirmen, die, auf Etageren und 
Nipptischen aufgestellt, brennend einen hübschen Effekt hervor- 
rufen. Auch die zuerst in Amerika gefertigte transportable Ständer 
lampe mit oder ohne Tischplatte hat sich hier eingeführt. Form 
und Muster der Hängelampen haben sich im Laufe der Zeit all- 
mälig sehr verbessert. Die erste in Berlin hergestellte Bronze 
hängelampe mit Flaschenzug entstand im Jahre 1865. Zu jener 
Zeit fehlte es indess in Deutschland an Käufern dafür. Anders 
war es im Auslande, wohin wir schon damals grosse Mengen ex- 
portirten, so z. B. nach Java, wo vielleicht noch heute gerade 
von dieser ersten Bronzehängelampe Hunderte im Gebrauche sind. 
Billige Hängelampen werden jetzt in ausserordentlich grossen 
Quantitäten aus Eisenguss fabrizirt, wozu Berliner Giessereien den 
schon bearbeiteten Rohguss liefern. Lampen in Schmiedeeisen 
werden schon ihres hohen Preises wegen und da sie nur für ganz 
besondere Zwecke verlangt werden, nur vereinzelt gefertigt. Da 
gegen hat sich die Fabrikation der Eisenlampen, genannt „Schwarz 
eisen mit Kupfer“, sehr entwickelt. Solche Tisch- und Hänge 
lampen, Laternen etc., welche sich an die Linien der Schmiede 
eisenarbeiten anlehnen und meist im älteren deutschen Renaissance 
stil ausgeführt werden, sind nicht theuer und werden besonders 
für altdeutsche Zimmereinrichtungen gern gekauft. 
Das wieder modern gewordene Rococo hat endlich die Her 
stellung von Beleuchtungskörpern in diesem Stil erwünscht gemacht 
und zur Ausführung von Lampen Veranlassung gegeben. 
Die Brennerproduktion einer einzigen Fabrik Berlins, freilich 
einer der grössten und ältesten, betrug im Jahre ungefähr 520000 
Stück Rundbrenner und 35 000 Stück Flachbrenner. Von dieser 
Produktion an Brennern wird etwa ein Drittel für die komplet zu 
versendenden Lampen gebraucht, während die übrigen für ander- 
Aveit im In- und Auslande hergestellte Lampen in den Handel 
kommen. 
Nach der Petroleumlampe ist das weitverbreiteste Beleuchtungs 
mittel die Gaslampe. Lebhaft war das Bedürfniss nach einem 
hygienisch, ästhetisch und ökonomisch vollkommenen Lichte er 
wacht, seitdem die Elektrizität mit ihren glänzenden Erfolgen immer 
lockender die nahe Befriedigung in Aussicht stellte. Aber was 
gegenAvärtig der raschen Ausbreitung des elektrischen Lichtes im 
Wege steht, ist seine Kostspieligkeit, zudem existiren in den meisten
	        
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