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Metall-Industrie Gruppe VII. Metall-Industrie

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Metall-Industrie

26 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
wundert sich dann, dass der Brenner, mit dessen Licht inan zu 
frieden war, plötzlich nicht mehr gut brennt. 
Von den in neuerer Zeit entstandenen Brennern nennen wir 
hier nur beispielsweise den Brenner, welcher vermittelst eines unter 
halb der Brandscheibe eingeschnürten Bauchcylinders die Flamme 
tulpenförmig ausbreitet. Ferner den Gentral-Brenner, dessen Kon 
struktion bei grösseren Brennern die Einführung eines inneren Luft 
stromes oberhalb des Brennstoffes und gleichzeitig die Verwendung 
eines geschlossenen Runddochtes ermöglicht, dessen sämmtliche 
Fäden ohne Unterbrechung von der Flamme bis in das Petroleum 
hinabreichen. Ferner werden die Brenner mit verschiedenen, mehr 
oder weniger wichtigen Abweichungen hergestellt; so z. B. mit einem 
durch den Petroleumbehälter gehenden Luftzugrohr oder mit 
einer Cylinderhebevorrichtung, um ein leichteres Anzünden der 
Lampe zu ermöglichen, u. s. w. Die Anzahl der ausgeführten 
Brennersorten ist gross. Schon dadurch, dass jede der verschiedenen 
Konstruktionen in mehreren Grössen hergestellt werden muss und 
dass die verschiedenen Konstruktionen untereinander kombinirt 
werden können, ergeben sich zahlreiche Arten. Dazu kommt noch, 
dass jeder Brenner, je nach der Verwendung, für welche er be 
stimmt ist, mit verschiedenen Schirm- oder Kugelträgern versehen 
werden muss, wodurch sich die oben angegebene Zahl mehr als 
verdoppelt. 
Was den Petroleumverbrauch verschiedener Brenner betrifft, 
so entspricht er im Allgemeinen ihrer Lichtstärke. Ein Petroleum 
brenner wird bei guter, weisser Flamme ohne dunkle Spitzen, d. h. 
also bei vollständiger, reiner Verbrennung des Brennstoffes, ein im 
Verhältniss zu seiner Lichtstärke bestimmtes Quantum Petroleum 
konsumiren. Die Differenz des Konsums verschiedener Brenner und 
Flammenarten, welche gleiche Lichtstärken erzeugen, wird stets nur 
eine ganz geringe sein. 
Ein ungefähres Bild des Petroleumkonsums und der Licht 
stärken von Brennern geben die Resultate der vor längerer Zeit 
angestellten Messungen. Drei der wesentlichsten Brenner einer 
Firma ergabenDurchschnittsresultate, welche einen Gesammtverbrauch 
von zusammen 213 g Petroleum in der Stunde aufwiesen bei einer 
Lichtmenge von zusammen 79 Kerzen. Hieraus ergiebt sich, dass 
der Konsum der Lichtstärke einer Kerze durchschnittlich in der 
Stunde 2,696 oder rund 2,7 g Petroleum beträgt. In Geldwerth, 
ausgedrückt stellen sich die Kosten beim gegenwärtigen Preise des 
besten Petroleums in Berlin von 25 Pf. das Kilo auf 0,0675 Pf. 
pro Lichteinheit und Stunde. Eine Lampe mit einem 14 Linien- 
Kosmosbrenner würde somit auf Grund obiger Durchschnittsberechnung 
der Lichtstärke des letzteren entsprechend stündlich für 1,1475 Pf., 
oder für sich allein in Berechnung gezogen für 1,1 Pfennig Petroleum 
konsumiren. Der Vergleich der Petroleumbeleuchtung mit der 
Rübölbeleuchtung hat folgendes Ergebniss: Nach früher angestellten 
Messungen würde die Erzeugung einer Lichteinheit mittelst einer
	        
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