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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Issue 7 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 49 
Das in Fig. i.j abgebildete Hughes'sche Mikrophon besteht aus einer 
hinter dem Schalltrichter b befindlichen elastischen Platte a aus dünnem 
Holz oder aus Metall, deren durch die Schallwellen erregte Schwingungen 
einen veränderlichen Druck auf eine Schicht fein gekörnter harter Kohle 
austiben, welche sich zwischen zwei Metallplatten pp 1 betindet und deren 
Zusammenpressung mittelst der Schrauben s geregelt werden kann. Die 
Platten pp 1 sind mit dem Leitungsdraht verbunden, in dessen Stromkreis 
eine galvanische Batterie B und das Hörtelephon T eingeschaltet ist. Dieses 
Mikrophon ist im Laufe der Zeit vielfach verbessert und äusserst empfind 
lich gemacht worden, so dass es dem Gehör ähnliche Dienste leistet wie 
das Mikroskop dem Auge. Mit zwei guten Telephonen ist unter Umständen 
eine Verständigung auf 30 bis 40 Kilometer Entfernung zwar ganz gut möglich, 
aber das Telephon ist ein äusserst empfindliches Instrument, bei dessen 
Gebrauch leicht Störungen eintreten, weshalb man jetzt nur etwa für einzelne 
Haustelephonanlagen von der Benutzung des Mikrophons absieht und das 
Telephon selbst als Sender benutzt. Auf grössere Entfernungen ist aber 
das Mikrophon unentbehrlich. 
Durch Versuche hat man gefunden, dass bis auf 4 oder 5 Kilometer 
Entfernung auch ohne Leitungsdraht noch deutlich telephonirt werden kann, 
wenn man Wasser als Leitungsmittel benutzt, und von tüchtigen Fachleuten 
wird es sogar für möglich erachtet, dass z. B. zwischen Dover und Calais 
das Telephoniren sich ohne Draht bewirken lässt. 
Die Elektrizität im Sicherheitsdienst der Eisenbahnen. 
Der elektrische Telegraph und die Eisenbahn sind von jeher sozusagen 
Hand in Hand gegangen, denn die ersten elektrischen Telegraphenleitungen 
wurden längs der fast gleichzeitig gebauten ersten Eisenbahnen ausgespannt 
und der ursprüngliche elektrische Zeigertelegraph als ein werthvoller Signal 
apparat im Dienste dieser Verkehrsmittel benutzt. Da für die gewöhnliche 
Nachrichtenbeförderung eine Schnelligkeit, welche die in der Beförderung 
von Personen und Sachen mit dem dampfbetriebenen Eisenbahnzuge erreichte 
Geschwindigkeit merklich übertrifft, als ein unabweisbares Bedürfniss sich 
herausstellte, so war es natürlich, dass die Ausbreitung der Eisenbahnen 
ganz wesentlich zur Ausbildung und Verbesserung der elektrischen Tele 
graphen drängte. Die Eisenbahnen nahmen daher diese Telegraphen in 
ihren Dienst, aber nicht blos für die Zwecke der gewöhnlichen und all 
gemeinen Nachrichtenbeförderung, sondern hauptsächlich für die Erreichung 
einer grösstmöglichen Sicherheit ihres Betriebs. In diesem Sinne wurde 
das elektrische Telegraphenwesen besonders ausgebildet. 
Die Eisenbahnbetriebs- und Eisenbahndienst-Telegraphen 
können eingetheilt werden in: 
L Stationstelegraphen oder eigentliche Betriebstelegraphen, mittelst 
welcher der regelmässige und ständige Dienst zwischen den Bahnstationen 
vermittelt wird. Hierzu werden ausschliesslich Morsetelegraphen benutzt. 
-■ Wärterbudentelegraphen, welche an gewissen Stellen der 
Bahnstrecke bleibend aufgestellt sind, damit von denselben aus nach den 
Stationen telegraphirt werden kann. Auch hierzu wurden bisher die Morse 
telegraphen benutzt, neuerdings scheint aber für diesen Zweck das Telephon 
mehr und mehr in Gebrauch zu kommen. 
3. Tragbare oder Streckentelegraphen, welche vom Zuge 
mitgeführt werden, um an jeder beliebigen Stelle der Strecke nöthigenfallg 
zur Benutzung zu kommen. 
VII 4
	        
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