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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 (Public Domain) Issue 7 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik (Public Domain)

Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 29 
vollständigste Erforschung der Induktionserscheinungen. Wir wollen auf 
den folgenden Blättern von der Reibungselektrizität ganz absehen und nur 
die Vorrichtungen zur Erzeugung der sogenannten strömenden oder gal 
vanischen Elektrizität, deren Verwendung und Messung ins Auge fassen. 
Elektrische Grundbegriffe. 
Taucht man ein Kupfer- und ein Zinkblech in verdünnte Schwefel 
säure und verbindet beide oberhalb der Flüssigkeit durch einen Draht, so 
bemerkt man, dass ein elektrischer Strom durch den Draht fliesst. Ein 
äusseres Zeichen dafür giebt uns eine Magnetnadel, welche, in die Nähe 
gebracht, aus ihrer süd-nördlichen Lage abgelenkt wird. Zwischen den 
beiden Blechen besteht nämlich ein gewisser Unterschied in ihrem Verhalten 
zu der Schwefelsäure, sie entwickeln eine gewisse elektromotorische 
Kraft, welche wiederum die Ursache einer gewissen Spannung zwischen 
den aus der Flüssigkeit hervorragenden Enden ist. Die Spannung ist bestrebt, 
zu verschwinden und sich durch den Draht hindurch auszugleichen, sie wird 
aber sofort wieder seitens der elektromotorischen Kraft auf die vorige Höhe 
gebracht und gleicht sich durch den Draht beständig aus, ohne zu ver 
schwinden. Es findet also in dem Drahte ein fortdauerndes Strömen 
elektrischer Energie statt, er wird von einem elektrischen Ströme durch 
flossen. Die Spannung ist nicht zwischen allen Metallen von derselben 
Grösse, sie ist grösser zwischen Platin und Zink, kleiner zwischen Blei 
und Eisen. Es ist klar, dass eine grössere Spannung oder besser elektro 
motorische Kraft auch einen stärkeren Strom in einem Draht hervorrufen 
wird als eine geringere. 
Der Draht setzt aber dem Durchgänge des Stromes einen gewissen 
Widerstand entgegen, der ihn schwächt; wenn also zwischen je zwei Enden 
zweier Drähte dieselbe Spannung herrscht, so wird derjenige von einem 
stärkeren Strome durchflossen, welcher ihm einen breiteren Weg darbietet, 
d. h. welcher einen grösseren Querschnitt, einen geringeren Widerstand hat. 
Die Maasseinheit für die Spannung ist das „Volt“, und zwar ist dies etwa 
diejenige Spannung, welche zwischen den Enden zweier Bleche besteht, 
von denen das eine, aus Zink, in verdünnter Schwefelsäure, das andere, aus 
Kupfer, in einer gesättigten Kupfervitriollösung steht. Diese beiden Flüssig 
keiten sind durch eine poröse oder halbdurchlässige Wand (Thonzelle, 
Pergamentpapier) getrennt, welche nur das Vermischen der beiden Flüssig 
keiten, nicht aber den Austausch elektrischer Energie zwischen den Blechen 
verhindert. (Daniell-Element.) 
Die Maasseinheit des Widerstandes, das „Ohm“, ist etwas grösser, als 
ihn ein Quecksilberdraht von 1 qmm Querschnitt und 1 m Länge aufweisen 
würde, und diejenige der Stromstärke, das „Ampere“, wird dargestellt durch 
den Strom, welcher jene Quecksilbersäule durchfliesst, wenn zwischen ihren 
Enden eine Spannung von 1 Volt herrscht. 
Elektrizität und Magnetismus hängen sehr nahe zusammen. Wir sahen 
schon oben, dass eine Magnetnadel von einem stromdurchflossenen Drahte 
beeinflusst wird, dass der letztere also magnetische Anziehung oder Ab- 
stossung zeigt. Wickelt man ihn um einen Holzstab, so dass er eine lange 
Spule bildet, so verhält sich diese genau wie ein Magnet, zieht Eisen an, 
richtet sich, freibeweglich aufgehängt, von Süden nach Norden und wird 
ihrerseits wieder von einem anderen elektrischen Strome beeinflusst: sie- 
bildet eitlen Elektromagneten oder ein Solenoi'd und hat ihre Pole wie 
ein gewöhnlicher Stahlmagnet. Die magnetische Kraft pflanzt sich in gewissen
	        
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