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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

26 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Die Fabrik von David Grove beschäftigt sich mit ähnlichen Aus 
führungen, namentlich Centralheizungen, Lüftungsanlagen und Aelmlichem; 
im Jahre 1895 wurden etwa 125 Arbeiter beschäftigt. 
ln die Gruppe XIII sind ferner die Fabriken, welche Gegenstände für 
das Transportwesen anfertigen, aufgenommen. 
Von Fabriken für Luxuswagen, welche alle Theile des Wagens selbst 
herstellen, sind zu nennen Jos. Neuss, mit etwa 120 Arbeitern, und E. Kühl 
stein, Charlottenburg, mit etwa 300 Mann, letztere auch für Geschäfts- und 
Reklamewagen, ferner L. Rühe. Als ausschliessliche Spezialität betreiben 
Gebr. Wienecke in Pankow die Herstellung von Wagen im Rohbau und 
haben für diesen Zweck ausser Stellmacherei, Schmiede und Schlosserei eine 
eigene Holzschneiderei. Geschäfts- und Transportwagen aller Art, darunter 
auch grosse Möbelwagen für Eisenbahntransport ohne Umladen, bauen 
Lange & Gutzeit, die seit wenigen Jahren neu und sehr vortheilhaft einge 
richtet sind; sie beschäftigen etwa 140 Arbeiter. 
Ausser in diesen Fabriken ist der Wagenbau, besonders von Equipagen, 
durch eine grosse Zahl Stellmachereien vertreten, in denen aber selten die 
Vereinigung aller beim Wagenbau benöthigten Handwerker anzutreffen ist. 
Sodann besitzt Berlin mehrere Wagenachsenfabriken, die nur Wagen 
achsen anfertigen, genannt mögen hier sein die Berliner Wagenachsenfabrik 
Eggebrecht & Schumann (Inhaber Giesecke), mit durchschnittlich 50 Arbeitern, 
sowie Alb. Peters. 
Ebenso finden wir hier Spezialfabriken für Wagen- und Geschirrbeschläge, 
z. B. W. Gerhardt, Pohl & Helbig u. A.; diese auch für Wagenlaternen; sowie 
Spezialfabriken für Wagenlaternen, z. B. G. Quester, Franz Schreiber a. A., 
ferner F. F. A. Schulze für Wagenlaternen mit Hohlspiegeln, namentlich 
Lokomotivlaternen; Hertzendorf und Lehmann für Fahrradlaternen, sowie 
C. Vogler für Wagen- und Schiffslaternen. 
Bereits in der allgemeinen Uebersicht wurde erwähnt, dass eine Fabrik 
für Eisenbahnwagen in Berlin nicht mehr besteht. Dagegen beschäftigen 
sich mehrere mit dem Bau von Kipp wagen für Normalspur- und Schmal 
spurbahnen, letztere natürlich vorwiegend, und mit Herstellung von Feld 
bahngleisen mit allem Zubehör. Die Herstellung der Gleise beschränkt sicli 
indess nur auf die Verbindung der in richtiger Länge vom Walzwerk 
bezogenen Schienen mit den gleichfalls in richtiger Länge bezogenen Quer 
schwellen zu einzelnen Gleisbahnen von 2,5 bis 3,0 m Länge und solchem 
Gewicht, dass zwei Mann das Gleisstück tragen können. Ausserdem werden 
die erforderlichen Kreuzungen, Weichen, Drehscheiben etc. angefertigt. Die 
Wagen sind je nach dem Zwecke der Bahn Kippwagen oder mit festem 
Wagenkasten versehen, erstere in der Regel ganz in Eisen, zuweilen auch 
eisernes Untergestell mit hölzernem Kasten; in letzterer Alt sind meist auch 
die Wagen mit festem Kasten ausgeführt worden. Als Vertreter dieser 
Fabrikation sind zu nennen Orenstein & Koppel, Arthur Koppel, Freuden 
stein & Go., Friedländer & Josephsohn und Albert Wetzel. 
Abweichend von den gewöhnlichen Feldbahnen sind diejenigen von 
Spalding (Inhaber Krüger), die besonders mit Rücksicht auf die Bedürfnisse 
der Landwirthschaft während der Ernte gebaut sind. Die zum Einbringen 
des Getreides bestimmten Wagen haben daher auch keinen Kasten, vielmehr 
nur ein Plateau mit Seitenrungen. 
Indem wir hiermit den Ueberblick über den Berliner Maschinenbau 
schliessen, haben wir noch der gleichfalls in Gruppe XIII aufgenommenen 
Kollektiv - Ausstellung des Vereins der deutschen Gas- und 
Wasser- Fachmänner zu gedenk e n.
	        
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