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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 
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bedeutend ist. Die Erstgenannten haben die Mehrzahl der Gasbehälter der Berliner 
städtischen Gasanstalten, sowie die Dachkonstruktionen der Gasbehälter- 
Gebäude geliefert. Während diese Dächer früher auf dem Erdboden mon- 
tirt und dann im Ganzen mittelst Hebeladen um die ganze Höhe des vorher 
fertiggestellten Mauerwerkes gehoben werden mussten, hat man bei den 
neueren Ausführungen dieser Art, nach dem Vorgänge Hoppe’s, erst das 
Dach auf dem Erdboden montirt und hebt es mit dem Fortschreiten des 
Mauerwerkes allmälig an. Hoppe verwendete bei einem solchen, ca. 40000 kg 
schweren Dach 40 hydraulische Pressen, die durch die Westphal’sche 
Parallel-Steuerung so mit einander verbunden waren, dass das Dach durch 
aus gleiclnnässig angehoben wurde. 
Die Berlin-Anhaltische Maschinenbau-Akt.-Ges. baut Gasbehälter der 
verschiedensten Konstruktionen, namentlich auch nach den Patenten des 
Herrn Professor Jntze in Aachen, ebenso Wasserbehälter nach dieser Bau 
art. Ausserdem liefert die Fabrik alle Apparate für Gasanstalten, wie Theer- 
vorlagen. Stadtdruckregler u. s. w., und übernimmt den Bau ganzer Gas 
anstalten, sowohl im Inland, als auch im Auslande. Der Umsatz auf diesem 
Gebiet beträgt etwa 2 Millionen Mark im Jahre. In dem hiesigen Werke 
dieser Gesellschaft sind etwa 300 Arbeiter beschäftigt. 
Die Gruppe XIII der Ausstellung umfasst zwar auch den Schiffsbau, 
doch ist dieser, soweit es sich um eiserne und grössere Schiffe handelt, in 
Berlin selbst nicht vertreten, obgleich in früheren Jahren von einigen Fabriken, 
z. B. G. Hoppe, grössere Flussdampfer und Frachtkähne erbaut worden sind. 
Gegenwärtig beschränkt sich diese Betriebsart auf die Erbauung kleinerer, 
meist Handbagger (R. A. Wens) und kleinerer Motorenboote (L. Fröhlich). 
Die Schiffs- und Maschinenbau-Akt.-Ges. „Germania“ besitzt allerdings in 
Gaarden b. Kiel eine grosse Werft, auf welcher Kriegsschiffe aller Art und 
Grössen, Dampf- und Segelschiffe, Dampfbagger und Trockendocks erbaut 
werden. — Die Ausstellung enthält eine grössere Anzahl von auf den 
Werften des „Vulcan“ bei Stettin, der Gesellschaft „Germania“, von F. Schichau 
in Danzig und Elbing, von Blohm & Voss in Hamburg u. s. w. ausgeführten 
Schiffen, die der Beachtung empfohlen sind. 
Als mit dem Maschinenbau verwandt und deshalb auch in Gruppe XIII 
aufgenommen ist zum Schluss noch die Herstellung von Centralheizungs- 
Anlagen zu erwähnen, wofür sich in Berlin bedeutende Fabriken finden. 
Wir nennen von denselben nur Rietschel & Henneberg und David Grove. 
Erstere wurde von den Ingenieuren H. Rietschel und Rud. Henneberg 
am 1. Juli 1872 errichtet, ging aber, nachdem Rietschel 1880 ausgeschieden 
und der Kaufmann Gust. Boerner Gesellschafter geworden war, am 
1. Januar 1892 in den alleinigen Besitz von Henneberg über. Die Fabrik 
wurde mit etwa 10 Arbeitern eröffnet und befasste sich mit Heizungs-, 
Gas- und Wasserleitungs- und Kanalisations-Anlagen, während jetzt Heizungs 
und Lüftungs-Anlagen, Einrichtungen von Dampf-Koch- und Waschküchen, 
von Trockenanlagen, öffentlichen Badeanstalten und die Anfertigung von 
Desinfektionsapparaten, Kafill-Desinfektoren etc. Hauptgegenstände der 
Fabrikation sind. Es ist eigene Eisengiesserei vorhanden, und werden etwa 
250 Arbeiter und Beamte beschäftigt. — Von grösseren Arbeiten sind die 
Heizungsanlagen der Königl. Universität zu Berlin, mehrerer Irrenanstalten, 
z. B. Dalldorf, Neustadt i. W., Kortau, Gonradstein etc., die Badeanstalten 
in Barmen, Stuttgart, das Schlammbad zu Neudorf und die Heizungs- und 
Lüftungsanlage im Königl. Schloss zu Berlin zu nennen. Etwa ein Zehntel 
des Jahresumsatzes geht ins Ausland.
	        
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