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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 
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Wasch- und Wringmaschinen für Hausbedarf dürfte Georg Grauert die erste 
Stelle einnehmen. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den erstgenannten 
Maschinen und andern einfachen Küchengeräthen, besitzt eigene auf Massen 
fabrikation eingerichtete Eisengiesserei und beschäftigte im Jahre 1895 durch 
schnittlich etwa 100 Arbeiter. Ausserdem seien noch Rademacher & Griidel- 
bach und 0. A. Müller genannt. Wasch- und Wringmaschinen für den 
Hausbedarf werden von A. Prasser, G. Ed. Müller Nachf. und vielen kleineren 
Betrieben hergestellt. 
Die Fabrikation von Bierdruckapparaten für Gastwirthschaften 
hat ihren hervorragendsten Vertreter in der Firma Gebr. Krüger. Dieselben 
haben eigene Metallgiesserei und Tischlerei, fertigen alle Theile für derartige 
Apparate selbst und liefern die Armaturen und einzelnen Theile für zahl 
reiche Unternehmer, welche sich mit Aufstellung von Bierdruckapparaten 
beschäftigen. Im Jahre 1895 waren durchschnittlich 115 Arbeiter be 
schäftigt. Aehnlich, wenn auch von geringerem Umfange, ist die Fabrik 
von Bach A Mahlow. 
Schliesslich mögen noch die Kellerei-Maschinen und -Utensilien 
genannt sein, die von H. Delin. Otto Vogel und Anderen gebaut werden. 
Für Müllereimaschinen und Mühlenbau besitzt Berlin ebenfalls 
einige Spezialfabriken. Die hervorragendste derselben ist die Maschinen 
fabrik für Mühlenbau, G. G. W. Kapier, Aktiengesellschaft, die, auf der 
Höhe der technischen Fortschritte auf diesem Gebiet stehend, bedeutende 
Neu- und Umbauten von Mühlen, z. B. der von F. W. Schütt, hier, ausgeführt 
hat. Ausser allen Müllereimaschinen baut die Fabrik auch eiserne Wasser 
räder; im Jahre 1895 waren durchschnittlich 200 Mann beschäftigt. 
Neben dieser ist Fr. Haake zu nennen und in neuester Zeit Petzold 
& Go., die, wie schon beim Dampfkesselbau und Lokomobilbau erwähnt, 
ausser dem Dampfmaschinenbau auch den Bau von Müllereimaschinen aller 
Art aufgenommen hat. 
Wenden wir uns nun zum sogenannten allgemeinen Maschinenbau, 
dessen Erzeugnisse von den verschiedensten Industrien verlangt werden, so 
haben wir zunächst den Bau von Hebezeugen zu beachten, worunter 
Flaschenzüge, Winden, Krahne und auch Aufzüge oder Fahrstühle einbegriffen 
werden sollen. Obgleich Krahne und Winden schon von den ältesten Fabriken, 
wie Borsig u. A. gebaut wurden, so ist dieser Zweig doch erst etwa seit dem 
Jahre 1800 Spezialzweig geworden, nachdem E. Becker hier eine Fabrik für 
Hebezeuge errichtet hatte. Seine Konstruktionen zeichnen sich sämmtlicli 
durch ihre Eigenart aus, es braucht hier nur an seine Geschwindigkeits 
bremse. Sperrradbremse und vor allem an seine Schraubenflaschenzüge mit 
Selbsthemmung verwiesen zu werden. Durch letztere wurde dem mit so 
manchen Uebelständen behafteten Weston’schen Differential - Flaschenzug 
erfolgreiche Konkurrenz bereitet und, wie die vielfachen Nachkonstruktionen 
beweisen, einem wesentlichen Bedürfniss abgeholfen. Neben diesen Flaschen 
zügen baut Becker noch Windenböcke für Lokomotiven, sodann Winden und 
hauptsächlich Krahne in allen Konstruktionen, für Hand- oder maschinellen 
Antrieb, ln neuerer Zeit ist besonders für Laufkrahne der elektrische 
Antrieb sehr in Aufnahme gekommen. Die Fabrik beschäftigte im Jahre 1895 
etwa 120 Arbeiter, sie lieferte sowohl für das Inland, als auch für das Ausland. 
Wie erwähnt, hat Beckers Schraubenflaschenzug die Veranlassung zu 
mehreren ähnlichen Konstruktionen gegeben, die in Berlin von Pichatzek A 
Lüders und Gebrüder Balzani gebaut werden. Die Flaschenzüge von Bergmann 
und Hillerscheidt & Kasbaum hingegen zeigen erhebliche Verschiedenheiten 
gegen diese, sind aber ebenfalls selbsthemmend.
	        
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