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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

20 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
dem gewöhnlichen sog. Grauguss auch die für die Maschinen erforderlichen 
schmiedbaren und Stahlguss-Theile. 
Die etwas später errichtete (vergl. oben) Fabrik von Carl Beermann 
ist in ihren Erzeugnissen ebenso universell wie die vorgenannte, ebenfalls 
mit Eisengiesserei und Fabrikation von schmiedbarem und Stahlguss ein 
gerichtet. Ausserdem betreibt sie in bedeutendem Umfange den Bau von 
Geschäfts- und Coupe-Transportwagen, Arbeitswagen aller Art, Sprengwagen, 
Strassen-Reinigungsmaschinen und Fahrzeugen für die Militärverwaltung. 
Auch kleinere eiserne Karren, Tonnen-, Kippkarren und ähnliche Transport- 
geräthe sind in den Bereich der Fabrikation aufgenommen. Die Arbeiter 
zahl beträgt durchschnittlich 800 bis 900 Mann. 
Neben diesen beiden Fabriken ist noch C. Wendt zu nennen, der sich 
nur mit landwirthschaftlichen Maschinen befasst. 
Für die landwirthschaftlichen Nebengewerbe, wie Stärkefabrikation, 
Brennerei und Molkerei arbeiten ausser den beiden genanntengrossen 
Fabriken noch W. Angele, H. Jordan und Schönemann & Co. für Molkerei- 
Einrichtungen, sowie Drösse & Ludloff speziell Milch-Centrifugen. 
Schliessen wir hieran die Brauerei, so sind Carl Hauschild, 
G. Krauschitz und H. Averlcamp die Vertreter des eigentlichen Brauerei- 
Maschinenbaues, während Pest (Kupferschmied), Fr. Neumann, die Berliner 
Feinfilter-Fabrik Sellenscheidt, sowie H. Gehrke & Go. sich mit dem Bau 
von Apparaten für die Brauerei befassen. Von den Genannten liefert Pest 
und Neumann kupferne Dampf-Braupfannen und Bier-Kühlapparate, Sellen 
scheidt und Gehrke Feinfilter. In der Gruppe der Edel- und Unedelmetall - 
Industrie dürften sich noch mehrere Fabriken für Brauereiaoparate befinden. 
Für den Bau von Ziegeleimaschinen dürfte C. Schlickeysen der 
einzige Vertreter in Berlin sein. Er errichtete seine Fabrik 1850. beschäftigte 
sich anfänglich mit dem Bau von Handröhrenpressen und Thonschneidern 
und hat allmälig die Spezialfabrikation von Ziegel-, Torf-, Thonwaaren- und 
Mörtel-Maschinen ausgebildet. Seine eigensten Erfindungen, nämlich die 
Anwendung der Schraube für Durcharbeitung plastischer Körper (1854), die 
Schuppenbewässerung des Ziegelpressen-Mundstückes (1858) und die Speise 
walze zum ununterbrochenen, gleichmässigen Füllen liegender Ziegelpressen 
(1874) bilden die Grundlagen der heutigen Ziegel-Strangpressen-Fabrikation. ln 
neuerer Zeit hat Schlickeysen Sicherheitsvorrichtungen für seine Maschinen 
konstruirt, unter andern den federnden Räderschutz (1892), die Sicherheits- 
Riemscheibe (1893), die Sicherheitsscheibe an Thonwalzwerken, welche 
beim Einklemmen sehr harter Gegenstände in die Walzen bricht und dadurch 
das Walzwerk selbst vor Bruch sichert, sowie 1895 den Sicherheitsspaten, 
der beim Einstossen von Thonklumpen in die Walzen von diesen nicht 
ergriffen werden kann. Die Vorrichtung soll verhüten, dass die Arbeiter 
mit den Händen in die Walzen greifen. Die Fabrik wird noch im Laufe 
dieses Jahres nach Rixdorf in einen grossen Neubau verlegt, sie beschäftigt 
etwa 90 Mann und setzt etwa die Hälfte der Produktion an das Ausland ab. 
Fabriken für Maschinen der Nahrungsmittel-Industrie, sowie für 
hauswirthschaftliche Maschinen besitzt Berlin eine erhebliche Anzahl. 
Von ersteren mögen hier genannt sein H. Boldt, für Bäckerei und Kon 
ditorei (namentlich Teigteilmaschinen), C. H. Schmidt & Go., für Ghoko- 
ladenfabrikation (besonders Ghokoladenwalzen), H. Gändrich und A. Wild, 
für Schlächterei-Utensilien, neben welchen noch, einige andere kleinere 
Betriebe in Thätigkeit sind. 
Unter den Fabriken für hauswirthschaftliche Maschinen, nämlich Reib-, 
Fleischhack-, Messerputz-Maschinen, kleine Wirthschaffs-Waagen, ferner
	        
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