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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

18 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
in bescheidenem Umfange errichtet, hat sich dieses Gebiet des Maschinen 
baues allmälig zu eigen gemacht und zu besonderer Vollkommenheit 
entwickelt, so dass ihre Maschinen Absatz in allen Kulturstaaten finden. 
Maschinen für Papier Verarbeitung, namentlich für Luxus 
papierfabrikation, Buchbinderei, Kartonfabrikation u. s. w. werden von 
Alb. Bolle & Jordan und von Eugen Dietz gebaut. — Beide liefern u. a. 
auch grosse Schraubenpressen (Balanciers) mit Dampfbetrieb, erstere auch 
V ergolderpressen. 
Maschinen für Buchdruck, Steindruck u. s. w. werden in Berlin 
gleichfalls gebaut, und erfreuen sich die betreffenden Fabriken eines hohen 
Rufes in diesem Sonderfach. Die älteste Fabrik ist die Eingangs erwähnte 
von G. Hummel, der, nachdem er sich bis Ende der dreissiger Jahre haupt 
sächlich mit dem Bau von Appretur- und Zeugdruckmaschinen beschäftigt 
hatte, auch den Bau von Buchdruckmaschinen aufnahm. Schon 1847 
wurde die erste Schnellpresse, 1875 die erste Rotationsmaschine gebaut; 
inzwischen, und zwar 1865, hatte Hummel auch die Anfertigung von Tapeten 
druckmaschinen in seine Fabrikation aufgenommen. Im Jahre 1868 wurde 
die Eisengiesserei am Süd-Ufer erbaut und 1877 auch die Maschinenfabrik 
dorthin verlegt. Die Fabrik exportirt etwa 1 / 5 der Gesammterzeugung und 
beschäftigt im Durchschnitt 150 Arbeiter. 
Schnellpressen werden ferner von Aichele & Bachmann hergestellt, die 
etwa seit 1883 ebenfalls Eisengiesserei betreiben, in der viel Artikel für 
andere Maschinenfabriken angefertigt werden. Die Schnellpressen der 
Fabrik sind sowohl im Inlande wie auch im Auslande wohl bekannt und 
geschätzt. 
Neben diesen, sich hauptsächlich mit Schnellpressenbau beschäftigenden 
Fabriken finden sich in Berlin mehrere, die kleine Tiegelpressen, sowohl 
für Hand- als auch Kraftbetrieb, bauen; zu nennen sind hier Riese & Pohl, 
H. Rauschenbach, R. 0. Krüger, denen sich noch einige kleinere Werk 
stätten anreihen. 
Hier ist ferner Küstermann & Go. zu erwähnen, welche Schriftgiess 
maschinen und alle für die Schriftsetzerei erforderlichen Apparate als aus 
schliessliche Spezialität bauen; ihre Fabrikate sind wegen der guten Kon 
struktionen und vorzüglichen Ausführungen in ihren Abnehmerkreisen, die 
sich auch auf das Ausland erstrecken, sehr geschätzt. 
Sodann giebt es noch einige Fabriken, wie z. B. Heidenhain & Co., für 
Herstellung von Utensilien für Buchdruckereien und lithographische Anstalten. 
Lithographische Pressen, sowohl für Hand- als auch Kraftbetrieb 
werden hauptsächlich von Erasmus Sutter angefertigt, die Fabrik besteht 
seit dem Jahre 1830 und hat von Anfang an diese Spezialität kultivirt. 
Endlich mögen hier Thiele & Co., für Paginirmaschinen, sowie 
F. H. Zimmermann und W. Handke, für Druck- und Zählmaschinen, 
Sternpelapparate für Billets, erwähnt sein. Gewöhnliche Handstempel 
apparate und Aehnliches werden von R. Auerbach hergestellt. 
Für die Maschinen der Textilindustrie im engeren Sinne, d. h. für 
Spinnerei und Weberei, besitzt Berlin keine Spezialfabrik, dagegen finden 
sich solche für Appreturmaschinen, Posamentenfabrikation, Wäschefabrikation 
und Bekleidungsindustrie. 
Appreturmaschinen für Stoffe jeder Art bauen besonders Rudolph 
& Kühne, deren Fabrik, wie Eingangs bemerkt, zu den ältesten Berlins 
gehört, sie ist mit Eisengiesserei versehen und beschäftigte im Jahre 1895 
durchschnittlich 150 Arbeiter; etwa 2 / 3 der Gesammtproduktion geht in 
das Ausland. Dieselben Maschinen baut ferner G. Hummel (siehe oben),
	        
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