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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

Gruppe XIII. -Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 15 
Aktiengesellschaft, der an anderer Stelle noch besonders gedacht wird, 
besitzt in ihrer Dessauer Anlage eine solche. Diese von der Gesellschaft im 
Jahre 1872 von Jul. Arendt dort übernommene, mit Eisengiesserei verbundene 
Fabrik beschäftigte damals 185 Arbeiter. Zugleich mit der Uebernahme 
wurde die Fabrikation von Triebwerkstheilen als Spezialität eingeführt und 
fortschreitend durchgebildet, so dass in diesem Zweige jetzt ein jährlicher 
Umsatz von etwa 1 1 / 4 Millionen Mark erzielt wird und das Absatzgebiet 
alle Kulturstaaten umfasst. Ausserdem werden Gasapparate und seit 1877. 
wie schon erwähnt, Gasmotoren gebaut; die Gesammtzahl der Arbeiter 
betrug im Jahre 1895 rund 600 Mann. 
Obgleich der Bau von Werkzeugmaschinen, namentlich solcher 
von grossen Abmessungen für Hüttenwerke, Eisenbahnwerkstätten u. s. w., in 
früheren Jahren auch von den grösseren Berliner Fabriken, wie Borsig, Wöhlert 
und Anderen, als Nebenzweig der eigentlichen Fabrikation betrieben wurde, 
so fanden sich doch schon, wie Eingangs erwähnt, sehr bald Fabriken, 
welche den Werkzeugmaschinenbau als Spezialität aufnahmen. Von den 
zahlreichen. Eingangs bereits erwähnten älteren Fabriken besteht heute nur 
noch die ehemals Sentker'sche,. im Jahre 1872 in die Berliner Werkzeug- 
maschinenfabrik, Aktiengesellschaft vorm. L. Sentker umgewandelt. Die 
Aktiengesellschaft erwarb etwa im Jahre 1880 die von einer inzwischen 
eingegangenen Gesellschaft erbaute Giesserei in der Müllerstrasse, wohin 
auch bald darauf der gesannnte Betrieb verlegt wurde. Die Fabrik 
liefert vorwiegend Werkzeugmaschinen für Metallbearbeitung, während 
Holzbearbeitungsmaschinen in geringerem Maasse hergestellt werden. 
Die Konstruktionen dieser Fabrik lassen zwar den Einfluss amerikanischer 
Vorbilder nicht ganz verkennen, zeichnen sich aber immer durch Originalität 
aus. Obwohl die Erzeugnisse der Fabrik allgemein bekannt und geschätzt 
sind, darf hier doch im Besonderen auf die Fräsmaschinen und die 
Horizontalbohrmaschinen hingewiesen werden, die in ihren verschiedenen 
Konstruktionen ein unentbehrliches Werkzeug für viele Zweige des modernen 
Maschinenbaues geworden sind. Ausser den Werkzeugmaschinen des all 
gemeinen Maschinenbaues liefert die Fabrik auch Spezialmaschinen für 
bestimmte Zwecke und für Massenfabrikation; sie ist gleichfalls viel für 
verschiedene Staatsbehörden beschäftigt worden. Im Jahre 1895 betrug 
die durchschnittliche Arbeiterzahl etwa 350. 
Als jüngere Vertreterin des Werkzeugmaschinenbaues ist die Aktien 
gesellschaft Ludw. Löwe & Co. zu nennen, die denselben seit dem Jahre 
1873 aufgenommen hat. Die Fabrik, wie bereits bemerkt, ursprünglich 
für Fabrikation von Nähmaschinen nach amerikanischem Muster eingerichtet, 
arbeitete anfänglich hauptsächlich mit von dort bezogenen Werkzeug 
maschinen; bei der allmälig folgenden Erweiterung ging man dann dazu 
über, die weiter nöthigen Maschinen selbst anzufertigen, wobei man sich, 
wie noch heute, streng an die amerikanischen Konstruktionen hielt. Nach 
dem die Nähmaschinenfabrikation durch die Massenfabrikation von Waffeu- 
theilen und Waffen verdrängt worden war, blieb aber der Werkzeug 
maschinenbau als besondere Abtheilung bestehen, und wurden zunächst 
hauptsächlich die Gewehrfabriken Preussens und anderer deutscher Staaten 
mit Löwe’schen Maschinen für Massenfabrikation ausgerüstet. Jetzt liefert 
die Fabrik auch alle anderen Werkzeuge für den Maschinenbau, aber immer 
nach amerikanischem Muster, die sich bekanntlich stets steigender Beach 
tung der Praktiker erfreuen. Die Einführung der Massenfabrikation nach 
amerikanischem Vorbild brachte den Metall verarbeitenden Industrien 
gleichzeitig neue Maschinen, wie z. B. die Revolverdrehbank, die
	        
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