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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

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Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 18% 
Dagegen hat die aus der von Feister & Rossmann in der Mitte der 
sechziger Jahre errichtete Nähmaschinenfabrik im Jahre 1S7J hervor 
gegangene Aktien-Gesellschaft vorm. Frister & Rossmann den Bau von 
Nähmaschinen beibehalten, obgleich auch sie mit der Zeit auf andere 
Fabrikationen übergegangen ist. 
Von den in späteren Jahren entstandenen Maschinenfabriken möge hier 
zunächst noch die Berlin-Anhaltische Maschinenbau Aktien-Gesellschaft er 
wähnt sein. Den Stamm derselben bildete eine von Ph. 0. Oechelhäuser be 
triebene, am 1. Juli 1871 an Oechelhäuser & Blum übergegangene Fabrik 
mit nur iO Arbeitern. Diese ging im September 187^ an die genannte 
Gesellschaft über, welche im Oktober desselben Jahres die in Dessau ge 
legene Fabrik von J. Arendt erwarb. Beide Etablissements beschäftigen 
jetzt etwa 900 Arbeiter und finden später weitere Erwähnung, ebenso 
die 1872 errichtete Maschinenfabrik „Gyclop". 
Bevor wir zu der Betrachtung des gegenwärtigen Standes des Berliner 
Maschinenbaues übergehen, in deren Verlauf noch die Entstehung einiger 
neuerer Anlagen besprochen werden wird, ist noch mit kurzen Worten 
des Telegraphenbaues zu gedenken, an dessen Entwickelung die Firma 
Siemens & Halske, wie bekannt, den hervorragendsten Antheil hat. Aus 
demselben ist dami zunächst das elektrische Eisenbahnsignalwesen und in 
Verbindung damit das mechanische Eisenbahnsignalsystem hervorgegangen, 
welches unter den Berliner Fabriken gleichfalls seine wohlrenommirten 
Vertreter hat. 
Während die Erzeugung und die Anwendung schwach gespannter 
elektrischer Ströme in der Telegraphie und ihren verwandten Zweigen ein 
ziemlich abgerundetes, in sich geschlossenes Gebiet gefunden hat, bietet die 
Erzeugung und Nutzbarmachung elektrischer Ströme von hoher Spannung 
ein ungeheures, noch bei weitem nicht ausgebautes Arbeitsfeld. 
Auch dem Maschinenbau sind durch Bearbeitung dieses neue Aufgaben 
erwachsen, namentlich in dem Bau schnellgellender Dampfmaschinen, 
Dynamomaschinen und Elektromotoren, letztere können hier, als einer 
anderen Ausstellungsgruppe angehörend, nur genannt sein. 
Obwohl der Berliner Maschinenbau durch die auswärtige Konkurrenz 
von allen Seiten bedroht wird, ist es ihm bisher doch gelungen, nicht blos 
seinen alten Ruf zu bewahren, sondern auch einerseits alte Absatzgebiete 
zu behaupten, soweit nicht Produktionsbedingungen für das Rohmaterial 
entscheidend sind, und andererseits neue Absatzgebiete sich zu eröffnen. 
Diese Erfolge verdankt der Berliner Maschinenbau ebensowohl dem 
Bestreben, stets den Fortschritten der Technik gerecht zu werden, als auch 
der Solidität seiner Konstruktionen und der Güte der Arbeit. 
Die Fortschritte der Technik, welche sich als neue Konstruktionen, 
neue Maschinen u. s. w. den Augen des grossen Publikums darstellen, sind es 
indess nicht allein, welche ein Unternehmen fördern, sondern es gehört dazu 
auch die stille Arbeit im Innern des Geschäftes selbst. Die Erfolge dieser 
Arbeit werden nur mit der Zeit erkennbar. Hierzu gehört das Sichbeschränken 
auf besondere Spezialitäten, weil es dann möglich wird, durch Einführung 
vereinfachter Arbeitsmethoden, von Spezialmaschinen und Spezialwerkzeugen 
die Herstellungskosten zu verringern. Als Folge dieser Bestrebungen findet 
man daher in den grösseren Fabriken stets weitere Fortschritte in Einführung 
der Fräsarbeit, die bekanntlich in der Massenfabrikation die glänzendsten 
Erfolge errungen hat. Ebenso haben sich im Betriebe der Eisengiessereien 
wesentliche Umwandlungen durch Einführung von Formmaschinen und 
erweiterte Anwendung der Schablonenformerei im Laufe der Zeit vollzogen.
	        
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