Path:
Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Issue 7 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen 
7 
Jahve 1 820 nach der Ghausseestrasse verlegt und durch Eisengiesserei ver 
vollständigt. Hier entwickelte sich die Fabrik bald mehr und mehr: es 
wurden hauptsächlich Dampfmaschinen für Bergbau und Hüttenwesen, Oel-, 
Mahl- und Schneidemühlen. Brennereien und Brauereien, Dampfkessel, Bau 
guss (Säulen) hergestellt; auch der Lokomotivbau wurde 1840 angefangen 
und an der ersten Lokomotive auf Hoppes Vorschlag zum ersten Male die 
Expansionskraft des Dampfes nutzbar gemacht. Inzwischen war 1837 in 
der Nähe von Tegel ein Hammerwerk zur Herstellung schwerer Schmiede 
stücke angelegt worden. 
Die Egells’sche Fabrik ging im Jahre 1871 mit ca. 350 Arbeitern an 
eine Aktien-Gesellschaft über, die gleichzeitig das in Oberschlesien gelegene 
Hüttenwerk Egells' mit übernahm. Aus dieser Gesellschaft entstand dann 
die jetzige Schiffs- und Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft „Germania“, die 
den gesammten Betrieb 1883 nach Tegel verlegte und gleichzeitig die 
Werft in Gaarden bei Kiel erwarb. (Vergl. S. 1:2.) 
Im Jahre 1828 errichtete Friedrich Mold am Monbijouplatz eine 
Maschinenfabrik mit 30 bis 40 Arbeitern, die hauptsächlich Appretur 
maschinen für Tuchfabrikation, und zwar Scheermaschinen, Rauhmaschinen 
und Walken lieferte. 1845 ging die Fabrik an H. Thomas über, der die 
selbe nach der jetzigen Königin Augustastrasse (früher Grabenslrasse) ver 
legte und unter der Firma H. Thomas’sehe Maschinenbau-Anstalt vorm. 
F. Mold bis 1872 weiterführte, dieselbe aber zu dieser Zeit an die jetzigen 
Inhaber Rudolph und Kühne (vergl. S. 18) verkaufte; letztere verlegten die 
selbe nach dem eigenen Grundstück in der Pankstrasse 24. 
tm folgenden Jahre eröffnete Aug. Hamann seine Fabrik, auf die wir 
später eingehender zurückkommen werden. 
Soweit zu ermitteln war, errichtete im Jahre 1835 die Seehandlung 
eine grössere Maschinenfabrik in der jetzigen Kirchstrasse zu Moabit, die 
später an A. Borsig überging. 
Es folgt nun im Jahre 1837 die Errichtung der Borsig’schen Fabrik. 
Der Gründer derselben, Aug. Borsig, war bis dahin bei Egells beschäftigt; 
die neue Fabrik wurde vor dem Oranienburger Thor angelegt und mit 
etwa 50 Arbeitern begonnen. Nachdem zuerst wohl Dampfmaschinen und 
Anderes gebaut worden waren, nahm Borsig den Lokomotivbau auf, und schon 
1841 ging die erste Lokomotive aus dieser Fabrik hervor. Begünstigt durch 
die zunehmende Entwickelung der preussischenEisenbahnen und dank der rast 
losen Thätigkeit Borsigs, vergrösserte sich die Fabrik sehr schnell, und nahm 
der Lokomotivbau einen solchen Aufschwung, dass schon im Jahre 1858 
die tausendste Lokomotive aus seinen Werkstätten hervorging; leider sollte 
der Begründer der Fabrik dieses Ereigniss nicht erleben, es war seinem 
Sohne Albert Borsig Vorbehalten, dieses Fest zu feiern. 
Um in der Beschaffung des Materials für seine Fabrik unabhängig zu 
sein, errichtete Aug. Borsig in der jetzigen Strasse Alt Moabit ein grosses 
Eisen-Hammer- und Walzwerk mit anfänglich etwa 200 Arbeitern; auch 
übernahm er im November 1850 die schon erwähnte, von der Seehandlung 
errichtete Maschinenbauanstalt, Eisengiesserei und Kesselschmiede in der 
Kirchstrasse, die zu jener Zeit etwa 150 Arbeiter beschäftigte. Die zu 
nehmende Entwickelung der Fabrik am Oranienburger Thor machte die 
Ausdehnung derselben nothwendig, und so wurde das Eisenwerk von 
Moabit 1869/70 nach Oberschlesien verlegt; es verblieb hier nur ein Theil 
des Hammerwerks, während die frei gewordenen Räume für die Schmiede 
und den Kesselbau für die Lokomotivfabrik eingerichtet wurden. Nach 
dem Tode Alb. Borsigs, und zwar im Jahre 1887, wurde die Fabrik am
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.