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Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen Elektrotechnik

6 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Werke der gleichen Art, ihre Arbeiterzahl 6,1 Prozent der der letzteren. 
Die Berliner Werke verbrauchen 5,64 Prozent des in sämmtliehen preus.sischen 
Werken verbrauchten Eisenmaterials. ihre Produktion betrug 5.9 Prozent 
der Gesammtproduktion. Der Werth der Berliner Eisengiessereiprodukte 
betrug 7,3 Prozent von dem aller preussischen Eisengiessereien. 
Erwägt man noch, dass ein nicht unerheblicher Theil der in Berliner 
Maschinenfabriken verarbeiteten Gusswaaren zweiter Schmelzung von aus 
wärtigen Giessereien bezogen wird, während von Beiliner Giessereien nur 
wenig nach ausserhalb geliefert wird, so findet man, dass der Verbrauch an 
derartigen Gusswaaren in Berlin noch bedeutend höher sein muss. 
Die Zahl der in Berlin befindlichen Maschinenfabriken und Betriebe 
ähnlicher Art betrug 1894 im Ganzen 357, von denen nur 45 ohne Motor 
arbeiteten, beschäftigt wurden in dem genannten Jahre 16032 Arbeiter und 
Angestellte. 
Wenden wir uns nun dem Berliner Maschinenbau zu und versuchen 
es zunächst, einen kurzen Ueberblick über seine Geschichte zu geben; leider 
fliessen die Quellen hierüber ziemlich spärlich. 
Soweit in Erfahrung gebracht werden konnte, dürfte der Mechaniker 
Caspar Hummel die erste Werkstatt für Maschinen errichtet haben, denn 
bereits im Jahre 1804 eröffnete er in der Johannisstrasse la eine Werk 
statt, in der . zwar hauptsächlich grosse Schlosserarbeiten für öffentliche 
Bauten und Brücken, aber auch Maschinerien für das königliche Theater 
angefertigt wurden, und noch vor Beginn der Befreiungskriege baute 
Hummel das erste Kanonenbohrwerk für die Artillerie. Im Jahre 1817 
wurde die erste Dampfmaschine in Hümmels Werkstatt aufgestellt; gegen 
Ende der dreissiger Jahre nahm Hummel den Bau von Appretur- und 
Druckmaschinen für Gewebe, später den von Buchdruckmaschinen auf. 
(Vergl. S. 18.) 
Nach den uns weiter gewordenen Mittheilungen errichtete im Jahre 1815 
G. C. Freund eine Maschinenfabrik, die nach seinem 1819 erfolgten Tode von 
dem Bruder J. G. Freund weitergeführt wurde. Bald nach Eröffnung derselben 
wurde die erste in Berlin gebaute Dampfmaschine, und zwar von 6 Pf.-St., 
an die Gold- und Silberwaarenfabrik von Hensel & Schumann abgeliefert; 
jedenfalls sind derselben bald weitere gefolgt, und wird in unserer Quelle 
nur erwähnt, dass im Jahre 1818 die königliche Eisengiesserei eine 
lSpferdige Dampfmaschine mit Cylindergebläse erhielt, welche viel Auf 
sehen erregte. Im Uebrigen beschäftigte sich die Fabrik mit maschinellen 
Einrichtungen aller Art, wie Münzstätten, Oelmühlen, später Gasanstalten 
und anderem. Im Jahre 1839 w'urde die Eisengiesserei in Charlottenburg 
in Betrieb genommen, in der im Jahre 1872/73 Einrichtungen getroffen 
wurden, um Rühren für Gas- und Wasserleitungen stehend zu giessen, um 
den an solche Röhren gestellten höheren Anforderungen genügen zu können. 
Man formte die Röhren liegend, in zweitheiligen, um einen Mittelzapfen 
drehbaren Kasten, so dass die Form, nachdem sie getrocknet war, leicht 
in die beim Giessen erforderliche senkrechte Lage gebracht werden konnte. 
Nachdem die Fabrik im Jahre 1871 in den Besitz der jetzigen Aklien- 
Gesellschaft übergegangen war, wurde die Röhrengiesserei nach neueren Ver 
besserungen umgebaut und so eingerichtet, dass die Röhren sogleich stehend 
geformt, die Formen aber an Ort und Stelle getrocknet und abgegossen 
werden. (Vergl. S. 11.) 
Ob das Beispiel Freund’s schon bald Nachahmung fand, ist nicht be 
kannt; erst im Jahre 1820 errichtete F. A. Egells eine Maschinenfabrik in 
der Lindenstrasse mit anfänglich 10 bis 15 Arbeitern. Dieselbe wurde im
	        
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