fullscreen : "Von Schreibtisch und Werkstatt" / Stein, Philipp (Public Domain)

I

Der  Fortbestand  des  selbstständigen  Handwerks  gründet  sich  nicht  auf  starres  Festhalten ­
  an  mittelalterlichen  Traditionen,  sondern  auf  das  Eingehen  in  die  modernen  Zeitverhältnisse, ­
  die  Nutzbarmachung  der  maschinellen  Kräfte  und  die  Forderung  der  Gesittung
und  Bildung  unserer  Jugend.
Zur  Erreichung  dieser  Ziele  ist  die  Innung  in  erster  Reihe  berufen  und  dazu  im
Stande,  wenn  ihr  der  obligatorische  Lharakter  verliehen  und  dadurch  ihren  Beschlüssen  der
wünschenswerthe  Erfolg  gesichert  wird.
Berlin.

Stell-  u.  Rademacher-Jnnung.

Für  das  prosaischeste  aller
gute  Verpflegung  und
Doch  durch  das
verwandelt  werden;  aber  es

Dinge  und  Menschen  über-  und
zu  den  Persönlichkeiten  und  den  Thatsachen.
wir  wandeln  und  wir  arbeiten  in  dem  strahlenden
uns  erzeugt  —  wieviel  das  aber  bedeutet,  erkennen  wir  erst  durch  den
wir  uns  des  halb  ungeduldigen,  halb  resignirten  Ausspruchs  eines  Goethe  erinner»
wüßte  nicht,  was  sie  besi'res  erfinden  könnten,
Als  wenn  die  Lichter  ohn'  putzen  brennten.
Dieses  Goethesche  Ideal  ist  längst  überholt,  wir  sind  längst  über  die  Lichter,  die  der  putzscheere
  nicht  mehr  bedürfen,  hinaus  gewachsen.  Und  doch  —als  Goethe  und  Knebel  und
Andere  über  die  schwelenden  kichtdochte  klagten,  blühte  Weimars  goldne  Zeit  ,  wie  sie
nie  und  nirgends  wiedererstanden  .  .  .
Alle  Kultur,  wie  jeder  Komfort,  den  die  rapide  Entwickelung  von  Handel,  Gewerbe ­
  und  Industrie  uns  bietet,  hat  etwas  Demokcatisirendes,  sozial  Nivellirendes.
Das  wachsen  unserer  Kultur  auf  allen  Gebieten,  wie  sehr  es  mitunter  hier  und  da  auch
zu  stocken  scheint,  es  erleichtert  den  großen  Ingenien  zwar  nicht  den  Aufstieg  aus
Menschenmaffen,  aber  es  wirkt  in  die  Breite,  es  hebt  das  Niveau  der  Gesammtheit.
            
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