I
Der Fortbestand des selbstständigen Handwerks gründet sich nicht auf starres Festhalten
an mittelalterlichen Traditionen, sondern auf das Eingehen in die modernen Zeitverhältnisse,
die Nutzbarmachung der maschinellen Kräfte und die Forderung der Gesittung
und Bildung unserer Jugend.
Zur Erreichung dieser Ziele ist die Innung in erster Reihe berufen und dazu im
Stande, wenn ihr der obligatorische Lharakter verliehen und dadurch ihren Beschlüssen der
wünschenswerthe Erfolg gesichert wird.
Berlin.
Stell- u. Rademacher-Jnnung.
Für das prosaischeste aller
gute Verpflegung und
Doch durch das
verwandelt werden; aber es
Dinge und Menschen über- und
zu den Persönlichkeiten und den Thatsachen.
wir wandeln und wir arbeiten in dem strahlenden
uns erzeugt — wieviel das aber bedeutet, erkennen wir erst durch den
wir uns des halb ungeduldigen, halb resignirten Ausspruchs eines Goethe erinner»
wüßte nicht, was sie besi'res erfinden könnten,
Als wenn die Lichter ohn' putzen brennten.
Dieses Goethesche Ideal ist längst überholt, wir sind längst über die Lichter, die der putzscheere
nicht mehr bedürfen, hinaus gewachsen. Und doch —als Goethe und Knebel und
Andere über die schwelenden kichtdochte klagten, blühte Weimars goldne Zeit , wie sie
nie und nirgends wiedererstanden . . .
Alle Kultur, wie jeder Komfort, den die rapide Entwickelung von Handel, Gewerbe
und Industrie uns bietet, hat etwas Demokcatisirendes, sozial Nivellirendes.
Das wachsen unserer Kultur auf allen Gebieten, wie sehr es mitunter hier und da auch
zu stocken scheint, es erleichtert den großen Ingenien zwar nicht den Aufstieg aus
Menschenmaffen, aber es wirkt in die Breite, es hebt das Niveau der Gesammtheit.