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Text und Abbildungen

Full text: "Von Schreibtisch und Werkstatt" / Stein, Philipp

Die Eitelkeit ist nach einem klugen Worte Laubes der nothwendige Fehler aller 
großen Leute, namentlich derer, welche die Welt mit Worten oder mit Tönen erobern. 
Ein Künstler, der nicht eitel ist, gleicht einein Weibe, das nicht gefallen will — — 
beide sind langweilig. 
Aus einem Festspiel. 
Der Geist des Fortschritts, steten Strebens froh 
In allem, was dem Wechsel unterlegen, 
Er giebt nicht Stillstand irgendwann und -wo; 
Unmerklich läßt er sich die Reime regen 
Zugleich an tausend Drten, wirkt und schafft 
Mit nie ermüdender urwüchsiger Rraft, 
Bis, wie durch kecken Zauber umgestaltet, 
Ein Bild sich aus dem anderen entfaltet. 
Nicht über Nacht verändert sich dem Blick 
Das schon Gewohnte, dran er sich erfreute; 
Doch schaut er nach der Jahre Flucht zurück 
Und überschaut er, was sich drin erneute. 
Die staunende Bewunderung wird zeugen, 
wie stark der Geist, dem sich die Zeiten beugen. 
Und seht ihr, wie so Uiächt'ges ist erreicht 
Durch edlen Ulenscheusteiß und Willensstärke, 
Die künftige Generation vergleicht 
mit euren Werken wieder ihre Werke. 
So sei's! Zum Wettstreit fordern wir heraus 
Sie alle, die gelehrig von uns lernten; 
Zu eng sei ihnen künftig unser ksaus, 
Zu klein der Raum für ihre größeren Ernten! 
Dann mögen sie aus diesen Blättern lesen, 
wie dankbar unsern Lehrern wir gewesen. 
Durch schöpferische Kraft o Vaterland, 
Reichst allen Völkern Du die Bruderhand!
        
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