Creator:
Klimeczek, Heinz-Josef
Publication:
Berlin: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, 2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365314
Path:
Berlin: gesünder und lebenswerter

Die umweltgerechte Stadt
Auf dem Weg zu einer
sozialräumlichen Umweltpolitik

Die umweltgerechte Stadt
Auf dem Weg zu einer
sozialräumlichen Umweltpolitik

Berlin: gesünder und lebenswerter

Basisbericht Umweltgerechtigkeit
Grundlagen für die sozialräumliche Umweltpolitik

Download		
Kurzlink: t1p.de/gmug

Berlin: gesünder und lebenswerter

Die umweltgerechte Stadt
Auf dem Weg zu einer
sozialräumlichen Umweltpolitik

Download		
Kurzlink: t1p.de/gmug

Der »Basisbericht Umweltgerechtigkeit« liefert erstmals eine aktuelle und
umfassende sozialraumbezogene Umweltbelastungsanalyse für einen Metropolenraum. Sie ist Planungsgrundlage und Orientierungshilfe für die
Handelnden in Politik und Verwaltung,
Verbände und Träger in der Hauptstadt. Beiträge externer Institutionen,
Autoren und Autorinnen erlauben es
den Lesenden, das Thema Umweltgerechtigkeit im Land Berlin aus einem
sehr breiten Blickwinkel zu betrachten.
Die Broschüre »Die umweltgerechte
Stadt« fokussiert die Kernaussagen
des Basisberichts. Sie stellt den neuen,
ressortübergreifenden Ansatz der Umweltgerechtigkeit komprimiert dar und
gibt Auskunft über sozialräumliche
Umweltqualitäten, Lebenschancen und
-risiken in Berlin. Zugleich benennt
sie Handlungsorientierungen für die
aktuelle Legislaturperiode 2016 bis
2021, aber auch darüber hinaus.
Die Broschüre versteht sich als Orientierungshilfe für Planungen in der
öffentlichen Verwaltung, Wirtschaft,
Trägern, Verbänden, Universitäten und
Hochschulen. Parlamentariern und
Parlamentarierinnen, den Betroffenen
und der Öffentlichkeit liefert sie Informationen zu gesundheitsrelevanten
Umweltbelastungen in den Quartieren
der Hauptstadt, deren Umfang und
Veränderungen. Damit erschließt sie
allen Handelnden die Möglichkeit,
Schlussfolgerungen für Planungen,
Strategien und Maßnahmen in ihrer
Verantwortung zu ziehen.
Kernpunkt sind die in Karten dargestellten raumbezogenen Analysen. Sie
machen die lokale Betroffenheit deutlich und erlauben es, die Ergebnisse in
den unterschiedlichen Politikbereichen schnell und fachspezifisch auszuwerten und umzusetzen. Die Bewertung und die Darstellung der Daten
erfolgten in wertneutraler Form.

Die umweltgerechte Stadt | Inhalt

Inhalt

Vorwort Regine Günther
Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

5

Zusammenfassung

6

Der Begriff
Was ist Umweltgerechtigkeit?

8

Die Integrierte Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk)

10

Das Monitoring
Wie misst man Umweltgerechtigkeit?

12

Erstes Ergebnis
Die Mehrfachbelastungskarten

21

Das Ergebnis verfeinern
Ergänzungsindikatoren

25

Kartenwerk Kern- und Ergänzungsindikatoren

29

Der Status quo
Wo steht Berlin?

38

Die Leitfragen
Wie geht es weiter?

64

Neue Wege für Berlins Stadtpolitik

65

Der Ausblick

71

Die Mitwirkenden
Impressum

73
75

3

4

Die umweltgerechte
Die umweltgerechte
Stadt | Titel
Stadt
des| Vorwort
Kapitels

Umweltqualität und gesundheitsfördernde Lebensbedingungen sind wesentliche Voraussetzungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Dies gilt global, ebenso
wie in den Quartieren Berlins. In vielen Teilgebieten der Hauptstadt konzentrieren sich
Umweltbelastungen, wie Verkehrslärm, Luftschadstoffe, unzureichende Ausstattung mit
Grün- und Freiflächen oder bioklimatischen Belastungen. Oftmals kumulieren diese Beeinträchtigungen. Viele Gebiete haben gleichzeitig eine hohe soziale Problemdichte und sind
überproportional durch Mehrfachbelastungen betroffen. – Umwelt(un)gerechtigkeit bildet
sich im Stadtgebiet auch räumlich ab.
Gesunde Lebensbedingungen für alle zu schaffen, unabhängig von der sozialen Lage der
Menschen, ist ein wesentlicher Bestandteil einer aktiven Umweltpolitik und beginnt da, wo
die Berlinerinnen und Berliner wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen: In den einzelnen Quartieren der Hauptstadt. Die Landesregierung sieht es als eine wesentliche Herausforderung an, durch umweltpolitische Strategien und Maßnahmen dafür zu sorgen, dass
die Luft besser und der Lärm weniger wird und Grünflächen und Parks für alle zugänglich
sind – und das bei einer wachsenden Stadt. Es ist ein Kernanliegen eines neuen ökologischen Aufbruchs, für Berlin das unmittelbare Wohn- und Lebensumfeld der Bevölkerung
nachhaltig und spürbar zu verbessern.

© Roland Horn

Vorwort

Mit der Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption ist eine wichtige Grundlage entwickelt
worden, quartiersbezogene integrierte und ressortübergreifende Strategien, Maßnahmen
und Projekte voranzubringen. Das Land Berlin nimmt mit der vorgelegten Umweltgerechtigkeitskonzeption bundes- und auch europaweit eine Vorreiterrolle ein. Die neuen Umweltgerechtigkeitsanalysen identifizieren Belastungsschwerpunkte und vermessen die
Stadt im Hinblick auf Mehrfachbelastungen. Dies ist für uns eine wertvolle Arbeitsgrundlage, um die umweltgerechte und ökologische Stadt- und Quartiersentwicklung voranzubringen – es ist eine wichtige Voraussetzung für soziale Integration. Denn eines machen
die Untersuchungen und ihre Ergebnisse sehr deutlich: die ökologische Frage ist auch eine
soziale Frage.
Die vorgelegten Ergebnisse sollen aber nicht nur eine Arbeitsgrundlage für Politik und
Verwaltung sein, sondern auch eine praktische Handreichung für alle, die an einer Veränderung unserer Stadt aktiv mitwirken möchten. All jene, die sich für mehr Umweltgerechtigkeit in den Quartieren unserer Hauptstadt einsetzen – von Bürgerinitiativen über
Quartiersmanagerinnen und -manager bis hin zu den Umweltverbänden – finden eine
wertvolle Datengrundlage, um die Zukunft mitzugestalten. Gemeinsam machen wir Berlin
umweltgerecht!

Regine Günther
Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

5

Zusammenfassung
Das neue Themenfeld der Umweltgerechtigkeit rückt die Zusammenhänge von Umwelt, sozialer Lage und Gesundheit in den Fokus. Der Ansatz befasst sich mit Art, Ausmaß und Folgen der sozial ungleich verteilten Belastungen und fragt, wie und warum diese entstehen.
Für eine sozial verträgliche Entwicklung gerade der wachsenden Hauptstadt bietet der Ansatz der Umweltgerechtigkeit erheblichen Mehrwert: Er erlaubt es, die Aspekte Umwelt und
Gesundheit auf einer Fachebene zu betrachten und stärker mit der Stadtentwicklung zu
verzahnen. Mit der Integrierten Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk) hat sich
Berlin dieser Aufgabe angenommen. Erster Teil der IBUk ist ein zweistufiges Umweltbelastungsmonitoring, um die Situation zu analysieren. Es ist das erste seiner Art in ganz
Deutschland und hat Vorbildcharakter für viele andere Städte – auch im internationalen
Bereich. Für das Monitoring wurden zunächst vier Umweltfaktoren als Kernindikatoren
festgelegt, deren Relevanz für die Gesundheit wissenschaftlich belegt ist: Luft-, Lärm- und
thermische Belastung (Stressoren) und Grünflächenversorgung (Ressource). Als fünfter
Kernindikator dieser ersten Stufe wird die soziale Problemdichte in den Quartieren (auf
Basis des etablierten Monitorings Soziale Stadt) betrachtet. Auch sie ist gesundheitlich
relevant. Das räumliche Raster dafür liefern die 447 Planungsräume Berlins, die das System lebensweltlich orientierter Räume benennt. Erstes Ergebnis der Analyse sind drei
Mehrfachbelastungskarten. Sie entstanden durch die Überlagerung der fünf Indikatoren.
Die Karten identifizieren mehrfachbelastete Räume und belegen auf statistischer Basis die
Grundannahme des Umweltgerechtigkeitsansatzes. Eine soziale Problemdichte korreliert
mit Umwelt- und Gesundheitsproblemen. Sozial Schwächere sind vielfach doppelt, drei-,
vier- und fünffach benachteiligt. Neun Ergänzungsindikatoren ergänzen die Analyse fachlich und inhaltlich. Das ist die zweite Stufe des Monitorings. Diese Indikatoren sind: die
überwiegende Nutzung eines Planungsraums, seine Bebauungsstruktur, die vorherrschende Wohnlage (nach dem Berliner Mietspiegel), Gesundheits- und Umweltrisiken, der Zusammenhang von Umwelt, sozialer Lage und Sterblichkeit, die Lichtverschmutzung, die
perspektivische Hitzebelastung. Diese Aspekte können bei Bedarf die Bewertung einzelner
Planungsräume untersetzen und präzisieren. Kerndarstellung des Monitorings ist die Berliner Umweltgerechtigkeitskarte. Sie fasst die fünf Kern- und ausgewählte Ergänzungsindikatoren zusammen. Dabei zeigt sich: Mehrfach belastet ist vor allem der innere Bereich
Berlins: das Gebiet innerhalb des S-Bahn-Rings sowie direkt anschließende Teil-Räume.

6

Die umweltgerechte Stadt | Zusammenfassung

Die Schaffung von mehr Umweltgerechtigkeit ist eine neue stadt- und umweltpolitische
Herausforderung. Vorbilder, wie man sie systematisch angeht, gibt es bisher kaum. Die
IBUk versteht sich daher auch als Anstoß und Roadmap, um das Thema in Politik und Verwaltungshandeln stärker zu platzieren und in eine produktive Umsetzung zu bringen. Ihre
Stärke gewinnt die IBUk dadurch, dass sie auf der Ebene der räumlichen Planung ansetzt.
Damit gibt sie praktische Orientierungshilfe, um – auch ressortübergreifende – Leitbilder
und Leitlinien zu formulieren und stadt- und umweltplanerische Festlegungen zu treffen
für das Handeln der planenden Fachverwaltungen auf Landes- und Bezirksebene.
Hiermit verbindet sich ein strategisches und praktisches Potential der IBUk Denn sie rückt
die Frage in der Fokus, wie sich für einzelne Stadtquartiere mehr Umweltgerechtigkeit
herstellen lässt, konkret: wie lassen sich Mehrfachbelastungen und -betroffenheiten
verringern. Ansatzpunkte gibt es viele. Sie reichen von bestehenden gesamtstädtischen
Entwicklungskonzepten über die Bauleitplanung oder konkrete Programme (wie das BundLänder-Programm Soziale Stadt) bis zu den verschiedenen Umweltprüfungen und zur
Lärmminderungsplanung. Auch Modellprojekte und Pilotvorhaben gehören dazu. Für eine
erfolgreiche Umsetzung kann das ganze ausdifferenzierte Set formeller, informeller und
rechtlicher Instrumente mit all seinen Wechselwirkungen und Synergien zum Einsatz gebracht werden.
Die integrierte Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption kann und sollte daher ein Kristallisationspunkt sein, für eine politische und gesellschaftliche Debatte über mehr Lebensqualität in unsere Kiezen, eine Debatte, die nicht nur Politik und Verwaltung führen müssen, sondern in die auch viele andere Akteure etwas einzubringen haben, an erster Stelle
die Menschen in den belasteten Räumen.
Die IBUk steht insofern für einen Prozess, der erst am Anfang steht und der immer wieder
überprüft werden muss.
Deshalb setzt die IBUk auf eine Wirkungs- und Prozessevaluation. Es braucht ein periodisches Monitoring um den jeweiligen Stand der Umwelt(un)gerechtigkeit zu messen und
um Strategien und Maßnahmen, die zum Einsatz kommen, zu evaluieren und auf ihre
Wirksamkeit hin zu überprüfen.

7

Der Begriff: Was ist Umweltgerechtigkeit?
Wo wir wohnen, ist entscheidend dafür, welchen Umweltbelastungen wir ausgesetzt sind. Einkommen und sozialer Status
beziehungsweise soziale Lage wiederum sind Faktoren für die Möglichkeit unseren Wohnort auswählen zu können. Damit
sind soziale Unterschiede dafür mitverantwortlich, mit welchen Umweltbelastungen wir leben. Das neue Themenfeld der
Umweltgerechtigkeit rückt diese Zusammenhänge von Umwelt, Status und Gesundheit in den Fokus. Der Ansatz befasst sich
mit Art, Ausmaß und Folgen der sozial ungleich verteilten Belastungen (Verteilungsaspekt) und fragt, wie und warum diese
entstehen (Verfahrensaspekt).
Analysen versuchen, den Benachteiligungen auf den Grund
zu gehen, die sich insbesondere in Großstädten in besonderer Weise darstellen. Dabei gehen sie davon aus, dass Umweltbedingungen, wie sie sich in Großstädten darstellen,
gesellschaftliche Phänomene sind und nicht naturgegeben
und sich in diesem Sinne grundsätzlich auch politisch ändern lassen. Umweltgerecht wäre in diesem Sinne eine
gleichmäßige Verteilung von gesundheitsschädlichen Umweltbelastungen unabhängig von der sozialen Lage oder
eine Minimierung von Mehrfachbelastungen insbesondere
im Hinblick auf sozial Schwächere. Der Begriff und das dahinterliegende Konzept machen deutlich: Gerechtigkeit ist
nicht nur eine Frage von Einkommen beziehungsweise
sozialem Status sondern auch eine Frage der Verteilung von
gesundheitsschädlichen Umweltbelastungen. Beides wiederum hat viel zu tun, mit den Orten, an denen wir leben.

8

»Ein Urteil darüber, ob das Wesen einer Stadt gesund oder ungesund ist, vermag nur das Studium
ihres Bebauungsplans zu geben.« Fritz Schumacher, 1920

Ursprung der Konzeption

Die Forderung nach Umweltgerechtigkeit wurzelt in der
afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Seit den
1980er-Jahren ist Environmental Justice in den USA ein
Thema der Sozial-, Umwelt- und Gesundheitspolitik und
seit 1994 als politisches Ziel landesweit festgeschrieben.
In Europa wird das Thema eher unter dem Blickwinkel der
Nachhaltigkeit diskutiert – und ist zu einer neuen Perspektive in den aktuellen Debatten um Stadtentwicklung und Umweltpolitik avanciert. Stand der Diskussion in Deutschland
wird die Frage nach der sozialen Verteilung gesundheitlicher Umweltbelastungen lauter. Doch der Ansatz steht am

Die umweltgerechte Stadt | Der Status Quo – wo steht Berlin

© Nikolaus Fürcho

Anfang. Das liegt mit an bislang fehlenden wissenschaftlichen und methodischen Grundlagen: Die Zusammenhänge
sind kaum untersucht. Es fehlt eine Bewertung der Gesundheitsrisiken. Auch eine ressortübergreifende, kleinräumige
Analyse, in die die wesentlichen raumrelevanten Fachpolitiken und planenden Verwaltungen einbezogen wurden, lag
bisher noch nicht vor. Seit 2008 fördern deshalb das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA) Forschungsvorhaben und Projekte und haben Schriften zum
Thema veröffentlicht. Berlin spielt in diesen Aktivitäten eine
wichtige Rolle.  UBA Ziel ist es, auf Bundesebene eine sozial verträgliche Umweltpolitik voranzutreiben. Einen Meilenstein auf diesem Weg hat die 86. Umweltministerkonferenz im Juni 2016 gesetzt: Die Bundesländer votierten
damals in Berlin für eine zielstrebige Umsetzung unter dem
Dach eines strategischen Gesamtkonzepts. Weitere Impulse
auf Bundesebene sind damit zu erwarten.

Im internationalen Kontext

Umweltgerechtigkeit bewegt Menschen in Städten und Ländern weltweit. Auf europäischer Ebene seien die Aktivitäten
der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation
WHO genannt. 2012 veröffentlichte die WHO Europa einen
Bericht, an dem auch das UBA beteiligt war. Er gab erstmals
anhand eines Sets von Kernindikatoren einen Überblick
über die Situation und belegte: In allen Mitgliedstaaten sind
die Umweltrisiken ungleich verteilt.  WHO Das Thema mobilisiert vielerorts auch die Betroffenen. Am weitesten verbreitet ist das Environmental Justice Movement in den USA.
Einen Überblick über die weltweiten Konflikte und die daraus resultierenden zivilgesellschaftlichen Aktivitäten gibt
das Webprojekt  ejatlas.org.
Umweltbundesamt
Kurzlink: goo.gl/uKNqiH
WHO Bericht
Kurzlink: goo.gl/iu7HwA

9

Die Integrierte Berliner
Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk)
Für eine sozial verträgliche Entwicklung gerade der wachsenden Stadt bietet der Ansatz der Umweltgerechtigkeit einen erheblichen Mehrwert: Er erlaubt es, die Aspekte Umwelt und Gesundheit stärker mit der Stadtentwicklung zu verzahnen. Aus diesem
Grund hat das Land das Projekt gestartet, eine Integrierte Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk) zu entwickeln – als
Grundlage, um mehr Umweltgerechtigkeit zu schaffen und um einen Bezugspunkt für eine ressortübergreifende Stadtentwicklungspolitik zu haben. Mit der von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern aus Verwaltung, Umweltverbänden und Stadtplanung entwickelten Konzeption ist Berlin bundesweit zum Vorreiter geworden.
Auch in Berliner Quartieren sind die Umweltbelastungen
ungleich verteilt. Wo sich Lärm, Luftverschmutzung oder
ein gesundheitsbelastendes Bioklima konzentrieren, fehlt
es vielfach an Grün- und Freiflächen zur Entlastung. Die
Folge: Sozial Benachteiligte tragen überdurchschnittliche
Lasten. Die Beeinträchtigungen mindern ihre Chancen auf
Teilhabe an der Gesellschaft und stellen ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Nicht zuletzt sind die am stärksten betroffenen Gebiete zugleich die vulnerablen Quartiere mit Blick auf
den Klimawandel.

Das Monitoring ist raumbezogen: Im Mittelpunkt stand der
prüfende Blick auf jedes einzelne der 477 Quartiere. Damit
ergänzt es vorhandene, oft fachspezifische Berichte und
Stadtbeobachtungssysteme. So detailliert es beispielsweise
die gesamtstädtischen Kernindikatoren zur nachhaltigen
Entwicklung Berlins teilräumlich: auf Ebene der 447 Lebensweltlich orientierten Räume. Die Ergebnisse dieses Monitorings sind in dieser Publikation zusammenfassend dargestellt und bilden das Herzstück der integrierten Berliner
Umweltgerechtigkeitskonzeption

Neuer Blick für die Stadtpolitik

Handlungsebenen

Umweltgerechtigkeit ist eine neue, sozialräumliche Sicht
auf die wachsende Stadt. Sie kann eine Reihe von Zielen voranbringen, denen sich die Berliner Politik verschrieben hat:
nachhaltiges Wachstum, die Schaffung ausgewogener und
klimaresilienter Stadtstrukturen, sozialer Ausgleich, mehr
Lebensqualität, Gesundheit und Chancengleichheit für alle
Berlinerinnen und Berliner, und damit: eine Aufwertung des
Standorts Berlin.

Auf dem zweistufigen Umweltgerechtigkeitsmonitoring
bauen weitere Ebenen auf:
„„
die räumliche Planungsebene für die Integration in das
Berliner Planungssystem
„„
die Umsetzungsebene als Handlungskulisse für konkrete
integrierte Strategien, Modellvorhaben, Maßnahmen und
Projekte sowie
„„
die Ebene der Wirkungs- und Prozessanalyse (Evaluation)

Berlin betritt Neuland

Die IBUk unterstützt damit Entscheidungs- und Handlungstragende auf allen Ebenen der Politik und Verwaltung. Der
Politik liefert das Monitoring ein Frühwarnsystem und Instrument zur Politikfolgenabschätzung. Handlungsbedarfe
lassen sich ortsgenau identifizieren. Senats- und Bezirksverwaltungen wiederum gewinnen eine tragfähige Basis,
um integrative Strategien und Maßnahmen zu entwickeln.
Ihr ressort- und fachebenenübergreifender Ansatz ist damit
– neben der Raumorientierung – die zweite wesentliche
Qualität der IBUk.

Um einen Gesamtüberblick über die Umweltsituation im
Land Berlin zu erhalten, hat das Land Berlin – bundesweit
erstmalig – ein Umweltgerechtigkeitsmonitoring implementiert. In diese Arbeit waren neben den betroffenen
Senatsverwaltungen auch das Amt für Statistik BerlinBrandenburg, mehrere Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen eingebunden.

Monitoring Umweltgerechtigkeit

Ausgangs- und Kernpunkt des Berliner Ansatzes ist die
deutschlandweit erste monitoringgestützte Analyse der
Umweltbelastungen für einen Metropolenraum (Seite 12
ff.). Es soll künftig periodisch wiederholt werden, um sichtbar zu machen, wie sich die Umweltgerechtigkeit in Berlin
über die Jahre entwickelt.

10

Die umweltgerechte Stadt | Die Konzeption

Anlass – Konzept – Handlungsfelder – Umsetzung
Ausgangslage

Öffentliches Interesse, Handlungsbedarfe erkennen, Mehrwert aufzeigen, Überführen in Prozesse/Verfahren und Planungen

1. Analysestufe (Kernindikatoren)

c

c

c

c

Kernindikator 4
Therm.
Belastung

Kernindikator 3
Grünflächen

Kernindikator 2
Luftbelastung

Kernindikator 1
Lärmbelastung

c

Kernindikator 5
Soziale
Problematik

C

Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt
1. Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt und Sozialstruktur
(Anzahl der Belastungen)

2. Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt und Sozialstruktur
(Themenfelder)

2. Analysestufe (Ergänzungsindikatoren)

c

Ergänzungsindikator Bereich
Gesundheit

c

Ergänzungsindikator Bereich
Städtebau

c

Ergänzungsindikator
Bereich Soziales

c

Ergänzungsindikator
Bereich…

3. Integrierte Mehrfachbelastungskarte
("Die Berliner Umweltgerechtigkeitskarte")

Parallele
Verfahren/
Prozesse
Senatsverwaltungen
(Monitoring
Soziale Stadtentwicklung,
Umweltatlas,
Sozialstrukturatlas, Gesundheitsberichterstattung u.a.)
Amt für Statistik
Berlin
Brandenburg
(Datenpool)
Bezirke (Bezirksregionenprofile)

Zwischenevaluation Kern- und Ergänzungsindikatoren (Basisbericht)
"Umweltgerechte Stadt Berlin" / "Umweltgerechtes Quartier"
2. Fachebene
Räumliche Planungsebene

Orientierungsrahmen für die planenden
Fachverwaltungen/Ausgleichskonzeption

Visionen, Leitbilder, Leitlinien – Die Partnerschaftliche und Solidarische Stadt

Berliner Planungssystem

Gesamtstadt/
Bezirke

Information und Partizipation der Öffentlichkeit

1. Fachebene
2-stufiges Umweltgerechtigkeitsmonitoring

2-stufiges Analyseverfahren für die Ermittlung von Stadträumen mit Mehrfachbelastungen, kleinräumigen Entwicklungstendenzen, sozialen Veränderungen;
Untersuchung der 5 Kernindikatoren und weiterer Ergänzungsindikatoren

Grundlagen

u.a. BauGB, UIG,
BImSchG, UVPG,
SUP, Programme,
Fachpolitische
Vorgaben,
gesellschaftliche
Diskussion

01 | Integrierte Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk)

(Formelle und informelle Planung: Stadtentwicklungskonzept, FNP, Stadtentwicklungspläne, teilräumliche Entwicklungspläne, Rahmenpläne, Bebauungspläne, Landschaftsprogramm, Landschaftspläne)

Handlungsempfehlungen/Instrumente/Förderkulissen

(u.a. gebietsbezogene Förderprogramme (Bund, Länder, EU), kommunale Förderprogramme,
Horizontaler Werteausgleich)

Rückkopplung,
Qualitätsmanagement,
Politiksteuerung

4. Fachebene
Wirkungs-/
Prozessanalyse

3. Fachebene
Umsetzungsebene

Handlungsschwerpunkte,
prioritäre Handlungsbedarfe,
Ansätze zur Vermeidung/
Minderung der Umweltbelastungen

Planungsraum
(PLR) 1

Planungsraum
(PLR) 2

Planungsraum
(PLR) …

Planungsraum
(PLR) 447

Integrierte Handlungskulisse
Handlungsfelder

Handlungsfelder

Handlungsfelder

Handlungsfelder

Strategien,
Maßnahme,
Projekte

Strategien,
Maßnahme,
Projekte

Strategien,
Maßnahme,
Projekte

Strategien,
Maßnahme,
Projekte

Planungsraum/
Lokale Ebene

Prioritäre
Handlungsbedarfe und
Umsetzung z.B.
durch Betroffene,
Verbände,
Krankenkassen,
Kirchen, Institute

Strategisches Controlling (2. Bericht zur Umweltgerechtigkeit im Land Berlin)

Konzeption: Dr.-Ing. H.-Josef Klimeczek (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz), Planergemeinschaft Stadt und Raum e.G. - 2017
Konzeption: Dr.-Ing. H.-Josef Klimeczek, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/i901.htm
Stand Januar 2017

11

Das Monitoring:
Wie misst man Umweltgerechtigkeit?
Wer handeln will, muss die Ausgangslage kennen. Das Berliner Umweltgerechtigkeitsmonitoring liefert dieses Wissen. Es ist
das erste seiner Art in ganz Deutschland und hat Vorbildcharakter für viele andere Städte – selbst im Ausland. Sein volles
Potenzial wird dieses Monitoring entfalten, wenn es in festen Abständen wiederholt wird: Als periodisches Instrument zeigt
es, wie sich die Umweltgerechtigkeit in Berlin entwickelt und in welchen Quartieren Veränderungen sichtbar werden.
Berlin verfügt über eine sehr gute Datenlage zu den Themen Soziales, Gesundheit, Stadtentwicklung und Umwelt.
Das Dilemma: Die bisherige Berichterstattung behandelte
die Themen weitgehend unabhängig voneinander. Das Umweltgerechtigkeitsmonitoring wertet vorhandene sektorale
Daten aus und aggregiert diese Daten auf Quartiersebene.
Dazu zählen etwa der Berliner Umweltatlas, die Luftreinhalte- und Lärmminderungsplanung oder das Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS).
Dabei standen drei Herausforderungen im Vordergrund: Die
Datenquellen unterscheiden sich in ihrer Erhebungsmethodik, in ihrer räumlichen Tiefe und in ihrer Periodizität. Ein
Beispiel: MSS und Mietspiegel werden alle zwei Jahre fortgeschrieben, Daten zur Lärm- und Luftbelastung erhebt
Berlin dagegen – so wie es die EU vorgibt – nur alle fünf
Jahre. Angesichts der Vielzahl gesundheitsrelevanter Indikatoren, die das Monitoring in den Blick nimmt, war es nicht
möglich, einen gemeinsamen Betrachtungszeitpunkt festzulegen. Das Monitoring eröffnet erstmals einen klaren
Blick auf die Umweltgerechtigkeit in Berlin und stellt die IstAnalyse (Berlin heute) dar.

Richtungsweisende Methodik

Das belegt ein Forschungsprojekt des Deutschen Instituts
für Urbanistik (Difu) in den Jahren 2012 bis 2014. Das Vorhaben »Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum« stellte
die Berliner Herangehensweise auf den Prüfstand. Seither
gelten die in Berlin entwickelten Indikatoren und Methoden
als deutschlandweit richtungsweisend: Vergleichbar praxistaugliche Analysen auf Quartiersebene sind auch im internationalen Bereich nicht bekannt.

Den Raum strukturieren:
Lebensweltlich orientierte Räume

2006 hat Berlin eine für alle Fachplanungen verbindliche
Gliederung des Stadtgebiets eingeführt: das System der Lebensweltlich orientierten Räume (LOR). Es teilt die Stadt auf
drei Ebenen in 60 Prognoseräume, 138 Bezirksregionen und
447 Planungsräume.  LOR
Komplementär wurde (und wird) ein Datenpool entwickelt,
der allen Berliner Verwaltungen für Planung und Umsetzung abgestimmte Daten auf Ebene der LOR bereitstellt. In
diesen Pool fließen neben Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg auch Daten der Senatsverwaltungen, anderer Behörden und der Bezirke ein. Er ebnet damit den Weg
für ein kooperatives, integriertes Verwaltungshandeln.
Damit kann das Umweltgerechtigkeitsmonitoring die Probleme und Potenziale quartiersgenau identifizieren: Seine
Analysen liefern Ergebnisse auf Ebene der 447 Planungsräume.

02 | Systematik Lebensweltlich
orientierter Räume in Berlin

447 Planungsräume
139 Bezirksregionen
60 Prognoseräume
12 Bezirke

Land Berlin

© Fürcho GmbH

Lebensweltlich orientierte Räume		
Kurzlink: goo.gl/Me6kYA

12

Die umweltgerechte Stadt | Das Monitoring

Das Thema strukturieren:
Fünf Kernindikatoren

Eine Reihe von Umweltfaktoren prägt das Leben in der
Hauptstadt. Auf der einen Seite stehen Stressoren: Belastungen, wie beispilsweise durch Schadstoffe, Lärm oder
große Hitze, können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Auf der anderen Seite stehen Ressourcen: So können etwa Grün- und Freiflächen das physische wie psychische Empfinden verbessern.
Für das Monitoring wurden zunächst vier Umweltfaktoren
als Kernindikatoren festgelegt, deren Relevanz für die Gesundheit wissenschaftlich belegt ist: Luft-, Lärm- und thermische Belastung (Stressoren) und Grünflächenversorgung
(Ressource). Als fünfter Kernindikator wird die soziale Problemdichte in den Quartieren betrachtet. Auch sie ist gesundheitlich relevant.

Kernindikator Lärmbelastung

Datenbasis für die Lärmbelastung der PLR war die Strategische Lärmkarte 2012 mit den LDEN-Pegeln (Lärmindex TagAbend-Nacht) für Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm. Da die Räume unterschiedlich dicht besiedelt
sind, wurde die Verkehrslärmbelastung pro Kopf ermittelt
und zu externen Lärmkosten pro Person monetarisiert.
Die Lärmkosten bilden den Nutzenverlust finanziell ab, der
Anwohnerinnen und Anwohnern entsteht. Die Kostensätze
dafür lieferte die Methodenkonvention 2.0 des Umweltbundesamts. Nach diesen Lärmkosten pro Kopf wurden die 447
PLR aufsteigend sortiert und in drei Kategorien unterteilt:
Die unteren 20 Prozent gelten als gering, die oberen 20 Prozent als hoch, alle anderen als mittel belastet.
Das Ergebnis: Die externen Kosten durch Verkehrslärm divergieren stark von Raum zu Raum. In gering belasteten
PLR betragen sie bis zu 21 Euro pro Kopf und Jahr, in der
hoch belasteten Kategorie reichen sie von 40 bis 103 Euro.
Berlinweit liegen sie bei knapp 45 Euro.
Gering belastete PLR finden sich in allen Gebieten außerhalb des S-Bahn-Rings. Hohe und sehr hohe Belastungen
treten vor allem im erweiterten Stadtzentrum auf und erreichen Spitzenwerte im Wirkungsbereich des Flughafens
Tegel.

Kernindikator Luftbelastung

Auch wenn die Luftverschmutzung in Berlin wie in Deutschland deutlich zurückgegangen ist: Feinstaub (PM2,5) und
Stickstoffdioxid (NO2) sind als Luftschadstoffe nach wie vor
gesundheitlich von Belang. Die Jahresmittelwerte 2009 der
Konzentration dieser beiden Stoffe lieferte deshalb die Basis, um die Luftbelastung der 447 PLR zu kategorisieren.
Beide Werte lagen einerseits auf Grundlage von 500 mal
500 Metern großen Rasterzellen und andererseits als linienhafte Information zu Hauptverkehrsstraßenabschnitten
vor. Aus diesen Daten wurden für jeden PLR flächengewichtete Jahresmittelwerte für PM2,5 und NO2 bestimmt. Anschließend wurden die ermittelten Werte (analog zur Lärmbelastung) in drei Kategorien unterteilt.
Das Ergebnis: Wie erwartet nimmt die Belastung von der Peripherie zum Zentrum zu. Dabei zeigte sich eine Tendenz zu
höheren Werten auch im Südwesten der Umweltzone. Die
Spannweite der Belastungen reichte – zwischen dem geringst- und dem höchstbelasteten PLR – von 14,8 bis 18,4
µg/m³ für PM2,5 und von 11,3 bis 27,3 µg/m³ für NO2. Damit
wird der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Richtwert von 10 µg/m³ in allen PLR Berlins überschritten. Anders bei NO2: Hier liegt der WHO-Richtwert bei
40 µg/m³.

Kernindikator thermische Belastung

Daten zum Hitzestress lieferte der Stadtentwicklungsplan
Klima bereits 2011. Ihnen liegt – differenziert nach Tag und
Nacht – der vorausgesagte mittlere Wert (Predicted Mean
Vote PMV) zugrunde. Das Monitoring zieht einen zweiten
Bewertungsindex hinzu: die physiologisch äquivalente Temperatur (Physiological Equivalent Temperature PET). Er
wird in Grad Celsius bemessen. Der Grund: Beim PET fließt
die umweltmedizinische Komponente stärker ein.
Da vor allem die Nachtruhe für die Gesundheit wichtig ist,
sind die Werte zur nächtlichen Abkühlung Grundlage der
Bewertung. Doch auch die Hitze bei Tag wurde berücksichtigt. Sie floss über die Häufigkeit wärmebelasteter Sonnentage (PMV mindestens 1,8) ein, die aus Informationen zur
Flächennutzung und -bebauung ermittelt wurde. Diese Daten wurden zu neuen PET-Werten zusammengefasst, und
danach alle Planungsräume drei Kategorien zugeordnet.
Das Ergebnis: 228 Planungsräume (51 Prozent) sind von hoher thermischer Belastung betroffen. 170 sind mittel und 49
unbelastet.

13

Kernindikator Grün- und Freiflächenversorgung

Grünflächen entlasten die Gesundheit in doppelter Hinsicht:
Sie reduzieren die Belastung durch Schadstoffe und Hitze
und bieten gleichzeitig Raum und Gelegenheit für Erholung
und Bewegung. Im Indikator wird diese Ressource invers berücksichtigt: Nicht ihr Vorhandensein gilt als Entlastungs-,
sondern ihr Fehlen als Belastungshinweis.
Grundlage waren die Bestandsanalyse Versorgung mit öffentlichen wohnungsnahen Grünanlagen (Ausgabe 2013)
und der Programmplan Erholung und Freiraumnutzung im
Landschaftsprogramm Berlin.  Programmplan
Der Versorgungsanalyse liegen Richtwerte des Deutschen
Städtetags zugrunde, die Berlin übernommen hat. Sie lauten: sechs Quadratmeter pro Person für wohnungsnahe
Freiräume (mindestens 0,5 Hektar, höchstens 500 Meter
entfernt) und sieben für siedlungsnahe Freiräume (mindestens 10 Hektar, höchstens 1.500 Meter entfernt). Die komplexe Methodik der Versorgungsanalyse ist im Berliner Umweltatlas ausführlich beschrieben.  Versorgungsanalyse
Sie mündet in einer blockweisen Zuordnung zu vier Dringlichkeitsstufen.
Diese Dringlichkeitsstufen wurden auf jeden Planungsraum
umgerechnet und dabei mit der Zahl der dort lebenden
Menschen kombiniert. Im Ergebnis ergibt sich erneut eine
Einordnung in drei Kategorien: von gut / sehr gut über mittel bis schlecht / sehr schlecht / nicht versorgt. Ausschlaggebend war damit die Fläche; die Ausstattungsqualität der
Grünflächen blieb unberücksichtigt.
Das Ergebnis: Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Berliner Bevölkerung ist gut, ein gutes Viertel (28 Prozent) dagegen
schlecht oder gar nicht mit Grünräumen versorgt. Viel Grün
gibt es vor allem in der Peripherie: Nur eine(r) von 20 gut
versorgten Einwohnerinnen und Einwohnern lebt innerhalb
des S-Bahn-Rings (fünf Prozent). Die Planungsräume der
schlechtesten Versorgungskategorie liegen zwar nur zu 55
Prozent innerhalb des S-Bahn-Rings. Auch die außerhalb
des Rings sind aber stadtstrukturell der Innenstadt zuzurechnen.
Wie zu erwarten, zeigt sich ein Zusammenhang zwischen
Einwohnerdichte und Grünversorgung. Die Analyse belegt
aber auch, dass dieser nicht zwingend ist: 18 Planungsräume der Innenstadt sind gut versorgt, obwohl hier 146 Menschen pro Hektar wohnen, während in den Außenbezirken
48 Planungsräume mit einer nur wenig höheren Einwohnerdichte (163 Menschen pro Hektar) unter die schlechte
Kategorie fallen.

14

Kernindikator Soziale Problematik

Seit 1998 werden die Sozialstrukturen Berlins im Monitoring Soziale Stadtentwicklung auf Ebene der Lebensweltlich
orientierten Räume analysiert. Das Monitoring nimmt dazu
vier Indikatoren (Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit,
Transferbezug und Kinderarmut) jeweils als Status und in
ihrer Dynamik in den Blick. Die Ausgabe 2013 dieses Monitorings war Basis des fünften Kernindikators.
Dabei wurde der Status-Index zugrunde gelegt, je höher
Arbeitslosigkeit, Armut etc. desto niedriger der StatusIndex. Die Dynamik blieb (wie bei den anderen Kernindikatoren) ausgeklammert. Die Kategorien niedrig und sehr
niedrig wurden zusammengefasst, um die Zahl der Ergebniskategorien von vier auf drei zu reduzieren.
Das Ergebnis: Planungsräume mit niedrigem oder sehr
niedrigem Status-Index liegen zum einen in gründerzeitlich
geprägten Bereichen im Westen der Stadt. Namentlich
stechen Kreuzberg, Wedding und der Norden Neuköllns
hervor. Zum anderen findet man sie in Großsiedlungen des
sozialen und industriellen Wohnungsbaus wie dem Märkischen Viertel, dem Falkenhagener Feld, Hohenschönhausen,
Marzahn oder Hellersdorf. Auch kleinere Großsiedlungen
wie Lichtenrade Ost oder Lichterfelde Süd bilden sich in der
Auswertung ab.

Fünf Kernindikatoren
Lärmbelastung
Luftbelastung
Thermische Belastung
Grün- und Freiflächenversorgung
Soziale Problematik

„ Programmplan
Kurzlink: goo.gl/LWuUTK
„ Versorgungsanalyse
Kurzlink: goo.gl/aezxLK

Die umweltgerechte Stadt | Das Monitoring

03 | Kernindikator Lärmbelastung

15

04 | Kernindikator Luftbelastung

16

Die umweltgerechte Stadt | Das Monitoring

05 | Kernindikator Thermische Belastung

17

06 | Kernindikator Grün- und Freiflächenversorgung

18

Die umweltgerechte Stadt | Das Monitoring

07 | Kernindikator Soziale Problematik

19

08 | Zusammenführung der fünf Kernindikatoren zur Umweltbelastungsanalyse

Lärmbelastung

Luftbelastung

Thermische Belastung

Grün- und Freiflächenversorgung

Soziale Problematik

Integrierte Mehrfachbelastungskarte
Umwelt und soziale Problematik

unbelastet

© Fürcho GmbH

20

einfach

zweifach

dreifach

vierfach

fünffach

Die umweltgerechte Stadt | Erstes Ergebnis

Erstes Ergebnis:
Die Mehrfachbelastungskarten
Um transparent zu machen, wie die fünf Indikatoren korrelieren, wurden die einzelnen Themenfelder überlagert. Sie identifizieren mehrfachbelastete Räume und belegen erstmals auf valider statistischer Basis die Grundannahme der UmweltgeMitte und Gesundheitsprobleme.
rechtigkeitsansatzes: Wo die soziale Problemdichte hoch ist, konzentrieren sich auch UmweltSozial Schwächere sind oft deutlich stärker durch Umweltbelastungen benachteiligt.

So tragen etwa die Menschen in sozial stabilen Planungsräumen im Mittel jährlich 33 Euro externe Lärmkosten pro
Person; in Räumen hoher sozialer Problemdichte sind es
dagegen 58 Euro.

09 | Soziale Problemdichte
nach Anzahl der
Umweltbelastungen
20,8 %

Noch deutlicher wird der Befund, wenn alle fünf Indikatoren
überlagert werden: Der Anteil von Planungsräumen mit geringen sozialen Problemen ist unter den aus Umweltsicht
unbelasteten am höchsten und geht mit jeder neuen Belastung kontinuierlich zurück. Umgekehrt steigt der Anteil
sozial hoch belasteter Räume schon bei nur einer Umweltbelastung über den stadtweiten Durchschnitt – und nimmt
tendenziell weiter zu, je mehr Belastungen sich überlagern.

Die Ergebnisse aggregieren:
Zusammenhänge im Fokus

Eine einfache Operation macht sichtbar, welche Planungsräume Berlins mehrfach belastet sind: Für jeden einzelnen
Raum wurde gezählt, bei wie vielen der fünf Indikatoren
sein Ergebnis unter die schlechteste Kategorie fällt. Das Ergebnis für alle 447 Planungsräume zeigt die Tabelle auf den
Seiten 52 bis 63.

6,7 %
64,7 %

3,8 %
73,6 %

62,5 %

61,5 %

48,4 %

mittel

37,5 %

25,4 %

28,6 %

20,1 %

hoch

27 der 100 schlecht mit Grün versorgten Planungsräume
weisen eine hohe soziale Problemdichte auf; bei den gut mit
Grün versorgten sind es nur 16 Prozent.

13,1 %

59,1 %

Bei der Luft ein ähnliches Bild: Der Anteil gering mit PM2,5
und NO2 belasteter Planungsräume liegt, bezogen auf die
Kulisse mit geringer sozialer Problemdichte, bei 52 Prozent.
In Räumen hoher sozialer Problemdichte sind es nur knapp
neun Prozent.
Thermisch hoch belastet sind 72 Prozent der Planungsräume mit sozialen Problemen. Berlinweit liegt dieser Anteil
aber nur bei 51 Prozent.

42,8 %

niedrig

Ein erstes Kernergebnis der Analyse: Für jeden einzelnen der
vier Umweltfaktoren ergibt sich ein klarer Zusammenhang
mit dem Status-Index.

Berlin

22,6 %

8,8 %
0
1
2
Anzahl Umweltbelastungen

3

4

© Fürcho GmbH

Drei neue Karten

Drei berlinweite Übersichten machen die Ergebnisse anschaulich und nachvollziebar:
„„
Die Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt (Seite
22) überlagert die vier Umweltindikatoren und macht so
mehrfache Umweltbelastungen sichtbar.
„„
Die Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt und soziale Problematik (Seite 23) erweitert die Darstellung um
den Sozialstatus der Gebiete.
„„
Die Integrierte Mehrfachbelastungskarte – thematisch
(Seite 24) fokussiert auf die Art der Umweltbelastung in
den Planungsräumen.

21

10 | Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt

22

Die umweltgerechte Stadt | Erstes Ergebnis

11 | Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt und soziale Problematik

23

12 | Integrierte Mehrfachbelastungskarte – thematisch

24

Die umweltgerechte Stadt | Das Ergebnis verfeinern

Das Ergebnis verfeinern:
Ergänzungsindikatoren
Neun weitere Indikatoren vertiefen das Bild und untersetzen das Monitoring fachlich und inhaltlich. Diese Ergänzungsindikatoren sind: die überwiegende Nutzung eines Planungsraums, seine Bebauungsstruktur, die vorherrschende Wohnlage,
Gesundheits- und Umweltrisiken, Morbidität, der Zusammenhang von Umwelt, sozialer Lage und Sterblichkeit, Lichtverschmutzung, perspektivische Hitzebelastung und das Wahlverhalten. Diese Indikatoren können bei Bedarf in einer zweiten
Stufe die Bewertung der Umweltqualität präzisieren.

Ergänzungsindikator Realnutzung

Ein Blick auf die vorherrschenden Nutzungen liefert wichtige raumstrukturelle Grundlagen für die Situation in einem
konkreten Planungsraum. Grundlage waren die Daten zur
realen Nutzung im Berliner Umweltatlas.  Umweltatlas
Nach der jeweils überwiegenden Nutzungsart wurden unterschieden: Wohnen, Mischnutzung, Kerngebietsnutzung,
gewerblich-industrielle Nutzung (einschließlich Ver- und
Entsorgung) und – als fünfte Kategorie – überwiegend unbebaute Räume.
Diese Herangehensweise nivelliert Unterschiede innerhalb
eines Planungsraums und liefert so ein anderes Bild als
etwa der Flächennutzungsplan (FNP). Sie macht aber deutlich: Wohnen dominiert in fast allen Teilen der bebauten
Stadt. Entsprechend hoch sind die Sensibilitäten für Umweltbelastungen.
Das Ergebnis: An den Rändern der Stadt sind Planungsräume mit eindeutiger Wohn- oder Gewerbenutzung häufiger,
während innerhalb des S-Bahn-Rings Misch- und Kerngebiete stärker vertreten sind. Gewerblich-industriell genutzte Planungsräume liegen vor allem an den Wasserwegen
und Bahnlinien.

Ergänzungsindikator Bebauungsstruktur

Dieser Indikator rückt eine aus stadtplanerischer Sicht
zentrale Frage in den Vordergrund: Wie beeinflussen Stadtstrukturtypen die Umweltsituation in den Quartieren?
Bautypologien können die Umweltbelastungen in unterschiedlichem Maß dämpfen oder verstärken. Aus demselben Grund bildet etwa der Stadtentwicklungsplan Klima
KONKRET Handlungsansätze und Strategien der Klimaanpassung auf typische Stadtstrukturen ab.  StEP Klima
KONKRET

Differenzierte Analysen zur Stadtstruktur liefert der Berliner Umweltatlas.  Umweltatlas
Die dortigen Strukturtypen wurden zu vier Grundtypen zusammengefasst und die Planungsräume nach dem jeweils
vorherrschenden Bautyp kategorisiert:
„„
Blockrandbebauung: Strukturen der Gründerzeit und der
Zeit zwischen den Weltkriegen
„„
Zeilenbebauung: Geschosswohnungsbau in Zeile und mit
offenem Blockrand aus der Zwischen- und Nachkriegszeit
„„
Großsiedlungen der 1960er- bis 1980er-Jahre
„„
Offene Bebauung: als Sammelkategorie für Formen der
Siedlungs- und Einfamilienhausbebauung
Diese Darstellung erlaubt eine rasche Orientierung. Konkrete Aussagen zu Belastungsursachen in der Stadtstruktur
und daraus unter Umständen ableitbare Handlungsanforderungen bedürfen allerdings weiterer Analysen.
Das Ergebnis: 125 Planungsräume (30 Prozent) fallen unter
den Typ Blockstruktur. Drei Viertel davon liegen innerhalb
des S-Bahn-Rings. Die Blockstruktur dominiert damit mit
wenigen Ausnahmen die Räume in der Umweltzone. Zugleich
ist hier die Einwohnerdichte besonders hoch – auch im
Vergleich zu Blockräumen außerhalb des Rings. Das ist von
Bedeutung, weil die Blockrandbebauung andere Auswirkungen auf die Umweltindikatoren hat (siehe Grafik Seite 26).

Berliner Umweltatlas/Realnutzung
Kurzlink: goo.gl/qsXhlP
Stadtentwicklugsplan Klima KONKRET		
Kurzlink: goo.gl/jjImWm
Berliner Umweltatlas/Stadtstruktur		
Kurzlink: goo.gl/V5Xcvf

25

13 | Vor- und Nachteile der vier Bebauungstypen

Blockrandbebauung

Zeilenbebauung

Großsiedlungen

+ bauliche Abschirmung

– freie Schallausbreitung

– mangelnde Durchlüftung

+ stärkere Durchlüftung + stärkere Verwirbelung

– stärkere Aufheizung
– geringer Luftaustausch

+ geringere Aufheizung
+ erleichterter Luftaustausch + raschere Abkühlung

– meist geringer Grünanteil
durch höhere Bebauungsdichte
– hohe Abhängigkeit
von öffentlichen Freiflächen
– geringes Angebot privater Freiräume

+ höherer Grünanteil

offene Bebauung

+ geringere Abhängigkeit von öffentlichen Freiflächen
+ höheres Angebot privater und halböffentlicher Freiräume

© Fürcho GmbH

Ergänzungsindikator Wohnlage

Der Berliner Mietspiegel gliedert alle zwei Jahre die Adressen im Stadtgebiet in einfache, mittlere und gute Wohnlagen. Diese Bewertung wird vom Monitoring zur Umweltgerechtigkeit als Ergänzungsindikator übernommen. Die
Wohnlage ist dabei ein mehrdimensionaler Kennwert. In die
Differenzierung fließen folgende Merkmale ein:
„„
die umgebende Nutzung
„„
Bebauungsdichte und -zustand
„„
Versorgungssituation und Infrastruktur
„„
die Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr
„„
die Erreichbarkeit von Naherholungsgebieten
„„
Nachfrage und Image
„„
die Lage im Innen- oder Außenbereich der Stadt
Weitere, auch umweltrelevante Charakteristika wie die
Lärmbelastung kommen als wertsteigernde oder -mindernde Momente zum Tragen. Diese komplexe Gebietsbeschreibung kann zu einer weiter differenzierten Betrachtung beitragen – auch wenn nicht zwangsläufig ein direkter
Zusammenhang zwischen gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen und Wohnlage vorhanden sein muss. Die
Merkmale zur einfachen Wohnlage sind gesundheitsrelevant.
Deutlich macht das der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.
Hier gelten Gebiete wie der Kurfürstendamm oder die Liet-

26

zenburger Straße als gute Wohnlage, obwohl sie hohen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Der Grund: Viele Orte der
Innenstadt sind gefragt, auch wenn sie hochbelastet sind.
Selbst eine hohe Feinstaubbelastung mindert dort in der
Regel nicht die Miethöhe. In angesagten Szenekiezen vollzieht sich derzeit zudem ein Wandel der Wohnlage.

Ergänzungsindikator
Gesundheits- und Umweltrisiken

Die Umwelt- und Gesundheitsdaten, die heute für Berlin
vorliegen, sind meist nicht zusammen auswertbar. Das
macht es Betroffenen schwer, Umwelteinflüsse auf ihre Gesundheit realistisch abzuschätzen. Dies ist jedoch als erster
Schritt zu mehr Verfahrensgerechtigkeit unabdingbar: Das
Wissen der Menschen vor Ort um Risiken bestimmt ihren
Handlungsrahmen und damit ihre Vulnerabilität. Es befähigt Betroffene, selbst gegenzusteuern, eigene Erfahrungen
und Werte in die Entscheidungsprozesse einzubringen und
erhöht umgekehrt ihre Akzeptanz von Maßnahmen des
Umwelt- und Gesundheitsschutzes.
Auch wissenschaftliche Bewertung und öffentliche Wahrnehmung der Risiken können auseinanderklaffen, mit dem
Ergebnis, dass die Risiken selbst in Politik, Wirtschaft und
Fachwelt kontrovers diskutiert werden. Eine Risikokartierung liefert die Basis, um die Risiken genauer abzuschätzen,
Schutzziele zu bestimmen und Prioritäten zu setzen. Sie
kann zur Kommunikationsdrehscheibe zwischen den Res-

Die umweltgerechte Stadt | Das Ergebnis verfeinern

sorts werden und helfen, das Verwaltungshandeln den
Menschen vor Ort gegenüber zu legitimieren.
Der Indikator Gesundheits- und Umweltrisiken macht deshalb die Schadenspotenziale einzelner Planungsräume
sichtbar und zeigt das gesundheitliche Risiko, das die Menschen, die dort leben, tragen. Dazu wurden drei Einzelwerte
überlagert: eine besonders hohe Lärm- und Luftbelastung,
einfache Wohnlage laut Mietspiegel und eine hohe vorzeitige Sterblichkeit an Atemwegserkrankungen. Warum diese
Faktoren? Lärm- und Luftbelastung sind aus umweltmedizinischer Sicht besonders bedeutsam. Über die Wohnlage
wird die Umgebungs- und Bebauungssituation abgebildet,
und die Mortalität des Atmungssystems wurde gewählt,
weil sie stärker als andere Todesursachen Bezüge zu Umweltbelastungen haben dürfte.
Das Ergebnis: 19 Planungsräume zeigen ein besonders hohes Risiko. Acht davon liegen inner- und elf außerhalb der
erweiterten Innenstadt (Luftreinhaltezone). Konkret handelt es sich um die Planungsräume Heidestraße, Soldiner
Straße und Gesundbrunnen in Mitte, Wassertorplatz und
Viktoriapark in Friedrichshain-Kreuzberg, Schöneberger
Insel und Germaniagarten in Tempelhof-Schöneberg und
Donaustraße in Neukölln. Außerhalb der Luftreinhaltezone
kommen hinzu: Darbystraße, Germersheimer Platz, Eckschanze, Kurstraße, Ackerstraße und Spandauer Straße in
Spandau, Reichsstraße und Klixstraße in Reinickendorf,
Dorf Malchow in Lichtenberg und Rehberge am Nordrand
von Mitte.

Ergänzungsindikator
Umwelt, soziale Lage und Sterblichkeit

Je geringer das Einkommen einer Person, desto vorzeitiger
ihre Sterblichkeit. Je niedriger die soziale Schicht, umso höher die Anfälligkeit für Krankheiten. Während diese statistischen Befunde valide sind, sind die kausalen Zusammenhänge dahinter noch längst nicht geklärt.
Sicher ist: Drei Faktoren beeinflussen die Sterblichkeit. Neben der Altersstruktur und dem sozialen Status der Verstorbenen zählen auch Umweltbelastungen dazu. Will man den
Faktor Umwelt isolieren, müssen die beiden anderen Faktoren in der Mortalitätsstatistik rechnerisch standardisiert
werden. Das war in Deutschland bisher mangels entsprechender Daten kaum möglich.
Für Berlin hat nun aber der abgestimmte Datenpool Angaben zu Mortalität, Altersstruktur und sozialer Lage der
Menschen in den Planungsräumen in den Jahren 2006 bis
2012 verfügbar gemacht. Das Monitoring zur Umweltge-

rechtigkeit liefert zudem eine Einschätzung der Umweltbelastungen. Damit wird es erstmals möglich, einen solchen
Indikator zu berechnen.
Dieser Berechnung lag wiederum die Sterblichkeit durch
Atemwegserkrankungen zugrunde. Letztere sind – neben
Krebsleiden und Herz-Kreislauf-Krankheiten – eine der drei
häufigsten Todesursachen und bieten damit ausreichend
Fälle für eine verlässliche Statistik. Zugleich scheint die Verbindung zu Umweltbelastungen offensichtlicher als bei
Kreislauferkrankungen, während Lebensstilfaktoren hier
nicht ganz so stark ins Gewicht fallen wie bei Krebsleiden.
Das Ergebnis: Es besteht eine relativ klare Korrelation zwischen der Sterblichkeit und der thermischen Belastung in
Planungsräumen – und ein partieller Zusammenhang mit
dem Status-Index. Mit der Luftbelastung dagegen scheint
die Sterblichkeit durch Atemwegserkrankungen interessanterweise nicht nennenswert zu korrelieren.
Allerdings mussten in der Analyse viele Faktoren unberücksichtigt bleiben, weil keine Daten vorliegen: Wie lange
wohnte ein Mensch vor seinem Tod im Planungsraum? Und
wo wohnte er dort? An der stark belasteten Hauptstraße
oder in einem Hinterhaus an einer Nebenstraße? Die am
stärksten intervenierende Variable scheint die soziale Lage:
Um belastbar zu wissen, ob die Sterblichkeit auf Lebensstiloder Umweltfaktoren zurückgeht, sind weitere Untersuchungen nötig.

Ergänzungsindikator Lichtverschmutzung

Licht scheint im Diskurs zur Umweltgerechtigkeit bislang
kaum als Thema auf. Zwar ist klar, dass künstliches Licht
ein Belastungsfaktor ist: Sein Einfluss auf die menschliche
Gesundheit ist nachgewiesen. Doch es hat auch eine soziale
Komponente: Beleuchtete Bereiche sind freundlicher und
gelten als sicher; dunkle Orte werden eher gemieden.
Basis, um die künstliche Beleuchtung bei Nacht in Berlin zu
ermitteln, waren Bilder eines Flugs über zwei Drittel der
Stadtfläche im Jahr 2010. Sie lieferten ein georeferenziertes
Mosaik in einer Auflösung von einem Quadratmeter. Damit
liegt der Lichtverschmutzungskarte nur das nach oben
emittierte, nicht aber das seitlich abgestrahlte Licht aus
Fenstern zugrunde.
Das Ergebnis: Unter den Linden Süd zeigt als einziger Planungsraum eine hohe, alle anderen eine mittlere oder niedere Belastung. Tendenziell ist das Stadtzentrum etwas
heller beleuchtet als die Außenbezirke. Dennoch verteilt
sich die Lichtverschmutzung recht gleichmäßig auf die
Stadt. Ein Zusammenhang zwischen Lichtbelastung und so-

27

zialen Problemen ließ sich nicht nachweisen. Bei Planungen
sollte indes – unter dem Aspekt eines umfassenden Umweltgerechtigkeitsansatzes – auch diese Belastungsart berücksichtigt werden.

Ergänzungsindikator
Perspektivische Hitzebelastung

Der Einfluss des Klimawandels auf die Lebensqualität in
Berlin wird weiter zunehmen. Ziel der sozialen wachsenden
Stadt ist es, das Wachstum von negativen Folgen für das
Stadtklima zu entkoppeln. Klimaanpassung und Umweltgerechtigkeit teilen so die Aufgabe, kleinräumlich Handlungsschwerpunkte zu identifizieren.
Eine Studie hat 2015 belegt, dass bereits in den Jahren 2001
bis 2010 vier bis fünf Prozent der Todesfälle in Berlin durch
Hitze und vor allem durch Tropennächte beeinflusst waren.
Das sind Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20
Grad Celsius sinkt.  Studie
Der sechste Ergänzungsindikator rückt deshalb die generationsübergreifende Dimension der Umweltgerechtigkeit ins
Blickfeld: Er macht anschaulich, welche Planungsräume
(nach heutigem Stand) bis 2070 wie stark vom Klimawandel
betroffen sein werden. Die Grundlage lieferte das EFRE-Projekt 027 Stadtklima.  EFRE In ihm wurde die aktuelle
stadtklimatische Situation Berlins in einem räumlichen Raster von zehn mal zehn Metern berechnet und die künftige
Häufigkeit von Kenntagen flächendeckend abgeschätzt.
Um den Indikator zu bilden, wurden die Prognosen in drei
Kategorien eingeteilt: Planungsräume, in denen weniger als
elf zusätzliche Hitzetage pro Jahr zu erwarten stehen, gelten als gering, solche mit einer Zunahme um elf Hitzetage
als mittel und Räume mit einer Zunahme von mehr als elf
als hoch belastet. Außerdem wurden die Auswirkungen auf
Patientenaufnahmen und Sterbefälle in Krankenhäusern
projiziert.

28

Das Ergebnis: In mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Planungsräume ist eine mittlere bis hohe Belastungszunahme
zu erwarten. 63 Räume (14 Prozent) werden eine hohe Zunahme verzeichnen. Sie liegen im Zentrum, im Gebiet um
das Ostkreuz, aber auch um die Großsiedlungen Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf und in den dicht
bebauten Bereichen Spandaus an der Heerstraße. Die stadtweit geringsten Zunahmen zeigten der Südosten, der Südwesten und der äußere Norden Berlins.
Das belastet vor allem die Gesundheit von Menschen über
65. Patientenaufnahmen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen generell um neun, bei Kranken ab 65 aber um
34 Prozent zu. Zugleich wird es aus diesem Grund sieben
Prozent mehr Sterbefälle in den Kliniken geben. Bei Atemwegserkrankungen steigen die Patientenaufnahmen generell um zehn, ab 65 um 34 Prozent und die Zahl der Todesfälle im Krankenhaus um 16 Prozent.
Diese Folgen lassen sich durchaus noch vermeiden: Den
Prognosen liegt die Annahme zugrunde, dass die relativen
Temperaturunterschiede in Berlin im Wesentlichen erhalten
bleiben. Genau das aber lässt sich durch die weitere städtebauliche Entwicklung und die Anpassung Berlins an den Klimawandel steuern.

Studie
Kurzlink: goo.gl/clKv9d
EFRE
Kurzlink: goo.gl/2r7nan

Die umweltgerechte Stadt | Das Ergebnis verfeinern

Kartenwerk Kern- und Ergänzungsindikatoren
Realnutzung
Bebauungsstruktur
Einfache Wohnlage
Sterblichkeit Atemwegserkrankungen
Leuchtdichte
Zunahme Hitzetage
Berliner Umweltgerechtigkeitskarte

30
31
32
33
34
35
36

29

14 | Realnutzung

30

Die umweltgerechte Stadt | Kartenwerk Kern- und Ergänzungsindikatoren

15 | Bebauungsstruktur

31

16 | Einfache Wohnlage

32

Die umweltgerechte Stadt | Kartenwerk Kern- und Ergänzungsindikatoren

17 | Sterblichkeit Atemwegserkrankungen

33

18 | Leuchtdichte

34

Die umweltgerechte Stadt | Kartenwerk Kern- und Ergänzungsindikatoren

19 | Zunahme Hitzetage

35

20 | Berliner Umweltgerechtigkeitskarte

36

Die umweltgerechte Stadt | Der Status Quo – wo steht Berlin

37

Der Status quo: Wo steht Berlin?
Die Berliner Umweltgerechtigkeitskarte weist den Weg zu mehr Umweltgerechtigkeit und stellt als ersten Schritt zunächst
aktuelle Ungerechtigkeiten in den Quartieren der Hauptstadt dar. Sie belegt: Umweltbelastungen und soziale Probleme sind
relativ ungleichmäßig über das Berliner Stadtgebiet verteilt. Mehrfach belastet ist vor allem die erweiterte Innenstadt.

Berliner Umweltgerechtigkeitskarte

Die Berliner Umweltgerechtigkeitskarte erweitert die Darstellung der Integrierten Mehrfachbelastungskarte (Seite
20) um die Einwohnerdichte (Betroffenheit). Außerdem sind
in ihr Planungsräume markiert, in denen eine überwiegend
einfache Wohnlage mit sehr hoher Luft- und/oder Lärmbelastung zusammenfällt (Risikobewertung). Die Karte ist im
Berliner Umweltatlas online verfügbar.  Umweltatlas

Schwerpunkt Innenstadt

Wenn von der Innenstadt die Rede ist, war in Berlin damit
bislang meist der Bereich innerhalb des S-Bahn-Rings gemeint. Die Untersuchung der Umwelt- und Sozialbelastungen legt es nahe, den Blick zu erweitern: zum Schwerpunktbereich Innenstadt. Die Grenzen folgen denen des Bereichs,
den der Flächennutzungsplan und das Landschaftsprogramm Berlin als Vorrang – beziehungsweise Vorsorgegebiet
Luftreinhaltung darstellen.
Auf rund 100 Quadratkilometern leben hier 1,58 Millionen
Menschen. Knapp 13 Prozent von ihnen leben in hoch lärmbelasteten, 46 Prozent in Räumen mit hoher Luftbelastung
und fast 92 Prozent in thermisch hoch belasteten Räumen.
Der Anteil derer, die in ihrem Planungsraum nicht ausreichend Grünflächen vorfinden, liegt bei 55 Prozent. Von den
173 Planungsräumen im Schwerpunktbereich fallen beim
21 | Erweiterter Innenstadtbereich

© SenUVK

38

Indikator Lärm 29, bei der Luft 85, bei der Grünversorgung
81, bei der thermischen Belastung 152 und beim Sozialstatus 42 unter die schlechteste Kategorie. Entsprechend hoch
ist die Zahl mehrfach belasteter Räume: Einer der drei fünffach belasteten Planungsräume Berlins, 11 von 17 vierfach
und 59 von 71 dreifach belasteten Räumen liegen hier.
Traditionell wohnen statushohe Gruppen in den Außenbereichen: Sie sind mobiler und finden dort bessere Umweltbedingungen. Die jüngere Vergangenheit zeigt allerdings
einen gegenläufigen Trend: Weite Teile der Innenstadt sind
heute von Aufwertungsprozessen geprägt. Immer mehr
wenden sich auch einkommensstarke Bevölkerungssegmente vom Auto ab und der Innenstadt zu.

Bezirke im Vergleich

So ungleich sich die Belastungen in Berlin verteilen, so unterschiedlich stark sind auch die Bezirke belastet – räumlich
und hinsichtlich der Zahl der Betroffenen. In Mitte etwa sind
mehr als die Hälfte aller Menschen, die dort wohnen, dreifach oder noch stärker belastet. Damit führt Mitte die Liste
der Bezirke an, in denen ein relativ hoher Anteil der Bevölkerung mehrfach betroffen ist. Zu diesen zählen
ebenso Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf. Anders in Treptow-Köpenick und
Steglitz-Zehlendorf: Hier sind die mehrfach belasteten Bevölkerungsanteile am geringsten. Unterschiede gibt es auch
innerhalb der einzelnen Bezirke. Fast immer sind innerstädtische Ortsteile (wie etwa der Norden Neuköllns) benachteiligt. Das gilt ebenso für gründerzeitliche Quartiere wie in
Spandau und Großsiedlungen in den äußeren Stadtteilen
Berlins. Weniger dicht bebaute Bereiche zeigen dagegen geringere Belastungen.

Berliner Umweltatlas
Kurzlink: goo.gl/eFwL5V

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

22 | Mehrfachbelastung nach Bezirken
1

5

1 1

7

4

5

7

12

13

10

13
15

12

Mitte
9

13

9
21

13

Friedrichshain-Kreuzberg
1

2

Pankow

Charlottenburg-Wilmersdorf

3
17

6

7

2

5

71

5

145

29

16
Spandau

Steglitz-Zehlendorf
2
9

12

6

105

7
Tempelhof-Schöneberg
11
6

6

10

15
Treptow-Köpenick

unbelastet

einfach

Neukölln
6

1

2

3
7

25
Marzahn-Hellersdorf

zweifach

10

3

Berlin gesamt

3

9

16

106

15

12

2
6

6

Lichtenberg

dreifach

2

Reinickendorf

vierfach

fünffach

© Fürcho GmbH / Foto: Nikolaus Fürcho

39

IG 06 Bezirksvergleich Betroffene

23 | Bezirksvergleich Betroffene
1.490
33.942 0,4%
9,8%
97.991
28,2%

119.824
34,4%

94.855
27,2%
Mitte

3.271
1,2%
57.348
21,0%

12.267
4,5%
67.744
24,8%

132.887
48,6%

91.882
24,3%
73.534
19,5%

Friedrichshain-Kreuzberg
19.228
0,5%

32.906 6.451
14,5% 2,8%
53.098
23,4%
33.048
14,6%

101.365
44,7%

34.732 11.193
10,8% 3,5%
44.019
89.895
13,6%
27,8%

69.733
18,5%

142.383
37,7%

Pankow

143.031
44,3%
Charlottenburg-Wilmersdorf
15.290
5,1%

184.888
5,3%
610.957
17,4%

957.310
27,2%

211.667
71%

Spandau

98.195
29,6%

Steglitz-Zehlendorf
16.676
5,2%

113.554
34,2%

22.172
6,9%

Tempelhof-Schöneberg

43.143
17,5%

182.471
74,2%

unbelastet
© Fürcho GmbH / Foto: Nikolaus Fürcho

40

Berlin gesamt
10.596
4,2%
71.549
28,1%

1.677
0,7%
52.518
20,7%

117.886
46,4%

Treptow-Köpenick

einfach

71.002
22,0%

101.592
31,5%

956.830
27,2%

788.211
22,4%

54.458
16,4% 65.615
19,8%

20.337
8,3%

34.277
11,5%
36.966
12,4%

Marzahn-Hellersdorf

zweifach

110.711
34,4%

Neukölln

10.460
3,9% 17.729
6,7%
48.095
30.173
18,2%
11,4%

98.872
39,3%

19.254
7,7%
16.380
6,5%

44.977
17,9%

158.401
59,8%
Lichtenberg

dreifach

17.738
7,1%

54.104
21,5%

Reinickendorf

vierfach

fünffach

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

IG 07 Bezirksvergleich Luft

24 | Bezirksvergleich Luftbelastung
5
19

22

2

6

12

14

21
34
29

Mitte

Friedrichshain-Kreuzberg

Pankow

Charlottenburg-Wilmersdorf
3

2
79

17

12

109

20
26
Spandau

Steglitz-Zehlendorf
5

5

6
14

14

259

Tempelhof-Schöneberg

30

Berlin gesamt

1

Neukölln
3

4

3

11

12

21
Treptow-Köpenick

gering

18
Marzahn-Hellersdorf

mittel

3

6

21

26
Lichtenberg

Reinickendorf

hoch

© Fürcho GmbH / Foto: fotolia/elcovalana

41

IG 07 Bezirksvergleich Lärm

25 | Bezirksvergleich Lärmbelastung
2 2

12

25
Mitte
6

4

4

1

4

18

26

Friedrichshain-Kreuzberg

Pankow

1

9

3

9

11

38
Charlottenburg-Wilmersdorf

14

12

86

86

5

23

29

Spandau

Steglitz-Zehlendorf
11

2

7

17

25
Tempelhof-Schöneberg
2

21

261
Berlin gesamt
1 2

4

Neukölln
4

6

7

1
8

11

13
17
21

22
Treptow-Köpenick

keine Werte
© Fürcho GmbH / Foto: Nikolaus Fürcho

42

Marzahn-Hellersdorf

niedrig, sehr niedrig

Lichtenberg

mittel

10
Reinickendorf

hoch, sehr hoch

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

IG 09 Bezirksvergleich Grün

26 | Bezirksvergleich Grün- und Freiflächenversorgung
4

7

10
19

15

1

9

22

19
22
9

12

15
Mitte

Friedrichshain-Kreuzberg

1

Pankow

Charlottenburg-Wilmersdorf

4

6
4

100

31

34
Spandau

Steglitz-Zehlendorf

248
9

13

98

15

17

10

10

Tempelhof-Schöneberg
1

Berlin gesamt
1 2

7

Neukölln
4

5
3

7
21
26
Treptow-Köpenick

gut, sehr gut

22

30
Marzahn-Hellersdorf

mittel

Lichtenberg

schlecht, sehr schlecht

Reinickendorf

keine Werte

© Fürcho GmbH / Foto: Louis Back

43

IG 10 Bezirksvergleich Hitze

27 | Bezirksvergleich thermische Belastung
2

4

8

8
21
11
22

39
Mitte
8

Friedrichshain-Kreuzberg

Pankow

Charlottenburg-Wilmersdorf
5

49

13

18

11

25
Spandau

228

2

Steglitz-Zehlendorf
1

170

14

18

18

Tempelhof-Schöneberg
8

29

20

Berlin gesamt
1

3

Neukölln
3

14

21

5

7
15

18

22

10

23
Treptow-Köpenick

gering
© Fürcho GmbH / Foto: Nikolaus Fürcho

44

Marzahn-Hellersdorf

mittel

Lichtenberg

Reinickendorf

hoch

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

IG 11 Bezirksvergleich Status-Index

28 | Bezirksvergleich soziale Problematik
1 1

2

5

1

4

6

8

17

17

18
Mitte

2

5

35

Friedrichshain-Kreuzberg

Pankow

42
Charlottenburg-Wilmersdorf
1

13

9
13

90

80

17
23

17
Spandau
3

Steglitz-Zehlendorf
4

4

18

27
Tempelhof-Schöneberg
2

Berlin gesamt
1

3
8

7

22
Treptow-Köpenick

unbelastet

18

264

einfach

Neukölln
1

6

7

6

8

13

11
Marzahn-Hellersdorf

zweifach

15

19
Lichtenberg

dreifach

Reinickendorf

vierfach

fünffach

© Fürcho GmbH / Foto: fotolia/oneinchpunch

45

29 | Mitte

unbelastet

< 10.000

30 | Friedrichshain-Kreuzberg

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Mitte

Friedrichshain-Kreuzberg

Schwerpunkte der Belastung finden sich in den Ortsteilen
des Wedding nördlich der Ringbahn, im Westen Moabits
und in der historischen Innenstadt. Spandauer und Rosenthaler Vorstadt sind dagegen vergleichsweise gering belastete Bezirksteile. Thermisch belastet ist fast der gesamte
eng bebaute Bezirk.

Der Bezirk ist insgesamt ein Belastungsschwerpunkt. 77,8
Prozent der Menschen hier leben in zweifach und höher belasteten Quartieren. Handlungsbedarf gibt es in fast allen
Feldern der Umweltgerechtigkeit: Bei der Lärmbelastung
landet der Bezirk zwar knapp unter dem Berliner Durchschnitt, bei allen anderen Kernindikatoren aber liegt er
deutlich darüber.

Mitte ist mit am stärksten belastet: Acht von 20, und damit
40 Prozent der berlinweit am höchsten belasteten Planungsräume liegen hier. Noch deutlicher wird das beim
Blick auf die Einwohnerzahl: Der Bezirk stellt fast die Hälfte
(48,7 Prozent) aller Berlinerinnen und Berliner, die in vierund fünffach belasteten Räumen wohnen.

Gegenläufige Tendenzen zeigen die 17 Planungsräume im
Prognoseraum Zentrum (0101). Sie weisen zwar – anders
als der eher mittel belastete Rest des Bezirks – eine nahezu
flächendeckend hohe Luftbelastung auf. Die soziale Situation ist in diesen Teilen des Bezirks dagegen meist durchschnittlich, teils sogar gut.

46

Mit Blick auf die Situation der Umweltgerechtigkeit gehört
der Bezirk zu den am stärksten benachteiligten. Zwei- bis
Dreifachbelastungen der Planungsräume sind die Regel.
Der Anteil mehrfach belasteter Einwohner und Einwohnerinnen liegt mit 77,8 Prozent deutlich über dem Berliner
Durchschnitt (50,4 Prozent).

Einige Teil-Räume sind immerhin nur einfach belastet. Dazu
zählen der Chamissokiez, die Kreuzberger Quartiere östlich
und westlich des Görlitzer Parks, der Planungsraum Reichenberger Straße und der Wrangelkiez und – im Friedrichshainer Westen – die Planungsräume Barnimkiez und Weberwiese. Ohne höhere Belastung schneidet einzig die
Stralauer Halbinsel ab.

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

31 | Pankow

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

32 | Charlottenburg-Wilmersdorf

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Pankow

Charlottenburg-Wilmersdorf

Die meisten mehrfach belasteten Planungsräume liegen im
innerstädtischen Teil des Bezirks, die problematischsten davon in den Prognoseräumen Nördlicher (0306) und Südlicher Prenzlauer Berg (0307), die durch ihre gründerzeitliche Bebauung und ein Nebeneinander von Wohnen und
Gewerbe geprägt sind.

S-Bahn-Ring und Stadtautobahn bilden eine erkennbare
Grenze zwischen den nicht oder wenig belasteten Räumen
außerhalb und den Innenstadtquartieren, die recht homogen zwei- bis dreifach belastet sind. Mehrfach belastete Planungsräume im Außenbereich – etwa die um Königin-Elisabeth- oder Schlangenbader Straße – sind Räume mit hoher
Verkehrsbelastung durch Autobahn oder Bahnanlagen.

Pankow liegt etwa im Berliner Durchschnitt – bei der Verteilung belasteter Planungsräume wie bei der Betroffenheit
der Bevölkerung. Auffällig sind aber die überdurchschnittliche Luftbelastung und der hohe Anteil von Räumen mittlerer sozialer Problemdichte. Erstere ist in Pankow in 72,5
Prozent, in Berlin aber nur in 57,9 Prozent der Räume zu
konstatieren. Räume mittlerer sozialer Problemdichte machen im Bezirk 87,5 Prozent, in Berlin 59, 1 Prozent aus.

Der Anteil nicht, ein- oder zweifach belasteter Planungsräume liegt über dem Berliner Durchschnitt. Allerdings leben
etwa 37,7 Prozent der Menschen in Pankow, aber nur 27,2
Prozent aller Berlinerinnen und Berliner in zweifach belasteten Räumen.

Der Anteil nicht, ein- oder zweifach belasteter Räume liegt
in Charlottenburg mit 73,7 Prozent etwas unter dem berlinweiten Wert von 79,6 Prozent. In solchen Räumen leben im
Bezirk nur 68,7 Prozent, berlinweit aber 76,8 Prozent der
Menschen. Schlechter als die Gesamtstadt schneidet Charlottenburg-Wilmersdorf auch bei der Grünversorgung und
bei der Luftbelastung ab. Bei der sozialen Situation liegt der
Bezirk dagegen über dem Berliner Niveau.

Da im stärker belasteten Innenstadtteil die meisten Menschen des Bezirks wohnen, ist der Anteil der Bevölkerung,
der mit Drei- oder Vierfachbelastung leben muss, höher als
im landesweiten Durchschnitt: 31,3 Prozent (das entspricht
gut 100.000 Menschen) sind es im Bezirk, 22,6 Prozent in
ganz Berlin.

47

33 | Spandau

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

34 | Steglitz-Zehlendorf

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Spandau

Spandau liegt etwa im berlinweiten Durchschnitt, bei der
Zahl der Betroffenen sogar etwas besser. Die mehrfach belasteten Planungsräume östlich, westlich und nördlich der
Altstadt sind zwar dicht besiedelt: Gut 90.000 Menschen
wohnen hier. Dennoch leben in Spandau weniger Menschen
in mehrfach belasteten Räumen als in ganz Berlin, während
der Bevölkerungsanteil, der nur eine Belastung zu schultern
braucht, mit 44,7 Prozent um das Doppelte über den stadtweiten 22,4 Prozent liegt.
Gut steht der Bezirk bei der Grünversorgung da: 87,2 Prozent der Räume Spandaus sind gut versorgt. In Berlin sind
es 55,5 Prozent. In puncto Luft gehört Spandau zu den geringer, bei Bioklima und Sozialstatus zu den durchschnittlich belasteten Bezirken. Anders beim Lärm: Planungsräume mit hoher Lärmbelastung machen in Spandau 59, in
Berlin aber nur 19,2 Prozent aus. Die Schließung des Flughafens Tegel wird die Situation aber ein Stück weit entlasten.
Schwerpunkte sind die Neustadt und das Falkenhagener
Feld, vor allem die Planungsräume Darbystraße, Germersheimer Platz, Eiswerder, Kur-, Acker-, Carl-Schurz- und Gartenfelder Straße. Hier treffen Drei- und Vierfachbelastungen auf soziale Herausforderungen.

48

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Steglitz-Zehlendorf

Steglitz-Zehlendorf zeigt relativ niedrige Umweltbelastungen. Bei fast allen Kernindikatoren verbucht der Bezirk nur
geringe Anteile an Räumen mit problematischen Belastungsstufen. Er liegt damit klar unter dem stadtweiten
Durchschnitt. Einzige Ausnahme ist die thermische Belastung.
Mehrfach belastet sind nur sieben von 41 Planungsräumen
im Bezirk. In ihnen leben 16,6 Prozent der Bezirksbevölkerung. Vier- oder fünffach belastete Räume gibt es keine.
Entsprechend hoch ist umgekehrt der Anteil nicht oder gering belasteter Planungsräume. Nahezu drei Viertel – genauer: 71 Prozent – der Menschen im Bezirk leben in unbelasteten Räumen.
Dabei kann der Altbezirk Zehlendorf als vollständig unbelastet gelten. Im früheren Steglitz zeigt sich ein differenzierteres Bild: Mehrfachbelastungen konzentrieren sich im
dicht bebauten, eher innerstädtisch strukturierten Bereich
um die Schloßstraße und die parallel verlaufenden Trassen
von A 103 und Wannseebahn. Daneben sind lediglich der
Planungsraum Südende und – weiter südlich an der Landesgrenze – die Thermometersiedlung mehrfach belastet.

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

35 | Tempelhof-Schöneberg

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

36 | Neukölln

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Tempelhof-Schöneberg

Betrachtet man die Verteilung der Planungsräume auf die
Belastungskategorien, liegt der Bezirk leicht über dem Berliner Durchschnitt. Die einzelnen Faktoren weichen nur wenig von den stadtweiten Werten ab. Negativer Spitzenreiter
ist die Luftbelastung. Hier sind im Bezirk 41,3 Prozent, in
ganz Berlin aber nur 24,4 Prozent der Planungsräume belastet.
Auch mit Blick auf die Zahl Betroffener bewegt sich Tempelhof-Schöneberg im Mittelfeld. Zwar ist der Anteil dreifach
belasteter Einwohnerinnen und Einwohner deutlich höher.
Das Fehlen von Vier- und Fünffachbelastungen und ein höherer Bevölkerungsanteil in unbelasteten Planungsräumen
gleichen das allerdings rein rechnerisch aus.
Der innerstädtische Teil des Bezirks ist in unterschiedlichem
Maße, aber fast durchgängig mehrfach belastet. Einzige
Ausnahme: Neu-Tempelhof mit dem Tempelhofer Feld.
Auch die Räume südlich des S-Bahn-Rings in Friedenau
(0703) und Tempelhof (0704) sind meist zwei- und dreifach
belastet. Sie weisen eine hohe städtebauliche Dichte und
gemischte Nutzung auf. Südlich des Teltowkanals finden
sich dagegen keine Räume mit nennenswerten Belastungen.

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Neukölln

Der Süden des Bezirkes ist kaum belastet. Die gründerzeitlich geprägten Quartiere des Neuköllner Nordens zeigen
dagegen durchgängig mittlere und hohe Belastungen, vor
allem die Planungsräume Wissmannstraße, Flughafenstraße, Körnerpark, Glasower Straße, Bouchéstraße, Reuterkiez,
Donaustraße, Rixdorf, Treptower Straße Nord, Gewerbegebiet Ederstraße, Gewerbegebiet Köllnische Heide und Buschkrugallee Nord. In der Summe liegt Neukölln damit berlinweit im Mittelfeld.
Thematisch fallen drei Dinge auf: die Versorgungsdefizite
bei Grünflächen, die relativ hohe thermische Belastung, vor
allem aber die Häufung sozialer Herausforderungen im
Nordteil. Beim Status-Index fallen 52 Prozent der Räume
Neuköllns, aber nur 22,8 Prozent der Räume Berlins in die
schlechteste Kategorie.
Im dicht bebauten Norden lebt ein Großteil der Bevölkerung. Fast zwei Drittel (61,6 Prozent) der Menschen in Neukölln wohnen deshalb in zweifach und stärker belasteten
Räumen. Berlinweit sind es nur 49,8 Prozent. Entsprechend
viele Menschen tragen stärkere Belastungen. Die Abweichung vom Berliner Niveau ist aber geringer als bei stadtstrukturell ähnlichen Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und selbst Charlottenburg-Wilmersdorf.

49

37 | Treptow-Köpenick

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

38 | Marzahn-Hellersdorf

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Treptow-Köpenick

Treptow-Köpenick zählt mit Steglitz-Zehlendorf zu den am
wenigsten belasteten Bezirken. Das gilt für die Zahl der Planungsräume wie für die der Betroffenen.
Alle Kernindikatoren schneiden im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich gut ab: Die thermische und die
Luftbelastung sind spürbar geringer, die Grünversorgung
deutlich besser und der Status-Index erheblich höher. Einzig
beim Lärm ist die Situation nur geringfügig entspannter als
in ganz Berlin.
Wenige Planungsräume sind überhaupt belastet: die verdichteten Bereiche Alt-Treptow, Schöneweide und die Altstadt Köpenick mit ihren Vorstädten. Hier finden sich Einund Zweifachbelastungen.
Drei Viertel (74,2 Prozent) der Menschen im Bezirk leben
dadurch in unbelasteten und 17,5 Prozent in einfach belasteten Planungsräumen. Damit sind in Treptow-Köpenick
anteilig weniger Menschen von Belastungen betroffen als in
jedem anderen Berliner Bezirk.

50

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Marzahn-Hellersdorf

Mit nur wenigen mehrfach belasteten Planungsräumen
steht der Bezirk im stadtweiten Vergleich gut da. Die Werte
liegen bei allen Kernindikatoren über dem Berliner Durchschnitt. Besonders augenfällig ist das bei der guten und
sehr guten Grünversorgung.
Die relativ geringe Belastung schlägt sich auch in den Zahlen betroffener Einwohnerinnen und Einwohner nieder. Drei
Viertel (74,5 Prozent) der Menschen in Marzahn-Hellersdorf
leben in nicht oder nur einfach belasteten Räumen. Das ist
ein deutlich höherer Anteil als in ganz Berlin: Dort sind es
nur 49,6 Prozent.
Allerdings werden deutliche Unterschiede sichtbar: Auf der
einen Seite stehen gering verdichtete, oft von Einfamilienhaussiedlungen geprägte Bereiche, auf der anderen die beiden Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf. In Letzteren
finden sich einzelne Planungsräume mit Mehrfachbelastungen – etwa Marzahner Promenade und Helle Mitte.

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

39 | Lichtenberg

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

40 | Reinickendorf

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Lichtenberg

Was den Grad der Mehrfachbelastung angeht, liegt Lichtenberg deutlich vor Berlin. Trotzdem kann die Situation im
Bezirk nicht als überdurchschnittlich gut eingestuft werden:
Das liegt an dem mit 59,5 Prozent hohen Anteil einfach belasteter Planungsräume und einem entsprechend hohen
Bevölkerungsanteil in dieser Kategorie.
Betrachtet man die einzelnen Kernindikatoren, bewegt sich
Lichtenberg in der Summe leicht unter dem Berliner Durchschnitt. Dabei verzeichnet der Bezirk vor allem höhere Anteile an Planungsräumen mit hoher Lärm- und thermischer
Belastung. So sind 68,6 Prozent der Räume im Bezirk, aber
nur 51 Prozent aller Räume in Berlin thermisch hoch belastet.
Belastete und weniger belastete Räume verteilen sich nahezu gleichmäßig über den Bezirk. Offensichtlich resultieren
die Belastungen aus kleinräumigen Situationen.
Mit Blick auf die betroffenen Bevölkerungsanteile bewegt
sich der Bezirk im Mittelfeld: In Lichtenberg leben anteilig
weniger Menschen in unbelasteten, aber auch deutlich weniger in mehrfach belasteten Räumen als in Berlin.

unbelastet

< 10.000

einfach

10.000 bis
< 20.000

zweifach

20.000
und mehr

dreifach

vierfach

fünffach

Planungsräume mit überwiegend einfacher Wohnlage (über
66 % der Adressen) sowie hoher
Lärm- und/oder sehr hoher Luftbelastung

© SenUVK

Reinickendorf

Der Bezirk bewegt sich sowohl beim Anteil mehrfach belasteter Räume als auch beim Anteil Betroffener an der Gesamtbevölkerung unter dem Berliner Durchschnitt – und
das, obwohl zwei der berlinweit drei fünffach belasteten
Planungsräume im Bezirk liegen.
91 Prozent aller Berlinerinnen und Berliner, die eine fünffache Belastung tragen, leben damit in Reinickendorf. Bezogen auf die Bevölkerung des Bezirks sind das 6,7 Prozent
aller Menschen. Berlinweit liegt dieser Wert nur bei 0,7 Prozent. Mit Schließung des Flughafens Tegels dürfte sich diese
Situation deutlich entspannen.
Bei den einzelnen Kernindikatoren liegt der Bezirk teils
etwas unter, teils über und in der Summe auf ähnlichem
Niveau wie ganz Berlin. Signifikant schlechter ist mit 36,7
Prozent dabei der Anteil an Planungsräumen mit hoher
Lärmbelastung im Bezirk. Berlinweit liegt dieser bei 19,2
Prozent.
Räumlicher Schwerpunkt der Mehrfachbelastungen ist der
Südosten von Reinickendorf. Vor allem geht es um die Planungsräume Letteplatz, Klixstraße, Scharnweberstraße und
Dannenwalder Weg. Hier finden sich gründerzeitlich gemischte, verdichtete Strukturen in der Einflugschneise des
Flughafens Tegel.

51

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017
Bezirk Mitte

innere Stadt

Schlüssel

Planungsraum

1011101

Stülerstraße

1011102

Großer Tiergarten

1011103

Lützowstraße

1011104

Körnerstraße

1011105

Nördlicher Landwehrkanal

1011201

Wilhelmstraße

1011202

Unter den Linden Nord

1011203

Unter den Linden Süd

1011204

Leipziger Straße

1011301

Charitéviertel

1011302

Oranienburger Straße

1011303

Alexanderplatzviertel

1011304

Karl-Marx-Allee

1011305

Heine-Viertel West

1011306

Heine-Viertel Ost

1011401

Invalidenstraße

1011402

Arkonaplatz

1022101

Huttenkiez

1022102

Beusselkiez

1022103

Westhafen

1022104

Emdener Straße

1022105

Zwinglistraße

1022106

Elberfelder Straße

1022201

Stephankiez

1022202

Heidestraße

1022203

Lübecker Straße

1022204

Thomasiusstraße

1022205

Zillesiedlung

1022206

Lüneburger Straße

1022207

Hansaviertel

1033101

Soldiner Straße

1033102

Gesundbrunnen

1033201

Brunnenstraße

1033202

Humboldthain Süd

1033203

Humboldthain Nordwest

1044101

Rehberge

Berechnung: Belastung pro Indikator

52

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Lage
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„ einfach, „„ zweifach, „„„ dreifach, „„ zweifach, „„„ dreifach =

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Mehrfachbelastung (2x Dreifachbelastung)

Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

1044102

Schillerpark

1044103

Westliche Müllerstraße

1044201

Reinickendorfer Straße

1044202

Sparrplatz

1044203

Leopoldplatz

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Planungsraum

2010101

Askanischer Platz

2010102

Mehringplatz

2010103

Moritzplatz

2010104

Wassertorplatz

2020201

Gleisdreieck/Entwicklungsgebiet

2020202

Rathaus Yorckstraße

2020203

Viktoriapark

2020204

Urbanstraße

2020205

Chamissokiez

2020206

Graefekiez

2030301

Oranienplatz

2030302

Lausitzer Platz

2030401

Reichenberger Straße

2030402

Wrangelkiez

2040501

Barnimkiez

2040502

Friedenstraße

2040503

Richard-Sorge-Viertel

2040701

Andreasviertel

2040702

Weberwiese

2040703

Wriezener Bf./Entwicklungsgebiet

2050601

Hausburgviertel

2050602

Samariterviertel

2050801

Traveplatz

2050802

Boxhagener Platz

2050803

Stralauer Kiez

2050804

Stralauer Halbinsel

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Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Schlüssel

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innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Bezirk Pankow

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innere Stadt

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äußere Stadt

Schlüssel

Planungsraum

Mehrfachbelastung

Lage

3010101

Bucher Forst

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3010102

Buch

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3010104

Lietzengraben

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3020203

Blankenfelde

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53

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

3020209

Niederschönhausen

3020210

Herthaplatz

3020307

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Buchholz

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3030405

Karow Nord

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3030406

Alt-Karow

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3030711

Blankenburg

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3030715

Heinersdorf

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3030716

Märchenland

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3040508

Rosenthal

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3040512

Wilhelmsruh

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3040513

Schönholz

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3040614

Pankow Zentrum

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3040818

Pankow Süd

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3050919

Gustav-Adolf-Straße

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3050920

Weißer See

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3050923

Weißenseer Spitze

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3050924

Behaimstraße

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3050925

Komponistenviertel Weißensee

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3051017

Rennbahnstraße

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3051021

Buschallee

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3051022

Hansastraße

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3061126

Arnimplatz

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3061131

Falkplatz

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3061227

Humannplatz

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3061228

Erich-Weinert-Straße

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3061332

Helmholtzplatz

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3061429

Greifswalder Straße

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3061430

Volkspark Prenzlauer Berg

3061434

Anton-Saefkow-Park

3061435

Conrad-Blenkle-Straße

3061441

Eldenaer Straße

3071536

Teutoburger Platz

3071537

Kollwitzplatz

3071633

Thälmannpark

3071638

Winsstraße

3071639

Bötzowstraße

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Planungsraum

4010101

Jungfernheide

4010102

Plötzensee

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Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Schlüssel

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innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Lage
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Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

4010103

Paul-Hertz-Siedlung

4020204

Olympiagelände

4020205

Siedlung Ruhleben

4020206

Angerburger Allee

4020207

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Flatowallee

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4020208

Kranzallee

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4020209

Eichkamp

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4020310

Park Ruhwald

4020311

Reichsstraße

4020312

Branitzer Platz

4020313

Königin-Elisabeth-Straße

4020314

Messegelände

4030415

Schloßgarten

4030416

Klausenerplatz

4030417

Schloßstraße

4030518

Tegeler Weg

4030519

Kaiserin-Augusta-Allee

4030620

Alt-Lietzow

4030621

Spreestadt

4030622

Richard-Wagner-Straße

4030623

Ernst-Reuter-Platz

4030724

Lietzensee

4030725

Amtsgerichtsplatz

4030726

Droysenstraße

4030827

Karl-August-Platz

4030828

Savignyplatz

4030929

Hindemithplatz

4030930

George-Grosz-Platz

4030931

Breitscheidplatz

4031032

Halensee

4041133

Güterbahnhof Grunewald

4041134

Bismarckallee

4041135

Hundekehle

4041136

Hagenplatz

4041137

Flinsberger Platz

4041238

Kissinger Straße

4041239

Stadion Wilmersdorf

4041240

Messelpark

4041241

Breite Straße

4041342

Schlangenbader Straße

4041343

Binger Straße

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55

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

4041344

Rüdesheimer Platz

4051445

Eisenzahnstraße

4051446

Preußenpark

4051447

Ludwigkirchplatz

4051448

Schaperstraße

4051549

Rathaus Wilmersdorf

4051550

Leon-Jessel-Platz

4051551

Brabanter Platz

4051652

Nikolsburger Platz

4051653

Prager Platz

4051654

Wilhelmsaue

4051655

Babelsberger Straße

4051656

Hildegardstraße

4061757

Forst Grunewald

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Planungsraum

5010101

Hakenfelde Nord

5010102

Goltzstraße

5010103

Amorbacher Weg

5010204

Griesingerstraße

5010205

An der Tränke

5010206

Gütersloher Weg

5010207

Darbystraße

5010208

Germersheimer Platz

5010209

An der Kappe

5010310

Eckschanze

5010311

Eiswerder

5010312

Kurstraße

5010313

Ackerstraße

5010314

Carl-Schurz-Straße

5010339

Freiheit

5020415

Isenburger Weg

5020416

Am Heideberg

5020417

Staakener Straße

5020418

Spandauer Straße

5020419

Magistratsweg

5020420

Werkstraße

5020521

Döberitzer Weg

5020522

Pillnitzer Weg

5020523

Maulbeerallee

56

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Bezirk Spandau
Schlüssel

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innere Stadt

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äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Lage
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Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

5020524

Weinmeisterhornweg

5020625

Borkumer Straße

5020626

Adamstraße

5020627

Tiefwerder

5020628

Graetschelsteig

5020629

Börnicker Straße

5030730

Zitadellenweg

5030731

Gartenfelder Straße

5030832

Rohrdamm

5030833

Motardstraße

5040934

Alt-Gatow

5040935

–

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Groß-Glienicker Straße

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5040936

Jägerallee

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5040937

Kladower Damm

–

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5040938

Kafkastraße

–

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Bezirk Steglitz-Zehlendorf

innere Stadt

Schlüssel

Planungsraum

Mehrfachbelastung

6010101

Fichtenberg

–

6010102

Schloßstraße

6010103

Markelstraße

6010204

Munsterdamm

6010205

Südende

6010206

Stadtpark

6010207

Mittelstraße

6010208

Bergstraße

6010209

Feuerbachstraße

6010210

Bismarckstraße

6020301

Alt-Lankwitz

6020302

Komponistenviertel Lankwitz

6020303

Lankwitz Kirche

6020304

Kaiser-Wilhelm-Straße

6020305

Gemeindepark Lankwitz

6020306

Lankwitz Süd

6020407

Thermometersiedlung

6020408

Lichterfelde Süd

6020409

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äußere Stadt
Lage

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Königsberger Straße

–

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6020410

Oberhofer Platz

–

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6020411

Schütte-Lanz-Straße

–

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6030501

Berlepschstraße

–

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6030502

Zehlendorf Süd

–

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57

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

6030503

Zehlendorf Mitte

–

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6030504

Teltower Damm

–

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6030605

Botanischer Garten

–

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6030606

Hindenburgdamm

–

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6030607

Goerzwerke

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6030608

Schweizer Viertel

–

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6030609

Augustaplatz

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6030610

Lichterfelde West

–

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6040701

Wannsee

–

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6040702

Düppel

–

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6040703

Nikolassee

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6040804

Krumme Lanke

–

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6040805

Fischerhüttenstraße

–

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6040806

Fischtal

–

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6040807

Zehlendorf Eiche

–

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6040808

Hüttenweg

–

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6040809

Thielallee

–

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6040810

Dahlem

–

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Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Schlüssel

Planungsraum

7010101

Wittenbergplatz/Viktoria-Luise-Platz

7010102

Nollendorfplatz

7010103

Barbarossaplatz

7010104

Dennewitzplatz

7020201

Bayerischer Platz

7020202

Volkspark (Rudolf-Wilde-Park)

7020203

Kaiser-Wilhelm-Platz

7020204

Schöneberger Insel

7030301

Friedenau

7030302

Ceciliengärten

7030303

Grazer Platz

7040401

Neu-Tempelhof

7040402

Lindenhofsiedlung

7040403

Manteuffelstraße

7040404

Marienhöhe

7040405

Rathaus Tempelhof

7040406

Germaniagarten

7050501

Rathausstraße

7050502

Fritz-Werner-Straße

7050503

Eisenacher Straße

58

innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

47| Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

7050504

Imbrosweg

7050505

Hundsteinweg

7050506

Birnhornweg

7060601

Marienfelder Allee Nordwest

7060602

Kichstraße

7060603

Marienfelde Nordost

7060604

Marienfelde Süd

7070701

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Kettinger Straße/Schillerstraße

–

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7070702

Alt-Lichtenrade/Töpchiner Weg

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7070703

John-Locke-Straße

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7070704

Nahariyastraße

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7070705

Franziusweg/Rohrbachstraße

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7070706

Horstwalder Straße/Paplitzer Straße

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7070707

Wittelsbacherstraße

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Bezirk Neukölln
Schlüssel

Planungsraum

8010115

Hasenheide

8010116

Wissmannstraße

8010117

Schillerpromenade

8010118

Silbersteinstraße

8010211

Flughafenstraße

8010212

Rollberg

8010213

Körnerpark

8010214

Glasower Straße

8010301

Reuterkiez

8010302

Bouchéstraße

8010303

Donaustraße

8010404

Rixdorf

8010405

Hertzbergplatz

8010406

Treptower Straße Nord

8010407

Gewerbegebiet Ederstraße

8010508

Weiße Siedlung

8010509

Schulenburgpark

8010510

Gewerbegebiet Köllnische Heide

8020619

Buschkrugallee Nord

8020620

Tempelhofer Weg

8020621

Mohriner Allee Nord

8020622

Parchimer Allee

8020623

Ortolanweg

8020624

Britzer Garten

innere Stadt

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äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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59

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

8020625

Handwerker-Siedlung

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8020726

Buckow West

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8020727

Buckow Mitte

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8020728

Buckow Ost

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8030829

Gropiusstadt Nord

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8030830

Gropiusstadt Süd

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8030831

Gropiusstadt Ost

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8040932

Goldhähnchenweg

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8040933

Vogelviertel Süd

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8040934

Vogelviertel Nord

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8041035

Blumenviertel

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8041036

Zittauer Straße

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8041037

Alt-Rudow

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8041038

Waßmannsdorfer Chaussee

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8041039

Frauenviertel

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8041040

Waltersdorfer Chaussee Ost

–

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Bezirk Treptow-Köpenick
Schlüssel

Planungsraum

9010101

Elsenstraße

9010102

Am Treptower Park Nord

9010201

Am Treptower Park Süd

9010202

Köpenicker Landstraße

9010301

Baumschulenstraße

9010302

Späthsfelde

9010401

Johannisthal West

9010402

Johannisthal Ost

9020501

Oberschöneweide West

9020502

Oberschöneweide Ost

9020601

Schnellerstraße

9020602

Oberspreee

9020701

innere Stadt

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äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Adlershof West

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9020702

Adlershof Ost

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9020801

Spindlersfeld

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9020802

Köllnische Vorstadt

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9030901

Dorf Altglienicke

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9030902

Wohngebiet II

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9030903

Kölner Viertel

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9031001

Bohnsdorf

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9031101

Grünau

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9031201

Karolinenhof

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60

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Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

9031202

Schmöckwitz/Rauchfangswerder

–

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9041301

Kietzer Feld/Nachtheide

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9041302

Wendenschloß

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9041401

Allende I

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9041402

Allende II

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9041501

Altstadt-Kietz

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9041601

Müggelheim

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9051701

Hirschgarten

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9051702

Bölschestraße

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9051801

Rahnsdorf/Hessenwinkel

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9051901

Dammvorstadt

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9052001

Köpenick Nord

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Bezirk Marzahn-Hellersdorf
Schlüssel

Planungsraum

10010101 Marzahn West
10010102 Havemannstraße
10010203 Gewerbegebiet Bitterfelder Straße
10010204 Wuhletalstraße
10010205 Marzahn Ost
10010206 Ringkolonnaden
10010207 Marzahner Promenade
10010308 Marzahner Chaussee
10010309 Springpfuhl
10010310 Alt-Marzahn
10010311 Landsberger Tor
10020412 Alte Hellersdorfer Straße
10020413 Gut Hellersdorf
10020414 Helle Mitte
10020415 Hellersdorfer Promenade
10020416 Böhlener Straße
10020517 Adele-Sandrock-Straße
10020518 Schleipfuhl
10020519 Boulevard Kastanienallee
10020620 Kaulsdorf Nord II
10020621 Gelbes Viertel
10020622 Kaulsdorf Nord I
10020623 Rotes Viertel
10030724 Oberfeldstraße
10030725 Buckower Ring
10030726 Alt-Biesdorf

innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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61

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

10030727 Biesdorf Süd

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10040828 Kaulsdorf Nord

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10040829 Alt-Kaulsdorf

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10040830 Kaulsdorf Süd

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10040931 Mahlsdorf Nord

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10040932 Alt-Mahlsdorf

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10040933 Mahlsdorf Süd

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Bezirk Lichtenberg
Schlüssel

Planungsraum

11010101 Dorf Malchow
11010102 Dorf Wartenberg
11010103 Dorf Falkenberg
11010204 Falkenberg Ost
11010205 Falkenberg West
11010206 Wartenberg Süd
11010207 Wartenberg Nord
11010308 Zingster Straße Ost
11010309 Zingster Straße West
11010310 Mühlengrund
11020411 Malchower Weg
11020412 Hauptstraße
11020513 Orankesee
11020514 Große-Leege-Straße
11020515 Landsberger Allee
11020516 Weiße Taube
11030617 Hohenschönhausener Straße
11030618 Fennpfuhl West
11030619 Fennpfuhl Ost
11030720 Herzbergstraße
11030721 Rüdigerstraße
11030824 Frankfurter Allee Süd
11040925 Victoriastadt
11040926 Weitlingstraße
11041022 Rosenfelder Ring
11041023 Gensinger Straße
11041027 Tierpark
11041128 Sewanstraße

62

innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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Die umweltgerechte Stadt | Der Status quo

41 | Umweltgerechtigkeit im Land Berlin 2017 (Fortsetzung)

11051229 Rummelsburg
11051330 Karlshorst West
11051331 Karlshorst Nord
11051332 Karlshorst Süd

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Bezirk Reinickendorf
Schlüssel

Planungsraum

12103115 Breitkopfbecken
12103116 Hausotterplatz
12103117 Letteplatz
12103218 Teichstraße
12103219 Schäfersee
12103220 Humboldtstraße
12214125 Waldidyll/Flughafensee
12214126 Tegel Süd
12214421 Reinickes Hof
12214422 Klixstraße
12214423 Mellerbogen
12214424 Scharnweberstraße
12214527 Alt-Tegel

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innere Stadt

äußere Stadt

Mehrfachbelastung

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12214528 Tegeler Forst

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12224229 Konradshöhe/Tegelort

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12224230 Heiligensee

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12231101 Hermsdorf

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12231102 Frohnau

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12301205 Waidmannslust

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12301206 Lübars

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12302107 Schorfheidestraße

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12301203 Wittenau Süd
12301204 Wittenau Nord

12302108 Märkisches Zentrum
12302109 Treuenbrietzener Straße
12302110 Dannenwalder Weg
12302211 Lübarser Straße
12302212 Rollbergsiedlung
12304313 Borsigwalde
12304314 Ziekowstraße/Freie Scholle

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63

Die Leitfragen: Wie geht es weiter?
Der Basisbericht Umweltgerechtigkeit liefert eine solide Basis, um die Berliner Umweltziele zu konkretisieren. Für die nächsten Schritte sind wesentliche Kernfragen zu beantworten: Wie lässt sich Umweltgerechtigkeit in der Stadtgesellschaft verankern? Wie kann es gelingen, mehr Umweltgerechtigkeit in den Quartieren herzustellen? Und wie kann sich das Land einer
breiten Mitwirkung versichern?

In der Stadtgesellschaft verankern

„„
Wie lässt sich die Wahrnehmung von Umweltgerechtigkeit in städtischen Abwägungs- und Aushandlungsprozessen verbessern? Welche Argumente sprechen für (oder
gegen) eine stärkere Berücksichtigung des Themenfelds
in diesen Prozessen?
„„
An welchen gesamtstädtischen wie quartiersbezogenen
Ansätzen, die derzeit konzipiert werden oder sich in der
Anfangsphase der Umsetzung befinden, kann das Thema
andocken?
„„
Wie können praxistaugliche Handlungsansätze – das
heißt: neue Perspektiven und Handlungsformen in urbanen Räumen – aussehen? Dazu gehören Konzepte,
Kooperationen, Moderations- und Beratungsangebote,
Aktivierungsmaßnahmen, das Verknüpfen lokaler und
stadtweiter Netzwerke und das operative Umsetzen konkreter Maßnahmen. Denkbar sind gleichermaßen stadtweite Konzepte, lokale und quartiersbezogene Projekte,
die neue Konstellationen von Handelnden in den Fokus
rücken oder neue, an der Gesundheit orientierte städtebauliche Leitbilder umsetzen.

Mehr Umweltgerechtigkeit schaffen

„„
Welche Funktion kann der sozialräumlich orientierte Ansatz in der integrierten Stadtentwicklung und Umweltplanung Berlins übernehmen? Wie und wo wird Umweltgerechtigkeit im Berliner Planungssystem verankert?
„„
Wie lässt sich in den benachteiligten Stadträumen mehr
Umweltgerechtigkeit herstellen? Wie kann die Frühwarnfunktion des Monitorings implementiert und noch verbessert werden? Und wie können innovative Technologien eingesetzt werden, um intelligente und effiziente
Lösungen für ganz unterschiedliche Bereiche der Stadtentwicklung und Umweltgerechtigkeit zu realisieren?
„„
Wie sehen Handlungsbausteine aus, die die ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung (etwa von
Stadtplanungsamt, Grünflächenamt, Umweltamt, Jugend, Gesundheit und Soziales, Bildung und Kultur, Wirtschaftsförderung und anderen Stellen) sicherstellen?

64

„„
Welche existierenden Programme, Projekte oder Ziele
lassen sich mit der Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption verzahnen? Und wann entsteht ein Mehrbedarf
für die Bereiche Stadtentwicklung, Städtebau, Soziales,
Gesundheit und Umwelt? Welche für eine umweltgerechte Quartiersentwicklung wichtigen Themen sind bislang
noch nicht in Programmen wie denen der Städtebauförderung abgebildet? Wie wirken sich finanzielle Rahmenbedingungen der Fachressorts und Bezirke aus? Welche
alternativen Konzepte sind bei knappen finanziellen und
personellen Ressourcen erfolgversprechend?
„„
Welche raumbezogenen Herausforderungen und Handlungsoptionen sind mit den Themen Gesundheitsförderung und Prävention zum Schutz des körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens verbunden? Wo
liegen Möglichkeiten und Grenzen partizipativer und
kooperativer Raumentwicklung hinsichtlich gesunder
Lebensbedingungen? Welche Chancen bieten Instrumente der räumlichen und der Fachplanung zur Gesundheitsförderung (health in all policies)?

Breite Mitwirkung sichern

„„
Wie kann Berlin mit anderen Akteuren zusammenwirken,
um die Umweltgerechtigkeitskonzeption umzusetzen
und weiterzuentwickeln? Wie könnte eine verbindliche,
langfristige Kooperation mit Zivilgesellschaft, Wohlfahrtsverbänden, Privatwirtschaft, Stiftungen und Kirchen aussehen?
„„
Welche Teile der Stadtgesellschaft können in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Welche Chancen und Risiken eröffnen formelle und informelle Bürgerbeteiligung für die Umsetzung? Wie sehen geeignete
Verfahren und Formen von Empowerment, Aktivierung
und Beteiligung aus? Welche Aufgaben können die Quartiersmanagements und andere übernehmen, die sich vor
Ort um die Menschen kümmern?
„„
Welche Rolle können zivilgesellschaftliches Engagement
und das Wechselspiel privater und öffentlicher Verantwortung bei der Entwicklung geeigneter Strategien, Konzepte und Maßnahmen übernehmen?

Die umweltgerechte Stadt | Neue Wege für Berlins Stadtpolitik

Neue Wege für Berlins Stadtpolitik
Mit dem Monitoring liegt eine wertvolle und empirisch fundierte Analyse vor. Sie zeigt: Der Weg zu mehr Umweltgerechtigkeit in unserer Stadt ist noch weit. Umweltgerechtigkeit sollte daher eine größere stadtpolitische Bedeutung bekommen und
bietet sich als wichtiger Bezugspunkt für stadtentwicklungspolitische Strategien an.

Integrierte Strategien entwickeln

Die IBUk zeigt auf, wie sich diese Herausforderung angehen
ließe und lässt den Analysen Vorschläge für weitere Handlungsebenen folgen: Auf Ebene der räumlichen Planung
sollten Leitbilder und Leitlinien formuliert, Konzeptionen
erarbeitet und stadt- und umweltplanerische Festlegungen
getroffen werden – als Rahmen für das Handeln der Fachverwaltungen auf Landes- und Bezirksebene. Damit rückt
die Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption die Frage der
Umsetzung in den Fokus.
Sie setzt dabei auf integrierte Ansätze und Strategien,
denn Umweltgerechtigkeit als eigenständige Verwaltungsdisziplin mit eigenen Verfahren und Organisationsstrukturen einzuführen, wäre in Anbetracht der Fülle schon bestehender Aufgaben und der begrenzten Personalressourcen
der Berliner Verwaltungen weder sinnvoll noch machbar,
zumal das Konzept der Umweltgerechtigkeit vor allem eine
neue beziehungsweise erweiterte Perspektive auf meist
schon bekannte Aufgaben liefert. Ihre Analysen sind insofern zusätzliche Entscheidungshilfe und praxisnaher Orientierungsrahmen in einem. Umgesetzt werden sollte der
Ansatz deshalb im Rahmen laufender Aufgaben. So lassen
sich Aufwand und Kosten für private Akteure und öffentliche Haushalte begrenzen. Schlüsselakteure dieser Umsetzung sind die Berliner Senatsverwaltungen, die Umwelt-,
Grünflächen-, Stadtplanungs- und Gesundheitsämter der
Bezirke, einzelne Träger und nicht zuletzt: die Menschen in
den mehrfach belasteten Quartieren.
»In den mehrfach belasteten Quartieren der
Hauptstadt liegen konzentriert die Herausforderungen einer integrierten sozialräumlich
orientierten und ökologisch ausgerichteten
Berliner Umweltpolitik. Die neue Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk) ist ein
wichtiger Baustein, um die wachsende Hauptstadt solidarisch und sozial zu gestalten.«
Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Einsatz für Umweltgerechtigkeit
Die gesundheitliche Belastung durch Luftverschmutzung, Lärm, unzureichende wohnortnahe
Grünflächen sowie die bioklimatische Belastung
sind räumlich und sozial ungleich verteilt. Es
ist das Ziel der Koalition, die Anzahl der mehrfach belasteten Gebiete und die Betroffenheit
der Berliner*innen deutlich zu reduzieren. Die
quartiersbezogene Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption ist konsequent weiterzuentwickeln und auf Senats- und Bezirksebene zu implementieren. Städtebaufördermittel sollen
gezielt unter Anwendung des Sozialatlas und der
Umweltgerechtigkeitskriterien verwendet werden.
Berlin gemeinsam gestalten. Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen. Koalitionsvereinbarung für
die Legislaturperiode 2016-2021

Im Einklang mit den politischen Zielen

Ein solches neues und integriertes Denken knüpft dabei
nicht nur an den expliziten Willen der rot-rot-grünen Landesregierung an, der sich im Koalitionsvertrag und den
Richtlinien der Regierungspolitik niedergeschlagen hat,
sondern auch an bereits bestehende Vereinbarungen und
Willensbekundungen. Das gilt nicht nur für das Berliner
Leitbild der sozialen wachsenden Stadt. Umweltgerechtigkeit zielt zum Beispiel auf einen Interessenausgleich im
städtischen Raum, wie ihn die Leipzig-Charta schon 2007
gefordert hat. Nur eine Politik, die benachteiligten Stadtteilen oder Bevölkerungsgruppen besondere Aufmerksamkeit
widmet, wird den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft
stärken. In ähnlicher Weise stehen die Ziele der Umweltgerechtigkeit mit den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030
im Einklang.

Ansatzpunkte nutzen

Um für mehr Umweltgerechtigkeit zu sorgen, müssen Prozesse zur ressortübergreifenden Kooperation formiert und
Verwaltungsinstrumente angepasst werden. Ansatzpunkte
gibt es viele. Sie reichen von gesamtstädtischen Konzepten
wie der BerlinStrategie über Programme wie die Soziale

65

Stadt bis zum Luftreinhalteplan und Lärmaktionsplan. Wie
das gehen kann, hat das Deutsche Institut für Urbanistik
(Difu) von 2012 bis 2014 im Rahmen des Bundesforschungsvorhabens Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum erarbeitet.  Difu-Studie Teil dieses Projekts war ein Planspiel
mit Fachleuten aus fünf Stadtverwaltungen, darunter die
des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Hierbei wurden wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch gesamtstädtisch von
Bedeutung sein sollten. Es steht ein ganzes ausdifferenziertes Set formeller, informeller und rechtlicher Instrumente
der Stadtentwicklung zur Verfügung.

Leitbilder entwickeln

Leitbilder (als informelle Planungsinstrumente) können für
ganz Berlin wie auch für einzelne Stadträume entwickelt
werden und Stärken und Schwächen identifizieren, um Ziele
zu erarbeiten und Schritte zur Umsetzung zusammenzufassen. Abgestimmte Leitbilder haben Signalwirkung – nicht
nur für die Fachverwaltungen. Sie machen den Mehrwert
des Umweltgerechtigkeitsansatzes allen Beteiligten anschaulich. In kleinräumlichen Leitbildern für mehrfach belastete Räume können zudem mit den Menschen vor Ort
lokale, quartiersspezifische Konzepte erarbeitet werden.
Einmal formuliert binden solche Leitbilder alle Handelnden
im Quartier durch flexible, aber starke Lösungen ein.
In die BerlinStrategie | Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030
hat der Umweltgerechtigkeitsgedanke mit dem Handlungsfeld Mehr Umweltgerechtigkeit und Gesundheit durch reduzierte Umweltbelastungen bereits Eingang gefunden.
 BerlinStrategie
Andere existierende Leitbilder und Planungen mit stadtweiter Geltung sollten bei ihrer Weiterentwicklung die Umweltgerechtigkeitsanalysen berücksichtigen. Insbesondere Bezirksregionenprofile sind eine wichtige Grundlage der
Sozialraumorientierung in den Berliner Bezirken. Der Bezirk
Mitte hat 2014 die Analysen zur Umweltgerechtigkeit in die
Profile seiner zehn Bezirksregionen integriert.  Bezirksregionenprofile In ähnlicher Weise könnte und sollte das Thema in die Profile aller Bezirke Eingang finden.

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Bund-Länder-Programm Soziale Stadt und
andere Programme der Städtebauförderung

Im deutschlandweiten Diskurs zur Umsetzung der Umweltgerechtigkeitsidee spielt das Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt bislang die Hauptrolle. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit hat das Thema Umweltgerechtigkeit in
die Verwaltungsvereinbarung Städtebauförderung 2016
aufgenommen. Vorausgegangen war eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie zeigte an Beispielen, wie Projekte der
Sozialen Stadt bereits heute die Umweltgerechtigkeit verbessern.  BBSR-Studie Künftig wird das Programm Soziale
Stadt verstärkt Maßnahmen für mehr Umweltgerechtigkeit
fördern. Berlin sollte davon regen Gebrauch machen.

BENE und weitere Förderprogramme

Das Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung (BENE)
stellt Mittel für Maßnahmen, Projekte und Initiativen bereit,
die zu einem klimaneutralen und umweltfreundlichen Berlin beitragen – beispielsweise für Grünräume, die die Lebens- und Umweltqualität in den Kiezen verbessern. Die
neuen Umweltgerechtigkeitsanalysen dienen bei Förderentscheidungen bereits als wichtiger sozialräumlicher Indikator. Weitere kommunale Förderprogramme (etwa zur Hof-,
Dach- oder Fassadenbegrünung), aber auch bestehende
Programme Dritter (etwa der KfW-Bank) können ebenfalls
die Umweltbedingungen in den Quartieren verbessern.

Bauleitplanung

Die Oberziele der Bauleitplanung listet das Baugesetzbuch
auf (BauGB, § 1 Abs. 6). Umweltgerechtigkeit ist in diesem
offenen Katalog zwar nicht als Begriff, wohl aber implizit
enthalten: Wichtige Planungsgrundsätze gehen mit ihr konform. Sie kann zudem als Teil des Nachhaltigkeitsgrundsatzes (BauGB) gelten, den das Baugesetzbuch in § 1 Abs. 5
formuliert. Für ihre Umsetzung eignen sich beide Ebenen
der Bauleitplanung gleichermaßen.
So hängt Umweltgerechtigkeit maßgeblich davon ab, wo der
Flächennutzungsplan (FNP) Wohn-, Misch- oder Gewerbenutzungen zulässt. Aussagen zum Thema können in einen
FNP zwar nicht als nachrichtliche Kennzeichnung, wohl aber
in den Erläuterungsbericht aufgenommen werden. Berlin ist
diesen Weg bereits gegangen: Im FNP-Bericht 2015 findet
sich das Thema Umweltgerechtigkeit als eigenständiger
Punkt im Kapitel Einzelaspekte des Umweltschutzes.  FNPBericht Festsetzungen in Bebauungsplänen tragen ebenfalls
dazu bei, Umweltbelastungen zu verringern und in neuen
Quartieren von vornherein zu vermeiden. Dazu zählen Festsetzungen zu Art und Umfang der baulichen Nutzung oder

Die umweltgerechte Stadt | Neue Wege für Berlins Stadtpolitik

zu Schaffung und Erhalt von Grünflächen, Verkehrsflächen
und Flächen für das Parken. Zum Schutz vor schädlichen
Umwelteinwirkungen (im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes) kann die Verwendung luftverunreinigender
Stoffe beschränkt oder ganz untersagt werden. Auch die Begrünung von Gebäuden und Straßenräumen lässt sich auf
diese Weise steuern. All diese Regelungen entfalten verbindliche Rechtswirkung. Weiterer Vorteil: Die zweifache Bürgerbeteiligung in Bauleitplanverfahren erlaubt es, Betroffene in
die Diskussion einzubeziehen.

Landschaftsplanung

Das Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm (LaPro) ist ein strategisches Instrument zur Umweltvorsorge auf gesamtstädtischer Ebene. Seine aktuelle
Fassung hat 2016 die Rolle des Bodens als Filter, Puffer und
Wasserspeicher betont und damit den Schutz einer Ressource gestärkt, die für mehr Umweltgerechtigkeit entscheidend ist. Landschaftspläne konkretisieren die Aussagen des LaPro für bestimmte Gebiete. Sie können, ähnlich
wie Bebauungspläne, Erfordernisse und Maßnahmen aufzeigen, die zur Umweltgerechtigkeit beitragen. Zugleich
sind sie Grundlage der Investitionsplanung für die Qualifizierung der Freiräume. Damit können sie die Erholungsvorsorge gerade in mehrfach belasteten Räumen verbessern.

Biotopflächenfaktor (BFF)

Um grüne Qualitäten auch und gerade in der Innenstadt zu
sichern, nutzt Berlin den Biotopflächenfaktor (BFF). Er gibt
als Kennzahl an, welche Vegetationsanteile auf einer Fläche
anzustreben sind. Der BFF wird als Rechtsverordnung in einem BFF-Landschaftsplan festgelegt.

Planungswettbewerbe

Städtebauliche, stadtplanerische und landschaftsarchitektonische Ideen- und Realisierungswettbewerbe eignen sich,
um innovative Lösungen für die quartiersbezogene Umsetzung von Umweltgerechtigkeit zu finden. Bei Bauvorhaben
der öffentlichen Hand gelten für diese Verfahren schon heute besondere, ökologische Kriterien, die sich um die neue
Aufgabe erweitern lassen.

Ökologisches Bauen

Ökologische Gebäude- und Gesamtkonzepte zielen auch
darauf, Sozialverträglichkeit und gesunde Lebensbedingungen zu realisieren. Gerade in mehrfachbelasteten Gebieten
sollte die öffentliche Hand bei Bauvorhaben der technischen
und sozialen Infrastruktur in dieser Hinsicht vorangehen.
An Pilotprojekten kann Berlin zudem neue Verfahren in der
Praxis testen, um ökologische Standards an den aktuellen
Wissensstand anzupassen.

Kooperative Baulandentwicklung

Berlin schließt mit Investorinnen und Investoren städtebauliche Verträge (nach § 11 BauGB), um bei größeren Neubauvorhaben eine gerechte Verteilung der Kosten für soziale
und technische Infrastruktur zu sichern. Die Stadt nutzt das
Instrument zugleich, um einen Mindestanteil mietpreisund belegungsgebundener Wohnungen festzuschreiben.
Seit 2014 gibt es dafür berlinweite Regeln, die seit Sommer
2015 für alle Wohnungsbauvorhaben gelten, die die Aufstellung eines Bebauungsplans erfordern. Dieses Berliner
Modell der kooperativen Baulandentwicklung bietet flexible
Möglichkeiten, in gleicher Weise Vereinbarungen zu treffen,
die mehr Umweltgerechtigkeit zum Ziel haben.  Baulandentwicklung

Umweltprüfungen

Umweltpolitik setzt auf Vorsorge. Drei Arten von Prüfungen
sollen diese Vorsorge sicherstellen: Strategische Umweltprüfungen (SUP), Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP)
und Umweltprüfungen in der Bauleitplanung (UP). Sie alle
greifen indes nur, wo Veränderungen anstehen. Insofern
schließt der am Bestand orientierte Umweltgerechtigkeitsansatz hier eine Lücke.

Luft- und Lärmschutzplanung

Einzelaspekte der Umweltgerechtigkeit bearbeitet das Umweltressort der Landesregierung in themenspezifischen Aktionsplänen. Das betrifft die Kernindikatoren Lärm- und
Luftbelastung. Mit dem Luftreinhalteplan 2011-2017 wurde
erstmals die sozialräumliche Verteilung der Luftbelastung
abgebildet. Auch in der Lärmaktionsplanung wurde die sozialräumliche Verteilung auf Basis der Umweltgerechtigkeitsanalysen mit herangezogen. Bei der Fortschreibung wird
das Thema Umweltgerechtigkeit wo immer möglich eingebunden werden, auch wenn einzig die Stärke der Belastung
und die Zahl der Betroffenen ausschlaggebend sind und keine Differenzierung nach Sozialindikatoren erfolgt.

Difu-Studie
Kurzlink: goo.gl/eFwL5V
BerlinStrategie
Kurzlink: goo.gl/eFwL5V
Bezirksregionenprofile
Kurzlink: goo.gl/eFwL5V
BBSR-Studie
Kurzlink: goo.gl/eFwL5V
FNP-Bericht 2015
Kurzlink: goo.gl/j0DOox
Kooperative Baulandentwicklung
Kurzlink: goo.gl/ftYKVF

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42 | Mehrfachbelastung und Förderkulissen

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Die umweltgerechte Stadt | Neue Wege für Berlins Stadtpolitik

Stärkere Berücksichtigung
gesundheitlicher Aspekte

Gesundheitliche Ansätze werden in der Berliner Stadtentwicklung noch nicht umfassend berücksichtigt. Die Umweltgerechtigkeitskonzeption bietet aber einen wichtigen Ansatzpunkt, damit auch die Gesundheitspolitik und die sie
tragenden Akteure sich stärker in die umweltpolitischen
und stadtentwicklungsplanerischen Prozesse einbringen
und Ihre Expertise zum Tragen kommen kann.

Modellvorhaben auf den Weg bringen

Modellvorhaben in ausgewählten Quartieren sind ein wichtiger Baustein für die Implementierung der Integrierten
Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption in das Verwaltungshandeln. Einzelne Bezirke haben hierzu bereits die
Arbeit aufgenommen. Ziel von Modellvorhaben ist die praktische Erprobung und Umsetzung innovativer quartiersbezogener Handlungsansätze und Instrumente. Im Vordergrund steht hierbei, neue Ansätze für die Praxis zu
identifizieren und aus ihnen übertragbare Erkenntnisse für
andere Teilräume der Hauptstadt abzuleiten, weiter den
Transfer in die Praxis zu organisieren und Empfehlungen
für die Veränderung stadtentwicklungs- und umweltpolitischer Rahmenbedingungen zu geben.

Beteiligung ausbauen

Die Menschen in den mehrfach belasteten Quartieren sind
Betroffene, Handelnde und Experten in einem. Sie systematisch einzubeziehen, ist unabdingbar – und zentraler Teil
der Verfahrensgerechtigkeit. Wer betroffen ist, muss über
die Umwelt- und Gesundheitsrisiken informiert werden.
Vielen ist das Problem gar nicht bewusst. Betroffene sollen
mitentscheiden, welche Strategien verfolgt und welche
Maßnahmen vor ihrer Tür ergriffen werden. Es ist eine Frage der Selbstbestimmtheit; und auch entscheidend für Legitimität und Akzeptanz aller Interventionen.

Dazu zählt Information und Aufklärung. Nicht minder wichtig ist es Engagement zu aktivieren und Kooperationen anzustoßen, damit aus Betroffenen Handelnde beziehungsweise Akteure werden und das Fachwissen der Menschen
vor Ort Eingang findet. Die formellen Beteiligungen von
Bauleitplanung, Fachplanungen oder Sanierungsverfahren
sollten daher, weil sie sozioökonomisch Benachteiligte selten erreichenerweitert werden. Neue, aufsuchende und aktivierende, generationsübergreifende Beteiligungsverfahren senken die Hemmschwellen und verbessern die Chancen
der Menschen vor Ort auf Teilhabe. Der Senat hat die Beteiligungsfrage daher zu einem wichtigen Thema gemacht
und einen Leitlinienprozess hierzu aufgesetzt.
 Leitlinienprozess

Bestehende Netzwerke nutzen
und neue entwickeln

In vielen Quartieren wurden und werden längst Projekte realisiert, die Umweltqualität und Gesundheit verbessern. Die
Quartiersmanagements haben dafür Empowermentnetzwerke aufgebaut, an die die Umsetzung der Umweltgerechtigkeitskonzeption anknüpfen kann. Sie gilt es zu nutzen
und zu stärken.
Auch eine Reihe von Organisationen und Verbände beschäftigen sich seit längerem intensiv mit der Umweltgerechtigkeit, andere gilt es für das Thema zu gewinnen. Umweltverbände und NGO, die Wohnungswirtschaft, landeseigenen
Unternehmen und Interessenvertretungen der Wirtschaft
sowie Architekten und Planungsbüros sind nur einige der
Akteure, die viel zu mehr Umweltgerechtigkeit in den Quartieren beitragen können und in einen intensivierten Dialog
über die Umsetzung mit einzubeziehen sind.
Leitlinienprozess
Kurzlink: t1p.de/u30j

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43 | Potenzial ausgewählter Instrumente, Umweltgerechtigkeit zu erhalten und zu schaffen
Instrument

Relevanz für die Verbesserung gesundheitsrelevanter Umweltbedingungen

Möglichkeit zur sozialräumlichen Differenzierung

Bauleitplanung

hoch

hoch

Umweltprüfung/Umweltverträglichkeitsprüfung

hoch

mittel

Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen

mittel bis hoch

hoch

Stadtumbau

mittel bis hoch

hoch

Soziale Stadt

mittel bis hoch

hoch

Anlagenbezogener Immissionsschutz

hoch

gering

Immissionsschutz bei Verkehrswegen

hoch

gering

Fluglärmschutz

mittel

gering

Luftreinhalteplanung (Umweltzonen)

hoch

gering

Lärmminderungs-/Lärmaktionsplanung

hoch

gering

Landschaftsplanung

mittel bis hoch

mittel

Eingriffsregelung

gering bis mittel

gering

Bodenschutzrecht

mittel bis hoch

gering

Stadtentwicklungsplanung

hoch

hoch

Verkehrsentwicklungsplanung

hoch

mittel

Freiraumentwicklungsplanung

hoch

hoch

Klimaschutz/Klimaanpassungskonzepte

hoch

mittel

Fachplan Gesundheit

mittel

mittel bis hoch

Gesundheitsfolgenabschätzungen

mittel bis hoch

mittel

Kommunaler Grundsatzbeschluss

mittel

mittel

Quartiersmanagement

gering bis mittel

hoch

Städtebauliche Verträge/Öffentlich-Private-Partnerschaften

mittel

gering

Eigentümerstandortgemeinschaften

mittel

gering

Stadtmonitoring

hoch

hoch

Beteiligung

gering bis mittel

hoch

Umweltbildung

gering

mittel

Städtebauförderung

mittel bis hoch

hoch

Kommunale Förderprogramme

mittel

mittel

Planungs- und ordnungsrechtliche Instrumente

Informelle Planungsinstrumente

Organisatorische und kooperative Instrumente

Informatorische und partizipative Instrumente

Finanzierungsinstrumente

Quelle: Christa Böhme, Arno Bunzel: Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum. Expertise »Instrumente zur Erhaltung und Schaffung von Umweltgerechtigkeit. Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin, 2014

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Die umweltgerechte Stadt | Der Ausblick

Der Ausblick
Die Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption weist den Weg für einen wichtigen Prozess. Mit dem Basisbericht und den in
dieser Publikation vorgelegten Analysen, den Hinweisen für die weitere Umsetzung und der Identifikation wichtiger Ansatzpunkte für Instrumente und Strategien ist ein wichtiger Aufschlag gemacht. Aber »Umweltgerechtigkeit« ist kein Thema nur
für Experten und Wissenschaft. Umwelt(un)gerechtigkeit geht uns alle an, wir alle sind im wahrsten Sinne betroffen: die
einen eben mehr, die anderen eben weniger. Diese Publikation soll dazu beitragen, die Debatte aus der Fachlichkeit zu holen.
Stadtgesellschaft und Politik, Betroffene und Handelnde,
Wissenschaft und Forschung – sie alle sollten und müssen
das Thema weiter diskutieren mit dem Ziel, konkrete Strategien und Maßnahmen zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen, die Berlin umweltgerechter machen. Zugleich müssen die Analysen vertieft und ein periodisches
Monitoring etabliert werden – auch damit Wirken und Erfolg von Maßnahmen im Weiteren evaluiert werden kann.

Das Monitoring etablieren

Das wissenschaftlich gestützte Monitoring hat die Situation
eindrücklich analysiert. Um weiterhin aktuelle Antworten
auf konzeptionelle und strategische Fragen zu liefern, sollte
es regelmäßig wiederholt und etabliert werden. Da die Daten für die Kernindikatoren Luft- und Lärmbelastung alle
fünf Jahre umfassend erhoben werden, sollte auch das Monitoring in einem solchen Zeitraum regelmäßig erfolgen
und weiterentwickelt werden. Ziel sollte dabei sein, die Datengrundlage der unterschiedlichen Kern- und Ergänzungsindikatoren möglichst vergleichbar zu halten, indem die
Erhebungszeiträume möglichst eng beieinander liegen.

Dabei ist auch die methodische und inhaltliche Weiterentwicklung des Monitoring anzustreben. So sollten zum Beispiel neue umweltmedizinische Erkenntnisse einfließen sowie gegebenenfalls weitere Daten der Bereiche Soziales,
Umwelt und Gesundheit. Erst ein periodisch wiederholtes
Monitoring wird Rückschlüsse zulassen, ob und wo Ziele erreicht werden: Zeitreihen zur Veränderung der Situation
sind eine wichtige Basis der Evaluation, die die IBUk bereits
vorsieht. Neben den Wirkungen sollten dann auch Umsetzungsprozesse evaluiert werden. Liefern die bisherigen
Analysen alle nötigen Informationen, die Politik und Verwaltung brauchen, um zu handeln? Sind weitere nötig und
wenn ja: welche? Welche Instrumente bewähren sich? Welche nicht? Und wie steht es um die konkrete Umsetzung im
einzelnen Planungsraum?
Berlin hat sich auf den Weg gemacht für mehr Umweltgerechtigkeit. Die IBUK liefert unabdingbare Analysen hierfür
und weist die Richtung, die beschritten wird.

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Die umweltgerechte Stadt | Die Mitwirkenden

Die Mitwirkenden
Diese Broschüre fasst wesentliche Erkenntnisse des des Basisberichts zur Umweltgerechtigkeit im Land Berlin. An dem
Basisbericht »Umweltgerechtigkeit im Land Berlin« – Grundlagen für die sozialräumliche Umweltpolitik haben mitgewirkt:
Dr.-Ing. H.-Josef Klimeczek Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Konzeption, Inhalt und Projektleitung)
In Zusammenarbeit mit: Gösta Baganz SRP Gesellschaft für Stadt- und Regionalplanung mbH, Dr.-Ing. Thilo Becker
Technische Universität Dresden, Prof. Dr.-Ing. Udo Becker Technische Universität Dresden, Dörte Bienert Leibniz-Institut für
Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V., Christa Böhme Deutsches Institut für
Urbanistik gGmbH, Hartmut Bömermann Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Björn Brodner Universität Bielefeld,
Christiane Bunge Umweltbundesamt, René Burghardt Universität Kassel, Jeffrey Butler Bezirksamt Mitte von Berlin,
Dr. Thomas Claßen Universität Bielefeld/Landeszentrum Gesundheit, Nordrhein-Westfalen, Arno Deißler Senatsverwaltung
für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Horst Diekmann Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz,
Dr. Nina Dieckmann Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Pia Dilba Leuphana Universität Lüneburg,
Udo Dittfurth Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG, Daniel Eckert Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz, Dr. Horst-Dietrich Elvers Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Dr. Christa Etling GEO-NET
Umweltconsulting GmbH, Dr. Ulrich Franck Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Dirk Funk GEO-NET Umweltconsulting GmbH, Dr. Katharina Gabriel Universität Bremen, Dr. Regine Grafe ehemals Bezirksamt Mitte von Berlin,
Katrin Grünert Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Prof. Dr. Ilse Helbrecht, Humboldt-Universität zu
Berlin, Sabine Hilbert Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, PD Dr. Franz Hölker Leibniz-Institut für
Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V., Prof. Dr. Claudia Hornberg Universität
Bielefeld, Kerstin Jahnke ASUM GmbH/Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG, Dr. Andreas Kerschbaumer
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Prof. Dr. Lutz Katzschner Universität Kassel, Dr. Annegret Kindler
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Prof. Dr. Heike Köckler Hochschule für Gesundheit, Bochum,
Prof. Urs Kohlbrenner Planergemeinschaft Kohlbrenner eG, Maria Krautzberger Umweltbundesamt, Helga Kuechly
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V., Dr. Christopher Kyba
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V., Prof. Dr. Tobia Lakes
Humboldt-Universität zu Berlin, Mareike Limber Planergemeinschaft Kohlbrenner eG, Herbert Lohner BUND für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Berlin e. V., Dr. Gudrun-Luck-Bertschadt Senatsverwaltung für
Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Martin Lutz Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Susanne Lutz
Lebensplan, Prof. Dr. Werner Maschewsky ehemals Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg,
Katrin Mörer Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Marcus Münnich Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg von Berlin, Heidrun Nagel Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Thomas Preuß
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, Dr. Annette Rauterberg-Wulff Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz, Jessica Reiter Freie Universität Berlin, Katja Scheinig Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG,
Dr. Katharina Scherber Technische Universität zu Berlin, Kirsten Schipkowski Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg von Berlin, Sebastian Schlüter Humboldt-Universität zu Berlin, Dr. Hedi Schreiber Umweltbundesamt,
Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp Technische Universität Berlin, Dr. Tim Schwarz Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen, Prof. Dr. Oliver Schwedes Technische Universität Berlin, Peter Trute GEO-NET
Umweltconsulting GmbH, Prof. Dr. Martin Voss Freie Universität Berlin, Julia Wagner Bundesinstitut für Bau-, Stadtund Raumforschung (BBSR), Prof. Dr. Ulrike Weiland Universität Leipzig, Jörn Welsch Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Michael Zschiesche Unabhängiges Institut für Umweltfragen e. V. Berlin (UfU)

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Die umweltgerechte Stadt | Impressum

Impressum
Herausgeber
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Öffentlichkeitsarbeit
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin
www.berlin.de/sen/uvk/
Konzeption, Inhalte und Projektleitung
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Abteilung Umweltpolitik, Immissionsschutz und
Abfallwirtschaft
Dr.-Ing. H.-Josef Klimeczek
In Zusammenarbeit mit
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Abteilung Stadtplanung
Abteilung Geoinformation
sowie
Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG
Weitere Mitwirkende
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Bezirksamt Mitte von Berlin
BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
Landesverband Berlin e. V.
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Humboldt-Universität zu Berlin, Geografisches Institut
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
(IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V.
Technische Universität Berlin,
Fachgebiet Technische Akustik
Technische Universität Berlin,
Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung
Technische Universität Dresden,
Fakultät Verkehrswissenschaften »Friedrich List«
Umweltbundesamt
Universität Bielefeld,
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
Universität Bremen,
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Universität Kassel, Fachgebiet Umweltmeteorologie
Universität Leipzig, Institut für Geographie

Fachliche Unterstützung und Datenbereitstellung
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Referat Stadtentwicklungsplanung
Referat Geodateninfrastruktur
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Referat Naturschutz, Landschaftsplanung, Forstwesen
Referat Immissionsschutz
Fachliche Unterstützung und Umweltmedizin
Senatsverwaltung für Gesundheit,
Pflege und Gleichstellung
Referat Öffentlicher Gesundheitsdienst, Prävention und Gesundheitsförderung, Familienplanung Transplantationsmedien, Infektionsschutz, Umwelthygiene, Arzneimittelwesen
und Medizinproduktsicherheit
Lektorat
Louis Back
www.louisback.com
Layout
Fürcho GmbH
www.fuercho-gmbh.de
Berlin, Februar 2019

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Eine sozial gerechte, aktive Umweltpolitik muss darauf zielen, überproportionale Umweltbelastungen einzelner Stadtquartiere abzubauen. Sie sind oft vom sozialen Status abhängig. Vorausschauende Planungs- und Handlungsansätze minimieren vorhandene Ungleichheiten dieser Art und verhindern, dass neue entstehen. Berlin hat sich mit der Integrierten
Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption (IBUk) des Themas angenommen. Sie liefert
einen Orientierungsrahmen für ein Handlungskonzept, das Umwelt-, Gesundheits- und
soziale Aspekte berücksichtigt, um mehr Umweltgerechtigkeit herzustellen. Die Berliner
Politik hat sich vorgenommen, die IBUk konsequent weiterzuentwickeln.
Ausgangspunkt ist eine sorgfältige Problemanalyse. Sie basiert auf fundierten Daten zur
sozialen Verteilung von Umweltbelastungen und deren gesundheitlichen Auswirkungen.
Diese Broschüre stellt die Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption vor und legt einen
Schwerpunkt auf die Umweltbelastungsanalyse. Sie macht zudem wesentliche Grundlagen
für die Umsetzung der IBUk transparent und gibt Impulse, Anregungen und Handlungsempfehlungen. Sie richtet sich an alle Handelnden, vor allem an die planenden Bereiche der
Berliner Verwaltung, an Umwelt- und Sozialverbände und an die Betroffenen in den hochbelasteten Quartieren.

Mit der neuen Berliner Umweltgerechtigkeitskonzeption liegt bundesweit erstmalig eine
sozialraumbezogene Umweltbelastungsanalyse vor. Berlin übernimmt somit eine Vorreiterrolle auch mit Blick auf andere europäische Metropolenräume. Die IBUk ist ein wichtiger
Baustein, um die wachsende Hauptstadt und auch andere Großstädte im Sinne eines ökologischen Aufbruchs solidarisch, nachhaltig zu gestalten.

© Nikolaus Fürcho

In mehrfach belasteten Planungsräumen konzentrieren sich die Herausforderungen einer
integrativen, sozialräumlich und ökologisch ausgerichteten Umweltpolitik. Von zentraler
Bedeutung wird sein, wie Berlin gesundheitliche und sozioökologische Parameter nachhaltig und verbindlich in die Verkehrsinfrastrukturplanung, die Bauleitplanung, die städtebaurechtliche Planung und die Städtebauförderung einbinden wird und wie der ressortund fachübergreifende Ansatz der Umweltgerechtigkeit in einem offenen Prozess zum
neuen Leitbild erweitert und um praktische Erfahrungen ergänzt werden kann. Das ist eine
der Kernaufgaben quartiersbezogener Stadtentwicklungs- und Umweltpolitik. Berlin trägt
Verantwortung für kommende Generationen.
                            
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