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Full text: Die Noth an Kirchen in Berlin / Blasius, H.

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ausgeführt war. 1751/53 ward sie massiv aufgeführt, mit einem Thurm 
erst 1850 beschenkt. 1703 ist das Eröffnungsjahr der Parochial-Kirche, 
1708 der Neuen Kirche, 1712 der Sophien-, 1722 der Garnison-, 1737 
der Böhmischen, 1739 der Dreifaltigkeits-, 1748 der Jnvalidenhauskirche. 
1750 ward der Dom vollendet. Damit schließen die Leistungen des 
18. Jahrhunderts. Die Friedrich-Werdersche Kirche ist die erste in diesem 
Jahrhundert. Sie ward 1831 eingeweiht. St. Elisabeth, St. Paul, 
St. Johannis (Moabit) und die Nazarcthkirche sind 1835 eingeweiht. 
St. Matthäus 1846, St. Peter 1853, St. Markus 1855, St. Andreas 
1856, die Bartholomäuskirche 1858, St. Johannes Evangelist 1859, 
St. Lucas 1861, 1867 St. Golgatha, 1867 die Jnterimskirche vom 
Heiligen Kreuz, 1869 St. Thomas. In demselben Jahre ward die 
St. Simeons-Noth-Kirchc errichtet; 1872 ward die Emmaus Kapelle auf 
dem Lausitzer Platz eröffnet. 1873 die Zions-, 1874 die Zwölf-Apostel- 
Kirche. 1875 die St. Jacobi-Kirche und endlich zuletzt die Dankeskirche 
auf dem Wedding-Platz in demselben Jahre 1875 vollendet. Seit dem 
Jahre 1875 aber ist keine Kirche mehr erbaut, obwohl seitdem die Stadt 
um 451 057 Einwohner, also um ein volles Drittel sich vergrößert!!! 
Von diesen 38 Gotteshäusern ist die Heilige-Geist-Kirche unbenutzt, 
die Garnison-Kirche nicht für die Civilbevölkerung zu rechnen. 
Die in der Anlage gegebene Tabelle zeigt die Zahl der Sitzplätze 
und sonstigen Daten betreffend die evangelischen Gotteshäuser und die Stifts 
und Krankenhaus-Capellen. Sie ergiebt für die 36 benützten Civilkirchen 
36 756 Sitze und 11 320 Stehplätze. Letztere Zahl scheint mir freilich 
höchst zweifelhaft, ist wohl sicherlich zu hoch gegriffen, was sich leicht da 
mit erklären läßt, daß es ungemein schwierig ist, sie zu berechnen. 
In den Stifts- und Krankenhaus-Capellen sind noch 3154 Sitz- 
und 540 Stehplätze vorhanden, welche aber für die Bevölkerung kaum 
in Rechnung zu ziehen sind und nur von den den Häusern befreundeten 
Personen benutzt werden; immerhin entlasten sie aber die anderen Gottes 
häuser um einige Hundert Andächtige. 
Dann haben besonders bedrängte Gemeinden in öffentlichen Sälen 
Gottesdienste eingerichtet, wie z. B. die unsrige in der Hochschule für 
Musik in der Potsdamer-Straße; die Dorotheenstädtische Gemeinde im 
Saale von Charlottenhof an der Brücken-Allee, weil dieser Theil ihrer 
Gemeinde durch den ganzen Thiergarten von der Hauptparochie getrennt 
ist und eines Gotteshauses absolut entbehrt. 
Endlich besitzt die Stadtmission eine Reihe von Sälen theils eigen, 
theils gemiethet, und läßt in ihnen durch ihre Sendboten Gottesdienste halten. 
Im Ganzen wird an 67 Stellen ein öffentlicher Gottesdienst ab 
gehalten und kann man annehmen, daß in allen diesen Räumen
        
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