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Full text: Die Noth an Kirchen in Berlin / Blasius, H.

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Pferdebahnen und Omnibuslinien vermitteln im Verein mit der 
großartig angelegten Stadt- und Ringbahn den riesigen Verkehr in einer 
sicheren, schnellen und für Alle gegen andere Städte weit weniger belästi 
genden Weise. Ein mächtiger Central-Viehhof, die Schlacht- und Markt 
hallen sorgen für gesunde und erlesene Nahrungsmittel. Kurz, die ver 
mehrte Steuerkraft der Bürgerschaft, das Aufblühen von Handel und 
Industrie, die Fortschritte der Technik und Wissenschaft und nicht an 
letzter Stelle der Fleiß und die Gewissenhaftigkeit der mit der Verwaltung 
beauftragten Beamten und Bürger haben zusammen gewirkt, um so Großes 
zu leisten, wie vielleicht nie zuvor, jedesfallS nie in so kurzer Zeit voll 
bracht wurde. 
Und wie für den Verkehr, so ist auch für die Erziehung der Jugend 
auf das Trefflichste gesorgt. 16 Gymnasien, 8 Real-Gymnasien, 2 Ober- 
Realschulen, 4 städtische höhere Bürgerschulen, 7 höhere Mädchenschulen, 
1 Seminarschule, 191 Gemeindeschulen, 1 Taubstummen- und 1 Blinden 
schule in öffentlicher Verwaltung, 13 Schulen unter Leitung von Religions 
gesellschaften, 13 höhere und 5 mittlere Knaben-, 48 höhere und 6 mittlere 
Mädchenschulen, viele Seminar- und Fortbildungsschulen, Kindergärten 
und Erziehnngsanstalten sorgen für das Eindringen einer gediegenen Bil 
dung bis in die untersten Kreise der Bevölkerung. 
Seit 1875, in welchem Jahre die Einwohnerzahl 966,858 betrug, 
sind von diesen neu gegründet allein 6' höhere Mädchenschulen und 86 Ge- 
meindeschnlen seitens der Stadtgcmeinde Berlin. (Ich lasse die geringen 
Zahlen der anderen Schulen fort.) Seit 1880 mit einer Einwohner 
zahl von 1,222,330 Seelen 2 Gymnasien und 57 Gemeindeschulen. 
Wie es mit den Kirchen in dieser Beziehung bestellt ist, lasten Sie 
uns nunmehr betrachten*). Hier zunächst eine historische Reihenfolge der 
vorhandenen Gotteshäuser: 
Der Zeit nach unbekannt ist die Errichtung der Philippus-Apostel-, 
St. Georgen- und St. Nicolai-Kirche, welch letztere zuin ersten Male 1220 re- 
novirt morden ist. Die Kloster- und Marienkirche staminen aus der zweiten 
Hälfte des 13. Jahrhunderts; erstere ist 1271 eingeweiht. In demselben 
Jahrhundert wurde die Heilige-Geist-Kirche erbaut. Die Jerusalems-Kirche 
ist 1484 begründet, 1879 umgebaut worden. Hiermit schließt die Reihe 
der katholischen Gebäude, welche heute seitens des evangelischen Cultus 
benutzt werden, und die lange Zeit bis 1687 ist kein Kirchenbau zu ver 
zeichnen. In diesem Jahre wurde die Dorotheenstädtische Kirche einge 
weiht; 8 Jahre darauf die Luisenstädtische, die damals nur in Fachwerk 
*) Alle die Daten verdanke ich den betreffenden Herren Pfarrern, denen ich im 
Interesse der Sache von Herzen danke.
        
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