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Der altaegyptische Theil

Full text: Offizieller Führer durch die Special-Abteilung Kairo der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 / Krug, Karl

Der altaegyptische Theil. 
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'ustellen. Und diese sollen viel besser sein als der frühere Friede und das 
rühere Bündniss; ein schönes Verhältniss sei und gelte von heut an. Und 
die Kindeskinder des grossen Fürsten der Hethiter mögen in unserer Weise 
I verbündet geblieben sein mit den Kindeskindern Ramses’, und das ganze 
; Land Aegypten sei mit dem ganzen Hethiterlande ewig in Frieden. Feind 
seligkeit sei verbannt: der grosse Hethiterfürst wird nimmermehr in Aegypten 
leinfallen, um etwas daraus fortzuführen, und Ramses niemals in das Land 
(der Hethiter. — Der sonstige Vertragswortlaut aus Sapalulu’s, und der weitere 
/aus Marusar's Zeit: ich halte mich an ihn gebunden, und Ramses ist eben 
falls durch ihn gebunden, alle beide bindet er uns, und so ist alles genau 
istipulirt. — Kommt aber ein fremder Feind in die Länder Ramses, des 
(grossen Herrn von Aegypten, und dieser schreibt an den Hethiterfürsten: 
,,Komme zu mir als Verstärkung gegen ihn,“ so wolle der grosse Fürst das 
thun und den Feind tödten. Wenn aber der Fürst nicht selbst zu kommen 
im Stande ist, dann wird er doch sein Fussvolk und seine Reiterei schicken, 
um den Feind zu tödten. Und wenn ein fremder Feind in die Länder 
Chetasar’s kommt u. s. w. (soll Ramses es ebenso halten). Ist aber Ramses 
ergrimmt gegen die Vasallen in seinen Grenzländern, sofern sie Abfall sinnen, 
und er zieht aus, sie zu tödten, so soll ihm der grosse Fürst des Hethiter 
landes keine Schwierigkeiten bereiten. — (Es folgen dann noch mehrere 
Auslieferungsklauseln, in denen auch einmal die Zusicherung der Straf 
losigkeit erscheint; als Schlussformel aber:) Was auf dieser silbernen 
Tafel steht, darauf achten tausend männliche und weibliche Götter des 
Hethiterlandes sowie eben so viele des Landes Aegypten. Jeder Baal in den 
Städten der Hethiter, die Astarte des Landes, die Götter der Berge und 
Ströme im Hethiterlande, und drüben Amon, Ra, Sutech und die Götter der 
Berge und Ströme Aegyptens: sie sollen Den verfolgen, der diese Worte nicht 
hochhält, und Den schützen, der ihnen nachlebt.“ 
Ramses II., der sich in den Inschriften seiner 111 Söhne und 59 
Töchter rühmt, hinterliess den Thron dem vierzehnten Sohne,. 
Merenptah (1250—1240). Unter der Regierung desselben überfiel 
ein Schwarm verbündeter Fremdvölker Aegypten zwei Male hinter 
einander, und wurde nur mit grosser Anstrengung besiegt. Seti II. 
folgte seinem Vater nur für kurze Zeit; er erlag einem Usurpator, der 
sich wiederum selbst nicht behaupten konnte, und die alte Verwirrung 
trat ein. Schliesslich gelang es einem syrischen Fürsten, Namens 
Arsu, Aegypten zu unterwerfen; da er jedoch die Einkünfte der 
Tempel antastete, so erhob die Priesterschaft einen gewissen Setnacht 
zum Könige, der auch die Oberhand gewann und Stifter der jüngeren 
Ramessiden (XX. Dynastie) wurde. 
Abermals hatte jetzt Aegypten den Einbruch wandernder Völker 
stämme abzuwehren. Nach schweren Kämpfen wurde Ramses IIL
        
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