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Full text: Bahnhofstraße Lichtenrade / O'Brien, Ruairi

www.az-lichtenrade.de Gestaltfibel Bahnhofstraße Lichtenrade Impressum Auftraggeber Kontakt Aktives Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Rathaus Schöneberg John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin AZ-Büro Prinzessinnenstraße 31 12307 Berlin www.berlin.de/lichtenrade-bahnhofstrasse Telefon: (030) 894 03 590 E-Mail: team@az-lichtenrade.de Internet: www.az-lichtenrade.de Erarbeitet von Ruairí O‘Brien. Architektur. Licht. Raumkunst. Ansprechpartner_innen für die Bauberatung Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilung Stadtentwicklung und Bauen Fachbereich Stadtplanung Arbeitsgruppe 1, Städtebauliche Entwürfe, planungsrechtliche Bauberatung: Villa Augustin Antonstraße 1 01097 Dresden Mail: office@ruairiobrien.de Telefon: 0351 - 899 68 88 www.ruairiobrien.de 2. Auflage Berlin, September 2018 Andreas Baldow Telefon Durchwahl: (030) 90277-3115 E-Mail: andreas.baldow@ba-ts.berlin.de Fachbereich Stadtplanung E-Mail: stadtplanung@ba-ts.berlin.de dieraumplaner Tempelhof-Schöneberg Inhaltsverzeichnis Einleitung 2 Teil A – Analyse 6 A1 Bauhistorische Entwicklung A2 Dokumentation A3 Fassadentypologie Teil B – Gestaltungsempfehlungen 9 14 18 26 B1 / Allgemeine Gestaltungsempfehlungen B 1.1 Städtebauliche Aspekte der Fassadengestaltung B 1.2 Barrierefreiheit B 1.3 Oberflächenmaterial und -farbe B 1.4 Fassadengliederungselemente B 1.5 Erdgeschossgestaltung B1.6 Fassadenerscheinungbeeinflussende Elemente im öffentlichen Raum 27 28 29 30 32 37 43 B2 / Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen Typ 1 Schober (Reformarchitektur) Typ 2 Zimmermann (Späthistorismus) Typ 3 Wohnhaus Beginn 20. Jhd. (Historismus) Typ 4 Freistehende Wohnhäuser Typ 5 Reihenhäuser 1.-2. OG Typ 6 Neue Sachlichkeit Typ 7 Flachdachbauten 2. OG Typ 8 Gestaffelte Gewerbebauten Typ 9 Nachkriegsmoderne Typ 10 Zeitgenössische Bauten Typ 11 Eingeschossige Gewerbebauten angebaut / zusammenhängend Typ 12 Fliegende Bauten Typ 13 Sonderbauten 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 68 70 Teil C – Energetische Sanierung von Gebäuden 72 C1 Bestehende Anforderungen an die energet. Sanierung von Gebäuden C2 Die üblichen Bedarfe bei den vertretenen Baualtersklassen Gebäude, Bauzeit vor 1948 Gebäude, Bauzeit von 1949 bis 1957 Gebäude, Bauzeit von 1958 bis 1978 Gebäude, Bauzeit 1980er Jahre 74 75 76 77 78 79 Teil D – Beratungsblätter 80 Typ 1 / Typ 2 Typ 3 / Typ 4 Typ 5 / Typ 6 Typ 7 / Typ 8 Typ 9 / Typ 10 Typ 11 / Typ 12 Typ 13 Sonderbauten Anhang 82 / 83 84 / 85 86 / 87 88 / 89 90 / 91 92 / 93 94 95 1 Anforderungen an die energetische Sanierung 1.1 Energetische Sanierung – Gebäudedämmung 1.2 Energetische Sanierung – Technik 1.3 Energetische Sanierung – Übliche Bedarfe / EnEV-Anforderungen 2 Möglichkeiten staatlicher Förderung für die energetische Sanierung 96 96 99 100 101 Verzeichnisse 103 Abbildungsverzeichnis Quellenverzeichnis 104 108 1 Aktives Zentrum Bahnhofstraße © Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Fachbereich Vermessung und Geoinformation Gebäude, öffentlich 2 Gebäude, Wohnen Gebäude, Wirtschaft Geltungsbereich AZ Lichtenrade Einleitung Einleitung Gestaltung im städtebaulichen Kontext entspricht dem menschlichen Bedürfnis, Dingen eine Ordnung, eine Form, einen ästhetisch-räumlichen Sinn zu geben. Diese Gestaltfibel soll der Orientierung dienen und erzählt zugleich von der langen und vielseitigen Historie des Gebietes Lichtenrade-Bahnhofstraße. Die Bahnhofstraße lebt von der Vielfalt und sie ist keine Straße, die ein strenges Gestaltungskorsett erfordert. Im Laufe der Zeit hat die Geschäftsstraße ihr Erscheinungsbild und ihren Charakter verändert – teils geplant, teils unwillkürlich. In unserer Analyse haben wir uns unter anderem mit signifikanten Bauwerken befasst, die mit einer besonderen Geschichte oder mit besonderer architektonischer Qualität aufwarten – sogenannte Leitbauten. Leitbauten besitzen eine Strahlkraft, die der gesamten Straße dienen kann; sie können uns dabei helfen, visuelle Hierarchien zu erkennen und Akzente zu setzen. Gleichzeitig muss man aber auch bei „den Bauwerken dazwischen“ – deren architektonische Strahlkraft niedriger einzustufen ist – auf Details achten, um eine große Linie, eine schöne Straße für alle zu gewinnen. Das benötigt eine holistische Denkweise und genau das ist die Leitidee einer Gestaltfibel: die Mikroebene (Details) und die Makroebene (gesamte Straße) in Kontext zueinander zu setzen und eine Systematik anzubieten, mit deren Hilfe eine strukturierte Umsetzung der Leitideen gewährleistet werden kann. Gestaltung im städtebaulichen Kontext drückt sich darin aus, Neues zu formen oder Vergangenes in ästhetischem Sinne zu bewahren. Das städtische Leben ist immer eine Mischung aus mehreren Elementen, aus Architekturen, kulturellen Erzeugnissen und Gepflogenheiten unterschiedlicher Zeiten, aus ästhetischen Sichtweisen – aus den Menschen und Ihrem Tun (Geschäfte, Bewegungsabläufe, Aufenthaltsgewohnheiten). Für den Städtebau ist es immer eine Herausforderung, die Balance zwischen dem Bewahren von Historischem einerseits und dem Zulassen neuer Entwicklungen andererseits zu erhalten oder diese zu schaffen. Der öffentliche Raum und seine Anmutung sind heute von zunehmender Bedeutung. Menschen halten sich länger im öffentlichen Raum auf. Der öffentliche Raum entwickelt sich zum Wohnzimmer der Stadt, in dem sich Menschen kennenlernen, begegnen, austauschen, wo Kultur stattfindet. Menschen nehmen den öffentlichen Raum für sich ein und möchten sich darin willkommen fühlen. Kulturelle Veränderungen wie das Internet, Digitalisierung, Mobilität (beispielsweise die zunehmende Nutzung von Fahrrädern oder das Laufen in der Stadt), aber auch der Klimawandel und viele andere Faktoren wirken sich ebenso auf die Nutzung des öffentlichen Raumes aus. Umso wichtiger ist es, dass dieser Raum ein Gesamtbild ergibt, welches die sich darin bewegenden Menschen inspiriert und das urbane Leben in seiner Schönheit, in seiner Alltäglichkeit und in seiner Vielfalt zelebriert. Die Fassaden der flankierenden Gebäude einer Straße haben für dieses Gesamtbild des öffentlichen Raumes und somit der Bahnhofstraße einen besonderen Stellenwert. Die Bahnhofstraße Die Bahnhofstraße liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg im Ortsteil Lichtenrade und ist dessen zentraler Wirtschaftsstandort und sozialer Mittelpunkt. Hier bündeln sich Einkaufsgelegenheiten und zentrenrelevante Einrichtungen wie Einzelhandels-, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe. Aktuell gibt es nach Angaben des Unternehmer-Netzwerks Lichtenrade e.V. etwa 100 Geschäfte und Dienstleister auf der rund 700 Meter langen Lichtenrader Einkaufsmeile. In der Zentrenhierarchie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg ist die Bahnhofstraße als Einkaufsstraße und Stadtteilzentrum klassifiziert, eine bunte Mischung. Im Jahr 2015 wurde das Gebiet Lichtenrade-Bahnhofstraße in das Städtebauförderprogramm „Aktive Zentren (AZ)“ aufgenommen. Ziel dieses Förderprogrammes ist es, wichtige Standorte als Mittelpunkte der Stadtteile zu sichern und ihre Entwicklung zu stärken. Dies geschieht durch wirtschaftliche und stadtstrukturelle Impulse, u.a. durch die Schaffung eines attraktiven öffentlichen Raumes. In den mit der breiten Bürgerschaft erarbeiteten und 2015 veröffentlichten Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) wird die Aufwertung der Bahnhofstraße als ein wesentlicher Bestandteil benannt und im Maßnahmen- und Durchführungskonzept des ISEK ist dafür die Erstellung einer Gestaltfibel zur Verbesserung der Fassadengestaltung aufgeführt. Für die Bahnhofstraße, einen Teil der nordöstlichen Goltzstraße (Nr. 1 – 3 und 35A bis 39) und den östlichen Teil der Prinzessinnenstraße (Nr. 1 – 2) im AZ-Gebiet wurde daraufhin die hier vorliegende Gestaltfibel erarbeitet. Damit soll insgesamt ein Beitrag zu einem ganzheitlich aufgewerteten Straßenbild und folglich zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Bahnhofstraße geleistet werden. Die Empfehlungen der Gestaltfibel wollen dazu beitragen, die schrittweise Entwicklung der Straße durch Maßnahmen und Investitionen der Eigentümer / Eigentümerinnen oder Händler / Händlerinnen in eine gemeinsame, abgestimmte Richtung zu lenken. 3 Einleitung Für den Erhalt und die weitere Entwicklung von Baukultur sind alle verantwortlich. Jeder geleistete Beitrag kommt letztlich dem Gesamtbild zugute. Das gemeinsame Interesse am Gestalten des Gesamtbildes des Gebietes Lichtenrade-Bahnhofstraße verbindet. Ziel soll es sein, das Optimum aus jedem einzelnen Projekt herauszuarbeiten und schlechte Kompromisse zu vermeiden. Stadtverwaltung und Bürger können gemeinsam Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung finden und flexible Modalitäten generieren, um das Machbare in nachhaltiger Weise zu realisieren. Nachhaltigkeit meint nicht allein ökologische Maßstäbe, sondern das, was geliebt wird und beliebt ist, zu erhalten, denn das ist es, was Investoren und junge Menschen anlockt. Möglicherweise wird es dafür moderate Umnutzungen, Aufwertungen vorhandener Bausubstanz oder energetische Sanierungen geben. Diese gern besuchte Straße muss ausstrahlen, dass es sich dort gut wohnen und leben lässt. Cafés, Shops, Wohnbauten, Straßenverkehr gehören zum Stadtleben. Der vorhandene Charakter der Geschäftsstraße sollte erlebbar gemacht werden. Barrierefreiheit, das Pluralistische, das Historische, das Generationenfreundliche, all das kann bewahrt oder wiederhergestellt, der eigentliche Charakter hervorgelockt und das Neue mit dem Alten in Einklang gebracht werden. Die Gestaltfibel soll eine Orientierungshilfe auf dem Weg dazu sein, gemeinsame Interessen mit individuellen Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Während des gesamten Prozesses der Erstellung dieser Gestaltfibel war uns eine breite Bürgerbeteiligung wichtig. In diesem Sinne findet sich im letzten Teil der Gestaltfibel mit den „Beratungsblättern“, ein Bereich, um interessierte Laien für Gespräche mit Freunden, Geschäftspartnern oder innerhalb der Familie die Möglichkeit anzubieten, selbst in die Vorlage hinein skizzieren zu können. Die Gestaltfibel soll über einen professionellen Leserkreis hinaus als nutzerfreundliche Kommunikationshilfe den Dialog zwischen Käufern, Mietern, Investoren, Bürgern und Behörden animieren. Gewinnen die Lesenden ein umfassenderes Verständnis des Vorhandenen, darüber, was Baukultur ausmacht und warum es wichtig ist, im Sinne der Gesamtgestaltung auf kleine Details zu achten, so ist ein wichtiges Ziel erreicht. Die Gestaltfibel kann auch dabei helfen, die Wahrnehmung für verborgene Chancen zu schärfen. Mit beispielhaften Abbildungen macht die Gestaltfibel die gestalterischen Aspekte verständlich und bietet zudem beispielhafte Hinweise für zukünftige Umbauten der Gebäude bzw. Fassaden. Die Vorschläge können den Inhabern und Inhaberinnen sowie den Gewerbetreibenden als eine Handlungsorientierung bei der Neugestaltung der Fassaden oder Geschäftseinrichtungen dienen. Daneben fungiert die Gestaltfibel auch 4 als Beratungsinstrument im Rahmen der Bauberatung des Stadtentwicklungsamtes und gibt eine Orientierung für die Bewilligung von Förderanträgen im Rahmen des Gebietsfonds, z.B. zur Gestaltung des öffentlichen Raumes bzw. für die Stärkung der Attraktivität der Geschäftsstraße (z.B. Markisen, Außenwerbung). Dem Erdgeschossbereich kommt besondere Bedeutung zu, hier spielt sich das öffentliche Leben ab. Die Erdgeschosse sind das verbindende Element in der Bahnhofstraße. Qualitative Verbesserungen bei den Ladenfenstern und -türen, bei der Präsentation von Angeboten, Auslagen und Beleuchtung - für eine angenehme Atmosphäre erhöhen die Laufkundschaft und die Freude der Passanten beim Flanieren, Anhalten, Suchen und schließlich beim Einkaufen und sind dadurch nicht zuletzt ein Wirtschaftsfaktor. Durch eine erhöhte Fußgängerfrequenz auf der Einkaufsstraße steigt zudem zwangsläufig das Sicherheitsgefühl der Passanten auf der Straße, was wiederum einen positiven Effekt auf die Verweildauer auf der Straße hat. Dies wiederum verbessert insgesamt die Lebensqualität der Menschen und erhöht gleichzeitig die Lebensqualität und -dauer der Immobilien. Unterstützt werden kann dies beispielsweise durch ergänzendes Mobiliar; Schaufensterauslagen sollten optimiert, nicht passende Werbeanlagen oder Anbauten (die nicht im Sinne der ursprünglichen Architektur sind), sollten rückgebaut und ersetzt werden mit einer schlichten, einfachen, modernen Bauweise, welche die Gesamtproportionen in den Bauwerken unterstützt. Einfarbige Markisen aus Stoff vermitteln zum Beispiel ein einladendes Bild; Fenster und Türen können in hoher Qualität ausgeführt und mit modernen Baumaterialien traditionsbewusst und maßstabsgerecht dimensioniert, eingesetzt werden. Einheitliche und leitführende Bodenbeläge unterstützen Barrierefreiheit. Zeitgemäße Beschilderung, maßstabsgerecht in Einzelbuchstaben statt in blockförmigen Lichtanlagen montiert, trägt zu einem energiebewussten Umgang mit Licht bei. Empfohlen wird auch eine harmonischere Farbgebung der Materialien und Rahmen gebenden Fassaden aus einer einheitlichen Farbpalette. Wenn eine Farbe nicht in das Gesamtbild passt, zu grell wirkt, wird ein Einzelobjekt zu sehr auf Kosten der anderen Gebäude betont und die Sichtachsen innerhalb der Straßenperspektive werden unglücklich verkürzt. Am Ende gewinnen alle, wenn alle im Interesse des Ganzen mitmachen. Erzeugt werden soll ein Gesamtbild, das Flanierenden Orientierung, spannende Perspektiven und Vielfalt bietet. Im Ladenbereich ist der menschliche Maßstab wichtig: Es braucht schöne, interessante, verlockende Fensterfronten, an die man ohne Hindernisse herantreten kann. Einleitung Die Bahnhofstraße in Lichtenrade vermittelt mit ihrer Mischung aus vielen kleinen Geschäften und mit der Vielfalt an Bauwerken unterschiedlicher Epochen und Architekturtypologien eine einzigartige, vielversprechende Atmosphäre. Dieser beeindruckende Reichtum an Zeitzeugnissen sollte bewahrt, weiter ausgebaut, modernisiert und in seinem Charakter unterstrichen werden. Demographische Entwicklungen, die geographische Lage und der neue Flughafen werden künftig neue Impulse bringen. Auf diese neuen Zeiten sollte das Gebiet sich vorbereiten – die Zukunft sieht vielversprechend aus! Holistisches Denken Tag- / Nachtbild Zonen Öffentlicher Raum Materialien Ruairí O‘Brien, 2017 Zum Inhalt Die Gestaltfibel ist in drei Teilbereiche gegliedert. Teil A: Analyse, mit einer kurzen Darstellung der bauhistorischen Entwicklung der Straße bis zur heutigen Situation sowie der Dokumentation aller in der Straße vorhandenen Fassaden und einer daraus abgeleiteten Fassadentypologie Alt und Jung Teil B: Gestaltungsempfehlungen in Form allgemeiner Empfehlungen für die Straße, ausgehend von einzelnen Elementen, darauffolgend spezifische Gestaltungsempfehlungen für die identifizierten Fassadentypen mit besonderem Schwerpunkt der Erdgeschossgestaltung Teil C: Die bestehenden Anforderungen und üblichen Bedarfe einer energetischen Sanierung Die Gestaltungsbeispiele in Teil B zeigen mögliche Vorschläge für eine zeitgemäße und stimmige Gesamterscheinung der Bauwerke, die Eigentümern als hilfreiche Anregung und Orientierung zur Aufwertung ihrer Gebäude dienen sollen. Ziel ist, die Bahnhofstraße in einem abgestimmten Erscheinungsbild mit einer hohen Aufenthaltsqualität weiter zu entwickeln. Eine Gestaltfibel dient dem Gesamtkonzept und ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Zukunft der Bahnhofstraße. Viele kleine und große Elemente und Themen müssen miteinander abgewogen werden. Es ist wichtig, auf Details zu achten, um eine große Linie, eine schöne Straße für alle zu gewinnen. Das benötigt eine holistische Denkweise und genau das ist die Leitidee einer Gestaltfibel: Die Mikroebene (Details) und die Makroebene (gesamte Straße) in Kontext zueinander zu setzen und eine Systematik anzubieten, mit deren Hilfe eine strukturierte Umsetzung der Leitideen gewährleistet werden kann. Ruairí O‘Brien 5 Teil A – Analyse 6 Bahnhofstraße + Bauwerke = Perlenkette + Edelsteine BELIEBIGE STRASSE X homogene Bebauung ähnliche Gebäude BAHNHOFSTRASSE heterogene Bebauung unterschiedliche Gebäude Die Bahnhofstraße mit ihrer baulichen Vielfalt ist wie eine Ke t te m i t e i n e r A n e i n a n d e r r e i h u n g u n te r s c h i e d l i c h e r Pe r l e n o d e r Ed e l ste i n e . M a n m u s s d i e s e B e s o n d e r h e i t d e r S t r a ß e , d i e i h r e n e i n z i g a r t i g e n C h a r a k te r b e st i m m t , a l s S tä r ke e r ke n n e n u n d s i e i n d e n G e sta l t u n g s e m p fe h l u n g e n b e r ü c k s i c h t i g e n , u m d e r A u f g a b e e i n e r „G e s t a l t f i b e l “ g e r e c h t w e r d e n z u kö n n e n . 7 A1 Bauhistorische Entwicklung Lichtenrade 1907 Kartenausschnitt – Übersicht zum Bebauungsplan des Gemeindebezirks Lichtenrade Kreis Teltow 1907 Gebietskennzeichnung heutiges AZ-Gebiet 8 Lichtenrade 1921 Kartenausschnitt – Gemarkung Lichtenrade 1921 Gebietskennzeichnung heutiges AZ-Gebiet A1 Bauhistorische Entwicklung A1 Lichtenrade – Bahnhofstraße (Bau-)Historische Entwicklung Bahnhof Lichtenrade o.J. 1875 Betriebsaufnahme der Eisenbahnstrecke der Dresdner Bahn (Berlin-Dresden), noch ohne Haltepunkt in Lichtenrade 1883 Auf Wunsch der Ansässigen wird eine Station in Lichtenrade eingerichtet. Lichtenrade erhält eine Postagentur. Ein einfacher Kiesweg wird vom Dorf zum Bahnhof angelegt. 1892 Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes mit Dienstwohnung für Bahnhofsvorsteher. Entwicklung eines regen Ausflugsverkehrs aus Berlin. Kaiserliches Postamt o.J. Bahnhofstraße 39,44 um 1953 1897 / 1899 Die Schöneberger Schlossbrauerei erwirbt Land in der Nähe des Bahnhofs und baut die Mälzerei im Stil der Magazinbauten der alten Hansestädte. Das bereits 1894 erbaute Landhaus in Bahnhofsnähe (Wirtshaus Lichtenrade, später Haus Buhr und Landhaus Lichtenrade) fungiert als Probierstube und Ausflugsgaststätte und wird zum beliebten Ausflugs- und Wochenendziel der Berliner. 1905 Eröffnung Tanzsaal am Landhaus Lichtenrade Um 1900 Erste Grundstücke um den Bahnhof werden verkauft. Aufstellung Bebauungsplan mit Festlegung einer Mindestgröße von 1.000 m² pro Grundstück soll die Bebauung im ländlichen Stil gewährleisten. Anfang 20. Jhd. Rege Bautätigkeit in der Bahnhofstraße; neben Wohnhäusern zunehmend auch Gebäude mit Handelsnutzung bzw. Bau von Wohnhäusern mit Erdgeschoss-Ladenzone (z.B. Haufe 1903, Zimmermann 1906 / 07, Schober 1907 – 1912), Entwicklung vieler Fachgeschäfte und Lokalitäten 1904 Das Postamt in der Bahnhofstraße 4 wird errichtet (neben heutigem Gebäude). 1906 Pflasterung des Kieswegs und Ausbau zur gepflasterten Bahnhofstraße. Erhöhtes Interesse von Spekulanten führt zu Grunderwerb. Die ersten Wohnhäuser (Nr. 28 und 29, heute nicht mehr vorhanden) entstehen mit der Mälzerei und sind Mitarbeitern und Meistern vorbehalten. Berliner kaufen Grundstücke für kleine Wochenendhäuschen zur Erholung, Handwerker aus Dresden kaufen Grundstücke, um sich eine neue Existenz aufzubauen. 1907 Architekt Reinhold Schober baut freistehendes, dreigeschossiges Mietshaus im Stil der Reformarchitektur in der Bahnhofstraße 16, das heute unter Denkmalschutz steht. 1908 Post zieht als „Königliches Postamt“ auf die gegenüberliegende Straßenseite in die Bahnhofstraße 52. Bahnhofstraße in den 50er Jahren 9 A1 Bauhistorische Entwicklung 20er Jahre Bau von freistehenden kleinen Wohnhäusern mit 1. OG und Dachgeschoss 1920 Eingemeindung des Dorfes Lichtenrade nach Berlin zum 13. Verwaltungsbezirk Tempelhof Karte Lichtenrade 1874 1926 Die (jetzige) Ulrich-von-Hutten-Schule wird bezogen. 1928 Entscheidung zum Bau einer Straßenbahnlinie bis Tempelhof durch die Bahnhofstraße, mit Wendeschleife in Bahnhofsnähe (Einstellung des Betriebs wegen Unwirtschaftlichkeit 1961) Karte Lichtenrade 1921 1930 / 31 Neues Postgebäude im Stil der neuen Sachlichkeit wird in der Bahnhofstraße 5 / 6 errichtet (steht heute unter Denkmalschutz); Nutzung als Post und zwei Ladengeschäfte für Lebensmittel und Raucherartikel 1939 – 45 Zweiter Weltkrieg brachte Bautätigkeit zum stagnieren. Karte Lichtenrade 1933 50er / 60er Jahre Durch Teilung der Stadt kann Entwicklung der Bahnhofstraße nicht an Vorkriegszeit anknüpfen 13.08.1961 – Stilllegung der S-Bahnstrecke Lichtenrade / Mahlow (Strecke nach Rangsdorf) durch Mauerbau Bahnhof verliert seine ursprüngliche Bedeutung. Karte Lichtenrade 1953 10 Bau von Hochhauswohnsiedlungen in Lichtenrade, z.B. Großsiedlung zwischen Lichtenrader Damm und Steinstraße, größtenteils in Plattenbauweise, bringt neue Bautätigkeit in Bahnhofstraße, vor allem Gewerbebauten zur Bedarfsdeckung des Stadtteils. Durch Randlage an Berliner Mauer bleibt Lichtenrade ein ruhiger Stadtteil. 1989 Öffnung der Mauer verändert Lichtenrade vom ruhigen Randbezirk zum Kreuzungspunkt zwischen Berlin und Brandenburg. Sanierung Bahnhof und S-Bahnstrecke nach Blankenfelde 1992 Wiedereröffnung der seit Mauerbau unterbrochenen S-Bahn-Verbindung 1990er Jahre Errichtung weiterer Wohn- und Gewerbebauten ab 1991 Vgl.: Heimann, Marina: Die Bahnhofstraße, in: Schlag nach … Wegweiser durch die Lichtenrader Wirtschaft, Berlin 2013 A1 Bauhistorische Entwicklung Goltzstraße 37 um 1953 Bahnhofstraße 5 – 6, 1954 Bahnhofstraße 48, 1981 Bahnhofstraße 12 – 13, 1990 Vielfalt der Bahnhofstraße: Landhaus, Geschosswohnungsbau, Historismus, Neue Sachlichkeit. Zustand 1969. 11 A1 Bauhistorische Entwicklung Bauhistorische Entwicklung Übersicht Zeitabschnitte Die abgebildeten Karten zeigen die Bahnhofstraße sowie den nordöstlichen Teil der Goltzstraße und den östlichen Teil der Prinzessinnenstraße. Farbig hervorgehoben sind die Gebäude, die in dem jeweiligen Zeitraum gebaut wurden. Die unterschiedliche Schraffur kennzeichnet zusätzlich charakteristische Merkmale des entsprechenden Zeitabschnitts. 1875 – 1912 Bau von Wohnhäusern hauptsächlich durch die Architekten Schober und Zimmermann 1921 – 1938 Bau von freistehenden Wohngebäuden und Reihenbebauung GSPublisherEngine 1015.53.55.100 1951 – 1968 Bau von eingeschossigen Flachdachbauten GSPublisherEngine 1015.53.55.100 12 A1 Bauhistorische Entwicklung 1875 – 1912: Architekt R. Schober 1875 – 1912: Architekt R. Zimmermann 1921 – 1938: Reihenbebauung, freistehende Einfamilienhäuser 1875 – 1912: Architekt G. Haufe 1951 – 1968: eingeschossige Flachbauten 1969 – 1989: Geschosswohnungsbau, Gewerbebauten 1875 – 1912: Architekt unbekannt 1990 – 2016: Wohn- und Gewerbebauten 1969 – 1989 Geschosswohnungsbau, sozialer Wohnungsbau, Gewerbebauten mit gestaffelten Geschossen GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 1990 – 2016 Bau von Wohn- und Gewerbebauten, Eingliederung durch Orientierung an Formsprache historischer Nachbarschaft GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 GSPublisherEngine 1015.53.55.100 Gesamtsituation heute GSPublisherEngine 1015.53.55.100 13 A2 Dokumentation Nord A2 Dokumentation Abschnitt 1: Prinzessinnenstraße 2 – 1 Die Bahnhofstraße besteht aus unterschiedlichen Typen von Gebäuden und Fassaden, welche ein- und mehrgeschossig sind. Durch das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Baualtersklassen, Größen und Nutzungen sind weder die Gebäudegrößen noch die Traufkanten einheitlich. Typ 11 Typ 11 Typ 13 t fer S sdor Wün raße Die Gebäude besitzen verschiedene Dachformen; neben Sattelund Mansarddächern sind z.B. auch Walm- und Flachdächer vertreten. Die Dachdeckungsmaterialien sind ebenfalls vielfältig. Die Fassaden sind in der Regel Lochfassaden mit einem überwiegenden Wandanteil. Gebäude mit Erkern, Balkonen oder Loggien, aber auch „glatte“ Fassadentypologien ohne Vor- und Rücksprünge sind anzutreffen. Abschnitt 2: Bahnhofstraße 33 – 30 Typischerweise sind die Fassaden verputzt. Die historischen Gebäude aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts besaßen ursprünglich Fassadenverzierungen, die überwiegend nicht mehr erhalten sind. Eine typische Nutzung gliedert sich oft wie folgt: › EG – Geschäfte, Läden, Gastronomie › 1. OG – Praxen und Büros › Obere Geschosse – Wohnnutzung Bahnhofstraße ße rtstra Hilbe Prinzessinnenstraße Im Erdgeschoss befinden sich fast durchgehend Ladenlokale oder Restaurants. Oft ist die Erdgeschosszone zu einer Ladeneinheit zusammengefasst. Die ursprünglichen Fenster- und Türanordnungen der historischen Gebäude sind zum Teil nicht mehr erkennbar, Erd- und Obergeschoss optisch stark voneinander getrennt. Im Bereich der Erdgeschosszone existiert eine große Anzahl von Außenwerbeanlagen, die insgesamt sehr unterschiedlich gestaltet sind. Typ 12 Neubau 1921-1938 Neubau 1969-1989 14 Typ 12 Neubau 1951-1968 Typ 12 Neubau 1875-1912 Neubau 1990-2016 Süd Abschnitt 1: Prinzessinnenstraße 33a Abschnitt 2: Bahnhofstraße 33a – 35 Typ 12 Typ 12 A2 Dokumentation Abschnitt 3: Bahnhofstraße 29 – 23 Typ 10 Typ 9 Typ 9 Typ 5 Typ 10 Typ 8 Typ 3 Typ 1 Typ 1 Typ 1 Rehagener Straße Typ 10 Typ 6 gstra in Bries Rehagener Straße Typ 6 Abschnitt 4: Bahnhofstraße 47 – 50 Typ 1 Typ 13 Typ 11 Abschnitt 3: Bahnhofstraße 39 – 46 Typ 10 ße Zescher Straße Rie din ger stra ß e 2 Abschnitt 4: Bahnhofstraße 22 – 16 15 A2 Dokumentation Abschnitt 3: Bahnhofstraße 29 – 23 Typ 10 Typ 8 Abschnitt 5: Bahnhofstraße 15 – 10 Typ 3 Typ 1 Typ 1 Typ 1 Rie din ger stra ß e Typ 5 Abschnitt 4: Bahnhofstraße 22 – 16 Typ 12 Typ 5 Typ 5 Typ 10 Typ 10 Typ 11 Rehagener Straße Nord Typ 2 Typ 2 Typ 2 Typ 10 Typ 1 Typ 6 Typ 6 Typ 13 Typ 2 Süd 16 Abschnitt 3: Bahnhofstraße 39 – 46 Abschnitt 4: Bahnhofstraße 47 – 50 Abschnitt 5: Bahnhofstraße 51 – 54 Typ 2 Zescher Straße Rehagener Straße Bahnhofstraße Typ A2 Dokumentation Abschnitt 7: Goltzstraße 1 – 2 Abschnitt 6: Bahnhofstraße 9 – 1 Typ 9 p4 Typ 9 Typ 10 Typ 6 Typ 3 Typ 10 Typ 13 Typ 13 ße tra ltz Go Typ 8 Typ 8 Typ 11 Typ 7 Typ 7 Typ 4 Typ 4 Typ 4 Typ 2 Typ 2 Typ 11 Typ 1 Typ 1 Abschnitt 6: Bahnhofstraße 55 – 61 Abschnitt 7: Goltzstraße 35 – 39 17 A3 Fassadentypologie A3 Fassadentypologie Exemplarisches Bauwerk Typ 1 Schober (Reformarchitektur) Satteldach Dachgeschoss Beispiel: Bahnhofstraße 49 2 OG Achsensymmetrische Gliederung Fenster Hochformat, Erker u./o. Balkone Baujahr 1907 – 1912 Architekt: R. Schober Sockel durch Material / Farbe hervorgehoben Typ 2 Zimmermann (Späthistorismus) Berliner Dach (leicht geneigtes Pultdach mit Steilabschrägung zur Straßenseite) Zwerchgiebel, Dachgaube Beispiel: Bahnhofstraße 58 2 OG Ornamentik Fenster Hochformat, Erker u./o. Balkone Baujahr 1906 – 1907 Architekt: R. Zimmermann Typ 3 Wohnhaus Beginn 20 Jhd. (Historismus) Beispiel: Bahnhofstraße 4 Baujahr 1903, Architekt: G. Haufe Sockel / Sockelgeschoss hervorgehoben Satteldach / hier z.T. Flachdach 2 – 3 OG Fenster Hochformat Fensterumrahmungen Fenster kleinteilig gesprosst Walmdach mit Schleppgaube Dachgeschoss Beispiel: Bahnhofstraße 60 1 OG Lochfassade symmetrisch 18 Weitere Merkmale − Mehrfamilienhaus − EG abgegrenzt − Ornamentik Lisenen oder Gesimse - Horizontalität − vertikale Akzente − verputzt − gleiche Putzfarbe von Traufe bis Sockel − Bahnhofstraße 51, 54: abgeschrägte Ecke, durch Türmchen oder Standerker betont (Berliner Ecke) Weitere Merkmale − fließender Übergang zum EG − z.T. erhaltene Ornamentik − Bahnhofstraße 20: Balkone − verputzt − gleiche Putzfarbe von Traufe bis Sockel Sockel / Sockelgeschoss hervorgehoben Typ 4 freistehende Wohnhäuser Baujahr 1924 – 1930 Weitere Merkmale − Mehrfamilienhaus − fließender Übergang zum EG − lange massive Balkone – Horizontalität − vertikale Akzente − verputzt − gleiche Putzfarbe von Traufe bis Sockel − Ausnahme Bahnhofstraße 55: nicht symmetrisch, Ecke abgeschrägt, durch Erker betont (Berliner Ecke) eingeschossige Anbauten EG größtenteils verglast Weitere Merkmale − Erweiterungen 1951 – 1968, Bahnhofstraße 59: 2005 − Walmdach (Bahnhofstraße 59, 60) oder Satteldach (Bahnhofstraße 10, 61) giebelständig − Fenster Hochformat − verschiedener Detaillierungsgrad der Fensterunterteilung − verputzt A3 Fassadentypologie Weitere Bauwerke dieses Typs Typ 1 Gestaltungsempfehlungen für Typ 1 ab Seite 46 Bahnhofstraße 55 Bahnhofstraße 56 Bahnhofstraße 19 Bahnhofstraße 17 – 18 Bahnhofstraße 16 Typ 2 Gestaltungsempfehlungen für Typ 2 ab Seite 48 Bahnhofstraße 57 Bahnhofstraße 52 – 53 Bahnhofstraße 54 Bahnhofstraße 51 Gestaltungsempfehlungen für Typ 3 ab Seite 50 Typ 3 Bahnhofstraße 20 Typ 4 Gestaltungsempfehlungen für Typ 4 ab Seite 52 Bahnhofstraße 59 Bahnhofstraße 60 Bahnhofstraße 10 19 A3 Fassadentypologie Exemplarisches Bauwerk Typ 5 Reihenhäuser 1 – 2 OG Satteldach / hier mit minimaler Steigung Beispiel: Bahnhofstraße 14 2 OG Fenster Querformat oder quadratisch Trennung zum EG / hier durch Vordach Baujahr 1924 – 1931 Typ 6 Neue Sachlichkeit Beispiel: Bahnhofstraße 47 Baujahr 1924 – 1931 Architekt: u.a. Otto Wutke EG vollständig verglast Satteldach, Dachgauben Dachgeschoss 2 OG Fenster Hochformat hier Erker Flachdach Beispiel: Goltzstraße 37 2 OG Fenster verschiedener Formate Typ 8 Gestaffelte Gewerbebauten Beispiel: Goltzstraße 39 Baujahr 1969 – 1990 Weitere Merkmale − Goltzstraße 35: symmetrische Lochfassade − Fenster unterschiedlich gesprosst − verputzt großflächige Schaufenster Trennung zum EG hier durch Gesims Flachdach Geschosse gestaffelt bis 2 OG Fensterbänder hier vertikale Gliederung durch vortretende Bauteile großflächige Schaufenster 20 Weitere Merkmale − Sockelzone durch Material und Farbe hervorgehoben − liegende Fensterbänder bei Bahnhofstraße 5 – 6 − verputzt Sockelgeschoss hervorgehoben Typ 7 Flachdachbauten 2 OG Baujahr unbekannt Weitere Merkmale − Bahnhofstraße 24: Baujahr unbekannt − Bahnhofstraße 24: 1 OG / Flachdach − Bahnhofstraße 15: 1 OG + DG / Satteldach − Abgrenzung zum EG z.T. durch Gesimse, Materialität − Bahnhofstraße 24, 15: großflächige Schaufenster − Fensteranordnung symmetrisch, unterschiedlich gesprosst − verputzt / verkleidet Weitere Merkmale − EG hebt sich durch großflächige Schaufenster ab − horizontale Ausrichtung − vertikale Akzente (außer Bahnhofstraße 22) − Goltzstraße 39: Ecke abgeschrägt − Fassade verkleidet A3 Fassadentypologie Weitere Bauwerke dieses Typs Typ 5 Gestaltungsempfehlungen für Typ 5 ab Seite 54 Bahnhofstraße 15 Bahnhofstraße 24 Typ 6 Gestaltungsempfehlungen für Typ 6 ab Seite 56 Bahnhofstraße 48 Bahnhofstraße 5 – 6 Typ 7 Gestaltungsempfehlungen für Typ 7 ab Seite 58 Goltzstraße 35 Typ 8 Gestaltungsempfehlungen für Typ 8 ab Seite 60 Bahnhofstraße 21 – 22 Goltzstraße 38 21 A3 Fassadentypologie Exemplarisches Bauwerk Typ 9 Nachkriegsmoderne Beispiel: Bahnhofstraße 9 Baujahr 1969 – 1983 Flachdach 3 OG symmetrische Fassade, strenges Raster Fenster Hochformat zu Querformat zusammengefasst vertikale Akzente durch Farbgebung, Erker großflächige Schaufenster EG klar abgegrenzt Typ 10 Zeitgenössische Bauten: Integration mittels Nachempfinden historischer Formsprache Beispiel: Bahnhofstraße 11 Satteldach Dachgeschoss Rhythmus geschlossener zu offener Fassade Struktur durch Balkone und Vorsprünge Neuinterpretation älterer Formensprache Baujahr 1978 – 2016 großflächige Schaufenster EG abgegrenzt Typ 11 Eingeschossige Gewerbebauten angebaut / zusammenhängend Flachdach, eingeschossig Beispiel: Bahnhofstraße 39, 44 22 Front mit großflächigen Schaufenstern Sockelzone differenziert Weitere Merkmale − Bahnhofstraße 25 – 27: Baujahr unbekannt − Bahnhofstraße 8, 25 – 27: Fenster Querformat − Struktur durch regelmäßige Vor- bzw. Rücksprünge − Akzente durch Material- und Farbkontraste, auskragende Bauteile − Großflächige Schaufenster im EG durchlaufend oder durch Wandpfeiler unterteilt − verputzt Weitere Merkmale − Bahnhofstraße 23,28,29: Baujahr unbekannt − Bahnhofstraße 2 – 3, 7, 12 – 13, 23: 2 OG + DG / Satteldach oder gekapptes Dach − Bahnhofstraße 28, 29, 50: 3 OG + DG oder Staffellgeschoss / Berliner Dach (leicht geneigtes Pultdach mit Steilabschrägung zur Straßenseite), gekapptes Dach − Verwendung in der Straße bestehender Dachformen und Bauelemente wie Dachgauben, Zwerchgiebel, Türmchen oder Erker − Rhythmus durch Wechsel Balkone / Loggien / Erker und Fenster, zum Teil symmetrische Fassaden − Bahnhofstraße 23, 29: Ecke abgeschrägt, durch Türmchen betont (Berliner Ecke) − Öffnungen quadratisch oder Querformat − Akzentuierung durch Farbigkeit und Material − Großformatige Schaufenster im EG durch Wandpfeiler gegliedert − Bahnhofstraße 28: Schaufenster durchlaufend − verputzt, Bahnhofstraße 11, 12 – 13, 23: verkleidet Weitere Merkmale − eingeschossige Flachdachbauten − Aneinanderreihung verschiedener Gewerbe oder als Anbau − Front i.d.R. aus Schaufenstern A3 Fassadentypologie Weitere Bauwerke dieses Typs Typ 9 Gestaltungsempfehlungen für Typ 9 ab Seite 62 Bahnhofstraße 27 Bahnhofstraße 25 – 26 Bahnhofstraße 8 Typ 10 Gestaltungsempfehlungen für Typ 10 ab Seite 64 Bahnhofstraße 12 – 13 Bahnhofstraße 2 – 3 Bahnhofstraße 28 Bahnhofstraße 23 Bahnhofstraße 7 Bahnhofstraße 50 Bahnhofstraße 29 Typ 11 Gestaltungsempfehlungen für Typ 11 ab Seite 66 Bahnhofstraße 10 Prinzessinnenstraße 1 Bahnhofstraße 35 Bahnhofstraße 49 Goltzstraße 37a Prinzessinnenstraße 2 Bahnhofstraße 56 23 A3 Fassadentypologie Exemplarisches Bauwerk Typ 12 Fliegende Bauten Beispiel: Bahnhofstraße 15 Typ 13 Sonderbauten Beispiel: Goltzstraße 1 – 2 24 eingeschossig, Werbungen als Dachaufbau Front aus Theke und Durchreichfenster unterschiedliche Geschossanzahl hauptsächlich gewerbliche Nutzung Weitere Merkmale − hauptsächlich Gastronomie − i.d.R. nur für Mitarbeiter zugänglich Weitere Merkmale − müssen einzeln behandelt werden A3 Fassadentypologie Weitere Bauwerke dieses Typs Typ 12 Gestaltungsempfehlungen für Typ 12 ab Seite 68 Bahnhofstraße 33a Goltzstraße 1 Bahnhofstraße 32 Bahnhofstraße 31 Bahnhofstraße 30 Bahnhofstraße 61 Prinzessinnenstraße 33a Goltzstraße 36 Typ 13 Gestaltungsempfehlungen für Typ 13 ab Seite 70 Bahnhofstraße 45 – 46 Bahnhofstraße 32 Bahnhofstraße 1 25 Teil B – Gestaltungsempfehlungen B1 Allgemeine Gestaltungsempfehlungen 26 B1 Allgemeine Gestaltungsempfehlungen Bahnhofstraße Gebäude / Haus Erdgeschoss Türen, Schilder, Fenster, Details J e d e r e i n ze l n e M i k r o b a u ste i n ka n n e i n S t ü c k B a u ku l t u r s e i n u n d d a s g e s a m te E r s c h e i n u n g s b i l d d e r B a h n h o f st r a ß e , d i e M a k r o e b e n e , p o s i t i v b e e i n f l u s s e n . 27 B1.1 Städtebauliche Aspekte der Fassadengestaltung B1.1 Städtebauliche Aspekte der Fassadengestaltung Bauweise und Bauflucht Traufhöhe Zur Bauweise zählt u.a. die Stellung des Gebäudes. In der Bahnhofstraße ist eine traufständige Bebauung vorherrschend, mit Ausnahme der Gebäude des Typs 4. Als traufständig bezeichnet man Gebäude, deren Giebel nicht parallel, sondern quer zur Straßenseite stehen. Die Bauwerke bilden eine Randbebauung mit verhältnismäßig angemessenen Versprüngen in der Baufluchtlinie. Die Traufhöhe ist die Höhe zwischen dem Boden und der Dachtraufe (Tropfkante am Rand eines Gebäudes). Sie wird durch die Geschossanzahl, die Geschosshöhe und durch Geländehöhenunterschiede bedingt. Die Bahnhofstraße ist hauptsächlich von zweigeschossigen Gebäuden mit Satteldach und dreigeschossigen Gebäuden mit Flachdach gesäumt. Die Vielfalt in der Bebauung der Bahnhofstraße wird auch in unterschiedlichen Traufhöhen deutlich. Trotzdem haben direkte Nachbargebäude sowie Gebäude eines Typs in der Regel eine einheitliche Traufhöhe. Anstelle eingeschossiger Flachbauten könnten höhere Gebäude eine Aufwertung der Straße aus städtebaulicher Sicht bedeuten. Im Zuge ggf. anstehender Sanierungsmaßnahmen könnte geprüft werden, ob das Gebäude einen historischen oder denkmalpflegerischen Wert aufweist und eine Aufstockung oder ein Neubau aus energetischer und städtebaulicher Sicht eventuell sinnvoll wären. Als gestalterische Zielstellung im Sinne einer einheitlichen Straße zählt zum Beispiel, die ortsbildprägende Gebäudestellung zu wahren und fortzuführen, und die Straßenflucht sowie die Blickbeziehungen zwischen den Gebäuden zu erhalten. Auch ist es im Allgemeinen städtebaulich sinnvoll, Unterbrechungen von geschlossener Randbebauung zu vermeiden. Existieren Baulücken in Randbebauungen, ist es deshalb zumeist Ziel, dass diese Lücken in Orientierung an der Nachbarbebauung geschlossen und dadurch die Raumkanten exakter definiert werden. Obere Zeichnung zeigt Gebäude auf der Südseite der Bahnhofstraße mit einheitlicher Traufhöhe, inklusive des gestaffelten Gewerbebaus links im Bild, welcher sich an dieser orientiert und die Erscheinung nicht beeinträchtigt. Untere Zeichnung zeigt den nächsten Straßenabschnitt auf der Südseite, der durch Gebäude verschiedener Typen charakterisiert ist. Links ist die Traufhöhe der Gebäudereihe eines Typs nach Umbaumaßnahmen verloren gegangen, ein unregelmäßiges Bild entsteht. Mittig sind zwei Gebäude unterschiedlichen Typs, die sich aufgrund direkter Nachbarschaft aneinander orientieren. Diese höheren Gebäude sind durch eine Lücke von den benachbarten niedrigeren Gebäuden getrennt. Das rechte Gebäude stellt aufgrund seiner giebelständigen Bauweise ohnehin eine Sondersituation dar, der Anbau orientiert sich an dessen Traufhöhe. Zu seinem linken Nachbarn entsteht ein starker Bruch. 28 Bahnhofstraße 17 – 22 Bahnhofstraße 10 – 15 B1.2 Barrierefreiheit B1.2 Barrierefreiheit Barrierefreiheit ist heute ein unerlässlicher Teil jeder Bauaufgabe. Es wird angestrebt, öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie für jedermann begehbar und benutzbar sind. Grundsätze des barrierefreien Bauens sollten in jedem Planungsprozess berücksichtigt und rechtzeitig angewendet werden, um eine qualitätsvolle und sichere Umgebung zu schaffen, die keine nachträglichen Optimierungsmaßnahmen erfordert. Im Falle der Bahnhofstraße in Lichtenrade handelt es sich jedoch hauptsächlich um eine Anpassung des Bestandes an die aktuellen Anforderungen. Insbesondere historische Gebäude stellen eine planerische und gestalterische Herausforderung dar, denn Raumverhältnisse im Bestand erlauben oft keine einfachen und bewährten Standardlösungen. Jedes Gebäude bzw. jeder Raum verlangt eine individuelle Herangehensweise, um seinen Besonderheiten auf eine qualitätsvolle und nachhaltige Weise gerecht zu werden. * Eine Planungsgrundlage zum barrierefreien Bauen bieten die Handbücher − „Berlin-Design for all – Öffentlich zugängliche Gebäude“ − „Berlin-Design for all – Öffentlicher Freiraum“. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/ barrierefreies_bauen/de/handbuch.shtml Im Folgenden sind einige grundlegende Anforderungen an die Barrierefreiheit aufgeführt:* − Gehwegbreite: 1,50 m − Tür- bzw. Durchgangsbreite: 90 cm − gute Auffindbarkeit, Erreichbarkeit und Bedienbarkeit von Klingel und Gegensprechanlage − Treppen: Handlauf ab 3 Steigungen erforderlich, Markierung der ersten und letzten Steigung − Rampenbreite: 1,20 m (mind. 1,00 m) − Rampensteigung: 4% (in Ausnahmefällen bis 6%) − Oberflächen: nicht reflektierend, griffig, rutschhemmend, eben, fugenarm, seitliche Abgrenzungen akzentuiert − Beleuchtung (siehe Lichtkonzept): blendfrei, keine Verschattungszonen (zwischen Lichtkegeln) − Orientierungshilfen, visuelle Informationsvermittlungen: frei zugänglich, einfach, kontrastreich − taktile Informationsvermittlungen: Gehwegmarkierungen, Handlaufbeschriftungen Anlagen am Gebäude, die der Barrierefreiheit dienen, können auch mit Bezug zur Fassade so gestaltet werden, dass sie als einheitlicher Bestandteil des Gebäudes wirken. Dafür ist die Verwendung von zum Gebäude passenden bzw. abgestimmten Materialien / Farben hilfreich. Bei mehreren Nutzungseinheiten in einem Gebäude könnte geprüft werden, ob die Umsetzung eines einheitlichen Gesamtkonzepts (z.B. einheitliche Stufen vor separaten Zugängen) möglich ist. Links, Mitte: Beispiel für taktiles Informationssystem am Handlauf und auf dem Boden Rechts: Beispiel für Rampenanlage vor einem Geschäft in der Bahnhofstraße 29 B1.3 Oberflächenmaterial und -farbe B1.3 Oberflächenmaterial und -farbe Bestimmung nach RAL Abschnitt 1 Nord: 1000, 1013-1015 Abschnitt 1 Süd: 1000, 1013-1015, 1020 Abschnitt 2 Nord: 1000, 1013-1015 Abschnitt 2 Süd: 1000, 1013-1015, 1020 Abschnitt 3 Nord: 1000, 1013-1015, 7032, Abschnitt 3 Süd: 1000, 1013-1015, 1020 7035, 7038, 7044 Abschnitt 4 Nord: 1000, 1015, 1017, 1019, Abschnitt 4 Süd: 1000, 1020, 1035, 7034, 7034,7035, 9003 7035 Abschnitt 5 Nord: 1000, 1013-1015, 7000 Abschnitt 5 Süd: 1000, 1014, 1020, 7002, 7033-7035 Abschnitt 6 Nord: 1014, 1020, 9003 Abschnitt 6 Süd: 1000, 1014, 1015, 1017, 1020, 1035, 3012, 3015, 5007, 7034, 7035 Abschnitt 7 Nord: 1013-1015 Abschnitt 7 Süd: 1013-1015, 3012, 3015, 5007, 7000 Die RAL-Farbpalette wurde unter Berücksichtigung der Farben des Bestandes ausgewählt und diente zur Orientierung für zukünftige Fassadengestaltungen. 30 Oberflächenmaterial und Farbe von Fassaden können dazu beitragen, Bauten aus verschiedenen Stilepochen zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen zu fassen oder den Charakter einzelner Gebäude (Leitbauten) hervorzuheben. Analyse Die Mehrheit der Fassaden in der Bahnhofstraße Lichtenrade besitzt eine farbig verputzte Oberfläche. Bauten bis 1930 weisen lediglich im Sockelbereich Materialkontraste auf. Erst bei Gebäuden ab 1969 treten großflächige Verkleidungen und Materialunterschiede im Obergeschossbereich auf. Die Nordseite weist hauptsächlich Farben in warmen, grünlichen Erdtönen und Gelbtönen sowie vereinzelten Grau- und Weißtönen auf. Erkennbar ist, dass in einzelnen Abschnitten der Bahnhofstraße gemeinsame Farbtendenzen vorherrschen, womit ein stimmiges Straßenbild vermittelt wird. Abweichungen treten daraus umso deutlicher hervor. Die Südseite der Bahnhofstraße ist verschiedenfarbiger gestaltet. Die Fassaden sind in kühleren Blautönen und in Rottönen differenzierter Abstufungen gehalten. Außerdem sind die Grüntöne zum Teil klarer ausgebildet. Dennoch sind auch hier gemeinsame Gestaltungsprinzipien der einzelnen Abschnitte erkennbar. Empfehlung Bei farblicher Neugestaltung sollte darauf geachtet werden, dass Fassadengrundtöne den aufgeführten Farbpaletten (Farbton, Helligkeit, Sättigungsgrad) weitgehend entsprechen. Außerdem sollte die jeweilige Farbe auf die benachbarte Bebauung abgestimmt sein. Als Grundfarbe sollten keine grellen, satten Farben gewählt werden. Lediglich die Akzentuierung einzelner Gliederungselemente mittels kräftiger Farbtöne kann das Erscheinungsbild aufwerten. Damit trotz der grundsätzlich gedämpften Farbigkeit dennoch ein frischer und lebendiger Eindruck der Bahnhofstraße entsteht, können kleinere Elemente der Fassade, z.B. Markisen, durch kräftigere Farben Akzente setzen. Farbwechsel, z.B. durch Einsatz mehrerer Töne der Farbpalette, können zum positiven Erscheinungsbild einer Fassade beitragen, wenn die Fassadengliederung berücksichtigt wird. Bei Bauten aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts kann die Fassadenstruktur durch Farbabstufungen hervorgehoben werden. So setzt sich die grob strukturierte Natursteinoberfläche der Sockelverblendungen passend durch die Wahl eines dunkleren Farbtons ab. Auch bei plastischen Gliederungselementen können stärkere Farbkontraste auftreten. Die Farbe von Gewände / Faschen sollte auf die Fassadenfarbe abgestimmt sein, z.B. durch eine hellere / dunklere Abstufung des Fassadengrundtons. Ein ansprechendes Bild entsteht durch die Farbabstimmung von Fensterrahmen, Fensterumrandungen und Türen mit Sockel und Dacheindeckung. Fensterrahmen historischer Gebäude sollten sich an der OriginalFarbgebung orientieren. Wenn diese unbekannt ist, können sie in Weiß gehalten werden. Für viele Gebäude späterer Bauepochen stellen auch stärkere Farbkontraste ein gestalterisches Potenzial dar, das durch eine breitere Materialpalette zusätzlich erhöht wird. Grundsätzlich sollten aber nicht mehr als drei Farbtöne, welche aufeinander und auf die Nachbarbebauung abgestimmt sind, bei der Gestaltung einer Fassade eingesetzt werden. Material Für ein langfristig attraktives Erscheinungsbild sollten für die Fassaden ortstypische bzw. zeitlos klassische Materialien verwendet werden, z.B. Putz, Klinker und Naturstein. Für eine Absetzung des Sockel / -geschosses können z.B., abgestimmt mit der Gesamtfassade, hochwertigere Materialien wie Naturstein verwendet werden. Die Materialfarben sollten der Farbpalette entsprechen. Authentische Materialien sollten Materialimitationen vorgezogen werden. B1.3 Oberflächenmaterial und -farbe Farbpalette Bestand Bahnhofstraße Nordseite Farbpalette Bestand Bahnhofstraße Südseite Abschnitt 1: Bahnhofstraße bis Wünsdorfer Straße Abschnitt 2: Prinzessinnenstraße bis Steinstraße Abschnitt 3: Steintraße bis Riedingerstraße Abschnitt 4: Riedingerstraße bis Rehagener Straße Abschnitt 5: Rehagener Straße bis Mellener Straße Abschnitt 6: Mellener Straße bis Goltzstraße Abschnitt 7: Bahnhofstraße bis Lichtenrader Damm 31 B1.4 Fassadengliederungselemente B1.4 Fassadengliederungselemente Das Erscheinungsbild und somit der Charakter einer Fassade wurden durch das Verhältnis ihrer Elemente zueinander geprägt. Öffnungen und Versprünge bieten zum Beispiel die Möglichkeit, Fassaden durch eine Rasterung oder eine rhythmische Struktwur aufzuwerten. Durch die Verwendung von Sockeln, Fensterbändern, Gesimsen oder Fensterbänken kann die horizontale Fassadengliederung gestärkt werden. Zum Unterstreichen der vertikalen Fassadengliederung dienen durchlaufende Achsen der Öffnungen von Erd- und Obergeschossen sowie die Verwendung von Erkern, Risaliten (in gesamter Gebäudehöhe hervortretender Abschnitt), Pfeilern und Lisenen (schmale, leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand). Die heutige Fassadengestaltung in der Bahnhofstraße entspricht oft nicht mehr der ursprünglichen Form. In vielen Fällen wurden Proportionen und Gliederung der Erdgeschosse, und somit auch das Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes, stark verändert. Bei einer Neugestaltung kann die Orientierung an historischen Links: Bahnhofstraße 9 Vertikale Betonung durch Farbgebung und Risalit (über gesamte Gebäudehöhe hervortretender Abschnitt). Rechts: Goltzstraße 38 Horizontale Betonung durch Fensterbänder. 32 Vorbildern hilfreich sein. Dabei sind auch moderne Interpretationen möglich, soweit sie der Gestaltung der gesamten Fassade entsprechen. Empfehlungen zur Gestaltung einzelner Fassadengliederungselemente werden im Folgenden betrachtet. Öffnungen Die Fassaden der Bahnhofstraße bestehen überwiegend aus einer Mauer mit Öffnungen für Fenster und Türen. Deren Anzahl, Lage, Größe sind das wichtigste Mittel der Fassadengestaltung, geben der Fassade ihr Gesicht. Fassungen: Die Öffnungen älterer Gebäuden sind häufig durch Gewände aus Natur- oder Werkstein oder einfache Putzfaschen gerahmt, wodurch eine Fassadengliederung positiv unterstützt werden kann. Werden diese z.B. im Zuge einer Außendämmung entfernt, verändert die Fassade ihr Gesicht und verliert i.d.R. an Ausdruck. Neuere Gebäude sind oft ohne Gewände oder Faschen B1.4 Fassadengliederungselemente ausgeführt. Hier sollte im Einzelfall entschieden werden, ob durch Putzfaschen eine Verbesserung der Fassadengliederung zu erreichen ist. Eine stimmige Dimensionierung, Material- und Farbwahl, z.B. in heller oder dunkler abgesetzter Farbton der Fassadenfarbe, sind wichtig. Hell abgesetzte Fensterfaschen und Laibungen unterstützen die Belichtung der Räume. Öffnungen Unten links: Auf dem abgebildeten Foto von 1969 ist eine kleinteilige Gliederung der Fenster zu sehen. Diese fügt sich im historischen Gebäudetyp passend ein. Unten rechts. Bahnhofstraße 10, 2016 Die heutige Fensterform hat den Charakter des Gebäudes verändert. Fenster: Die Verwendung verspiegelter und farbiger Gläser ist nicht zu empfehlen, da die Gesamtwirkung der Fassade und die der Nachbarbebauung unter ihrer Dominanz leiden können. Das Material der Fensterrahmen sollte dem Gebäudetyp entsprechend gewählt sein. Besonders in historischen Gebäuden empfiehlt sich die Verwendung von Holzfensterrahmen. Auch die Unterteilung und Detailausbildung der Fenster charakterisiert die Fassade. Bei Erneuerung der Fenster sollte darauf geachtet werden, dass die historische Fensterunterteilung nach Möglichkeit erhalten bzw. wiederhergestellt werden kann. Sockel Der Sockel ist das untere Segment eines Bauwerks und bildet die Basis für das Gebäude. Er besitzt oft eine massive Erscheinung, um die Bodenhaftigkeit und Tragfähigkeit des Gebäudes zu betonen oder ist durch eine differenzierte Farb- oder Materialwahl gekennzeichnet. Eine häufige Ausführungsart historischer Gebäude ist die Rustizierung (große Fugen zwischen den Steinschichten). Eine Ausbildung des unteren Geschosses als Sockelgeschoss, das sich von den Obergeschossen unterscheidet, ist hilfreich, wenn z.B. die Öffnungen im Erdgeschoss keinen Bezug zur Lage der Öffnungen der Obergeschosse haben oder uneinheitlich gestaltet sind. Die Sockelgestaltung sollte mit typischen, passenden, natürlichen Materialien erfolgen, mit der Gesamtfassade abgestimmt sein und ihren Proportionen entsprechen. Im Sinne einer attraktiven Fassadengestaltung ist z.B. eine Absetzung des Sockels in dunklerem Farbton gegenüber der oberen Fassadenfarbe denkbar. Reflektierende oder glasierte Materialien bei Sockeln können unpassend wirken. Oben: Bahnhofstraße 54 Das mittlere Fenster im Bild weist eine andere Größe auf. Zur optischen Anpassung wurde die ursprüngliche Größe farblich auf der Fassade hervorgehoben. Durch Fenster und Gliederung in ursprünglicher Form könnte die Fassade aufgewertet werden. Sockel Links: Bahnhofstraße 17-18 Der Sockel besteht aus Sichtmauerwerk, kommt aber kaum zur Geltung, da das EG durch sehr starken Farbkontrast herausgehoben und von der übrigen Fassade optisch getrennt wird. Rechts: Bahnhofstraße 20 Der Sockel aus Sichtmauerwerk wird durch eine gleiche Farbgestaltung der Fassade bis zur Brüstungshöhe des EGs ergänzt. Die Abstimmung der Farbauswahl und Höhe mit der Gesamtfassade könnte im Rahmen zukünftiger Fassadengestaltung optimiert werden. 33 B1.4 Fassadengliederungselemente Balkone Einige Gebäude der Bahnhofstraße besitzen zur Straßenseite ausgerichtete Balkone, die meist ein Originalbestandteil der Fassade sind und sich passend in das Gesamtbild des Gebäudes einfügen. Brüstungen sind i.d.R. geschlossen und bilden eine ruhige und zusammenhängende Fläche. Bei Erneuerung vorhandener Balkone könnte die Orientierung am ursprünglichen Entwurf erfolgen, z.B. bzgl. der Ausbildung offener oder geschlossener Brüstungen. Nachträgliche Balkonanbauten erfordern einen planerisch behutsamen Umgang. Um das Fassadenbild nicht zu stören, ist es z.B. hilfreich, auf eine authentische Formsprache und Materialwahl zu achten. Die Rückseite eines Gebäudes hingegen stellt für den nachträglichen Balkonanbau einen in der Regel unproblematischen Ort dar. Links: Bahnhofstraße 54 Erker und Balkone sind häufig in der Bahnhofstraße zu finden, v.a. Balkone, die direkt an Erker angeschlossen sind. Hier sind sie als Gliederungselemente innerhalb des Farbkonzeptes der Fassade farblich abgesetzt. Rechts: Bahnhofstraße 58 Ursprünglich besaß das Bauwerk im 1. OG und 2. OG Balkone, die nachträglich geschlossen worden sind. 34 Erker Neben ihrer Gebäudegliederungsfunktion sind Erker auch für die Setzung von Akzenten geeignet, denn ihnen kann durch ihre Lage besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden. Die in der Bahnhofstraße vorzufindenden Erker sind überwiegend rechteckig im Grundriss. Als allgemeine Gestaltungsregel gilt, dass Erker sich in die Öffnungsgliederung des Bauwerkes einfügen und die Breite von 1 / 3 der Frontbreite des Gebäudes nicht übertreten sollten. Aus energetischer Sicht oder im Interesse der Nutzung kann ein nachträglicher Umbau von Balkonen zu Erkern gewünscht sein. Das erfordert im Interesse einer stimmigen Gesamterscheinung des Gebäudes große planerische Sensibilität. Die Dimensionierung, Gliederung sowie Material- und Farbwahl sollten sich passend in die Gesamtfassade einfügen. B1.4 Fassadengliederungselemente Dach Das Erscheinungsbild eines Daches - und damit des gesamten Gebäudes - wird durch die Dachform, die Dachneigung, die Dacheindeckung und die Dachgliederung sowie durch die Größe der Dachflächen bestimmt. Einen Einfluss auf das Erscheinungsbild der Straße haben zudem die Größe und Lage der Dachaufbauten und die Farbe der Dächer. Bei Neubauten sollten die Dächer in ihrer Form der Umgebung entsprechend angepasst, die Trauf- und Firstrichtungen sowie deren Höhen aus der unmittelbaren Umgebung heraus (Straßenzug und benachbarte Baukörper) entwickelt werden. Bei Bestandsgebäuden entspricht die ursprüngliche Dachform am ehesten dem Charakter des Gebäudes und sollte nach Möglichkeit erhalten bleiben. Beim Ausbau des Dachgeschosses sollte deshalb behutsam vorgegangen werden, um die gestalterische Qualität des einzelnen Gebäudes zu bewahren oder zu optimieren. Bei einem, aufgrund früherer Umbauten, stark veränderten Erscheinungsbild des Daches könnte im Zusammenhang mit zukünftigen Sanierungen geprüft werden, ob es in Abstimmung mit Funktion, Nutzung und energetischer Optimierung sinnvoll und möglich wäre, die ursprüngliche Dachform wiederherzustellen, oder das neue Dach in Annäherung daran neu zu gestalten. Bei Erneuerung der Eindeckung des Daches historischer Gebäude wäre die Orientierung am ursprünglichen Material und originaler Farbgebung empfehlenswert. Eindeckungen mit glänzender oder grellfarbiger Oberfläche können das gestalterische Zusammenspiel mit den benachbarten Dächern oder der eigenen Fassade unglücklich beeinflussen. Großformatige Dachflächenfenster können durch ihre optische Wirkung die Einheit und Geschlossenheit der Dachfläche stören. Da Dachgeschosse bei historischen Gebäuden traditionell über stehende Fensterformate belichtet wurden, sind Gauben hier in der Regel passender als liegende Dachflächenfenster. Überproportional große Dachaufbauten, Gauben, Dacheinschnitte oder Rücksprünge können innerhalb des Gesamtbildes des Gebäudes unpassend wirken. Für eine ansprechende Gesamtwirkung der Fassade ist es im Allgemeinen hilfreich, wenn die Lage und Dimensionierung der Dachaufbauten auf die Fassadengliederung der darunterliegenden Geschosse abgestimmt ist. Links: Bahnhofstraße 52-53 Für eine zusätzliche Aufwertung dieses von Symmetrie geprägten historischen Gebäudes könnte im Rahmen einer zukünftigen Dachsanierung geprüft werden, ob die Dachöffnungen miteinander und auf die Fassadengliederung der darunterliegenden Geschosse abgestimmt werden können. Mitte: Bahnhofstraße 4 Ansicht entspr. ursprünglichem Entwurf, Mansarddach Rechts: Bahnhofstraße 4 Foto heutiger Erscheinung. Durch den Rückbau des Dachstuhls 1966 wurde der ursprüngliche Charakter des Gebäudes verändert. 35 B1.4 Fassadengliederungselemente Sonstige Aufbauten und Anlagen Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen (Solarstromanlagen) an Gebäuden oder auf Dächern können eine ungewünschte Wirkung auf die Gestaltung haben, wenn sie optisch zu bestimmend sind. Die Installation dieser technischen Anlagen sollte deshalb in Proportion, Lage und Struktur auf die vorhandene Umgebung und auf das Bauwerk abgestimmt werden. Wenn möglich, sollten technische Aufbauten auf der dem Straßenraum zugewandten Seite vermieden werden oder so gestaltet sein, dass sie sich in das Erscheinungsbild des gesamten Daches oder Gebäudes einfügen. Für ein attraktives Fassadenbild sollten außenliegende Lüftungsgeräte möglichst so angeordnet sein und außenliegende Lüftungskanäle so geführt werden, dass sie von öffentlichen Plätzen und Straßen aus nicht gesehen werden können. Bahnhofstraße 17 – 18 Satellitenempfangsanlage: Bei einer Neuinstallation könnte geprüft werden, ob eine seitliche oder rückseitige Positionierung bzw. farbliche Abstimmung der Satellitenschüssel mit dem Dach möglich wäre. Die Proportionen von Dachgauben und Dachaufbauten sollten der Fassadenstruktur entsprechen. 36 Nach Möglichkeit sind auch Satellitenempfangsanlagen vorzugsweise auf der straßenabgewandten Seite unterzubringen. Sollte das empfangsbedingt nicht möglich sein, könnte die Anlagenanzahl für jedes Gebäude beschränkt oder die Positionierung und Farbe der Anlagen so gewählt werden, dass sie sich von der Dachhaut bzw. der Fassade nicht abheben. Auch weitere Auf-und Anbauten wie z.B. Entwässerungsrinnen, Fallrohre oder Schneefanggitter fügen sich am besten in die Fassade ein, wenn sie unauffällig gestaltet sind; Sowohl Farbton und Helligkeit als auch das Material der Auf- und Anbauten sollten behutsam gewählt, auf Bauteile aus Kunststoff sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. B1.5 Erdgeschossgestaltung B1.5 Erdgeschossgestaltung Allgemeine Empfehlungen zur Erdgeschossgestaltung Der Charakter der Bahnhofstraße als Einkaufsstraße wird maßgeblich durch die Erdgeschosszone mit ihren Geschäften und Schaufenstern geprägt. Das Erdgeschoss hat auf die gesamte Erscheinung eines Gebäudes wesentlichen Einfluss. Es kann z.B. durch differenzierten Materialeinsatz, abgesetzte Strukturierung, Farbgebung und größere Fensterformate herausgehoben werden und sich dennoch in eine abgestimmte Gesamterscheinung der Fassade eingliedern. Die Gestaltung von Elementen des Erdgeschosses, z.B. der Schaufenster und der Eingänge hat deshalb großen Einfluss auf den Gesamteindruck des Straßenraumes. Gestaltungsmaßnahmen des Erdgeschosses sollten immer das ganze Gebäude berücksichtigen. Das Erdgeschoss sollte als tragende Basis des Gebäudes dienen und den passenden unteren Abschluss für die Gesamtfassade bilden. Durch verschiedene, im Laufe der Zeit erfolgte Modernisierungen des Erdgeschosses wurden historische Gebäude häufig in zwei Teile getrennt, die so wirken, als ob sie miteinander nichts zu tun haben. Durch verschiedene Maßnahmen können die Geschosse wieder im Sinne eines attraktiven Gesamtbildes zusammenwachsen, z.B.: − Sichtbare Ausbildung massiver Wandbereiche an den Seiten (Gebäudekanten) sowie zwischen individuellen Geschäftseinheiten / Schaufenstern / Fenstern und Türen, in Abstimmung mit der Struktur der Obergeschosse − Alternativ: sichtbare Ausbildung von Stützen und vertikalen Gliederungselementen − Freihalten der Seitenbereiche von Werbung, Sonnenschutz, Dächern, Schaufensterkästen usw. − Sichtbare Trennung einzelner Geschäftseinheiten innerhalb eines Gebäudes. Links: Handskizze als fiktives Beispiel für ein Gebäude, bei dem das Erdgeschoss im Zuge früherer Modernisierungen einen losgelösten eigenständigen Charakter bekommt. Durch die Vollverglasung fehlt den Obergeschossen die tragende Basis. Ein Bruch entsteht, da das Erdgeschoss optisch nicht als Teil des Gebäudes wahrgenommen wird. Rechts: Handskizze als fiktives Beispiel für ein Gebäude mit intaktem, stimmigem Fassadenbild. Das Erdgeschoss ist durch andere Öffnungsformate und ein Gesims herausgehoben und dennoch als unmittelbarer Bestandteil einer einheitlichen Fassade wahrnehmbar. 37 B1.5 Erdgeschossgestaltung *Allgemeine Empfehlungen zur Werbung in Berlin sind veröffentlicht in: „Stadtbild Berlin. Werbekonzept“ Zum Download unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/ baukultur/werbekonzept/download/werbekonzept_ handbuch.pdf Links oben: Bahnhofstraße 47, Bsp. Bestand Individuell gestaltete Werbeschilder bezogen auf die einzelnen Geschäftseinheiten. Links unten: Bahnhofstraße 47, Foto-Montage Beispielvorschlag für eine auf das Gebäude bezogene Gestaltungsmöglichkeit bei zukünftiger Neugestaltung der Werbung. Die Werbung geht in Formsprache auf architektonische Elemente (Erker) ein, Einzelbuchstaben tangieren das Sockelgeschoss nicht. Die Werbungen am Gebäude nehmen aufeinander Bezug. Rechts oben: Bahnhofstraße 10, Foto-Montage Beispielvorschlag für passende Möglichkeit bei zukünftiger Neugestaltung der Werbung, Tag und Nacht Visualisierung. Die Werbung ist nicht komplett flächig leuchtend und wertet die Qualität des Gebäudes auf. Rechts unten: Bahnhofstraße 2 – 3, Bsp. Bestand Symmetrisch angeordnete Werbeanlagen nehmen Bezug auf gliedernde Bauelemente. Durch den Farbkontrast wirken sie auffällig, jedoch nicht aufdringlich. 38 Außenwerbung* Außenwerbungen an den Gebäuden bestimmen den Charakter der Bahnhofstraße als zentrale Geschäftsstraße und lokales Zentrum Lichtenrades. Die Werbeanlagen der einzelnen Geschäfte sind Orientierungshilfe, signalisieren Besuchern die Vielfalt des Angebots und animieren zum Besuch. Werbeanlagen sind zudem ein wichtiger Teil der Fassade und haben großen Einfluss auf das Erscheinungsbild der Gebäude. Kleine Gebäude oder feingliedrige Fassaden können von einer großen Werbung zu stark dominiert und „erdrückt“ werden. Eine Vielzahl dominanter, greller, blinkender oder überproportional großer Werbeanlagen kann einem angenehmen Ambiente entgegenstehen. Auch eine große Anzahl an Werbungen, die unkoordiniert um die Aufmerksamkeit der Kunden konkurrieren, kann für eine gute Kommunikation eher hinderlich sein. Um optimal Aufmerksamkeit zu erregen und verständlich zu sein, müssen Werbebotschaften dosiert und gezielt eingesetzt werden. Es ist deshalb für den Erfolg der Werbung und für die Attraktivität der Bahnhofstraße als Einkaufsstraße im gemeinsamen Interesse, dass die Form, Anzahl, Größe, der Anbringungsort von Werbeanlagen abgestimmt und geordnet werden. Einordnung in die Fassadenstruktur: Es ist vorteilhaft, wenn sich die Werbung in ihrer Form und Erscheinung der Fassadengestaltung unterordnet. Idealerweise wird die Fassadengliederung in der Werbung berücksichtigt und eine individuelle Gestaltung in Abstimmung mit der Fassade gewählt. Schilderformate: In der Regel sind Werbeschilder in Form von Einzelbuchstaben dafür am besten geeignet, da die Fassade zwischen den Buchstaben sichtbar bleibt. Abhängig vom Gebäudetyp sind aber auch Schriftzüge auf einem flachen Werbeträger möglich, der direkt auf die Fassade montiert wird oder Flachwerbungen in Form von beleuchteten Werbekästen. Bei mehreren Werbungen am Gebäude sollten diese zugunsten eines einheitlichen Erscheinungsbilds und einer attraktiven Fassade ein abgestimmtes Erscheinungsbild haben. Werbeschilder benachbarter Einheiten sollten in Größe, Dimensionierung, Lage, Höhe und Art der Beschilderung aufeinander abgestimmt sein. In diesem Zusammenhang ist auch die Ausrichtung an einer gemeinsamen Unter- und Oberkante für benachbarte Werbeanlagen wichtig. B1.5 Erdgeschossgestaltung Anzahl: Es wird die Beschränkung auf eine Werbeanlage (ein Schild und ein Ausleger) pro Geschäftseinheit empfohlen. Bei Eckgebäuden ist Werbung an den beiden Seiten (Ladenfronten) möglich. Positionierung: Vorzugsweise sollten die Werbeschilder oberhalb der Erdgeschoss-Fenster und unterhalb der Fenster des ersten Obergeschosses positioniert und nur im Bereich der dazugehörigen Geschäftseinheit positioniert sein. Die äußeren Wandbereiche der Fassade (Gebäudeecken) und zwischen unterschiedlichen Geschäftseinheiten sollten frei bleiben. Links: Handskizze als fiktives Beispiel für Werbung, die weniger im Sinne attraktiver Fassadengestaltung steht. Der stark hervortretende Werbekasten berücksichtigt in seiner Gestaltung nicht die Fassadenelemente (Tür-Bogen, Fenstergliederung) und die vorhandenen Proportionen. Die Schaufenster sind sehr stark beklebt und als zusätzliche Werbefläche genutzt. Die Erlebbarkeit der Geschäfte und die ansprechende Erscheinung der Fassade ist dadurch eingeschränkt. Maße der Werbung: Die Form und Abmessung der Werbeanlage ist abhängig von: Gebäude / Fassadenstruktur / Verhältnis der Obergeschosse zum Erdgeschoss / benachbarter Werbung. Die maximal empfohlene Größe einer Werbeanlage richtet sich nach den Dimensionen und Proportionen der Fassade bzw. der Geschäftseinheit. Dennoch können im Interesse eines abgestimmten Erscheinungsbildes und, abgeleitet aus den einzelnen Fassadentypen, folgende Richtwerte der Orientierung für die Gestaltung der Werbeanlagen dienen: - Maximale Höhe Werbebeschilderung: 70 cm - Maximale Auskragung der Ausleger: 70 cm - Durchgangshöhe: (Ausleger) min. 2,50 m Abweichungen sind möglich, wenn sie in Bezug auf die Gestaltung der Gesamtfassade sowie in Abstimmung mit den Nachbargebäuden gestalterisch vertretbar sind. Ausnahmen bei einzelnen Typen werden beispielhaft in den spezifischen Gestaltungsempfehlungen angesprochen. Inhalte: Hinsichtlich einer ansprechenden Gesamtgestaltung der Straße sollte sich der Inhalt der Werbung auf Schriftzug und Logo beschränken und auf Abbildungen von Waren oder Produkten verzichten. Beleuchtung: Überdurchschnittliche Helligkeit oder wechselnde Lichtzeichen (z.B. Blink- und Wechselbeleuchtung, Wechselbildwerbung, Infoscreens oder animierte Werbung) werden i.d.R. als aufdringlich empfunden und sollten nicht verwendet werden. Die Beleuchtung benachbarter Werbungen sollte miteinander abgestimmt (Helligkeit, Lichtfarbe) und die Empfehlungen des Lichtkonzepts für die Bahnhofstraße berücksichtigt werden. Temporäre Werbung: Temporäre Installationen und Formate, z.B. flexible, gewebeartige Werbetransparente, sollten nicht dauerhaft angebracht werden, da sie Fassaden großflächig verdecken und so die Fassadenstruktur stören können. Über einen längeren Zeitraum können sie auch minderwertig und unattraktiv wirken. Rechts: Handskizze, fiktives Beispiel für Werbebeschilderung im Sinne einer attraktiven Gesamterscheinung der Fassade. Einzelbuchstaben fügen sich durch ihren großen sichtbaren Fassadenanteil gut in die Fassade ein, die Positionierung und Aufteilung der Schrift nimmt zusätzlich Bezug zur Gliederung der Fassade. Die Schaufenster sind transparent und zeigen das Innere des Geschäfts. 39 B1.5 Erdgeschossgestaltung Schaufenster Links: Bahnhofstraße 2 – 3 Die Schaufenstergliederung orientiert sich an den vertikalen Achsen der Obergeschosse. Breite Wandpfeiler zwischen den Schaufenstern unterstützen das auf der Bahnhofstraße vorherrschende kleinteilige Erscheinungsbild. Mitte: Bahnhofstraße 60 Rechts: Bahnhofstraße 59 Beide Gebäude stammen etwa aus dem Jahr 1930. Die ursprünglich einzelnen Schaufenster der Bahnhofstraße 60 (Mitte) haben sich im Laufe der Zeit zu einer durchlaufenden Schaufensterfront entwickelt. EG und OG sind dadurch optisch voneinander getrennt. Das Gebäude (rechts) zeigt einen sensiblen Umgang mit der historischen Baustruktur, z.B. bei der Schaufenstergliederung im Erdgeschoss. 40 Schaufenster haben großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Fassaden einerseits und andererseits das Erlebnis der Bahnhofstraße als Einkaufsstraße. Deshalb sollten Schaufenster eine attraktive Gestaltung innerhalb einer abgestimmten Fassadengliederung besitzen. Die Erlebbarkeit der Schaufenster wird unterstützt, indem Verglasungen aus Klarglas verwendet werden und auf Farb- oder Spiegelgläser sowie das großflächige Bekleben oder dauerhafte Verhängen von Fensterflächen verzichtet wird. Als allgemeine Empfehlung gilt, höchstens 10% der Schaufensterfläche zu bekleben. Bei traditionellen Lochfassaden historischer Gebäude entsprechen Einzelöffnungen für Schaufenster am ehesten einer attraktiven Gesamterscheinung der Fassade. Häufig wurden die Schaufenster aber im Laufe der Zeit überformt und die ursprünglichen Proportionen sind nicht mehr vorhanden. Die Anordnung der Schaufenster sollte Bezug nehmen auf die Gliederung / Achsen der Obergeschosse, ihre Dimensionierung in Abstimmung mit der Gesamtfassade und im menschlichen Maßstab erfolgen. Große, durchlaufende Schaufensterflächen können alternativ unter Verwendung wiederholender Größen / Formate vertikal unterteilt / gegliedert werden. Das kann in Orientierung an die historische Struktur des Bauwerks oder mit Bezug auf die Obergeschosse als eine Neuinterpretation des ursprünglichen Erscheinungsbildes, z.B. unter Verwendung moderner Materialien, erfolgen. Auch ein übermäßiges Verstellen des Fensters durch Produktaufsteller kann die Erlebnisqualität beeinträchtigen. Sicherheit: Durch die Verwendung transparenter Rollgitter anstelle von geschlossenen Rollläden kann die Erlebnisqualität des Schaufensters auch nach Geschäftsschluss erhalten werden, bei gleichzeitiger Wahrung der Sicherheitsinteressen der Inhaber. Optional bietet sich auch die Ausbildung niedriger Schaufensterbrüstungen mit einer einheitlichen Höhe an, wenn nicht ein großformatiges Öffnen der Fenster zur Nutzung des Straßenraumes, z.B. für gastronomische Nutzung, erforderlich bzw. sinnvoll ist. Zusätzlich kann eine blendfreie Beleuchtung für eine angenehme Atmosphäre in den Abendstunden sorgen. Die Beleuchtung sollte auf die Warenpräsentation bezogen sein sowie in Abstimmung zur beleuchteten Werbung und zur Beleuchtung der Nachbargeschäfte erfolgen. B1.5 Erdgeschossgestaltung Markisen Markisen haben wie im Allgemeinen flexible, außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen erheblichen Einfluss auf die Erscheinung des Gebäudes. Ansprechende Markisen überspannen die Abstände zwischen den Fenstern nicht. Die Gestalt des Gebäudes kann aufgewertet werden, indem das Produkt auf den Gebäudetyp und auf die Fassadenstruktur abgestimmt wird. Sie sollten sich in ihrer Größe, Farb- und Materialwahl der Fassade unterordnen. Eine Aufteilung entsprechend der Schaufenster-, Fenster- und Türgliederung ist empfehlenswert. Perspektivisch könnten bei Erneuerung sehr breite Markisen zu Gunsten kleinteiliger Formate in der Größe einzelner Schaufenster getauscht werden. Gestaltung: Glänzende, gemusterte und beschriftete Markisentücher wirken oft unpassend. Einfarbige, textilähnliche Oberflächen sind in der Regel ansprechender. Die Farbwahl orientiert sich an der Farbgebung des jeweiligen Gebäudes. Markisen können ins individuelle Farbkonzept der Fassade integriert werden. In blassen Fassadenfarbtönen können Markisen allerdings kraftlos wirken, empfehlenswert sind deshalb frische, satte Farbtöne mit Akzentwirkung. Positionierung: Es ist ratsam, Markisen unterhalb der Hauptwerbung anzubringen, damit diese dauerhaft gut sichtbar bleibt. Ebenso sollten durch Markisen keine fassadenbildprägenden Gliederungselemente verdeckt oder Fassadenöffnungen überbaut werden. Links: Handskizze als fiktives Beispiel für eine Markise, die das Erscheinungsbild der Fassade unglücklich beeinflusst. Die Geschäftseinheit wird auf ganzer Breite überspannt, die dazwischenliegende Tür dadurch teilweise verdeckt. Bedruckte Formate mit bunten Motiven (z.B. Werbung) können die Wahrnehmung der Fassade zusätzlich stören. Rechts: Handskizze als fiktives Beispiel für Markisen, die sich gut in die Fassadengestaltung einfügen. Die Markisen richten sich nach der Breite der Schaufenster. Die dazwischenliegende Tür und die seitlichen Wandbereiche werden nicht überdeckt. Rechts oben: Bahnhofstraße 10 Die Markisen sind einfarbig in satten, frischen Farbtönen ohne aufgedruckte Werbung. Dadurch wird eine fröhliche, einladende Atmosphäre geschaffen. Feststehende Sonnenschutzvorrichtungen (Vordächer) sollten nicht weiter als 1 Meter hervorragen und sich wie Markisen in die Fassadengestaltung einfügen. 41 B1.5 Erdgeschossgestaltung Türen und Tore Eingangstüren sind wichtige funktionale und gestalterische Elemente einer Fassade. Originaltüren historischer Gebäude sind erhaltenswert. Für eine angemessene Eingliederung in die historische Bausubstanz sollten Türen im Falle einer Erneuerung der Formsprache der ursprünglichen Tür nachempfunden werden bzw. sich in Dimension und Gliederung daran orientieren. Eine Aufwertung wird zudem unterstützt, wenn hochwertige und dauerhafte Materialien Verwendung finden, die auch anderen am Gebäude vertretenen Materialien (z.B. an Fenstern) entsprechen. Kunststoff kann, vor allem im Zusammenhang mit historischen Gebäuden, unpassend wirken. Links: Bahnhofstraße 56 Der erneuerte Eingang (Tür) hebt sich in Proportion, Material und Stil von der ursprünglichen Fassadengestaltung ab. Mitte: Bahnhofstraße 51 Die Tür in historischer Formsprache entspricht der ursprünglichen Fassadengestaltung. Rechts: Bahnhofstraße 25 – 26 Durchgänge zum Hinterhofbereich besitzen Potential für eine attraktive Gestaltung. 42 Durchgänge Durchgänge stellen einen besonderen Schnittpunkt zwischen privatem und öffentlichem Raum dar. Tordurchgänge zu Hinterhöfen können durch Licht und Farbe attraktiv gestaltet werden. Helle Farben helfen, den Helligkeitsunterschied zum Außenraum zu minimieren. Dazu kann es auch sinnvoll sein, Durchgänge sogar tagsüber zu beleuchten, was die Verkehrssicherheit erhöht. Eine Verbesserung der abendlichen Beleuchtung in dem von der Straße aus einsehbaren Hofbereich (in Abstimmung mit dem Lichtkonzept) bietet Passanten eine interessante Perspektive an und schafft so ein zusätzliches Seherlebnis. „Schwarze Löcher“ in der Fassade können so vermieden werden. B1.6 Fassadenerscheinungbeeinflussende Elemente im öffentlichen Raum B1.6 Fassadenerscheinungbeeinflussende Elemente im öffentlichen Raum Auch Elemente des direkt an die Fassaden angrenzenden Raums, z.B. − mobile Werbeträger − Präsentation von Waren − Sonnenschirme − Gastronomiemöblierung − Einfriedungen − Rampen haben einen starken Einfluss auf die Wirkung von Fassaden, insbesondere für die Erlebbarkeit der Erdgeschosszone. Sie sollten daher mit der Fassaden- und Erdgeschossgestaltung abgestimmt werden. Zu viele Elemente vor den Schaufenstern können deren Erlebbarkeit einschränken, die Präsentation bestimmter Waren kann unattraktiv wirken. Passierbarkeit und ungestörtes Schaufensterbummeln können beeinträchtigt werden. Ein „aufgeräumter“ Bereich vor den Schaufenstern mit Platz zum Herantreten und Hineinschauen hat dagegen eine positive Wirkung auf die Erlebbarkeit der Straße. Zu Geschäftseinheiten oder Läden gehörendes Außenmobiliar sollte deshalb mit der dazugehörigen Fassade (Gestaltung Erdgeschoss) abgestimmt sein und dem Verkehrs- und Gestaltungskonzept der Bahnhofstraße entsprechen. Links: Eine zu große Anzahl mobiler Elemente im fassadennahen Gehwegbereich, z.B. Klappschilder, Werbeträger (Fahnen, Figuren, Aufsteller), Warenkörbe, Produktaufsteller usw., kann die Wahrnehmung der Fassaden im Erdgeschossbereich ungünstig beeinflussen. Rechts: Eine Beschränkung der mobilen Präsentationen vor den Gebäuden hat eine positive Wirkung auf die Wahrnehmung der Fassaden. Die Erlebbarkeit der Erdgeschosse mit ihren Geschäften und Cafés wird unterstützt und das Straßenbild damit insgesamt verbessert. Der Fußweg bietet ausreichend Platz zum Bummeln und Verweilen und bietet auch für neue Nutzungen Raum. Zusätzlich könnte sich ein einheitliches Leitsystem ordnend auf das Straßenbild auswirken und die Informationsvermittlung optimieren.. 43 Teil B – Gestaltungsempfehlungen B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen 44 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen M a n c h e B a u w e r ke b e s i t ze n e i n e Pe r s ö n l i c h ke i t . I h r ä u ß e r e s E r s c h e i n u n g s b i l d i st , ä h n l i c h w i e d i e K l e i d u n g e i n e s M e n s c h e n , v o n G e sta l t u n g s r e g e l n b e st i m m t , d i e i m I n te r e s s e e i n e r p a s s e n d e n E r s c h e i n u n g b e a c h te t w e r d e n s o l l te n . 45 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 1 Entwicklung und Empfehlung Typ 1 Schober (Reformarchitektur) Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 49 GSPublisherEngine 903.57.59.100 1909: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − fließender Übergang zwischen Erdund Obergeschossen − Schaufenster als Einzelfenster, in die Gesamtstruktur der Fassade eingegliedert − bestehende Achsensymmetrie oberhalb des Erdgeschosses − stark kleinteilige Gliederung der Fenster − optische Trennung von Erd- und Obergeschossen aufgrund von durchgehendem, vollverglastem Schaufenster − zusätzliche Dachöffnung − ursprüngliche Fenstergliederung in den Obergeschossen ist erhalten − ursprüngliche Position der Ladeneingangstürposition ist erhalten − zeitgemäße Neuinterpretation der historischen Struktur, z.B. unter Verwendung moderner Materialien und Berücksichtigung aktueller Nutzung − Wiederherstellung der bautypologischen Fassadengliederung in Orientierung am ursprünglichen Entwurf − Erhaltung historischer Fenstergliederung − Dachöffnungen könnten unter Berücksichtigung der Nutzung im Sinne einer symmetrischen Fassadengestaltung angepasst und z.B. durch passend gestaltete Dachgauben ersetzt werden GSPublisherEngine 961.64.67.100 46 GSPublisherEngine 956.65.68.100 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 1 frei fr ei Werbung Werbung Werbung max.70cm m ax. 7 0cm min.2,50m m in . 2, 50 m fr ei = = f re i m ax. 70cm frei � � frei max. 70cm Archivzeichnung 1909, Architekt R. Schober Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung − die Besonderheit dieses Gebäudes - asymmetrische Gliederung des Erdgeschosses - wieder erkennbar werden lassen − zeitgemäße Neuinterpretation der historischen Fassadenstruktur Foto heutiger Erscheinung 47 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 2 Entwicklung und Empfehlung Typ 2 Zimmermann (Späthistorismus) Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 58 1907: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale − Ornamentik und Stuck sind in großer Anzahl vorhanden − als Gliederungselemente dienen Lisenen oder Gesimse − starke Betonung des Sockels − das Erdgeschoss ist zusätzlich als Sockelgeschoss ausgebildet − Öffnungen des EGs befinden sich in den Achsen der Obergeschosse 48 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − erhaltene kleinteilige Gliederung der Obergeschossfenster − EG mit durchgehender Schaufensterfront und Vollverglasung − starke optische Trennung von Erd- und Obergeschossen − Balkone zu Loggien ausgebaut − moderne Dachflächenfenster und Dachbalkon im obersten Dachgeschoss − ursprüngliche Ornamentik nur wenig erhalten (Lisenen, Giebelfassung) − Akzentsetzung durch Material und Farbe an Fassadengliederungselementen − Betonung des EG durch Gesims und Versprünge zum Obergeschoss − teilweise Wiederherstellung der Ornamentik, z.B. Rustizierung des Sockels / Sockelgeschosses als ein charakteristisches Merkmal der Zimmermannhäuser − Orientierung der Fassadengliederung an ursprünglichem Entwurf, z.B. Zugang in Orientierung an historischer Türöffnung Schaufenster als Neuinterpretation der ursprünglichen Struktur − Balkone / Loggien in abgestimmter Gestaltung und Materialität − Dachaufbauten, in zurückhaltender, mit Dachfarbe abgestimmter Form GSPublisherEngine 966.62.65.100 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 2 frei fr ei Werbung Werbung Werbung max. 70cm m ax. 70c m min. 2,50m mn i . 2, 50 m f re i fr ei = = m ax. 70cm � � frei max. 70cm Archivzeichnung 1907, Architekt R. Zimmermann Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Werbung − durch die hohen Schaufenster kann bei diesem Gebäudetyp die Werbung innerhalb der Schaufensterbereiche platziert werden − Ausbidung des Erdgeschosses als Sockelgeschoss, als Neuinterpretation der historischen Fassadenstruktur in Verbindung mit zeitgemäßer Nutzung Foto heutiger Erscheinung 49 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 3 Entwicklung und Empfehlung Typ 3 Wohnhaus Beginn 20. Jhd. (Historismus) Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 4 1903: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − stark verzierte Fassade − Vertikalität betont durch vertikale Wandverstärkungen (Lisenen) − horizontale Akzente durch Vorsprünge (Gesimse) − Betonung des Sockels durch Rustizierung − Dachgeschoss als Mansarddach mit Dachgauben für die Fensteröffnungen − Traufe unterhalb des Dachgeschosses − Fensterunterteilung / Fenstergliederung laut Entwurfszeichnung nicht definiert − nüchterne, schlichte Fassade − angemessene, kleinteilige und detaillierte Fensterunterteilung (außer Dach) − Farbtöne insgesamt passend aufeinander abgestimmt (dunkler abgesetzte Fensterfaschen, Sockelfarbe) − Verlust ehemaliger Traufhöhe durch Ausbau des Daches (Umbau 1966) − Ursprüngliches Mansarddach nur über dem Zugang / Treppenhaus erhalten − Ursprüngliche Ornamentik / Fassadenschmuck ist verloren gegangen − Kleines Vordach über Eingang − Tür in historischer Formsprache, möglicherweise original erhalten − sensibler Umgang erforderlich, da die Gebäude zu den ältesten Bauwerken der Bahnhofstraße gehören − Herstellung einer optischen Verbindung der Geschosse durch plastisch hervortretende Gliederungselemente (möglich auch in einfacher, moderner Formensprache, angelehnt an ursprüngliche Gestaltung) − Betonung des Sockels (z.B. Wiederherstellen, Andeutung der Rustizierung) − Anpassung Dachform / -gauben in Orientierung an ursprünglichem Entwurf − Fortführung der Fenstergestaltung im Dachgeschoss GSPublisherEngine 954.69.72.100 .72.100 50 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 3 max. 90cm m ax. 90cm m in. 2, 50m min. 2,50m f re i m ax. 5 0% fr ei ma x. 7 0cm frei frei max. 50%Wandbreite max. 70cm Archivzeichnung 1903, Architekt G.Haufe Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Sockel − Betonung des Sockels durch Akzentuierung in Material / Farbe / Rustizierung in Anlehnung an historischen Entwurf − Ausleger in filigraner Ausbildung mit einer maximalen Höhe von 90 cm (Bahnhofstraße 4) Besonderheiten: Die genannten Erdgeschoss-Empfehlungen sind nicht ohne weiteres auf das andere Gebäude dieses Typs (Bahnhofstraße 20) übertragbar, da die Erdgeschosszonen beider Gebäude sehr unterschiedlich sind. Pilotprojekt Das Bauwerk wäre geeignet, z.B. in Form eines Pilotprojektes möglichst umfänglich geplant zu werden, um exemplarisch zu zeigen, wie das historische Gebäude auch mit einer fassadentypischen Gestaltung den heutigen Anforderungen der Nutzung gerecht werden kann. Foto heutiger Erscheinung 51 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 4 Entwicklung und Empfehlung Typ 4 Freistehende Wohnhäuser Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 60 1930: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes − symmetrische Fassadengliederung und passende Proportionen (zentraler Eingang, links und rechts jeweils gleiche Anzahl Fenster in gleichen Größen) − fließender Übergang von EG zu OG − die Schaufenster sind in der Archivzeichnung ohne Gliederung dargestellt, eine solche ist jedoch vorstellbar − Fenster im OG sind durch Rücksprünge miteinander verbunden − symmetrische Öffnungsanordnung ist im Obergeschoss erhalten − ursprüngliche Fensterunterteilung der Dachgaube und im 1. OG, gemäß erstem Umbau / Ausbau 1962 − eingeschossige Anbauten im EG aus den 60er und 70er Jahren in Höhe der Brüstung des OG, mit bestimmendem Einfluss auf die Gliederung / Gestaltung des EG − nach Umbau der Fassade und des EG (1973) sowie Umbauten des Eingangsbereiches (1996 und 2006) sind EG und OG optisch voneinander getrennt − Werbeschilder besitzen individuell unterschiedliche Form, Höhe und Größe − das Fassadenbild wirkt dadurch insgesamt unruhig 52 GSPublisherEngine 966.62.65.100 Empfehlung für die zukünftige Gestaltung - Herstellung der Erkennbarkeit ursprünglicher Gebäudeform - Neuinterpretation des historischen Erscheinungsbildes - optische Trennung von Gebäude und Seitenflügeln, sodass diese als nachträgliche Ergänzung erkennbar sind - Dimensionierung der Gliederung und der gestaltgebenden Elemente anhand ursprünglicher Entwürfe zur Unterstützung des Bezugs der Geschosse zueinander - Aufwertung des EG durch einzelne Schaufenster - Abgestimmte Gestaltung der Werbung in Bezug zum Gebäude rbung B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 4 frei Werbung Werbung Werbung fr ei max. 70cm m ax. 70c m frei fr ei Archivzeichnung 1930 min. 2,50m mi n. 2 ,5 0m f re i fr ei ma x. 7 0cm frei frei max. 70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Werbung − gemeinsames abgestimmtes Werbegesamtkonzept für das Gebäude für die vier unterschiedlichen Geschäftseinheiten Vorbauten und Rampen − einheitliche bzw. abgestimmte Gestaltung bzgl. Materialität und Gesamtbild − gemeinsame Anlage für das Gebäude zur Nutzung durch alle Geschäftseinheiten Archivzeichnung 1962 Pilotprojekt Aufgrund seines anschaulichen Charakters (relativ kleines Gebäude mit mehreren Geschäftseinheiten) wäre das Objekt gut geeignet, die künftige Gestaltung im Rahmen eines Pilotprojektes möglichst ganzheitlich zu planen und umzusetzen. Dadurch könnte exemplarisch gezeigt werden, wie die Erfüllung heutiger Nutzungsanforderungen mit der Wiederherstellung eines attraktiven Gebäudecharakters einhergehen kann. Foto heutiger Erscheinung 53 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 5 Entwicklung und Empfehlung Typ 5 Reihenhäuser 1.-2. OG Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 14 1924: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale 1934: Beschreibung der Merkmale 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − das EG ist zurückgesetzt, Pfeiler in Fassadenflucht bilden Vorsprünge davor − Betonung des Sockelbereichs durch farbige Absetzung, andere Materialität − Öffnungen von EG und OG in einer Achse − Fensteröffnungen sitzen zurückgesetzt in Rücksprüngen, die durch die Fenster nicht ausgefüllt werden − horizontale Gliederung durch Fenstergesims − Fenster kleinteilig gesprosst − unterer Abschnitt des Mansarddachs begradigt − Öffnungsdimension des 1. OGs für das 2. OG adaptiert − ehemalige Traufhöhe durch Fenstergesims akzentuiert − schlichte, einfache Fassade − plastisch hervortretende Gliederungselemente sind nicht mehr vorhanden − äußere Fensteröffnungen in OG entsprechen in ihrer Dimension den ursprünglichen Fassadenrücksprüngen − Fenster größer gegliedert − EG flächig verglast / Glasvordach über gesamte Gebäudebreite − Werbung in unterschiedlicher Größe − durch Flachdach andere Höhe als Nachbargebäude − erhöhter Eingangsbereich / Terrassenvorbau, durch gemeinsame Rampenanlage und zentrale Treppe erschlossen − Stärkung der horizontalen Fassadengliederung, z.B. durch Rücksprünge und Gesims (Betonung ehemaliger Traufhöhe) − Neuinterpretation historischer Struktur: Gliederung durch schmale vertikale Hervortretungen in Flucht der OGs − Dach an ursprünglicher Form orientiert − Schaufenster als einzelne Fensteröffnungen in Achsen der OGs − kleinteilige Gliederung der OG-Fenster − Integrieren Vordach in Fassadengliederung, entsprechend Fenster-, Türbreite − Wiederherstellung eines Sockels − Erhaltung und Erneuerung der Treppe / Rampenanlage 54 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 5 frei Werbung Werbung Werbung ife r max. 60cm m x a 6 . 0 frei ife r min. 2,50m fr i e = fr i e = re f i re f i Archivzeichnung 1924, Neubau re f i a .7 m x 0 frei � � frei � � frei � � frei max. 70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − einzelne Schaufenstergliederung mit oder ohne zusätzliche Unterteilung der einzelnen Öffnungen Archivzeichnung 1934, Ausbau Dachgeschoss Werbung − höhere Positionierung an Fassade möglich, Abstimmung gem. ursprünglicher Entwurfszeichnung (Abbildung oben rechts) − maximale Höhe 60 cm Vorbauten, barrierefreier Zugang − Form und Materialität der Rampenanlage in Abstimmung mit Fassadengestaltung und dem Verkehrs- und Gestaltungskonzept − Niveau der Steigung der Rampen prüfen − gemeinsame Rampenanlage für Zugang zu allen Geschäften Foto heutiger Erscheinung 55 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 6 Entwicklung und Empfehlung Typ 6 Neue Sachlichkeit Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 47 1929: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale Zu diesem Gebäude ist keine historische Zeichnung oder Abbildung bekannt, anhand derer die Entwicklung gezeigt werden könnte. Auf der gegenüberliegenden Seite oben ist eine Entwurfszeichnung von 1929 abgebildet, die aber offenbar nicht so umgesetzt worden ist. 56 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − ursprünglicher Fassadengestaltung ist erhalten und erkennbar − Rhythmus von Symmetrie und Asymmetrie gestalterisch ansprechend − das Erdgeschoss ist durch differenzierte Materialität (Klinker statt Putz) als Sockelgeschoss ausgebildet und vom Gebäude abgesetzt. − die rechte Gebäudeecke im EG ist höher als Oberkante des Sockelgeschosses, besitzt andere Öffnungsproportionen und fremdes Material − Materialität und Farbgebung entsprechen weitgehend dem Bautyp − Schaufenster einzelner Geschäftseinheiten sind heute ungleich dimensioniert − jede Geschäftseinheit besitzt individuelle Werbebeschilderung − Dachfenster mit unterschiedlichen Formaten − Erhaltung und Optimierung der Abgrenzung von EG und OG − Unterstützung eines einheitlichen Erscheinungsbildes durch Verwendung typischer Materialien, ohne zusätzliche Verkleidung von einzelnen Fassadenbereichen − Herstellung einheitlicher Dimensionen und Abstände der Gliederungselemente und Öffnungen, z.B. einheitliche Fensterformate und Fenstergliederung − Nutzung der Gliederungsachsen der Obergeschosse als maßgebend für die Erdgeschossgestaltung − Ausbildung der Schaufenster mit passend proportionierter Dimensionierung (z.B. im Bereich der rechten Gebäudeecke) B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 6 frei re f i Werbung Werbung max. 50% a .x 2 m ,1 re f i Werbung frei re f i a .x 2 m ,1 re f i Archivzeichnung 1929 a x. 2 m 3 / re fi rfe i a xm .2 /3 frei fire frei = fr i e frei a .x /3 m 2 a m2 x . 3 / = max. 2 / 3 Wandbreite Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − Angleichung der Ober- und Unterkante der Schaufenster − Angleichung der rechten Gebäudeecke an ursprüngliche Erscheinung (Putzfassade) ich geändert ungleicher Achsabstand. er derGröße b) Kombination bestehend von ausSchaufenster a) Einzelschaufenster mit Tür. oder b) Kombination von Schaufenster mit Tür. Werbung − „Betten-König“ ist gelungenes Beispiel für eine im Einklang mit der Fassade gestaltete Werbung hältnismäßig größer. Foto heutiger Erscheinung − In Anlehnung daran könnte die Werbung für das gesamte Gebäude gestaltet werden − Höhe der Werbung max. 1,20 m − Werbung für Gebäude Bahnhofstraße 5 – 6 (Postgebäude) müsste mit Denkmalschutz abgestimmt werden Pilotprojekt Dieses Bauwerk bietet sich an, die Gestaltungsempfehlungen im Rahmen eines Pilotprojektes möglichst ganzheitlich zu planen und umzusetzen, da die fassadentypische Gestaltung noch weitgehend gut erhalten ist. 57 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 7 Entwicklung und Empfehlung Typ 7 Flachdachbauten 2. OG Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Goltzstraße 37 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − Erdgeschoss ist durch Öffnungen unterschiedlicher Dimensionen bzw. Proportionen gekennzeichnet − Werbeschilder sind auf unterschiedlichen Höhen und in unterschiedlichen Größen angebracht − vorhandenes Gesims ist teilweise durch Werbung verdeckt − es besteht eine einheitliche Anordnung der Öffnungen in Obergeschossen − ehemalige Nutzung als Kino ist in der von großen geschlossenen Fläche (Linke Gebäudeseite) gekennzeichneten Fassade ablesbar − große Schaufensterflächen im Erdgeschoss − klare horizontale Gliederung der Fassade durch Sichtbarkeit des Gesimses über EG − Aufwertung des Erscheinungsbildes durch Wiederherstellung einheitlicher Erdgeschossgliederung in Abstimmung mit der Fassadengliederung der Obergeschosse − Anpassung der Werbung an die Öffnungsgröße der Schaufenster, einheitliche Dimensionierung und Schildertypen am Gebäude − Wahl eines einheitlich abschließenden Sockels − Unterstützung einer harmonischen Gestaltung durch Vermeidung fremdartig wirkender Verkleidungen, An- und Vorbauten GSPublisherEngine 957.64.67.100 58 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 7 frei Werbung Werbung fr ei max. 70cm ma x. 70 cm frei fr ei Foto um 1953 min. 2,50m fe r i fr e i ma x. 70 cm frei frei max.70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Werbung − Positionierung der Werbeschilder unterhalb der Brüstungshöhe des 1. OG gem. schematischer Zeichnung − Werbeschilder sind bei diesem Fassadentyp in unterschiedlicher Ausführung denkbar (Einzelbuchstaben oder Schildflächen), sollten jedoch einheitlich für das gesamte Gebäude sein Foto 2008 Foto heutiger Erscheinung 59 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 8 Entwicklung und Empfehlung Typ 8 Gestaffelte Gewerbebauten Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Goltzstraße 39 1976: Beschreibung der ursprünglichen Merkmale 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes − klare Fassadengliederung − einheitliche Proportionen der Öffnungen − Struktur entspricht weitgehend dem Entwurf von 1976 − Öffnungen sind umgestaltet, unter Berücksichtigung der vorherrschenden Gliederungsstruktur − deutliche Zonierung des Erdgeschosses und der Obergeschosse − Materialität und Farbgebung entsprechen dem Bautyp und unterstützen die gliedernde Wirkung der Bauteile − individuell unterschiedlich gestaltete Werbeträger je Geschäftseinheit − flächige Werbeelemente ragen zum Teil in den Obergeschossbereich, die klaren Achsen der gliedernden Bauteile sind teilweise überdeckt GSPublisherEngine 961.64.67.100 60 Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − Wahrung einer konsequenten Abgrenzung der Obergeschosse zum Erdgeschoss, EG in Orientierung an den Gliederungsachsen des Obergeschosses − Schaffung einheitlicher Verhältnisse, Dimensionen der Gliederungselemente und Öffnungen − Verwendung authentisch wirkender Konstruktionen − Deutlichkeit der Fassadengliederung könnte durch einheitlich gestaltete Werbeträger unterstützt werden B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 8 Archivzeichnung 1976 Werbung Werbung Werbung Werbung fr ei Werbung fr ei Werbung Werbung max.70cm ma x. 7 0cm fr ei m ax. 70cm frei frei frei max. 70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Werbung − Platzierung der Hauptwerbung auf dem gesimsartigen Streifen über dem Erdgeschoss bzw. unter dem Brüstungsbereich des 1. Obergeschosses − Verwendung von Einzelbuchstaben oder Schriftzeichen, auch als Flachwerbung / Schildfllächen Foto heutiger Erscheinung 61 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 9 Entwicklung und Empfehlung Typ 9 Nachkriegsmoderne Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 9 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − − − − − einheitlicher Abschluss der Öffnungen an der Oberkante des Erdgeschosses − Betonung des durchgehenden Sockels / Sockelgeschosses (EG) − Stärkung der Wahrnehmung der massiven Gebäudeteile im EG, an Seiten und neben zentralem Gebäudeeingang − Verwendung von dem Gebäude entsprechenden einheitlichen Konstruktionen (z.B. gemeinsam abgestimmte, ansprechende Befestigungen der Sonnenschutzvorrichtungen) deutliche optische Trennung von Erdgeschoss und Obergeschossen Strukturierung der Fassade durch Vor- und Rücksprünge Akzentuierung durch farbliche Kontraste die Öffnungen im Erdgeschoss schließen nicht auf einer Horizontalen ab, bzw. sind teilweise im oberen Bereich verdeckt − Erdgeschoss durch die Größe der Werbeschilder, große beklebte Fensterflächen schwer erkennbar − Werbungen verschiedenen Typs in verschiedenen Dimensionen auf unterschiedlichen Höhen 62 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 9 Werbung Werbung frei Werbung ife r max. 50cm a x. 5 m 0 frei ife r Archivzeichnung 1983 min. 2,50 m m .n i ,5 2 fr i e e rif re f i a m .2 /3 x frei frei frei xm a .7 0 max.70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − sichtbarer oberer Abschluss der einzelnen Öffnungen (neue Positionierung der Werbung) Foto 1987 Werbung − Werbeschilder aller Geschäftseinheiten angleichen auf einheitlicher Höhe, gemeinsames Konzept für das Gebäude − Anordnung oberhalb der Schaufenster im Bereich über dem Erdgeschoss / unter dem Brüstungsbereich des 1. OG − maximale Höhe 50 cm bei diesem Gebäude; bei anderen Gebäuden dieses Typs max. 70% der Höhe der zur Verfügung stehenden Fläche Foto heutiger Erscheinung 63 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 10 Entwicklung und Empfehlung Typ 10 Zeitgenössiche Bauten: Integration mittels Nachempfinden historischer Formsprache Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 11 64 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − fügt sich in Nachbarschaft durch Gliederungselemente wie Zwerchgiebel, Dachform, Traufhöhe ein (typisch für alle Gebäude dieses Typs) − das Erdgeschoss ist gegliedert durch Schaufenster unterschiedlicher Dimensionierung − das EG besitzt keine abschließend wahrnehmbare Grenze des EGs, durch Markisen und Werbung auf unterschiedlichen Höhen zusätzlich beeinträchtigt − die Fassade ist durch Versprünge gekennzeichnet − Gliederung der Gesamtfassade nach einem rhythmischen Raster bzw. Wahrung der Achsensymmetrie der Obergeschosse − Erhaltung / Fortführung der Struktur der der Obergeschosse aus verschiedenen Öffnungsformaten − Verbesserung des Übergangs zwischen EG und OG, auch bei anderen Gebäuden dieses Typs erfolgt eine deutliche Abgrenzung des Erdgeschosses durch Versprünge, auskragende Bauteile oder Materialwechsel − Anpassungen der Öffnungen im Erdgeschoss auf einer gemeinsam abschließenden Höhe − Angleichung der Gliederungselemente des Erdgeschosses wie z.B. bodentiefe Schaufenster, vollverglaste Türen unter Berücksichtigung der Struktur der Obergeschosse sowie ursprünglicher Entwurfszeichnung B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 10 Werbung max. 70cm Werbung max. 70c m min. 2,50m min. 2,5m Archivzeichnung 1982, Architekt Helmuth Galle frei frei max. 70cm max. 2/3 max. 2 / 3 frei frei max. 70cm Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − Neugestaltung des Erdgeschosses gem. klarer Aufteilung in der Entwurfszeichnung, mit einheitlich sichtbarem oberem und unterem Abschluss der Fenster, durch einheitliche Höhe der Markisen / Werbeschilder und Ausbildung geringer Brüstungshöhe / Sockel gem. Entwurfszeichnung Werbung − platzbedingt ist bei Gebäuden dieses Typs die Positionierung der Werbung auch im unteren Brüstungsbereich des ersten Obergeschosses möglich Foto heutiger Erscheinung 65 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 11 Entwicklung und Empfehlung Typ 11 Eingeschossige Gewerbebauten angebaut / zusammenhängend Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 39-44 Prüfung besonderer Schutzwürdigkeit Das Gebäude Bahnhofstr. 39-44 besitzt als Gesamtensemble einen besonderen Charakter und repräsentiert einen Gebäudetyp aus der Erbauungszeit nach dem 2. Weltkrieg. Deshalb wird die Prüfung einer besonderen Erhaltungswürdigkeit empfohlen, um die Bahnhofstrasse vor einem möglichen Verlust dieses Gebäudetyps durch zukünftige Veränderungen (z.B. Aufstockung, Abriss und Neubau im Zuge energetischer Sanierung) zu schützen. 66 GSPublisherEngine 962.64.66.100 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − eingeschossige Zeile, bestehend aus kleinen Gewerbe- bzw. Gastroeinheiten − Fassadenfront bestehend aus Schaufenstern, Türen − durchlaufender Dachüberstand bildet klaren Abschluss des Gebäudes − Gesamtbild ist nicht einheitlich durch: − Strukturierung der Fassade (Schaufenster) durch Farb- und Materialunterschiede, individuelle Gestaltung der einzelnen Einheiten − unterschiedliche Schaufensterhöhen und -gliederung − individuell unterschiedliche Anordnung und Dimensionierung der Werbeträger − unterschiedliche Höhen der Markisen, teilweise oberhalb der Werbeträger − Abstimmung der Proportionen einzelner Nutzungs-, bzw. Gewerbeeinheiten auf die Struktur der Nachbarn − bei Anbauten an größere Gebäude, Orientierung an Struktur des Nachbargebäudes / Hauptgebäudes, insbesondere bei Angliederung an andere Bautypen − einheitliche Gliederung und Dimensionierung der Schaufenster − abgestimmte Gestaltung einzelner Einheiten, z.B. bezüglich der Werbung, unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Gestaltfibel − Fassadenbereiche zwischen den Nutzungseinheiten frei halten B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 11 frei Werbung Werbung Werbung Werbung fr ei max. 50cm max . 50 cm frei fr ei Foto um 1953 fr ei fe r i fr ei frei frei frei Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − einheitliche Ausbildung der Materialität und Farbe (Rahmen, Brüstung) − Differenzierung der einzelnen Gewerbeeinheiten durch z.B. Markisen und sichtbare Fassadenbereiche als Abstand Foto heutiger Erscheinung Werbung − Platzierung der Hauptwerbung im Bereich zwischen Oberkante Schaufenster und Unterkante Dachüberstand − Höhe max. 50 cm, Verzicht auf das Anbringen von Auslegern (für dieses Gebäude Bahnhofstraße 39 – 44, bei anderen Gebäuden dieses Typs z.B. Anbauten, unter Beachtung der Höhe der Werbung der Nachbargebäude) Markisen / Dachüberstand − bei kleinen Gewerbeeinheiten mit integrierter Tür im Fensterbereich können Markisen je Einheit durchgehend ausgebildet werden − Ausbildung eines einheitlichen Dachüberstandes für das Gebäude anstelle von individuellen Kragplatten oder Vordächern 67 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 12 Entwicklung und Empfehlung Typ 12 Fliegende Bauten Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Bahnhofstraße 15 68 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung − detaillierte Bauweise fügt sich gut in Nachbarschaft ein − filigrane Dachausbildung und Materialwahl − Wahrnehmbarkeit der Form erschwert, da einzelne Bauteile durch große Werbungen / Beschriftung verdeckt sind − straßenseitige Glastheke und Verkaufsfenster mit überproportionaler Dimensionierung − Erweiterung der Verkaufsfläche durch Mobiliar im Straßenraum − Unterstützung der Wahrnehmbarkeit von Gliederungselementen und Baukörperkontur − Anpassung der Positionierung und Größe der Werbung und Beschilderung in Relation zu Gebäudetyp und -größe − bewusster Umgang mit Mobiliar im Straßenraum, in passender Form zum Gebäude (z.B. Positionierung Kühlschrank) − Verwendung dauerhafter Konstruktionen B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 12 frei Werbung Werbung e irf max. 30cm Werbung a x.3 0 m frei Werbung Werbung Werbung e irf max.90cm Archivzeichnung 2000 a x.9 0 m frei e irf M1:50 Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Werbung − Platzierung der Hauptwerbung im bzw. auf dem Dach in Orientierung an der Fassadengliederung der Bauten − Informationen zum Angebot (Werbung) auch im unteren Brüstungsbereich möglich, vorzugsweise Nutzung von Tafeln an Stelle von großflächigem Überkleben von Fassadenflächen − Verwendung von Einzelbuchstaben, bei diesem Typ auch Flachwerbungen − maximale Höhe 30 cm (bei diesem Beispiel, Höhe richtet sich nach der von den Baugliedern vorgegebenen Struktur) Foto heutiger Erscheinung fre i Werbung Werbung Werbung a .3 m x 0 fre i 69 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 13 Entwicklung und Empfehlung Typ 13 Sonderbauten Für Typ stellvertretendes, repräsentatives Gebäude: Goltzstraße 1 2016: Beschreibung des Bestandsgebäudes Empfehlung für die zukünftige Gestaltung GSPublisherEngine 965.64.66.100 GSPublisherEngine 965.64.66.100 − klare Gliederung − Strukturierung wird durch verschiedene Öffnungsarten, Farb- und Materialunterschiede unterstützt − die Hauptwerbung in Form von Einzelbuchstaben unter Verwendung von Grundfarben verstärkt die Deutlichkeit der Fassadenstruktur − flächige temporäre Werbeträger in den Öffnungen beeinträchtigen die Wahrnehmbarkeit der klaren Strukturierung − Markisen in klaren Farben und abgestimmte Sprache für unterschiedliche Gewerbeeinheiten / Seiten des Bauwerks 70 − Erhaltung der deutlichen Formensprache − Vermeidung fremdartig wirkender An- und Vorbauten − Typ und Größe des Bauwerks ermöglicht das Anbringen von Werbung auch in Brüstungsbereichen der Obergeschosse (z.B. rot dargestellte Bereiche) Alle Gebäude dieses Typs stellen individuelle Sonderbauten dar, die innerhalb der Bahnhofstraße keinen eigenen Typ bilden. Die Empfehlungen sind deshalb nur bedingt auf andere Gebäude dieses Typs übertragbar. Werbung 94 94 B2 Spezifische Gestaltungsempfehlungen für Fassadentypen - Entwicklung und Empfehlung Typ 13 Werbung frei Werbung WerbungWerbung Werbung Werbung frei Werbung re f i re f i max. 1m frei re f i re f i ma x. 1m re f i re f i max. 1m Gebäude- bzw. typenspezifische Empfehlungen für die Erdgeschossgestaltung Schaufenster − Gebäude Golzstraße 1 ermöglicht Vollverglasung und große Fensterflächen im Erdgeschoss − Optimierung der Eingangs- und Türsituation in Bezug auf Erkennbarkeit und Größe Werbung − Anbringung über 1. OG an Vordach bzw. Brüstung des 1. OG möglich (ein Schriftzug je Geschäftseinheit) − Abstimmung der Dimensionierung der Werbung auf das Gebäude − Öffnungen sollten frei von großflächigen Werbungen / temporären Werbeinformationenen bleiben − Anbringung der Ausleger im Bereich der Hauptwerbung im Erdgeschoss nicht im Bereich der Obergeschosse, maximale Auskragung 1,0 m Archivzeichnung 1971 Foto heutiger Erscheinung 71 Teil C – Energetische Sanierung von Gebäuden 72 Teil C – Energetische Sanierung von Gebäuden Solaranlage Belüftung Wärmedämmung Energieeffiziente Beleuchtung Verminderung Wärmebrücken Abdichtung des Gebäudes Heizungsoptimierung 73 C1 Bestehende Anforderungen an die energetische Sanierung von Gebäuden 5 C1 Bestehende Anforderungen an die energetische Sanierung von Gebäuden Ganzheitliche Planung Zu empfehlen ist, das Gebäude als Ganzes zu betrachten und alle Maßnahmen aufeinander abstimmen. Dafür ist eine fachliche Planung erforderlich. Aus dieser kann z.B. hervorgehen, welche Förderung in Frage kommt und welche Sanierungsmaßnahme die richtige ist. Dafür gibt es eine anteilige staatliche Finanzierung. Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) übernimmt 60 Prozent der Beratungskosten einer „Vor-Ort-Beratung“ durch einen Energieberater, der ein zugeschnittenes Sanierungskonzept erstellt. Weitere Informationen zu Förderung der energetischen Sanierung finden Sie im Anhang. *Ausnahmen bei Denkmalschutz Wenn es sich um „besonders erhaltenswerte Gebäude“ handelt, sind Ausnahmen von den Anforderungen an die Energieeinsparung möglich. Im Einzelfall kann auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Die Energetische Sanierung ist sowohl ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt als auch eine gesetzlich vorgeschriebene Bedingung im Zuge einer Fassadensanierung. Der Energieverbrauch älterer Gebäude ist in der Regel erheblich höher als der neuerer Gebäude, insbesondere durch den erhöhten Bedarf an Heizwärme aufgrund schlechterer Dämmeigenschaften und ineffizienter Heizungsanlagen. Die energetische Sanierung betrifft deshalb vor allem bauliche und technische Maßnahmen, die in der rechten Spalte im Überglick dargestellt sind. 74 1 1 2 Sanierung oder Neubau? Für verschiedene Gebäudetypen (z.B. einfache, eingeschossige Zweckbauten) ist eine energetische Sanierung eventuell nicht wirtschaftlich. Wenn z.B. die Sanierungsmaßnahmen sehr aufwendig sind, das Gebäude nicht mehr den Nutzungsbedürfnissen entspricht, kein Denkmalschutz besteht, die Maßnahmen im Sinne einer Verbesserung des Gesamtbilds der Straße wären, könnte auch ein Neubau im Sinne der Gesamtgestaltung der Straße geprüft werden. Denkmalschutz* Haus Buhr (Bahnhofstraße 32) steht unter Denkmalschutz, eine übliche Außendämmung würde die Balkenkonstruktion verdecken 1 6 Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden oder schützenswerten Fassaden zur Bahnhofstraße ist grundsätzlich eine energetische Sanierung möglich: Effiziente Heizungen, z.B. mit Nutzung regenerativer Energien, sind meist kein Problem und auch im Keller und Dach ist Wärmedämmung meist ohne Beeinflussung des äußeren Erscheinungsbildes realisierbar. Auch gibt es Beispiele für Fassadendämmungen als Innendämmung an der Schmuckfassade (Straßenseite) und Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der schmucklosen Rückseite eines Gebäudes. 4 1 3 1. Wärmedämmung: Fassade, Dach (Boden Dachraum), Keller (Kellerdecke) 2. Abdichtung des Gebäudes, Reduzierung von Undichtigkeiten: z.B. Austausch alter Fenster gegen neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung und optimierter Rahmenkonstruktion 3. Verminderung von Wärmebrücken, beispielsweise an Rollladenkästen oder Balkonen 4. Verbesserte Heizungsanlage 5. Thermische Solaranlage zur Deckung des Energiebedarfs für Warmwasser und Heizenergie. Alternativ auch: Photovoltaikanlage 6. Belüftung von Gebäuden durch Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung GSPublisherEngine 965.91.95.100 7. Sonstige Möglichkeiten: Reduzierung des Energiebedarfs durch z.B. energieeffiziente Beleuchtung von Bürogebäuden C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung - Baualtersklassen C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung bei den im AZ-Gebiet vertretenen Baualtersklassen Der folgende Abschnitt zeigt in Übersicht die üblichen, durchschnittlich auftretenden Bedarfe, die abhängig vom Alter des Gebäudes auftreten. Die Bedarfe ergeben sich aus den gesetzlichen Anforderungen, die bei einer Sanierung erfüllt werden müssen. Diese sind in der EnEV (Energieensparverordnung)* festgelegt. Die EnEV definiert den Mindeststandard für die Gebäudedämmung. Diese U-Werte beschreiben den Wärmedurchgang durch ein Bauteil, der aufgrund eines Temperaturunterschiedes zwischen beiden Seiten des Bauteils zustande kommt. Einen zusammenfassenden Überblick über die bestehenden Anforderungen bietet auch die Tabelle im Anhang. * Die Anforderungen an die Maßnahmen werden bestimmt durch die EnEV (EnergieEinsparVerordnung). Die EnEV ist ein verbindliches Regelwerk, auch für alle Altbau-Sanierungen. Sie setzt die Mindeststandards für die energetische Sanierung von Gebäuden (Wohnund Nichtwohngebäude) und die energetischen Anforderungen an alle Bauteile bei einer Sanierung. Die EnEV (Energieeinsparverordnung) ist in ihrer gültigen Fassung unter folgender Quelle zu finden: www.bmub.bund.de Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit Für die Einordnung des Gebäudes müssen auch sanierte Bauteile in die Betrachtung einbezogen werden. Jedes Gebäude ist individuell, nach seinem bauzeitlichen Zustand, dem Sanierungsstand (Anzahl und Umfang der Zwischensanierungen) zu prüfen. Dafür ist jeweils eine grundlegende Bestandsaufnahme erforderlich, die baukonstruktive, bauphysikalische und funktionale Belange untersucht und auf deren Grundlage ein energetisches Gesamtkonzept erstellt wird. Das ist auch sinnvoll, wenn zunächst nur Einzelmaßnahmen durchgeführt werden. Daneben sind auch rechtliche Formalien zu prüfen: Baugenehmigung, Anforderungen Denkmalschutz, bau- und planungsrechtliche Bestimmungen zu Abstand, Brandschutz usw. Ausführliche Informationen zum Thema: Die Informationen wurden dem dena-Planungshandbuch Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen, 1. Auflage 2012, entnommen. Die ausführliche Studie kann bei der Deutschen Energie Agentur dena bezogen werden. www.dena.de Baualtersklasse: vor 1948 Bahnhofstraße 51, repräsentatives Gebäude der Baualtersklasse vor 1949 Baualtersklasse: 1949 – 1957 Goltzstraße 37, repräsentatives Gebäude der Baualtersklasse 1949 – 1957 Baualtersklasse: 1958 – 1978 Bahnhofstraße 25 – 26, repräsentatives Gebäude der Baualtersklasse 1958 – 1978 Baualtersklasse: 1980er Bahnhofstraße 9, repräsentatives Gebäude der Baualtersklasse 1980er Jahre 75 C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung - Baualtersklassen Gebäude, Bauzeit vor 1948 Gebäude der Baualtersklasse vor 1948 in der Bahnhofstraße nach Fassadentypen (siehe Kapitel A3: Fassadentypologie) − Typ 1: alle Gebäude − Außenwände: aus Vollziegeln, dicke Wandstärken, aber unzureichender Wärmeschutz, schmuckverzierte Fassade (Stuck) zur Straßenseite, glatte Putzfassade zur Hofseite. Die erzielten U-Werte der Außenwände von Gebäuden dieser Baualtersklasse sind durchschnittlich fünffach unter dem geforderten Mindeststandard. Daher sind bei einer Sanierung z.B. zusätzliche Dämmstärken von ca. 6 cm erforderlich. − Dach: meist nicht ausgebaut, Eindeckung aus Dachziegeln, bei leicht geneigten Dächern auch oft Teer- / Bitumenabdichtung. Für die Erreichung des EnEV Mindeststandard müssen ca. dreifach bessere Werte erzielt werden, was durch eine zusätzliche Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke von ca. 6 cm erreicht werden kann. − Decken: Geschossdecken als Holzbalkendecken, Kellerdecken − Typ 2: alle Gebäude − Typ 3: alle Gebäude − Typ 4: alle Gebäude − Typ 5: alle Gebäude − Typ 6: alle Gebäude − Typ 13: Bahnhofstraße 32 Bahnhofstraße 49, Typ 1 76 Dieser Altersklasse gehören die meisten Gebäude in der Bahnhofstraße an. Die dena hat im Handbuch „Energetische Sanierung“ für diese Gebäudealtersklasse die folgenden allgemeintypischen Merkmale bezüglich einer energetischen Sanierung beschrieben. Bahnhofstraße 58, Typ 2 − − − − − als Massivdecken. Eine zusätzliche Dämmung der Kellerdecken von ca. 5 cm ist erforderlich. Fenster: Einfachverglasung oder Kastenfenster mit doppelter Einfachverglasung als Isolierverglasung - oft mit Undichtheiten. Für die Einhaltung der EnEV-Vorgaben ist die Erneuerung der Fenster erforderlich. Der Mindeststandard könnte z.B. mit einer Zweifachverglasung erzielt werden. Abdichtung: keine Abdichtung bei Kellerwand / Kellerboden Balkone: Sanierungsbedürftig Heizung: Einzelfeuerstätten, dezentrale Raum- und Warmwassererwärmung, Kaminzüge sanierungsbedürftig. Gem. EnEV-Mindeststandard ist eine Brennwertheizung erforderlich. Lüftung: unkontrolliert durch Undichtheiten in der Gebäudehülle, Bäder / Küche tlw. mit Schachtlüftung Durch ihr Alter bedingt ist bei den meisten Gebäuden in der Regel mindestens eine Zwischensanierung erfolgt, in deren Umfang z.B. die Fenster oder die Heizung erneuert worden sind. Bahnhofstraße 60, Typ 4 Bahnhofstraße 47, Typ 6 C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung - Baualtersklassen Gebäude, Bauzeit von 1949 bis 1957 Gebäude der Baualtersklasse von 1949 – 1957 in der Bahnhofstraße nach Fassadentypen (siehe Kapitel A3: Fassadentypologie) − Typ 7: Goltzstraße 37 − Typ 11: Prinzessinnenstraße 1 – 2 Bahnhofstraße 10, 39, 44, 49, 56 Insgesamt handelt es sich hauptsächlich um Gebäude in einfacher, sparsamer Bauweise mit geringen Querschnitten. Die dena hat im Handbuch „Energetische Sanierung“ die folgenden allgemeintypischen Merkmale im Bezug auf die energetische Sanierung beschrieben: − Außenwände: Ziegel-, Schlacke- oder Bimsmauerwerk, tlw. aus Restmaterialien, ungenügender Wärme- und Schallschutz, oft Wärmebrücken z.B. bei Heizkörpernischen. Der U-Wert der der Außenwand ist meist ca. drei- bis vierfach schlechter als der im Rahmen einer Sanierung zu erfüllende EnEV-Mindeststandard. Dafür wäre z.B. durch eine zusätzliche Dämmstärke von ca. 6 cm erforderlich. − Dach: zimmermannsmäßige Holzkonstruktionen mit geringen Querschnitten, z.T. Flachdächer. Der EnEV-Mindeststandard kann z.B. durch zusätzliche Dämmung (Dämmstärke + ca. 5 bis 10 cm) erreicht werden. − Decken: Massivdecken mit Verbundestrich, tlw. Holzbalkendecken. Kellerdecken müssen mit einer zusätzlichen Dämmung versehen werden. − Fenster: Holzfenster, undicht, verzogen mit minimalen Querschnitten, aus einfachem, wenig haltbarem Nadelholz mit Einfachverglasung. Erforderlich im Rahmen einer Sanierung ist die Erneuerung der Fenster ( Mindestens Zweifachverglasung). − Abdichtung: mangelnde Abdichtung gegen Feuchtigkeit − Balkone: sanierungsbedürftig, Wärmebrücken an auskragenden Balkonplatten − Heizung: Einzelöfen oder Zentralheizungen mit schlechtem Dämmstandard und eingeschränkten Regelungsmöglichkeiten, dezentrale Warmwasserbereitung über Einzelöfen (Durchlauferhitzer) − Lüftung: Freie Lüftung, selten Lüftungskonzepte für Bäder und Schächte Sanierungsstand: Meist eine oder mehrere Stufen von Zwischensanierungen, seit den 70er Jahren gab es erste Sanierungen an Nachkriegsgebäuden. Goltzstraße 37, Typ 7 Bahnhofstraße 56, Typ 11 77 C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung - Baualtersklassen Gebäude, Bauzeit von 1958 bis 1978 Gebäude der Baualtersklasse von 1958 – 1978 in der Bahnhofstraße nach Fassadentypen (siehe Kapitel A3: Fassadentypologie) − Typ 8: alle Gebäude − Typ 9: Bahnhofstraße 8, 25 – 26, 27 − Typ 10: Bahnhofstraße 7 − Typ 13: Goltzstraße 1-2 Der Baustandard der Nachkriegszeit ist insgesamt qualitativ hochwertiger, mit homogeneren Bauteilen, und tlw. industriellen Vorfertigungen, ohne besondere energiesparende Komponenten. Die Außenhülle ist einschalig, Energieeinsparungen spielten keine Rolle. Es wurden oft auch Schadstoffe, z.B. Asbest oder Holzschutzmittel, verbaut. Die dena hat im Handbuch „Energetische Sanierung“ für diese Gebäudealtersklasse die folgenden typischen Merkmale im Bezug auf die energetische Sanierung beschrieben: − Außenwände: minimierte Querschnitte aus Beton oder Mauerwerk, industriell vorgefertigte Stahlbetonfassadenelemente. Die gem. EnEV erforderlichen ca. vier- bis fünffach besseren Werte könnten z.B. durch eine zusätzliche Dämmstärke von 5 cm erzielt werden. − Dach: Flachdächer aus Betonkonstruktionen, eine zusätzliche Dämmung ist erforderlich − Decken: Flachdecken aus Ortbeton (60er Jahre), Fertigteil-/ Filigrandecken (70er Jahre). Die EnEV-Anforderung ist ungefähr drei Mal besser als der Dämmwert der Kellerdecke dieses Bautyps. Goltzstraße 39, Typ 8 78 Bahnhofstraße 8, Typ 9 − Fenster: tlw. große Fensteröffnungen, Einfachverglasung, Verbundglasfenster oder erste Isolierverglasung, undichte Fenster (U-Wert von 2,8). Mit Erneuerung der Fenster kann z.B. durch eine Zweifachverglasung der geforderte Mindeststandard erreicht werden. − Abdichtung: mangelnde Abdichtung der Außenwände gegen Feuchtigkeit − Balkone: Auskragende Balkone und Loggien aus Beton, meist ohne thermische Trennung − Heizung: Überdimensionierte Zentralheizungen mit ungedämmten Verteilungen, schlechte Regelbarkeit − Lüftung: mangelhafte Abluftanlage in innenliegenden Bädern Sanierungsstand: Oft sind bereits eine bis mehrere Sanierungsstufen erfolgt. Bei Gebäuden der 60er Jahre wurden oft Fenster erneuert. Die Fassadendämmungen mit tlw. mit geringen Dämmstärken versehen, die Dächer neu gedeckt und Heizung und Gebäudetechnik modernisiert (z.B. neue Bäder, Wasserversorgung). Für die Einordnung des Gebäudes müssen sanierte Bauteile in die Betrachtung einbezogen werden. Goltzstraße 1-2, Typ 13 C2 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung - Baualtersklassen Gebäude, Bauzeit 1980er Jahre Gebäude der Baualtersklasse 80er Jahre in der Bahnhofstraße nach Fassadentypen (s. Kapitel A3: Fassadentypologie) − Typ 9: Bahnhofstraße 9 − Typ 10: Bahnhofstraße 2 – 3, 11 − Typ 11: Goltzstraße 37a In den 80er Jahren kam es zunehmend zu einer energiesparenderen Bauweise, u.a. in Folge der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 und der zweiten Wärmeschutzverordnung 1984. Typisch sind gedämmte Gebäudehüllen (Wärmedämmung, porosierte Steine). Die dena hat im Handbuch „Energetische Sanierung“ für diese Gebäudealtersklasse die folgenden typischen Merkmale im Bezug auf energetische Sanierung beschrieben: − Außenwände: Wärmeschutz vorhanden (gering dämmende Mauerwerkssteine und WDVS), entspricht aber meist nicht heutigen Anforderungen, eine zusätzliche Dämmung ist erforderlich − Dach: tlw. in Eigenleistung ausgebaute Steildächer, zusätzliche Dämmung ist erforderlich. − Decken: Betondecken in allen Geschossen, der Dämmwert der Kellerdecke entspricht oft bereits dem im Mindeststandard erforderlichen U-Wert. Bahnhofstraße 9, Typ 9 − Fenster: Isolierverglasung, Fensterrahmen aus Holz, Kunststoff, Aluminium. Überwiegend ist eine Erneuerung erforderlich (mindestens Zweifachverglasung) − Abdichtung: mangelhafte Luftdichtheit − Balkone: auskragende Balkone / Loggien aus Beton mit schlechter thermischer Trennung − Heizung: Niedertemperaturkessel mit zentraler Warmwasserbereitung und Zirkulationsleitungen, Regelung über Außentemperaturfühler, Thermostatventile, eine Erneuerung mit moderner Heiztechnik (Brennwertkessel) ist erforderlich − Lüftung: mäßig funktionierende Abluftanlagen in innen liegenden Bädern Sanierungsstand: In der Regel gab es bisher wenig grundlegende Sanierungsmaßnahmen, viele Gebäude der 80er Jahre müssen zwischen 2015 und 2030 saniert werden. Oft ist jedoch bereits die Heizung modernisiert. Bahnhofstraße 11, Typ 10 Goltzstraße 37a, Typ 11 79 Teil D – Beratungsblätter 80 Teil D – Beratungsblätter Wie können Gewerbetreibende oder Hauseigentümer Ihre Geschäfte, Restaurants, Cafés oder Immobilien im Sinne einer abgestimmten Aufwertung der gesamte Bahnhofstraße modernisieren? Die folgenden Blätter dienen zur Besprechung Ihrer Vorhaben, z.B. mit Freunden, Partnern oder Verwandten oder im Rahmen der Bauberatung des Stadtentwicklungsamtes im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Hineinskizzieren erlaubt! 81 2.65.100 D Beratungsblätter - Typ 1 4 1 2 3 GSPublisherEngine 966.62.65.100 1 2 Kleinteiligkeit durch Anpassung der Öffnungen an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufensterbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton Fassade: von Sockel bis Traufe einheitlich verputzt, Farbe: Erdfarbton Typ 1 Schober (Reformarchitektur) 82 3 Sockel: Natursteinverblendung, zwei Farbtöne dunkler als Putz 4 Werbung: in Einzelbuchstaben im oberen Schaufensterbereich Ausleger: filigrane Ausführung, auf Höhe der Hauptwerbung D Beratungsblätter - Typ 2 2 1 5 3 4 1 Einheitliche Fassadengliederung, Betonung des Erdgeschosses als Sockelgeschoss durch horizontalen Wandvorsprung (Gesims) 2 Obergeschossbereich farbig verputzt (heller Erdfarbton), Akzentuierung der Gliederungselemente durch Farbabstufungen 3 Erdgeschoss als Sockelgeschoss betont, durch markante Fugen im Mauerwerk Kleinteiligkeit durch sichtbare Wandbereiche zwischen den Fenstern / Türen Farbe: Abstufung der Obergeschossfarbe 4 Öffnungen an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufensterbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 5 Werbung in Einzelbuchstaben im oberen Schaufensterbereich Ausleger in filigraner Ausführung, auf Höhe der Hauptwerbung Typ 2 Zimmermann (Späthistorismus) 83 D Beratungsblätter - Typ 3 2 4 1 4 3 1 2 Einheitliche Fassadengliederung plastisch hervortretende Gliederungselemente schaffen einen optischen Bezug der Geschosse zueinander Abgrenzung des Sockelgeschosses Obergeschossbereich farbig verputzt (heller Erdfarbton), Gliederungselemente durch Farbabstufungen / Materialkontraste akzentuiert Typ 3 Wohnhaus Beginn 20. Jhd. (Historismus) 84 3 Sockelgeschoss wird durch markante Fugen im Mauerwerk optisch von Obergeschossen abgehoben Farbe: Abstufung der Obergeschossfarbe 4 Fassadenwerbung orientiert sich an Fassadenstruktur / Gliederungselementen, Ausleger in filigraner Ausführung D Beratungsblätter - Typ 4 2 4 1 3 1 Fließender Übergang zwischen Erd- und Obergeschoss 2 Fassade von Sockel bis Traufe einfarbig verputzt (heller Erdfarbton) 3 Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst, seitliche Wandbereiche sind sichtbar Kleinteiligkeit durch einzelne Schaufenster Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufensterbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 4 Werbung in Einzelbuchstaben in Schaufensterbreite im unteren Brüstungsbereich vom 1. Obergeschoss oder im oberen Schaufensterbereich Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung Typ 4 Freistehende Wohnhäuser 85 D Beratungsblätter - Typ 5 2 1 4 3 1 Orientierung an ursprünglichen Proportionen und Gliederung der Fassade in Abstimmung mit Entwurfszeichnungen 2 Fassade farbig verputzt (heller Erdfarbton) Versprünge durch Farbabstufungen akzentuiert Typ 5 Reihenhäuser 1.-2. OG 86 3 Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst, Kleinteiligkeit durch einzelne Schaufenster in Abschnitten Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufenster- / bzw. Abschnittsbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 4 Werbung in Einzelbuchstaben in Schaufensterbreite über den Schaufenstern Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung D Beratungsblätter - Typ 6 2 4 1 4 3 1 Abgrenzung des Erdgeschosses durch unterschiedliche Materialität und Farbe zum Obergeschoss; Betonung der Sockelwirkung 2 Obergeschossbereich farbig verputzt (Erdfarbton) 3 Einheitliche Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / in Anpassung an die Entwurfszeichnung Schaufenster in Abschnitten, einheitlich gestaltet 4 Werbung in Einzelbuchstaben in Schaufensterbreite im unteren Brüstungsbereich des 1. OG mit Bezugnahme auf hervortretende Fassadenelemente Schilder im Erdgeschossbereich mit deutlichem Bezug zu den Eingängen Typ 6 Neue Sachlichkeit 87 D Beratungsblätter - Typ 7 2 5 1 4 5 3 1 Abgrenzung des Erdgeschosses durch horizontalen Wandvorsprung (Gesims) 2 Fassade verputzt, einheitlicher Farbton für gesamtes Gebäude Akzente durch Fensterumrahmungen in Farbabstufungen 3 Einheitlicher abschließender Sockel, durch Material und Farbton abgesetzt Typ 7 Flachdachbauten 2. OG 88 4 Einheitliche Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst Schaufenster in unterschiedlichen Abschnitten / Bereichen einheitlich gestaltet Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufenster- oder Nutzungsbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 5 Werbung in Einzelbuchstaben im Bereich zwischen Oberkante Erdgeschoss und Unterkante der Fenster des 1.OG Schilder im Erdgeschossbereich mit Bezug zu Eingängen Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung D Beratungsblätter - Typ 8 2 1 4 3 1 Abgrenzung des Erdgeschosses horizontal über gesamte Breite 2 Fassade verkleidet, Strukturierung durch Farb- und Materialkontraste 3 Einheitliche Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst, Schaufenster einheitlich gestaltet Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufenster- oder Nutzungsbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 4 Werbung in Einzelbuchstaben über den Schaufenstern mit Bezug zu gliedernden Fassadenelementen Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung Typ 8 Gestaffelte Gewerbebauten 89 D Beratungsblätter - Typ 9 2 4 1 4 3 1 Klare Abgrenzung des Erdgeschosses durch Farbe und Materialität (Sockelwirkung) 2 Obergeschossbereich verputzt, heller Grundton Struktur durch Versprünge und Farbkontraste Fensterumrahmungen farblich akzentuiert Typ 9 Nachkriegsmoderne 90 3 Erdgeschossgliederung an Obergeschossgliederung / Entwurfszeichnung angepasst, Schaufenster einheitlich gestaltet Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufensterbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 4 Werbung in Einzelbuchstaben im Bereich zwischen Oberkante Erdgeschoss und Unterkante Fenster / Balkon des 1. OG Schilder im Erdgeschossbereich mit deutlichem Bezug zu jeweiligen Eingängen Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung D Beratungsblätter - Typ 10 2 1 4 3 1 Fließender Übergang zwischen Erd- und Obergeschoss (bei anderen Gebäuden dieses Typs, deutliche Abgrenzung durch Versprünge) 2 Fassade verkleidet und / oder verputzt (heller Erdton) Struktur durch Farb- und Materialkontraste 3 Einheitliche Gestaltung der Schaufenstergliederung, Dimensionierung sowie unteren und oberen Abschlüsse Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufensterbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton 4 Werbung in Einzelbuchstaben über Schaufenster mit Bezug zu gliedernden Fassadenelementen Schilder im Erdgeschossbereich mit Bezug zu Eingängen Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung Typ 10 Zeitgenössische Bauten 91 D Beratungsblätter - Typ 11 1 3 4 2 1 Dachüberstand durchlaufend (über die gesamte Breite des Bauwerks) 2 Einheitliche Gliederung und Dimensionierung der Schaufenster 3 Werbung in Einzelbuchstaben über Schaufenster in Breite der Schaufenster oder Nutzungseinheit / der Einrichtung Abgrenzung zum Nachbarn durch erkennbare Trennung zwischen den Einheiten 4 Sonnenschutzvorrichtungen in Schaufenster- oder Nutzungsbreite unterhalb der Werbung, einfarbig in frischem Farbton Typ 11 Eingeschossige Gewerbebauten angebaut / zusammenhängend 92 D: Beratungsblätter - Typ 12 1 4 3 2 4 1 2 sichtbare Gliederungselemente, z.B. Bauteilkanten Farbe durch Materialität bestimmt keine temporär / improvisiert wirkenden Materialien und Konstruktionen Schaufenster nicht dauerhaft beklebt oder verdeckt 3 Sonnenschutzvorrichtungen farblich aufeinander und auf Gebäude abgestimmt 4 Werbung bevorzugt in Einzelbuchstaben im / auf Dach und unterhalb Fenster / Theke orientiert sich an architektonischer Gliederung, maximal in Bauteilbreite Typ 12 Fliegende Bauten 93 D Beratungsblätter - Typ 13 1 4 3 2 1 2 Fassade klar gegliedert,verkleidet Akzentuierung durch Materialität Strukturierung durch farbliche Abstufungen oder Kontraste Schaufenster voll verglast Unterteilung entsprechend Standort / Position (abhängig von Gebäudeart und Nutzung, bei anderen Gebäuden / Bauten dieses Typs) Typ 13 Sonderbauten 94 3 Sonnenschutzvorrichtungen farblich aufeinander und auf Gebäude abgestimmt Unterteilung entsprechend der Schaufensterbreite 4 Werbung bevorzugt in Einzelbuchstaben oberhalb des Erdgeschosses orientiert sich an architektonischen Gliederungselementen Ausleger auf Höhe der Hauptwerbung Anhang 95 Anhang - 1.1 Energetische Sanierung – Gebäudedämmung 1 Anforderungen an die energetische Sanierung 1.1 Energetische Sanierung – Gebäudedämmung Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand Verklebung Verklebung Verklebung Verklebung Verklebung Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand Verklebung Verklebung Verklebung Verklebung Verklebung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Armierung Armierung Armierung und und Armierung Unterputz Unterputz und Unterputz und Unterputz Armierung und Unterputz Oberputz Oberputz Oberputz Oberputz Oberputz Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Armierung Armierung Armierung und und Armierung Unterputz Unterputz und Unterputz und Unterputz Armierung und Unterputz Oberputz Oberputz Oberputz Oberputz Oberputz AußenAußen Außen Außen Außen Eine Gebäudedämmung erfolgt in der Regel an folgenden Stellen: − einzelne Bauteile (Heizungs- und Lüftungsrohre, Fenster) − Gebäudehülle (Fassade, Dach, Keller) Innen InnenInnen Innen Innen Wärmedämmverbundsystem Aufbauprinzip WDVS WDVS WDVSWDVS Außenwand Außenwand Außenwand WDVS Unterkonstruktion Unterkonstruktion Unterkonstruktion Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wetterfeste Wetterfeste Wetterfeste Fassadenverkleidung Fassadenverkleidung Fassadenverkleidung Außen AußenAußen Innen vorgehängte hinterluftete Fassade Aufbauprinzip Vorgeh. hinterlüft. Fassade Vorgeh. hinterlüft. Vorgeh. hinterlüft. Fassade Fassade Innenverkleidung Innenverkleidung Innenverkleidung Innenverkleidung Dampfsperre Dampfsperre Dampfsperre Dampfsperre − Dämmputze allein erzielen eine geringe Wirkung. Ihre Dicke ist begrenzt (einlagig bis 6Saniert cm) und das Material dämmt nur etwa / Saniert Alt / Saniert Alt / Alt halb so gut wie ein ausgewiesener Dämmstoff. − Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Statt eines Putzes erhält die Wetterseite eine Verkleidung (verschiedene Materialien sind möglich), die mit einer Unterkonstruktion an der Außenwand befestigt wird. In die Zwischenräume der Unterkonstruktion wird der Dämmstoff eingebracht. − Dämmung der Innenwand: Alternative, z.B. bei denkmalgeschützten Fassaden, die u.a. nicht mit einer Dämmschicht bedeckt werden können. Das bietet die Möglichkeit, die äußere Fassade zu erhalten, auch einzelne Räume oder Wohnungen schrittweise zu sanieren. Nachteile sind die Verkleinerung der Nutzfläche und eine geringere Dämmwirkung. Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Innenputz InnenputzInnenputz Innenputz Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand GSPublisherEngine GSPublisherEngine GSPublisherEngine 965.91.95.100 GSPublisherEngine 965.91.95.100 965.91.95.100 965.91.95.100 Außenputz Außenputz Außenputz Außenputz SPublisherEngine 965.91.95.100 Außen Außen Außen Ziel ist die Reduzierung des Wärmedurchgangs durch die Gebäudehülle zur Reduzierung von Wärmeverlusten im Winter und der WDVS WDVS WDVSWDVS Aufheizung imWDVS Sommer. Die Dämmung erfolgt mit oder ohne Dach und Keller, abhängig davon, ob diese als Aufenthaltsräume genutzt und deshalb geheizt werden. Unbeheizte Dachräume, Keller oder die Garage können sich außerhalb der Dämmung befinden. Das reduziert den Dämmaufwand, da nur die oberste Geschossdecke oder die Kellerdecken gedämmt werden müssen. Die Wärmedämmschicht muss die beheizten Räume möglichst lückenlos vor dem unbeheizten Bereich bzw. der Außenluft schütInnen Innen zen. Lücken steigern die Energieverluste und bilden Wärmebrücken, was die Gefahr von Gebäudeschäden oder Schimmelpilzbildungen an dieser Stelle erhöht, da warme Innenluft auf kalte Wände, Fenster oder Decken trifft und Feuchtigkeit kondensieren Innenverkleidung Innenverkleidung Innenverkleidung Innenverkleidung kann. Dampfsperre Dampfsperre Dampfsperre Dampfsperre Fassadendämmung Innenputz InnenputzInnenputz Innenputz Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Wärmedämmung Außen Dämmung der äußeren Gebäudehülle Wärmedämmverbundsysteme (WDVS): Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden sind Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) die am häufigsten verwendete Lösung. Ein WDVS lässt sich bei schmucklosen, glatten Fassaden in der Regel unproblematisch ausführen. Das Dämmmaterial wird direkt auf die Wand aufgebracht und anschließend verputzt. Mit einer Außendämmung wird das Mauerwerk zum zusätzlichen Wärmespeicher. Die Heizwärme kann in die Wand eindringen, geht aber nicht nach außen verloren. Die Wand gibt ihre Wärme an die Räume zurück, statt sie nach draußen entweichen zu lassen. Innen Dämmung der Innenwand Aufbauprinzip Fassaden haben den größten Flächenanteil an der Gebäudehülle Außenwand Außenwand Außenwand Außenwand eines Hauses. Über diese Fläche findet ein ständiger WärmeausAußenputz statt. Deshalb ist die Fassadendämmung Außenputz Außenputz Außenputz tausch mit der Umwelt eine der wesentlichen Maßnahmen zur energetischen Sanierung. Neben dem Austausch der Heizung ist damit die größte EnergieInnen Innen Innen einsparung zu erzielen. Für die Wärmedämmung der Außenwände / Fassaden gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, z.B.: Dämmung Dämmung Dämmung Dämmung Dämmung Beheizte Räume Beheizte Räume Unbeheizte Räume Beheizte Räume Unbeheizte Räume Beheizte Beheizte Räume Räume Dämmung Innenwand DämmungDämmung Innenwand Dämmung Innenwand Innenwand 96 Dämmung Innenwand DämmungDämmung Innenwand Dämmung Innenwand Innenwand Unbeheizte Räume Unbeheizte Unbeheizte Räume Räume Anhang - 1.1 Energetische Sanierung – Gebäudedämmung Fenster Grundsätzliche Möglichkeiten der Kastenfenstersanierung: 1. Sanierung der Originalfenster 2. Wärmeschutzverglasung Innenfenster 3. Komplette Erneuerung Innenfenster mit Wärmeschutzverglasung 4. Komplette Erneuerung des gesamten Kastenfensters Verstärkung Innenfenster Energieeffiziente Fenster und Haustüren können erheblich dazu beitragen, die Wärmeverluste der Gebäudehülle zu minimieren. Fenster sollen Licht hereinlassen, die Wärme im Gebäude halten und luftdicht schließen. Moderne Wärmeschutzverglasung ist nach Anforderung an die Dämmwirkung in mehreren Qualitäten erhältlich, z.B. mit: − mindestens Zweischeibenverglasung − hermetisch abgedichtete Zwischenräume, Inhalt: sehr trockene Luft oder Edelgase wie Argon, Krypton und Xenon − Rahmen mit Hohlkammerprofil in verschiedenen Materialien − dünne, unsichtbare Beschichtungen auf dem Glas lässt Strahlung nur in bestimmten Wellenlängen passieren, Licht kann hinein, die langwelligere Wärmestrahlung nicht hinaus − Zusatznutzen Schallschutzfunktion, auf Wunsch gibt es auch Konstruktionen mit besonderem Schallschutz Positive Wärmebilanz von Wärmeschutz-Fenstern: − Südseite: im Innenraum wird durch einfallende Strahlung mehr Wärme erzeugt, als durch das Glas wieder nach außen gelangt. − Ost / West: Wärmegewinn und –verlust halten sich die Waage. 1. 2. Alt Alt // Saniert Saniert Alt / Saniert 3. Neubau Innenfenster Verstärkung Innenfenster 4. Neubau Innenfenster Innenfenster Neubau Neubau Die Kombination von Fassadendämmung und Erneuerung der Fenster ist bautechnisch sinnvoll. 1. Austausch Fenster mit Einbau neuer Fenster an der Außenseite der Fensterlaibung 2. durch Aufbringen der Wärmedämmung an der Außenwand wird wieder ein Vorsprung geschaffen. Die Fensterrahmen können einfach und wirkungsvoll mit der Dämmung verbunden werden. Verstärkung Verstärkung Innenfenster Innenfenster Vorteile: − Erhalt attraktiver Fassaden-Ansicht, Vermeidung von tiefstehenden Fenstern („Löchern“) − alte Laibungen brauchen nicht gesondert gedämmt werden, da sie sich nun vollständig im Innenraum befinden; eine zusätzliche Dämmung der Laibungen würde die Fensterfläche verkleinern, was i.d.R. eine Verringerung des Lichteintritts, d.h. dunklere Zimmer und Verminderung der solaren Gewinne zur Folge hätte. Fenstererneuerung bei denkmalgeschützten oder allgemein historischen Gebäuden: Bei der Erneuerung der Fenster ist vorsichtiger Umgang mit historischen Fenstern gefragt. Aus Gründen des Denkmalschutzes oder der allgemeinen Gestaltungsqualität des Gebäudes kann es notwendig oder sinnvoll sein, die Originalfenster (zumindest in der Außenansicht) zu erhalten, wenn ihr Zustand das ermöglicht. Dennoch ist häufig eine energetische Optimierung notwendig. Z.B. bei Kastenfenstern bieten sich folgende grundsätzliche Möglichkeiten der Fenstersanierung, die im Einzelfall planerisch überprüft und individuell untersucht werden müssen: 1. Sanierung / Überarbeitung / Abdichtung der Originalfenster (inneres und äußeres Fenster) 2. Das Innenfenster erhält eine Wärmeschutzverglasung 3. Das Innenfenster wird komplett erneuert, mit Wärmeschutzverglasung 4. Das Fenster wird komplett erneuert mit Wärmeschutzverglasung, z.B. als Nachbildung des originalen Fensters, z.B. mit Holzrahmen Erneuerung Haustüren Haustüren sind ein häufiger Schwachpunkt älterer Gebäude. Neue Haustürmodelle haben mehrere Dichtungsebenen. Sie besitzen thermisch getrennte Profile oder Füllungen mit Polyurethan-Schaum, Glasflächen aus Wärmedämmglas und besitzen eine gute Wärmedämmung. Erhaltenswerte historische Türen erfordern eine individuelle planerische Untersuchung des Eingangsbereichs. Dachdämmung Die Dämmung des Daches ist besonders wichtig, da erwärmte Luft nach oben steigt. Eine Dachdämmung ist deshalb neben dem Dämmen der Fassade häufig der erste Schritt einer energetischen Sanierung. Die Möglichkeiten bzw. Form der Dämmung sind abhängig davon, ob und wie der Raum unter dem Dach genutzt wird. 97 Anhang - 1.1 Energetische Sanierung – Gebäudedämmung Warmdach: Die Dachabdichtung wird direkt auf die Wärmedämmung aufgebracht. Eine innenliegende Folie als Dampfsperre oder Dampfbremse schützt die Dämmung vor aufsteigender Feuchtigkeit aus den Innenräumen. Einschalige Dachkonstruktionen werden überwiegend bei flachen und geneigten Dächern aus Beton angewendet. Kaltdach: Bei einem zweischaligen Dach oder Kaltdach wird direkt unter der Dachdeckung ein Zwischenraum für die Luftzirkulation gelassen, um eventuell eindringende Feuchtigkeit abzuführen. Die Wärmedämmung liegt darunter. Zweischalige Dachkonstruktionen eignen sich insbesondere für stark geneigte Dachformen mit Satteldach oder Walmdach sowie bei allen Dächern mit Holzbalkenkonstruktionen. Die Dämmung kann erfolgen als: − Untersparrendämmung: Dämmmaterial unterhalb der Dachsparren − Zwischensparrendämmung: Dämmung zwischen den Sparren bedeutet geringeren Raumverlust als bei der Untersparrendämmung. − Aufsparrendämmung: Dämmung oberhalb der Sparren, z.B. wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden soll Dämmung der obersten Geschossdecke Dachabdichtung Dämmung Dampfsperre Stahlbetondecke Putz/Verkleidung 98 Wenn der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt wird, besteht die Möglichkeit, anstelle des Daches die oberste Geschossdecke zu dämmen. Das Dämmmaterial wird flächendeckend, ohne offene Fugen auf der obersten Geschossdecke verlegt und ggf. bei Nutzung als z.B. Kaltraum-Lagerfläche mit einer Bretterschicht bedeckt. Zu prüfen ist die Verlegung einer Dampfsperre unter der Dämmschicht, wenn die vorhandenen Decken diffusionsoffene Holzbalkendecken sein sollten. Vorteile: − Geringere zu dämmende Fläche als die eines Schrägdaches, weniger Material erforderlich − bautechnisch einfache Ausführung − vergleichsweise geringe Kosten (weniger Material, einfache Ausführung) Für die Dämmung der obersten Geschossdecke besteht seit EnEV 2002 Nachrüstpflicht. Kellerdämmung Die Form der Dämmung des Kellers ist wie beim Dach von seiner künftigen Nutzung abhängig. Soll der Keller beheizt werden, dann müssen die Kellerwände und der Boden gedämmt werden. Ist der Keller unbeheizt, empfiehlt sich die Dämmung der Kellerdecke. Effektive Maßnahme zur Dämmung des Kellers ist die Isolierung der Kellerdecke an der Unterseite: − vergleichsweise niedrige Kosten − zählt zu den rentabelsten Sanierungsmaßnahmen Abhängig vom Aufbau der Kellerdecke gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten, die individuell planerisch zu untersuchen sind. Dachabdichtung Dämmung Dampfsperre Stahlbetondecke Putz/Verkleidung Warmdach Dacheindeckung Warmdach Dachlattung und Unterspannbahn Sparren und Wärmedämmung Dampfsperre Lattung und Verschalung/Verkleidung Kaltdach Anhang - 1.2 Energetische Sanierung – Technik 1.2 Energetische Sanierung – Technik Heizungsanlage Die Erneuerung der Heizung besitzt häufig das größte Potential im Bezug auf die Energieeinsparung. Idealerweise wird die Leistung einer neuen Heizungsanlage entsprechend dem reduzierten Wärmebedarf nach einer Sanierung gewählt, das heißt nachdem die Wärmedämmung durchgeführt wurde. Diese kann dann nach dem gesenkten Wärmebedarf dimensioniert sein. Solaranlage Legende zur Abbildung Wiederholung Abschnitt „Typische Elemente einer energetischen Sanierung“: Bauliche Maßnahmen: 1. Wärmedämmung: Fassade, Dach (Boden Dachraum), Keller (Kellerdecke) 2. Abdichtung des Gebäudes, Reduzierung von Undichtigkeiten: z.B. Austausch alter Fenster gegen neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung und optimierter Rahmenkonstruktion. 3. Entfernung / Verminderung von Wärmebrücken, beispielsweise an Rollladenkästen oder Balkonen. Zusätzliche technische Maßnahmen: 4. Heizungserneuerung (Verbesserte Heizungsanlage) 5. Thermische Solaranlage – als Hilfe zur Deckung des Energiebedarfs für das Warmwasser und Teil des Heizenergiebedarfs. Alternativ auch: Photovoltaikanlage. 6. Belüftung von Gebäuden durch Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung 7. Sonstige Möglichkeiten: Reduzierung Energiebedarf durch z.B. energieeffizientere Beleuchtung von Bürogebäuden. Im Zuge einer Dachsanierung kann der Einbau einer Solaranlage geprüft werden, z.B. als In-Dach-Montage (in der Dachfläche integriert) oder Auf-Dach-Montage (über der Dachoberfläche montiert). Bei allen Dachaufbauten ist eine Prüfung des Vorhabens im Sinne der Gestaltung der Straße erforderlich. Hiermit sei auch auf die Empfehlungen der Gestaltfibel zu Dachaufbauten verwiesen (Kapitel B 1.1 Städtebauliche Aspekte der Fassadengestaltung). Hinweis: Luftdurchlässe an Fassaden sollten fassadenverträglich geplant werden. Vor allem straßenseitig ist aus gestalterischer Sicht eine besondere Sensibilität erforderlich. Hiermit sei auch auf die Empfehlungen der Gestaltfibel zu Dachaufbauten verwiesen (Kapitel B 1.1 Städtebauliche Aspekte der Fassadengestaltung). Kombination haustechnischer Komponenten: Bevor Entscheidungen über den Einbau neuer haustechnischer Komponenten, z.B. Heizungsanlage, Warmwasserbereitung, Solaranlage etc. getroffen werden, ist es zu empfehlen, die vorhandenen Möglichkeiten genau miteinander zu vergleichen, da Beziehungen zwischen verschiedenen Aspekten bestehen oder entstehen. Dafür ist eine fachliche Planung erforderlich. Einen guten Überblick und weitere Informationen zur energetischen Sanierung bietet das Internetportal der DENA unter: http://www.zukunft-haus.info Lüftungsanlagen Gut gedämmte Gebäude machen eventuell Lüftungsanlagen erforderlich, vor allem in Räumen mit viel Personenverkehr oder Entstehung von Feuchtigkeit. Spezielle Abluftanlagen führen die verbrauchte Luft und die Feuchtigkeit mit einem Ventilator aus allen oder einzelnen Räumen, zum Beispiel Küche, Bad und WC ab. Abhängig von der Dichtheit der Gebäudehülle ist zu prüfen, inwieweit für die Zufuhr an frischer Luft, separate AußenwandLuftdurchlässe (ALD) in den Fenstern der Zimmer installiert sein sollten. 5 1 6 1 1 2 Die meiste Energie spart eine automatisch geregelte Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Die abfließende, warme Abluft erwärmt die neu zugeführte, kalte Frischluft. 4 1 3 99 Anhang - 1.3 Energetische Sanierung - Übliche Bedarfe / EnEV-Anforderungen 1.3 Die üblichen Bedarfe bezüglich energetischer Sanierung bei den im AZ-Gebiet vertretenen Baualtersklassen Durch die EnEV werden die diesbezüglichen Anforderungen vorgegeben. Auch bei Umbau / Änderung des Gebäudes, sind die Festlegungen der EnEV zu beachten. Bei Sanierung eines Bestandsgebäudes gibt es zwei Möglichkeiten zum Nachweis der vorgegebenen Anforderungen: − der Einzelbauteilnachweis ist relevant, wenn nur einzelne Bauteile, (z.B. Fenster, Dach, Heizung) behandelt werden (Tabellenspalte EnEV-Bauteil) − der Nachweis über das komplette Gebäude. Dabei wird die Energieeffizienz des gesamten, sanierten Gebäudes berechnet. Die Werte einzelner Bauteile werden zueinander in Bezug gesetzt. (Tabellenspalte = EnEV-Referenzgebäude, gültig für Neubauten) Bei der Energetischen Sanierung von Bestands-, Wohn- und Nichtwohngebäuden gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn der Jahres-Primärenergiebedarf und der Wert des spezifischen Transmissionswärmeverlusts des EnEV-Referenzgebäudes um höchstens 40 % überschritten werden. (Tabellenspalte EnEV 140 - Sanierung). Bauherren, die Modernisierungen durchführen, die höchstens 10 % eines bestimmten Außenbauteils der Gebäudehülle betreffen, müssen die Anforderungen der EnEV nicht erfüllen. Die für Umbau und Sanierung gültigen Anforderungen sind seit der EnEV 2009 gleich geblieben. 100 Anhang 2 - Möglichkeiten staatlicher Förderung 2 Möglichkeiten staatlicher Förderung für die energetische Sanierung Im Zusammenhang mit energetischer Sanierung gibt es staatliche Zuschüsse, Zinsvergünstigungen und steuerliche Vergünstigungen. Zu beachten ist, dass Fördermittel in der Regel begrenzt sind und meist kein Rechtsanspruch besteht. Eine Förderung muss beantragt werden und die geförderte Maßnahme darf in der Regel erst in Angriff genommen werden, nachdem ein schriftlicher Förderbescheid vorliegt. Qualifizierte Sachverständige für die Fördermittelberatung und -beantragung sind in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes zu finden, die im Internet unter folgender Domainadresse erreichbar ist: https://www.energie-effizienz-experten.de/ Förderungsmöglichkeiten Vor-Ort-Beratung Gefördert wird eine Vor-Ort-Beratung durch einen Energieberater, der das Gebäude untersucht und ein darauf zugeschnittenes energetisches Sanierungskonzept erstellt, für eine Komplettsanierung oder für eine schrittweise Sanierung mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen (individueller Sanierungsfahrplan). Förderung: Das BMWi fördert den Expertenbesuch mit der Übernahme von 60 % der Beratungskosten. Die Höchstförderung beträgt: − für Ein- und Zweifamilienhäuser: 800 Euro − für Gebäude mit mehr als drei Wohneinheiten: 1.100 Euro − zusätzlich bis zu 500 Euro: wenn der Berater den Energieberatungsbericht bei mehreren Betroffenen, z.B. in einer Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung vorstellt. Das Angebot der „Vor-Ort-Beratung“ richtet sich an: − Haus- und Wohnungseigentümer − Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) − Mieter und Pächter − rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (nur kleine und mittlere Unternehmen) − Einrichtungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen Voraussetzungen: − das Gebäude steht in Deutschland − der Bauantrag dafür ist vor dem 31. Januar 2002 gestellt worden − das Gebäude muss überwiegend dem Wohnen dienen Weitere Informationen: − Weitere Informationen dazu finden Sie unter der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/energieeffizienz.html − Weitere Informationen und praktische Tipps gibt es auf der Internetseite: www.deutschland-machts-effizient.de − Das BMWi hat auch eine kostenlose telefonische Info-Hotline geschaltet. Unter 0800 - 0115 000 können sich Bürger und Unternehmen über die Fördermöglichkeiten zur Energieeffizienz informieren. Heizungs-Optimierung Förderung: − Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ersatz von Heizungsund Warmwasserpumpen durch hocheffiziente Pumpen − Anschaffung und professionelle Installation von moderner Heizungstechnologie, z.B.: − voreinstellbare Thermostatventile − Einzelraumtemperaturregler − Strangventile, Technik zur Volumenstromregelung − separater Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik − Pufferspeicher − Optimierung des Heizungsbetriebs: Durchführung eines hydraulischen Abgleichs bei bestehenden Heizsystemen (Abstimmung aller Komponenten der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb und Optimierung für die Gebäude-Nutzung) 101 Anhang 2 - Möglichkeiten staatlicher Förderung Beantragung durch: Hauseigentümer, Kommunen, Unternehmen Voraussetzung: − bestehenden Heizsysteme müssen bereits seit zwei Jahren installiert sein. Nur besonders effiziente in der vom BAFA geführten „Liste der förderfähigen Pumpen“ werden gefördert − Registrierung beim Amt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), vor Ausführung der Maßnahmen Art und Höhe der Förderung: 30 % der Nettoinvestitionskosten für Leistungen, höchstens jedoch 25.000 Euro pro Standort. Informationen: − Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Heizungs optimierung/heizungsoptimierung_node.html KfW-Förderung Die KfW-Bankengruppe bietet für Neubau- oder Sanierungsvorhaben zinsgünstige Darlehen an. Die KfW-Darlehen müssen bei der jeweiligen Hausbank beantragt werden. Eine detaillierte Liste der förderfähigen Maßnahmen und weitere Informationen erhält man bei der KfW und auf ihren Internetseiten: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/F%C3%B6rderprodukte-f%C3%BCr-Bestandsimmobilien.html Einige aktuelle Förderprodukte der KfW für Bestandsimmobilien im Zusammenhang mit energieeffizienter Sanierung werden im Folgenden vorgestellt. Produkt 151: Energieeffizient sanieren – Kredit − Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder Einzelmaßnahmen − energetische Maßnahmen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen, auch Einzelmaßnahmen mit bestimmten technischen Mindestanforderungen wie − Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken − Erneuerung der Fenster und Außentüren − Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage 102 − Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage − Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen − Auch die Sanierung von Baudenkmalen oder Gebäuden mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz ist förderfähig. − Weitere Informationen: https://www.kfw.de/inlandsfoerder ung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/EnergetischeSanierung/KfW-Effizienzhaus-Denkmal/ Produkt 167: Energieeffizient sanieren – Ergänzungskredit − Für die Umstellung von Heizungsanlagen auf erneuerbare Energien − 1,11 % effektiver Jahreszins − Umstellung der Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien − bis 50.000 Euro für jede Wohneinheit − bis zu 10 Jahren Kreditlaufzeit bei festem Zinssatz Produkt 430: Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss − Für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen − bis 30.000 Euro Zuschuss für jede Wohneinheit − für private Eigentümer − Sanierung oder Kauf von energetisch saniertem Wohnraum − flexibel kombinierbar mit anderen Fördermitteln Produkt 431: Energieeffizient bauen und sanieren – Zuschuss − Für Planung und Baubegleitung durch Experten für Energieeffizienz − Übernahme 50 % der Kosten: bis 4.000 Euro pro Vorhaben − für Sanierung / Neubau von energetisch saniertem Wohnraum − nur in Kombination mit den KfW-Produkten 151 / 152, 430 und 153 (Kombinationsprodukte) Produkt 433: Energieeffizient bauen und sanieren – Zuschuss − für innovative Brennstoffzellen für Wohnimmobilien − bis zu 28.200 Euro Zuschuss je eingebauter Brennstoffzelle − für den Einbau von Brennstoffzellensystemen in neue oder bestehende Wohngebäude Verzeichnisse 103 Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Sofern im folgenden nicht anders vermerkt sind stammen alle Fotos und Zeichnungen aus dem Büro Ruairí O‘Brien. Architektur. Licht. Raumkunst. Seite 2 Ausschnitt aus der digitalen Karte von Berlin, 2015: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Fachbereich Vermessung und Geoinformation 8 Lichtenrade 1907: Kartenausschnitt – Übersicht zum Bebauungsplan des Gemeindebezirks Lichtenrade Kreis Teltow 1907, Gebietskennzeichnung heutiges AZ-Gebiet Lichtenrade 1921: Kartenausschnitt – Gemarkung Lichtenrade 1921, Gebietskennzeichnung heutiges AZ-Gebiet 8 Die Historischen Karten wurden zur Verfügung gestellt vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Vermessung und Geoinformation. Historische Karten im Internet: https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/ stadtentwicklungsamt/vermessung/artikel.328357.php 9 Bahnhof Lichtenrade o.J.: www.lichtenrade-Berlin.de (2016): Bahnhof Lichtenrade, http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/Historisches_aus_Lichtenrade/imagepage8.html (Zugriff 07.12.2016). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser 9 Kaiserliches Postamt o.J.: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2015/10/03/sch-ner-historischer-kiezpostkarten-kalender.htm (2016): Schöner historischer Kiez-Postkalender, http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2015/10/03/sch-ner-historischer-kiez-postkarten-kalender.htm (Zugriff 05.12.2016). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser 9 Bahnhofstraße 39,44 um 1953: www.lichtenrade-berlin.de (2016): http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/vor_zirka_50_Jahren/imagepage4.html (Zugriff 07.12.2016). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser 9 Bahnhofstraße in den 50er Jahren, www.lichtenrade-berlin.de (2016): http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/vor_zirka_50_Jahren/imagepage4.html (Zugriff 07.12.2016). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser 104 Abbildungsverzeichnis Seite 10 Karte Lichtenrade 1874: Kartenausschnitt von der Feldmark Lichtenrade 1754, Gebietskennzeichnung heutiges AZ-Gebiet Die Historischen Karten wurden zur Verfügung gestellt vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Vermessung und Geoinformation. Historische Karten im Internet: https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/ stadtentwicklungsamt/vermessung/artikel.328357.php 10 Karte Lichtenrade 1921: www.lichtenrade-berlin.de (2016): http://www.lichtenrade-berlin.de/images/geographisches/lichtenrade-berlin-historische-karte1.gif (Zugriff 07.12.2016) 10 Karte Lichtenrade 1933: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek: Meßtischblatt 1976 : Lichtenrade, 1933, http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71053627/df_dk_0010001_3646_1933 (Zugriff 04.11.2016). Mit freundlicher Genehmigung: SLUB / Deutsche Fotothek 2017 10 Karte Lichtenrade 1953: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek: Meßtischblatt 3646 : Lichtenrade, 1942, http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71053628/df_dk_0010001_3646_1942 (Zugriff 04.11.2016). Mit freundlicher Genehmigung: SLUB / Deutsche Fotothek 2017 11 Goltzstraße 37 um 1953: www.lichtenrade-berlin.de (2016): http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/vor_zirka_50_Jahren/imagepage4.html (Zugriff 07.12.2016). 11 Bahnhofstraße 5-6, 1954; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 11 Bahnhofstraße 48, 1981, Archivfoto; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 11 Bahnhofstraße 12-13, 1990, Archivfoto; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 11 Vielfalt der Bahnhofstraße: Landhaus, Geschosswohnungsbau, Historismus, Neue Sachlichkeit. Zustand 1969; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 47 Bahnhofstraße 49, Archivzeichnung 1909, Architekt R. Schober; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 105 Abbildungsverzeichnis Seite 49 Bahnhofstraße 58, Archivzeichnung 1907, Architekt R. Zimmermann; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 51 Bahnhofstraße 4, Archivzeichnung 1903, Architekt G. Haufe; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 53 Bahnhofstraße 60, Archivzeichnung 1930; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 53 Bahnhofstraße 60, Archivzeichnung 1962; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 55 Bahnhofstraße 14, Archivzeichnung 1924, Neubau; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 55 Bahnhofstraße 14, Archivzeichnung 1934, Ausbau Dachgeschoss; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 57 Bahnhofstraße 47, Archivzeichnung 1929; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 59 Goltzstraße 37, Foto um 1953: www.lichtenrade-berlin.de (2017): http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/ vor_zirka_50_Jahren/imagepage6.html (Zugriff 02.03.2017). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser. 59 Goltzstraße 37, Archivfoto 2008; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 61 Goltzstraße 39, Archivzeichnung 1976; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 63 Bahnhofstraße 9, Archivzeichnung 1983; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 63 Bahnhofstraße 9, Archivfoto 1987; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 20 106 Abbildungsverzeichnis Seite 65 Bahnhofstraße 11, Archivzeichnung 1982, Architekt Helmut Galle; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 67 Bahnhofstraße 39-44 um 1953: www.lichtenrade-berlin.de (2017): http://www.lichtenrade-berlin.de/webfotoalbum/ vor_zirka_50_Jahren/imagepage4.html (Zugriff 02.03.2017). Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Thomas Moser. 69 Bahnhofstraße 15, Archivzeichnung 2000; Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 71 Goltzstraße 1, Archivzeichnung 1971: Foto aus der Bauakte, Bauarchiv im Stadtentwicklungsamt, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, 2016 107 Quellenverzeichnis Quellenverzeichnis Seite 11 ff. vgl. Heimann, Marina: Die Bahnhofstraße, in: Schlag nach … Wegweiser durch die Lichtenrader Wirtschaft, Berlin 2013. 148 ff. Gebäude, Baualtersklassen vgl. dena-Planungshandbuch Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen, 1. Auflage 2012. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Energieeffiziente Gebäude, Chausseestr. 128a, 10115 Berlin 104 ff. vgl. Internetseite http://www.zukunft-haus.info/bauen-sanieren/daemmung-heizung-co/daemmung/ daemmung-der-gebaeudehuelle.html, abgerufen am 12.01.2017 109 ff. https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Energetische-Sanierung/, abgerufen am 12.01.2017 108 109 www.az-lichtenrade.de
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