Path:
Bau- und Ingenieurwesen, Holz-Industrie Gruppe III. Bau- und Ingenieurwesen

Full text: Offizieller Spezial-Katalog ... der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 Bau- und Ingenieurwesen, Holz-Industrie

30 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Zimmerheizung immer mehr und mehr der Centralheizung oder den eisernen 
Oefen zuzuwenden. 
y) Steinmetzen.*) 
Zu den seit den ältesten Zeiten in Deutschland einheimischen Gewerben 
gehört das der Steinmetzen, deren Verhältnisse zum grossen Theil mit 
denen der Maurer übereinstimmen, die bereits auf Seite 26 näher beleuchtet 
wurden. Das zu den grossen Bauten des Mittelalters, die einen hohen 
Aufschwung des Gewerbes kennzeichnen, verwandte Material waren vorzugs 
weise die gewöhnlichen Kalksteinarten. Erst nach Eindringen der franzö 
sischen Gewohnheiten und einer den antiken Bauwerken neu zugewendeten 
Aufmerksamkeit schritt man zu einer allgemeineren Anwendung von grösseren, 
künstlich bearbeiteten, härteren Steinmassen, und zwar mit grossem Erfolg, 
nachdem man besonders die Elementarkraft zur Hilfe genommen hatte. 
Man suchte Marmor und Serpentin nicht nur mit abgemeisselten oder ab 
geschliffenen Ansichtsflächen oder durch Poliren, wodurch die Färbung des 
Gesteins wirksamer wird, zu verwenden, sondern man bemühte sich, durch 
verschiedene Steinarten von verschiedener Farbe ein besonders malerisches 
Aussehen der Facjade zu erzielen; verwandte Fournierstiicke und polirte 
auch die härteren Steinsorten, besonders Granit, dessen Farbe durch einen 
Ueberzug mit Oel und Firniss wirksamer wird. 
Wenn man nach diesen Ausführungen zweifellos mit Recht die Be 
hauptung aufstellen kann, dass das Baugewerbe ebenso wie die Technik 
der einzelnen Bauhandwerke in stetigem Fortschritt bemüht waren, die 
Errungenschaften der heut mächtiger als je entfalteten Technik in ihren 
Dienst zu stellen, so muss doch festgestellt werden, dass kein Handwerk 
so wenig unter der überhand nehmenden Maschinenindustrie gelitten hat, 
als gerade das Bauhandwerk. — Zum Schlüsse dieses Vorworts sei er 
wähnt, dass für die einheitliche Herstellung desselben es dem Vorstande 
der Gruppe III an der nöthigen Zeit mangelte, und musste, da ein ein 
heitlicher Verfasser in der Eile nicht zu gewinnen war, die Bearbeitung 
getbeilt erfolgen, ln liebenswürdiger und hervorragender Weise betheiligten 
sich hierbei insbesondere die Inhaber des Patentbüreaus von H. & W. 
Pataky. Ihnen sowie den übrigen Mitarbeitern sei an dieser Stelle herz- 
lichst gedankt. 
Der Verfasser. 
*) Rehlen, Geschichte des Handwerks a. a. 0. — Deutsche Bauzeitung 1874.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.