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Gruppe III. Bau- und Ingenieurwesen

Full text: Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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An die Längshalle stößt quer die Haupthalle. Am 
Eingang erblickt man rechter Hand eine Ausstellung von Saal- 
berger Marmorwaren, linker Hand das Modell einer 
mit allem modernen Komfort ausgestatteten Villa, deren 
Original im Grunewald steht. Zwischen dem Modell dieser 
Villa und der Saalberger Marmorausstellung findet man eine 
reich in Marmor ausgeführte Sammlung von Büsten und 
Gruppen. Auch die Haupthalle gliedert sich in drei Teile. 
In den beiden Seitenschiffen sind Tapeten, Mosaikpflaster, 
Terrazzo, Fußböden, Fliesen, Stucksachen, Mosaiken, Steinmetz- 
arbeiten sowie die Erzeugnisse von Kunst-Handwerkern und 
Bildhauern, Kunstschmieden u. s. w. untergebracht. Im Mittel- 
schiff der Haupthalle, dem bereits erwähnten, in Zink, im Re 
naissancestil ausgeführten Pavillon gegenüber, befindet flch 
eine aus Sandstein hergestellc Altarnische. Sie ist in reichem 
spätgothischem Stil durchgeführt und für die Rochuskapelle 
in Bingen bestimmt. Zwischen dieser Altarnische und dem 
Pavillon findet man eine Sammlung von Marmorfiguren, 
die eine reiche Ausstellung von Mosaikplatten flankieren. Neben 
der Rochuskapelle sühren zwei Aus- bezw. Eingänge ins Freie, 
dezw. zur Gruppe IV. Die Giebelwand zu diesen Portalen 
ist aus echten Verblendsteinen hergestellt, die von der Gräflich 
Dohna'schen Ziegelei in Mallmitz als Ausstellungsgegen 
stände unentgeltlich geliefert worden sind. 
Am gegenüber gelegenen Ende der Haupthalle führt eine 
Freitreppe zu einem schmiedeeisernen Roccoco-Portal in ge- 
diegener Ausführung, durch das man einen Ausblick in den 
seitlich von zwei Bogengängen eingeschlossenen „Zierhof" genießt. 
Die Bogengänge find 14 w lang und je5w breit, als Aus 
stellungsobjekt vom Regierungs-Baumeister Stapf erbmrt 
und zeigen die von diesem in Berlin eingeführte Klein'sche 
Decke in natürlicher Ausführung. Sie führen zum Haupt- 
gebäude der Gruppe III. In ihm haben Wandbrunnen, 
Springbrunnen, Statuen, Bänke u. s. w. Aufstellung ge 
funden. 
Das Hauptgebäude bildet an und für sich eine Kollek- 
tivausstellung, an der fich mehr als dreißig erste Firmen 
beteiligten. Es ist im Stil der italienischen Spät-Renaissance 
von Herrn Architekt Krause entworfen, durch die Herren 
Architekten Kopp und Adler weiter ausgeführt, und unter
	        
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