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"Kairo", die ägyptische Sonder-Ausstellung

Full text: Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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eine Druckerei installiert, welche sich mit der Herstellung ctn» 
täglich m „Kairo" erscheinenden Zeitung beschäftigt. 
Vorüberschreitend, oder „hoch zu Dromedar", die hier am nahe 
gelegenen Halteplatz für „Reitdromedare und Mekka-Esel" miet 
weise zu haben, gelangt man endlich, vorbei an einer rechts 
gelegenen, palmenbestandenen Anhöhe mit „Felsengräbern" 
zu dem südwärts liegenden „Fellachen-Dorfe", welches j 
zugleich mit der „Cheops-Pyramide", die Arena abschließt. 
Wenn auch von ihr, mit Napoleon I. zu reden, nicht g 
sechs Jahrtausende auf den Besucher herabschauen, — ist sie 
doch nur ca. 35 m hoch, — so bleibt der Anblick immerhin 
ein ganz überwältigender, kaum vergeßlicher und einer der 
schönsten in dieser an malerischen Perspektiven so reichen 
Sonderausstellung. 
Die Pyramide kann übrigens mittels elektrischen Aufzuges 
bestiegen werden und man hat von ihrem Plateau aus eine 
interessante Fernsicht über Berlin wie den Treptower Park mit 
seinen Ausstellungshallen. 
Das Innere der Pyramide zeigt in getreuer Nachbildung, 
das „Königsgrab" mit dem Sarkophage eines Pharaonen; 1 
außerdem befinden sich profane Stallungen und Oekonomie« 
räume in ihren Souterrains, während hinter ihr auf dem 
„Sattelplatz" der Beduinen die Stallungen der Dromedare 
und Esel errichtet sind. 
Über 500 Aegypter der verschiedensten Rasse» bevölkern dieses 
orientalische Straßen und Hüusergewirre; alle Industriezweige 
des Nillandes sind in Klein-Kairo vertreten, — mau sieht, es 
ist in ihm an unterhaltendem, wie belehrendem Stoff das 
denkbar reichhaltigste geboten. In der großen Arena nament 
lich spielt sich mehrmals täglich ein farbenreiches, bewegtes 
Bild ägyptischen Volks- und Reiterlebens ab. 
Zum Schluß möge noch erwähnt sein, daß sich um das 
Zustandekommen des Riesenunternehmens die Direktoren Herren 
Willy Möller, der erfahrene Reisende und Kenner Aegyptens, 
und Baumeister Wohlgemuth aus Berlin, sodann aber der 
Orient- und Architekturmaler Herr Moritz Lehmann ganz 
besonders verdient gemacht haben.
	        
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