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Das Alpenpanorama "Bergfahrt im Zillerthal"

Full text: Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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den vom Beschauer linken Flügel ab. Im rechten Teil des 
Baues liegt die Haupthalle, durch welche der Zugang zur 
„Bergfahrt im Zillerthal" erfolgt. Der Zwischenbau — eine 
langgestreckte Halle — und die sämtlichen oberen Räume sind 
zum Betrieb einer Alpenwirtschaft eingerichtet. Insbesondere 
dienen diesem Zweck ein zu ebener Erde belegener großer Saal 
mit hoher Estrade und ein etwas kleinerer über der Zugangs- 
halle zur Bergfahrt. An diesen schließt sich ein großer Balkon 
mit tiroler Erker, der eine herrliche Aussicht über das Aus 
stellungsgelände bietet.' 
Beide Säle sind ihrer Ausstattung nach ein Muster süd- 
tiroler Gothik mit tiroler Holz-Architektur, deren Schöpfungen 
sich in vereinzelten Resten auf den berühmten alten Burgen 
und Schlössern um Bozen und Meran erhalten haben. 
Das Äußere des Bauwerks trägt den Charakter der 
tiroler Renaissance mit Barock-Anklängen. Im Innthal und 
an der Brennerstraße finden sich manche Schlösser, deren Bau 
stil hier wiedergegeben ist. Ein Werk echt tiroler Kunst ist der 
heilige Georg am Kapellengiebel. Die Sonnenuhr am 
Turm, die Deckenverzierungen in den Sälen, das Gestühl im 
Erker des Balkons sind hervorragenden Mustern nachgebildet. 
Der Schloßbau bedeckt eine Grundfläche von 694 qkm, die 
gesamten Baulichkeiten haben eine solche von über 3000 qm 
beansprucht. 
In der Haup th alle trennen sich für den Besucher die Wege. 
Zur Linken führt ein Felspfad durch Stollen zu einem 
elektrischen Aufzuge. Zur rechten liegt die Abfahrstelle 
der Drahtseilbahn. 
Wer direkt den elektrischen Aufzug benützt, ist durch das 
von außen sichtbare Gebirge hindurch etwa bis in die Gegend 
von Mairhofen, dem letzten größeren Orte des Zillerthals 
(630 m hoch belegen) gelangt. Der Aufzug führt den Besucher 
von dort in kurzer Zeit über 2000 m hinauf und läßt ihn nach 
eiliger Wanderung durch Felsengänge und Stollen den 
Schwarzensteingrund, in welchem die Berliner Hütte des 
D. u. O.A.-V. liegt, erreichen. Ein weiter Altan, der auf 
einer Felsenrippe eines östlich der Hütte liegenden Berges, des 
Ochsner, hinaus geschoben ist, gewährt chen vollen Blick auf 
die Gletscherpracht. 
Wer sich der Bergbahn bedient, tritt mit derselben kurz
	        
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