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Das Kaiserschiff

Full text: Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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Ferner sieht man die verschiedenen Modelle von Schiffs 
typen der Wien-Gesellschaft „Vulkan" in Stettin und der 
Firma Schichau in Elbing und in Danzig. Das Modell der 
neuen Hasenanlage in Bremerhaven zeigt die gewaltigen 
Dimensü, nen des groß n Werks. Rettungsapparate, nautische 
Instrumente, sowie c lles andere, was der Schiffsbau und die 
neuesten (Erfindungen . er Marine zeigt, ist hier in ausgezeichneter 
Weise vertreten. Die auf dem Schiff anwesenden Offiziere des 
Norddeutschen Lloyd sind zu eingehender Erklärung gern bereit. 
Anschließend an den Marinesaal befindet sich die Küche, 
deren Einrichtung bis in die kleinsten Details der Wirklich 
keit an Bord eines Übersee-Passagierdampfers entspricht. 
Vis-ä-vig der Küche ist das Zimmer des Arztes, die Apotheke 
r, it kompletter Einrichtung, ein Hospital mit allen Erforder 
nissen dce mol mwn Hygiene ausgestattet, u. a. mit einem vor 
züglichen Operationsbett sowie verschiedenen Badeeinrichtungen 
in Marmor. Ars dem Wege nach dem Brückendeck passiert 
man dann das Treppenhaus. Wände und Decken zeigen 
geschmackvolle Vertäfelungen. Die im Treppenhaus befindliche 
„Pantry" giebt ein Bild, wie praktisch und Raum ersparend 
sämtliches Gesch Tr untergebracht ist. Vom Treppenhause gelangt 
man unmittelbar in den Speisesaal. Derselbe faßt 100 Per 
sonen und ist, wie das Treppenhaus und alle übrigen Salons 
von der Firma I. C. Pfaff-Berlin, in künstlerisch vollendeter 
Weise hergestellt. Die Wandvertäfelungen in seegrünem Ton 
zeigen in den einzelnen Feldern Ölgemälde vom Maler Otto 
Bollhagen, hockst charakteristische Ansichten von Bremen, aus 
alter und neuer Zeit, darstellend. Äußerst bequeme mit rot 
braunem Safsianleder bezogene Polstermöbel geben dem ganzen 
Raum größte Behaglicht it. Im Büffet ist die innere Ein 
richtung für die Gläser, um bei hohem Seegange ein Zu 
sammenschlagen derselbur gänzlich zu vermeiden, höchst interessant. 
Vermittelst Oberlicht erhält der Raum nochmals durch prächtig 
gemalte Glasfenster eine stimmungsvolle Beleuchtung. In den 
Feldern des Lichtschachtes sind Ölgemälde, Handel und Industrie 
darstellend, von Maler A. Fitger angebracht. Ein Instrument 
von C. Bechstein mit daneben stehenden Schränken bildet das 
Pendant zum Büffet. Sämtliche Tische sind gedeckt. Man 
sieht, wie glänzend für die Passagiere des Norddeutschen Lloyd 
hier gesorgt ist.
	        
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