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Gruppe XXIII. Die deutsche Kolonialausstellung

Full text: Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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geht man durch einen von hohen Pfählen eingezäunten 
Weg und passiert durch eine schwebende Balkenthür von eigen 
artiger Konstruktion den zweiten Bcfcstigungsring, den „Temben 
gürte!". Temben sind Anlagen, die gleichzeitig zu Wohnungs- 
zivecken und als Befestigung dienen und unseren Kasematten 
genau entsprechen. Dann durchschreitet man den dritten Be 
festigungsgürtel, indem man, sich nach rechts wendend, eine 
von zwei Tembenreihcn flankierte Öffnung passiert. So gelangt 
man aus einen großen freien Platz, auf dem sich in den Abend 
stunden Scenen aus dem Leben der Eingeborenen abspielen. 
Der Raum zwischen den einzelnen Tembengürteln ist mit Hütten 
angefüllt und um den großen freien Platz sind die für die Ein 
geborenen inwendig nach europäischem Muster umgebauten 
Temben gelegen. Diese Wohnungen sind den klimatischen Er 
fordernissen entsprechend eingerichtet, mit Heizvorrichtungen ver 
sehen u. s. w. Gegenüber diesem freien Platz befindet sich 
eine zu dem (juiknrru gurr Sicki nicht gehörige Arabertembc 
aus Tabora, ein befestigter Wohnplatz, wie ihn die wohl 
habende arabische Bevölkerung jener Gegend sich zu erbauen 
pflegt. In der Mitte der Arabertembe befindet sich ein freier, 
von einem bedeckten Gang umgebener Hofraum. Die Tembc 
enthält außer Wohnräumen Wirtschaftsräume und Viehställe. 
Zur linken Hand der Quikurru qua Sicki werden aus 
einem dazu bestimmten Platz Eingeborene aus Ostafrika während 
der Ausstellung Hütten bauen und zur rechten Seite in einer 
Schmelzhütte Proben ihrer Eisenproduktion ablegen. „Ostafrika" 
wird in der Kolonialausstellung von circa 40 Eingeborenen 
bevölkert. Es sind Männer, Weiber und Kinder, die sich 
hier zusammengefunden haben und verschiedene Stämme find 
unter ihnen vertreten, darunter Wasuahcli, Wakonde und 
Massai und zwar siird es die ersten Massai, die ihren Fuß auf 
europäischen Boden gesetzt haben. Verläßt man die Tembe 
durch diese Thür, so stößt man auf einen Weg, auf dem man 
auf der linken Seite zu einer Brücke gelangt und an der Grenze 
von „Alt-Berlin" entlang schreitend, auf eine längere, von 
Gartenanlagen umschlossene Straße trifft. Hier haben zu beiden 
Seiten eine große Anzahl Hütten verschiedener eingeborener 
Völkerschaften der deutschen Kolonien Platz gefunden. 
Nachdem man die größere Hälfte dieses Weges durch 
schritten hat, stößt man aus die Hygiene-Ausstellung des
	        
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