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Ratsbfblfothek
Groß-Berlin
und ziehen den Trunk und den Müssiggang der Arbeit vor. Man kann von den
Märkern sagen, daß sie durch die vielen Festtage und durch ihre Faulheit zur
Armuth gebracht werden und daß sic durch das viele Arsten und dann wieder
durch das starke Saufen ihren Tod beschleunigen, denn in beiden Stücken über«
treffen sie die übrigen Deutschen. Sie sind von Natur zur Faulheit geneigt und
die vielen Festtage der Heiligen
daher sind die Landleute arm
sie durch die strenge Bcob-Gott
erwerben, wird durch
durch das häufige Trinken
Leben in der Mark besteht
und Trinken." Diese ossentriebenenAeußerungen
werden
baare Münze genommen. Aber
die böse Wirthschaft nicht gewesen,
phantasie-begabte Schriftsteller glaub.
Der zimperliche Abt hat sicherlich
verhindern sie an der Arbeit,
und das Verdienst, welches
achtung der Fasten bei
die Schmausereien und
wieder aufgehoben. Das
in Nichts als in Tssen
bar bösartig übervon
vielen Forschern als
in Alt-Berlin ist doch
wie es uns manche
haft machen wollen.
Verständniß dafür ge.
habt, daß die alten Berliner in ihrer echten niedersächstschen Art Vollblut-Naturen
waren, also Kraftmenschen, die sich in der Liebe und im Haß, in der Religion
und in der Politik, im Schmausen und im Zechen sehr leicht übernehmen
konnten. Auch darin gingen ihnen die Kurfürsten mit einem weithin wirksamen
Beispiel voran. Andere Zeiten, andere Sitten.
Die höchste Stufe der städtischen Selbstherrlichkeit hatte Berlin in der Mitte
des 13. Jahrhunderts erreicht. Lerlin-Eölln, seit 1307 zu einem Gemeinwesen vereinigt,
war ohne Zweifel der Vorort der märkischen Städte. Als der erste Hohenzoller sich
huldigen ließ, legte er Werth darauf, daß ihm der Treueid zu allererst in
Berlin geleistet wurde. An den bestehenden, sehr verworrenen Rechtsverhält.
Nissen der Städte rührte Friedrich I. anfangs nicht, später aber kam es zu der
unvermeidlichen Auseinandersetzung von Mein und Dein zwischen der Landesherrfchaft
und den Siädten. Die letztern hatten, was die Ausdehnung des Besitzstandes
anlangte, nicht in allen Punkten ein gutes Gewissen, Nebergriffe aller Art
in fiskalische Gerechtsame waren in den Zeiten des Faustrechts in schwerer Menge
vorgekommen, hätten die Städte zusammen mit dem Adel gegen das neue
Herrscherhaus Front gemacht, so wären die Hohenzollern so bald nicht zu durch,
greifendem Einfluß in der Mark gelangt. Bei der allgemeinen Uneinigkeit der
Stände wurde jedoch die Zähmung des verwilderten Landes verhältnißmäßig
leicht erreicht. Friedrich I. statuirte ein Exempel an den mächtigen Ekiitzows und
bekam dadurch den ganzen unbotmäßigen Adel in feine Gewalt. Kurfürst
Friedrich II, ein Herrscher von unbeugsamer Energie und weitblickender Klarheit,