Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

Officielle Ausstellungs-Nachrichten,
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erhalten, übermittelt werden. Diese Behörden treten nament
lich in den ausländischen Provinzen und überseeischen Ländern in
Action. Hier übersenden sie nicht nur dcnZeitungen die einzelnen, anfdie
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 bezüglichen, vom internationalen
Preßbureau verschickten Mittheilungen, sie sammeln auch die
Blätter, in denen die betreffenden Aufsätze abgedruckt sind, und
schicken diese an das Berliner Auswärtige Amt zur Beförderung
an das Preßbureau resp. direct an das Letztere. Die Journal-
Mappe» des Preßbureau enthalten das interessanteste Zeitungs-
Material, Belege für die Aufmerksamkeit, die man selbst in den
exotischsten Ländern der Ausstellung schenkt. Es bedarf einer
gewissen Technik des Sprechens, um die Titel all' dieser Zeitungen
geläufig herzuzählen; Ling-Nam-yat-po erscheint in Kanton und
beschäftigt sich mit der Ausstellung in chinesischer, Hadikat-el-Akba
und Lisnn-ul-Häl, die Blätter von Beirut in Syrien, klären ihre
Leser in arabischer und französischer Sprache auf. Die Zeitungen
von Bombay, Capstadt, Hongkong, Bangkok, Alexandria, Singapore,
Venezuela re. bringen englisch geschriebene Artikel über die Berliner
Ausstellung; der Dario official Mexico, das officielle Organ der
vereinigten Staaten von Mexico, veröffentlicht sogar in
spanischer Sprache den ganzen Ausstcllnngs - Prospect mit
der gesammten Gruppen - Eintheilung. .Die Zeitungen der
Havanna und Batavias, deren fünf in holländischer Sprache
erscheinende Blätter durchweg ein lebhaftes Interesse
für Berlin bekunden, informiren ihre Leser über die Ausstellung
ebenso, wie die Journale der Türkei und Japans; sogar Mit
theilungen in hebräischen Lettern, die La Epoca in Salonichi ent
hält, fehlen nicht. So hat die Propaganda des internationalen
Preßbureau in der ganzen Welt einen Wiederhall gefunden,
überall das Interesse für die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896
geweckt; so kann fernerhin an dem Erfolge der Thätig
keit dieses Bureau das Interesse, welches das Aus
land dem Ausstellungs-Unternehmen entgegenbringen
wird, gemessen werden. Die Theilnahme, welche die
ausländische Presse jetzt für das Unternehmen zeigt, dürfte
ungefähr die Sympathie oder Antipathie charakterisiren, mit
der die einzelnen Länder die Ausstellung betrachten. Das
lebhafteste Interesse aus dem Auslande wird voraussichtlich
England entgegenbringen, das beweist das Verhalten seiner Presse.
Anfänglich waren die englischen Zeitungen etwas reservirt; allmählich
wurden sie aber immer wärmer und wärmer, und jetzt ist ihr Interesse
ein so großes, daß das internationale Preßbureau ein eigenes
Bureau in London errichten konnte. Die Erfolge der London
Publication Office werden durch die Thatsache ausgedrückt, daß
nicht nur Times, Standard, World und all' die anderen großen
Zeitungen Londons und der Provinzen, sondern auch die Wochen
schriften und Fachschriften sich mit der Berliner Gewerbe-Aus
stellung 1896 beschäftigen. Die Blätter Oesterreichs, namentlich
die Wiener, stehen dem Unternehmen sehr sympathisch gegenüber;
sie sind zwar, wahrscheinlich mit Rücksicht. auf die ebenfalls in
diesen: Jahre stattfindende Millenniums-Ausstellung in Budapest,
naturgemäß etwas sparsam nnt der Aufnahme der officiellei:
Einsendungen, werden jedoch seinerzeit für die Ausstellung nach
Kräften eintreten. Ueberaus wohlwollend zeigt sich die gesammte
deutsche Presse Nord- und Südamerikas, allen voran die
großen deutschen Zeitungen New-Aorks; hingegen nimmt die
englisch-amerikanische Presse einen vorläufig abwartenden Stand
punkt ein. Einen solchen kennzeichnet auch das Verhalten der Blätter
Rußlands, die bisher sich nur zu sehr winzigen Aeußerungen herbei
gelassen haben. Allerdings veröffentlichte das officielle Organ, der
russische Negierungs-Anzeiger, den ausführlichen Prospect, doch
beweist dieses vorläufig nur die immerhin nicht gering zu ver
anschlagende Theilnahme der amtlichen Kreise Rußlands. Als
ein günstiges Symptom für die spätere Stellungnahme der
russischen Presse kann der Umstand gelten, daß eines der hervor
ragendsten Blätter Petersburgs, die Nowoje Wremja, ebenfalls
den gesammten Prospect abgedruckt hat. Ein ganz besonders
liebevolles Interesse zeigt die deutsche Presse Rußlands, die fast
jede . Ausstellnngs-Mittheilung publicirt; neben der deutschen
Petersburger und Odessacr Zeitung sind es ganz besonders die
in Lodz, Riga, Libau und Dorpat erscheinenden Blätter, die ihre
Sympathiecn für das Unternehmen bekunden. Die Presse
Italiens schwankt zwischen Liebe und Geschäft; sie steht natürlich
der Ausstellung durchaus freundlich gegenüber. Ein Theil
gewährt den Zusendungen bereitwilligst Raum; ein anderer
Theil jedoch, und zwar der kleinere, beansprucht für die
liebevolle Aufnahme 50 Cent, pro Zeile. Sehr ersprießlich
wirken hier bei der Provinzpresse die Consulate; nament
lich das rührige Consulnt von Ancona hat geradezu glänzende
Resultate aufzuweisen. Die belgische Presse, insbesondere die
Brüsseler und Antwcrpener, die spanische und portugiesische,
die Zeitungen Hollands, die Blätter Kopenhagens und
Stockholms, sowie die gesammte deutsche und französische
Presse der Schweiz informiren ihre Leser in sympathischer Form
über alle wichtigen Einzelheiten der Ausstellung. Abseits steht
eigentlich nur die Presse Frankreichs. Die Äuffordcrnng des
Preßbureau, die Theilnahme der französischen Zeitungen für das
Unternehmen zu erwirken, beantwortete Graf Münster, unser Bot
schafter iir Paris, in folgender Weise: „ Diesem Wunsche
konnte leider nur in beschränktem Umfange entsprochen werden;
soweit die französische Presse in Frage kommt, ist nicht mehr
thunlich gewesen als die hier beifolgende Notiz der Correspon-
dance Havas. Dieselbe dürfte in den hauptsächlichsten französischen
Zeitungen der Hauptstadt und der Provinz weitere Verbreitung,
finden. Im Uebrigen sind bereits im Juli d. I. amtliche Schritte
geschehen, um die französischen Handelskreise, insbesondere die
Handelskammern auf die bevorstehende Ausstellung aufmerksam zu
machen." — Da diese Kreise Förderung zugesagt haben, auch einzelne
Blätter, wie Paris, Matin und Journal des Debüts bereits ans
das Unternehmen aufmerksam machten, so kann das Verhalten
der französischen Presse vielleicht als ein rescrvirtes, keineswegs
aber als ein unsympathisches bezeichnet werden; im Uebrigen ist
die deutsche Botschaft in Paris, welche die Publicationen in Frank
reich direct veranlaßt, mit allein Eifer und Takt bemüht, daselbst
das Interesse für die Berliner Gewerbe-Ausstellung zu fördern und
deren Tendenz klarzulegen. Wie energisch und geschickt unsere Be
hörden im Auslande arbeite,:, wie sehr aber auch die Aufmerksam
keit der anderen Nationen auf die Ausstellung in der deutsche,:
Rcichshauptstadt gerichtet ist, beweist die Thatsache, daß einzelne
Consulate besonders bearbeitete Ausstellungs-Artikel den ausländischen
Handels-Vereinigungen zugehen lassen, daß allein in Oesterreich mit
derartigen Publicationen über 40 große Handelskammern und indu
strielle'Bereinigungen versorgt werden und z. B. die Handelskammer
in Eger die jedesmalige Zuscndungvon 200 Druckexemplaren verlangt.
Der erfreuliche Umstand, daß der Reichskanzler bezw. das
Auswärtige Amt die sänimtlichen deutschen Botschafter und Con
sulate aufforderte, die Thätigkeit des internationalen Preßbureau
nach Kräften zu fördern, und unsere Behörden im Auslande mit
liebevollem Eifer der Erfüllung dieser Ordre nachkommen, ge
stattete cs, die Propaganda in glücklichster Weise zu einer wirklich
internationale,: zu gestalten; denn nicht weniger als 600 Zei
tungen aller Länder erhalten von dem Preßbureau directes oder
indircctes Material und bilden so eine großartige Verbindung
zwischen Ausstellung und Ausland.
Nur von 11 bis 1 Uhr.
Eine Skizze nach dem Lieben.
Wenn man die Ausstellung durch das jetzige Portal 111 betritt,
findet man linker Hand Tafeln mit Richtungspfeilen und der Aufschrift
„Zum Atelier der Architekten." Neben diesen Tafeln stehen andere mit
der inhaltschweren Aufschrift: „Sprechstunden der Architekten nur von
11 bis 1 Uhr". Diese besonders, also wahrscheinlich später als die
Orientirungstafeln angebrachten Schilder mit ihrem extra unterstrichenen
„nur" lassen darauf schließen, daß das Atelier der Architekten täglich
von Besuchern überlaufen wird. In der That dürfte es kaum ein
öffentliches Bureau in dem großen Berlin geben, in welchem soviel
S üden zusammenlaufen, in welchem soviel Interessenten Rath, Auskunft.
achricht u. s. w. persönlich holen, wie das Atelier der
Architekten in der Berlin er Gewerbe-Ausstellung
in Treptow.
Dieses Atelier ist in dem bisherigen Parkhaus des Treptower
Parkes seit dem 1. April 1895 untergebracht, nachdem es
mit bescheidenen Anfängen am 1. Januar 1895 im Privat
atelier des Architekten Hoffacker in Charlottenburg etablirt wor
den war. Die drei Architekten, die an der Spitze des Ateliers stehen,
die Herren Hoffacker,, Schmitz und Griesebach, haben nicht nur den
ganzen Plan für die Gebäulichkeiten entworfen und bis jetzt zur Aus ^
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