Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

14 Officiesle Aüsstellungs-Nächrichte
sehr empfindlich und müssen immer ihre richtige Lage haben.
Sowie der Luftschlauch platzt, ist der Taucher verloren/ und, wenn
die SignaHeine reisst oder in Unordnung geräth, ist er von jeder
Verbindung mit der Aussenwelt abgeschlossen.
Der Taucher kann sich, solange der Luftschlauch heil ist, selbst,
m die Oberfläche des Wassers beben, indem er seinen' Anzug,
gewissermaassen aufbläst. Dazu lässt er die gebrauchte Luft nicht
entweichen, sondern bläst den Anzug auf. Die leichtere Luft treibt
ihn dann nach oben. Auf diese Weise werden Leichen aus ge
sunkenen.. Schiffen geborgen.
Die Vorstellung wird durch einen klaren Vortrag des Taucher-
meisters Kock in allgemeinverständlicher Weise erklärt. Herr Kock,
der in den Chinesischen Gewässern, sowie auf der Kaiserlichen
Marine als Taucher sich ein verdientes Renommee erwarb, ist auch
stets bereit, .den Leuten, die sich speciell für die Taucherei inter-
essiren, nähere Auskunft zu ertheilen. ■
- »
Der Fesselballon soll iu .einigen Tagen nunmehr bestimmt
■eine erste Luftreise antreten. Bis dahin wollen wir Gelegenheit nehmen,
von weiteren Einrichtungen zu plaudern, die wir bei der Umschau auf
dem geräumigen Aufstiegplatze wahrgenommen haben. Die Gondel
wird dadurch, dass das Leitkabel durch einen, inneren Ring läuft,
den das Luftreisepublikum nicht betreten kann, ferner durch ihre
Befestigungen drei ,-Ringen, .anstatt an .einem einzigen vor jedem
Schlingen bewährt. Sie kann frei pendeln und hängt, wie stark
auch der gegen den Ballon ankämpfende, Luftdruck sein möge,
stets senkrecht. Diese Verbesserung,' sowie eine zweite, ebenfalls
vom Luftschiffer Schräder, dem Führer des Fesselballons der Gewerbe-
Ausstellung, herrührende werden sich zum ersten Male in Berlin
zu bewähren haben. Letztere betrifft die Verhütung des Abrutschens
und Durchscheuerns des Drahtseiles an der Erdrolle. Das.Draht
seil, durch eine unterirdische Nuthe festgehalten, tritt zwischen
zwei starken Walzen an die Erdoberfläche; zwischen diesen gleitet
es nach Belieben hin und her, muss aber, wie sehr auch der Ballon
vom Winde bewegt werden sollte, immer gegen die eine oder die
andere Walze gedrückt werden, an welche es sich biegsam anschmiegt.
Dieses Verfahren hat zugleich den Vortheil, dass jede Bedienungs
mannschaft an der Erdrölle übeiflüssig wird. Alles das ist gewiss
sehr schön erdacht, nur wollen wir hoffen, dass der Fesselballon
bald in der Praxis seine Wunder und Vorzüge zeigen kann.
S
Die grosse Arena war gestern am Ilimmelfahrtstäg der
Wallfahrtsort aller Kairo-Pilger. All diejenigen arabischen Künstler,
welche bisher bei den grossen festlichen Umzügen für das Publikum
zu sehen waren, die berittenen Beduinen, die Kameelgarde des
Khedive etc., finden auch hier ihr dankbares Publikum und kommen
an dieser Stätte in weit wirkungsvollerer Weise zur Geltung.
Von den Vorführungen, Aufzügen und Festen in der grossen
Arena, welche von drei in Hufeisenform errichteten Tribünen mit
einem Fassungsraum von circa 8000 Personen umgeben ist, findet
namentlich das »Fantasia« genannte Kampfspiel, das bereits am
Eröffnungstag vor unserem Kaiser aufgeführt wurde, das lebhafteste
Interesse.
Herrn 8. L. in Breslau. .Wenn Sie um die angegebene Zeit
zur Ausstellung kommen wollen, kommen Sie gerade zurecht-. Der
Fremdenverkehr wird durch die Ausstellung schön jetzt gefördert. In
der Woche vom 1. bis 8. Mai gelangten in Berliner Gasthöfen 10 352,
'inHotels gärnis bezw. chambres garnies 836, in Fremdenlogis und
Herbergen 3030, insgesammt 14 218 Fremde zur Anmeldung. Das ist
eine bedeutend höhere Zahl, als 'die Statistik bisher um diese Zeit für
den Zeitraum einer Woche aufwies.
M. W. in Anklam. Die „Idealheftc“ gewähren zu folgenden
Unternehmungen einmaligen freien Eintritt: Zur Gewerbe-Ausstellung
selber (sonst 50 Pf. Entree), zu den Marine-Schauspielen (sonst 30.Pf.),
zu Hagenbeck’s Menagerie (sonst 20 Pf.), zum Nordpol - Panorama
(sonst 50 Pf.), zur Kolonial Ausstellung (sonst 30 Pf.), zum Arabischen
Labyrinth (sonst 50 Pf.), zu Alt-Berlin (sonst 25 Pf.), zum Festschiff
(sonst 50 Pf.), zu Schippanöwski (sonst 10 Pf.). Ausserdem sichern
die Hefte zu den drei mit der Ausstellung zusammenhängenden
Specialitäten - Theatern mit verschiedenem Entree einen Rabatt von
1 Mark 60 Pf. Keinerlei Giltigkeit haben die Hefte zur Stufenbahn,
zum Alpenpanorama, zum Riesenfernrohr, zur Rundfahrt, zu Kairo an
gewöhnlichen Tagen, zur Zahnradbahn; ferner nicht zu den im Ver
gnügungspark gelegenen Unternehmungen Hippodrom, Luftschiff,
Thurmbahn, Aposteluhr u. s. w.
H. F. Die Ausstellung hat keine automatisch . zählenden
Tourniquets. Die Besucherzahl dös Vortages aber kann nicht fort
laufend veröffentlicht werden, weil, wie wir wiederholt gemeldet haben,
auch die Eisenbahn und die Dampfschiffe Eintrittskarten verkaufen und
mit diesen Instituten nicht täglich, sondern monatlich abgerechnet wird.
—irrn ■iinMH—n—Minmin- ...... ...-qsv,
Theater, Concerte, Vergnügungen etc. in der Ausstellung. §0
* 3*
Täglich 3 Vorstellungen; ^
Nachmittags 3'/, Uhr. — Abends ?>/, Uhr.
und Meii-Bertiia
10 dramatische Bilder aus der Geschichte der Reichshauptsiadt
von
0. Bleibtreu,- Ernst Freiherr v. Wol zogen, Jfonrad Albert!,
TJlricli Hartmsmn, Adalb. v. Haustein, A. C. Strahl, Axel
Delinar, Alexander Baron Roberts, Julius Keller und
XiOiiis Hertmann. Musik von Adolf Molir. In Scene gesetzt
vom Oberregisseur Fritz Witte-Wild.
Die Decorationen aus den Ateliers von Müller & Schäfer, Georg
Hartwig, Wagner u. Bukacz. Mehr als 1500 historische Costüme nach
Zeichnungen v. Bruno Köhler, ausgeführt v. Vereh & Flothow. Hugo Baruch &Co.
u Siegfried Lamm. Elektrische Anlage von Hermann Gieldzinski. Lichteffecte
nach Patenten von August Engelsmann. Biihnen-Einrichtung von C. Kortiim.
Alles Nähere die Tagesanzeigen.
in der
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.
<«►-
Darstellung von Seegefechten, Manövern etc.
Täglich O Vorführungen. — .Milfinir-Cmircrl.
e ^ $'/ Ausstellungs-Theater Neu-Berlin Ma
Variete-Theater ersten Ranges.
® Eigenthümer und Djrector: Hermann Sfefhhelm.
jSV Täglich zwei grosse Vorstellungen
” * (6 Uhr und 7 2 9 Uhr.)
Nur Künstler ersten Ranges. Jk Specialitäten jeden Genres.
Coupletvorträge aus
x Wen- und A.It-JBerl£n.
Vorzuffl. Orchester unter Leitung: d. Hrn. Kapellmstrs J. Unser.
, __
X einrichtungen vom Theatermeister Fr. Sachsenwoger. /'^
S W* \ = Eintritt 50 L'fi..
* D.R.-P. 57766.'
'Elcktfiselie Ilociiluiim
der Berliner Gewerbe - Ausstellung 1SDG.
Verbindung: Alt-Herl In—Vergniigungs -Park. '
Gegenüber dem Alt-Berlin 45i, Juliusthurm.
Eine Reise in die Unterwelt
und Rückkehr durch
Bas Märchenland.
Die Glanznummer der AussteHungs-Vergnügnngeu. ^
Abends feenhafte elektrische Beleuchtung. — Entree 50 Pf.
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