Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

14
Officieile AussielSungs - Nachrichten.
Gläser in Ananasform erleuchtet. Die Illumination der Promenade
nach dem Vergnügungspark wird abwechselnd mit Lampions
und verschiedenfarbigen Gläsern, die der Brücken wieder mit hellen
Gläsern ausgeführt, und werden dazu 2000 Lichter verwendet. Die
Beleuchtung der beiden Thürme, sowie des Kuppelbaues des Haupt
gebäudes geschieht mit zeitweiser Unterbrechung durch Rothfeuer,
zu der ganzen Illumination werden im ganzen 50 000 Lichter ge
braucht. Der Eintrittspreis beträgt von 5 Uhr Nachmittags ab
1 Mark, während bis zu dieser Stunde das gewöhnliche Entree
von 50 Pfennigen erhoben wird.
S
Ueber die Taucher - Vorstellungen auf dem
Kaiserschiff, die heute ihren Anfang nehmen, wollen wir vor
läufig folgende informirende Details mittheilen: Im hinteren Theile
des Kaiserschiffs ist ein vier Meter tiefer Schacht eingelassen, der
zu den Vorstellungen mit klarem , Wasser gefüllt wird, so
dass 7 der Zuschauer den Taucher bei seinen Arbeiten genau
beobachten kann. Der Taucher wird unter Wasser allerlei
Arbeiten vornehmen, Holzhacken, auf einer Tafel schreiben etc. etc.
Die Vorstellungen werden von dem bekannten Tauchermeister
Tobn Koch aus Lübeck geleitet. Es ist-das derselbe Taucher, der
für die hiesige Stadtverwaltung grössere Arbeiten ausführte und noch
ausführt. Auch begleitete er seinerzeit den Prinzen Heinrich auf
seiner .Reise um die Welt 1876. Während der Vorstellungen, die
jedenfalls allgemeines Interesse'erregen dürften, werden die Einzel
heiten der Taucherei durch einen Vortrag und durch Demonstrationen
erklärt werden. Für diese bemerkenswertheh Vorführungen wird
ein Sonderentree nicht erhoben.
S
Der deutsche Kunstgewerbetag, der am 6. Juni
nach Berlin einberufen werden soll, wird einen gemeinsamen Besuch
der Gewerbe-Ausstellung, sowie ein Festessen in der Ausstellung auf
seinem Programm verzeichnen. Architekt Hoffacker ist z. Z.
Präsident dieses Verbandes, dessen Geschäfte von ihm als dem
Vorsitzenden des Vereins für deutsches Kunstgewerbe geleitet werden.
Der Verband umfasst etwa 27 Vereine, zu denen die angesehensten
kunstgewerblichen Gesellschaften zu München, Dresden, Stuttgart,
Hannover, Hamburg u. s. \v. gehören. Der Verein für deutsches Kunst
gewerbe bereitet durch einen besonderen Ausschuss die umfang
reiche Tagesordnung vor, deren Punkte zum Theil im Architekten
hause in Berlin,' zum Theil im Auditorium des Chemiegebäudes
verhandelt werden. -
S
Eine Keise in die Unterwelt. Unter den Sehens
würdigkeiten, die Alt-Berlin bietet, ist eine der interessantesten
und merkwürdigsten ein Schauinstitut, dass sich in unmittelbarer
Nähe des »Juliusthurmes« befindet. »Eine Reise in die Unter
welt« lautet die Ueberschrift, und wenn wir durch ein grotten
artiges . Portal in das Etablissement treten, müssen wir eine
Treppe hinabsteigenum zum Ausgangspunkt unser Reise zu
gelangen. Und nun beginnt die Reise. Wir sind in eine
Grottenwelt versetzt und müssen unseren Weg suchen. Aber
der Weg führt uns in die Irre, denn' wie wir bald gewähren,
befinden wir uns in einem Layiinth, einem Irrgarten,
in dem wir uns nach dem leitenden »Ariadnefaden« ver
gebens umsehen. So taumeln wir ziellos von Felsengang
zu Felsengang, gelangen in einen schönen Palmengarten und von
da in einen anderen Gartenhof und stehen schliesslich vor einer
kleinen Treppe, die uns zu einem Spiegelgemach emporführt, einem
»Kaleidoskop«, in dem wir unsere eigene, geschätzte Gestalt, wohl
tausendfach bewundern können. Und haben wir unser liebes Ich genug
sam betrachtet, so fahren wir in die Oberwelt hinauf. Ja wir f a h reu; wir legen
nämlich im elektrischen Aufzug scheinbar eine lange Reise zurück.
Während sich der Fahrstuhl nur langsam in die Höhe eines halben
Stockwerks erhebt, rollt eine gut gemalte Decoration hinunter und
erweckt die optische Täuschung, als ob wir aus grosser Tiefe in
schwieriger Fahrt zum Licht emporstiegen. Unten und oben ist
Alles »Illusion«, aber eine der hübschesten Illusionen, die auf dem
Gebiete der optischen Täuschungen dem unterhaltungslustigen Publikum
geboten werden.
b) In Berlin.
Die Jubiläums-Kunstausstellung Berlin 1888
hat dieser Tage noch manniehfachen, sehr interessanten Zuwachs
erfahren, namentlich von hervorragenden Bildern, die nachträglich
aus dem Ausland gekommen sind. Die Werke der österreichischen
Abtheilung sind unterwegs, werden am 23. d. M. in Berlin ein
treffen und Anfangs Juni den Besuchern der Ausstellung zugäng
lich sein.
S
Im Besidenz - Theater erscheint in Begleitung des am
Sonntag zum ersten Male zur Aufführung gelangenden Schwankes
»Villa Beaumignard« das nach dem Französischen von
Maximilian Berndt bearbeitete Stückchen »Vermischte An
zeigen«, welches bereits im vorigen Jahre mit Erfolg aufgeführt
wurde.
V
Im Apollo-Theater findet die erste Aufführung der Aus
stattungsposse: »Die Spree-Amazone« von A. Sennfeld, Musik
von Paul Lincke im Apollo-Theater am Sonnabend, 16. d. M.,
statt. Director Glück hat für die von ihm in Scene gesetzte
Novität ein besonderes Schauspielpersonal engagirt. Die Costüm-
Ausstattung rührt aus den Ateliers der Firma Baruch & Go,, die
neuen Dekorationen aus denen der Firma Müller & Schäfer. her.
Das übrige grosse .Ausstellungs-Programm des Apollo-Theaters bleibt
trotz der Stück-Bereicherung in seinem vollen Umfange bestehen.
843 in Coepenick. An allen Sonn- und Festtagen werden bis
auf Weiteres ausser den fahrplamnässigen Zügen noch folgende
Sonderzüge zwischen Berlin und den nachbenannten Vororten
verkehren: Auf der Strecke G-örlitzer Bahnhof — Ausstellung:
Sonderzüge ab Görlitz er Bahnhof um 5W 6 23 , 8“ 5 , 8 59 , 9 23 , 10" 5 ,
10 33 , io 39 , 11“, 12" 3 , 12". Von 1°° Uhr Nachmittag bis 12_^° Nachts
stündlich fünf Züge. Auf der Strecke Görlitzer Bahnhof:
— Königswusterhausen: Ein ZugKönigswusterhausen ab 2 20 Nachm.,’
an Ausstellung 3 07 Nachm., an Görlitzer Bahnhof 3 13 Nachm. Ein Zug
Görlitzer Bahnhof ab 1(W Nachm., Bahnhof Ausstellung 10" Nachm.,
Königswusterhausen IlfL Auf der Strecke Anhalter Bahnhof—
Gross-Lichterfelde: je ein Zug Anhalter Bahnhof ab 9 3l> , 10 j 3
Nachm., 12“ Nachts. Auf der Wannseebahn: Ein Zug von Berlin
nach Wannsee um 12“ Nachts, ein Zug von Berlin nach Zehlendorf
um 12“ Nachts. Die voraufgeführten Züge halten auf allen Zwiscben-
slationen. Ausserdem ist auf allen Vorortstrecken eine grössere An
zahl von Bedarfssanderzügen vorgesehen, welche bei starkem Verkehr
zur Beförderung gelangen.
17. Cr. Sie verlangen aber wirklich etwas, viel. Jetzt sollen wir
sogar dazu beitragen, dass die Brücke dem Chemie-Gebäude gegen
über niedergelegt wird. Wie wollen Sie denn über. die 'elektrische
Rundbahn kommen? Sie meinen wahrscheinlich, es geht mit einem
einfachen Uebergang mit Bahnwärtern etc. Haben Sie,eine Ahnung
von dem Verkehr, der über diese, Brücke geht? Wir rathen Ihnen,"
sitjh einmal von 12 Uhr bis 7 Uhr als Beobachter auf die Brücke zu
stellen und die passirenden Personen zu zählen, dann werden Sie die
weise Einrichtung einer Brücke preisen und nicht über deren Anlage
murren.
R. 45. Wir verweisen wegen des Sonntagsbesuches auf unseren
Bericht in No. 25. Auf dem Bahnhof Gewerbe-Ausstellung wurden
im Laufe des Sonntags 15 905 Fahrkarten verkauft und circa
14 800 Fahrkarten ankommenden Passagiren abgenommen. Auf dem
Bahnhof Treptow trafen im Laufe des Tages circa 52 000 Personen
ein. während 51 800 Personen von dort befördert wurden. Die Wagen
der Grossen Berliner Pferdebahn beförderten insgesammt circa
19 000 Personen, die Omnibus-Gesellschaften etwa 3000 Personen und
die Dampfer-Gesellschaften ungefähr 14 000 Personen von und nach
Treptow. Ueber die Zahl derjenigen Ausstellungsbesucher, welche
zur Hin- und Rückfahrt Kremser, Droschken u. s. w. benutzten, war
ein auch nur ungefährer Ueberbliek nicht zu erlangen.
Geschäftliche Mittheilungen.
Dem fenchfröhlichen Genusse in der Gewerbe-Ausstellung geweiht, hat die
Actien brauerei-Gesellsch aft Moabit für die Restaurants der Marine-
Schauspiele ein neues Bier mit dem zweckentsprechenden Namen „Marine- -
Bräu" gebraut, welches so exquisit ausgefallen ist, dass es nicht nur Matrosen-
herzen, sondern alle Kenner eines kräftigen, wohlbekömmlichen Trunkes er
freuen dürfte. Die Brauerei giebt das Bier auch sonst in Gebinden und in
Flaschen ab.
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