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Volume Nr. 3, 15. Februar 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

Bekanntmachungen des Arbeits-Ausschusses. 
1. Von den Herren Künstlern, die sich an dem Wettbewerb um das Plakat für die Berliner Gewerbe-Ausstellung 
1896 bethciligt haben, ist eiir Theil der seiner Zeit eingereichten Entwürfe noch nicht abgeholt worden. Diese 
Enttvürfe befinden sich in unserer Geschäftsstelle, Gartenstraße 160, wo sie über den 1. März er. hinaus nicht 
verwahrt werden können. 
Es tvird gebeten, die Abholung gegen die erforderliche Legitimation zu bewirken; im anderen Falle 
werden die Entwürfe vernichtet. ^ 
2. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß wir von 
Montag, den 17. Februar d. I., 
nicht mehr in der Lage sind, Vereinen, Verbänden u. s. w. den Zutritt zu dem Ausstellungsgcläiidc zu m 
gewähren. So bereitwillig wir seither allen solchen Anträgen stattgegeben haben, so veranlassen uns zur n. 
Zeit Gründe zwingender Art, den Zutritt zu verweigern, zumal die seitherigen Massenbesuche den Fortgang 
der Bauarbcitcn zuweilen gehindert haben, und dies in erhöhtem Maße bei der jetzt beginnenden Arbeit 
der Jnncndecvration der Fall sein dürfte. 
Berlin, den 11. Februar 1896. 
Berliner Gelverbc-Ansstellunn 1896. 
Der Arbcits-Ansschnst. 
Fritz Kühnemann. B. Fetisch. L. M. Goldberger. e- 
Tie Preisrichter. 
Eine der heikelsten Fragen bei Ausstellungen, ob dieselben 
sich nun in den denkbar engsten Grenzen bewegen oder den Um 
fang einer Weltausstellung annehmen, ist die der Preisverthcilnng. 
Der hinkende Bote pflegt auch bei den erfolgreichsten Ver 
anstaltungen dieser Art nicht auszubleiben: die Unzufriedenheit 
einer Anzahl von Ausstellern. 
Es liegt so nahe und ist so erklärlich: Wer sein Bestes 
daransetzt, ans einer Ausstellung mit Glanz zu bestehen, hofft, 
daß ihm eine auch geschäftlich auszubeutende Anerkennung dafür 
in derjenigen Form zugesprochen wird, welche dafür in Aussicht 
genommen: Diplome, Medaillen in bescheidenem Werthe oder in 
Edelmetall. 
Es ist ebenso selbstvcrstäiidlich, daß bei getoissenhaftcr Ver- 
thcilnng der Preise eine große Anzahl der Prcisbewcrbcr leer 
ausgehen muß. 
Unsere Berliner Gewerbe-Ausstellung hat cs verstanden, mit 
großer Hinsicht und außerordentlichem Geschick der Gefahr, Un- 
zusriedenhcit heraufzubeschwören, so weit nuc möglich ans dein 
Wege zu gehen. 
Der bisherige Modus der Einsetzung der Preisrichter bestand 
bei den meisten Ausstellungen darin, daß zwar unter Heran 
ziehung von Gutachten dazu bcrnfcncr Männer, aber immerhin 
mit einer gewissen Einseitigkeit die Preisrichter ernannt wurden, 
und daß sich demgemäß bei den leer ausgcgängenc» Ansstcllem 
r 
die menschlich oft erklärliche Ansicht festsetzte, daß nicht nun, 
ganz ausschließlich sachliche, sondern mitunter auch persönlic 
Momente zu dem. was sie ihre Zurücksetzung nannten, beigctrag, 
haben. Sie konnten gegen die Person eines bestimmten Prc 
richtcrs Einwendungen geltend mache»; sie konnten bchanpsi 
daß derselbe fach- und berufsmäßig nicht genügend vorbei? 
sei, ein Urtheil über ihre speciellen Angelegenheiten zn 
sic durften — wie cs hin und wieder geschah — die Behaucht 
aufstellen, daß der Betreffende sich seiner Aufgabe nicht mit jV m 
Eifer hingegeben, der die erste Voraussetzung eines gcrec"" 
Urtheils bilde. Kurzum, der in seinen Erwartungen Enttüu"" 
suchte und fand stets irgend welche Gründe, ans denen er P 
scheinbare Anzweifelung der vollen Objcctivität des einzcliu 
Preisrichters oder des Collegiums derselben, mit deren Einsctzuö 
er nichts zu thun hatte, geltend machte. Der Arbeits AnssclZ 
der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 hat geglaubt, den A. 
ftellern selbst den größten Dienst zu erweisen und der Möglich 
feit späterer Rccriminationcn vorbeugen zu können, wenn er all^ 
solchen Vorwürfen von vornherein die Spitze abbrach. In cii! e 
Versammlung der Vorstände aller Gruppen, welche kürzlich fhi e 
gefunden hat, stellte er die Frage der Einsetzung der Preisricht' 
ans die Tagesordnung, und cs wnrde über seine Vorschläge i> 
kurzer Besprechung eine vollständige Uebereinstimmung erzielt. 
Die gefaßten Beschlüsse, welche in Bezug auf Einzel- 
bestimmiingen natürlich der Ergänzung, Ausführung und Er 
weiterung fähig sind, gehen im Großen und Ganzen dahin, daß
	        
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