Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

Officielle Ausstellungs - Nachrichten.
15
Herrn Max Minimum, Wetterprophet, Berlin.
Sehr geehrter Herr!
Wie Ihnen bekannt sein wird, ist daS Wetter für die Berliner
Gewerbe-Ausstellung van 1896 von außerordentlicher Bedeutung.
Der Erfolg dieses großen Unternehmens ist znm Theil davon
abhängig, daß während der Monate Mai, Juni, Juli, August,
September und Oktober gutes Wetter herrscht. Eine große
Zahl von Unternehmungen kann nur Erfolg haben, wenn das
Wetter gnt bleibt; cs liegt uns im Interesse unserer Leser
außerordentlich viel daran, Genaueres über das zukünftige Wetter
zu erfahren. Fast ausnahmslos aber waren die Schritte, die
wir in dieser Richtung bisher unternahmen, vergebliche. Wenn
auch Autoritäten, wie Professor Falb, vielleicht in der Lage
wären, uns Wetterprognosen zu geben, waren die Herren doch
nicht geneigt, auch eine Garantie für die Nichtigkeit ihrer
Prognosen zu übernehmen. Diese Garantie müssen wir aber
haben, um nicht von den Unternehmern, die auf unsere Ver
öffentlichung hin Veranstaltungen in der Ausstellung treffen,
regreßpflichtig gemacht zu lvcrden. Wir wenden uns daher an
'eme mit der Bitte, uns eine garantirtc, unter allen Umständen richtige
Prognose umgehend zugehen zu lassen. Natürlich bitten wir Sie,
streng bei der Wahrheit zu bleiben und sich durch keinerlei
Acußcrlichkeit bei Abfassung der Prognose beeinflussen zu lassen.
Wir erlauben uns nur, Ihnen mitzutheilen, daß wir für eine
Prognose, die schlechtes Wetter prophezeit, gar kein Honorar
zahlen, und daß das Honorar um so großer wird, je besseres
Wetter Sic uns für die Ansstcllnngszeit verschaffen können. Sie
sehen also, ^ie sind gänzlich unbeeinflußt.
Hochachtungsvoll
Redaction der Officielle» Ausstellungs-Nachrichten.
Berchrliche Redaction!
Es thut mir leid, daß Sic sich vergeblich an mehrere
andere Stellen gewendet haben, um eine garantirt richtige Wetter
prognose für die Zeit der Gewerbe-Ausstellung 1896 zu erhalten.
Wären Sie gleich zu mir gekommen, so hätten Sie sich diese
leater
Täglich 3 Vorstellungen: ^
Nachmittags 3>/» Uhr.
Abends 7'/ 2 Uhr.
iO dramatische Bilder aus der t «schichte der Reichshauptstadt
von
C. Bleibtreu, Ernst Freiherr v. Wolzogeii, Konrad Allberti,
Max Messner, Aslaib. v. Haustein, C. L. Strahl, Axel
Delniar, Alexander Baron Roberts, Julius Keller und
Louis Herrniann. Musik von Adolf Mohr. In . Scene gesetzt
vom Oberregisseur Fritz Witte-Wild.
Die Dccorationen aus den Ateliers von Müller & Schäfer, Georg
Hartwig, Wagner u. Bukacz. Mehr als 1500 historische Costiimc nach
Zeichnungen v. Bruno Köhler, ausgeführt v. Verdi & Flothow, Hugo Barucli &Co.
u. Siegfried Lamm. Elektrische Anlage von Hermann Gieldzinski. LichtefFecte
nach Patenten von August Engelsmann. Bühuen-Einrichtung von C. Kortüm.
— Alles iViiliere die Tagesanzeisen. —
Kcit 1871 sliulirter und jiraktisdici' Ingenieur.
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aller Staaten.
Seit 1883 im Paientfnclic.
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Amt I. Ko. 2636.
Vertretung
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Gebrauchsmuster-
Streitsachen. . |
Gutachten.
Umständlichkeiten ersparen können. Wie Sic aus dem Folgenden
ersehen, bin ich in der Lage, eine absolut sichere Prog
nose aufzustellen, und leiste ich weitgehende Garantie,
sowie ich für alle Folg cn in ei n er Pr o gn o s e aufkom m e.
Die Sache ist durchaus einfach. - Die Beeinflussung des
Wetters erfolgt durch: Meeresströmung, Golfstrointcmpcratnr, Iso
baren, den Polarstrom, Isothermen, Jsochimcncn, äquatorialen Lust-
auftrieb, Mondphäscii, Koinctcnschwünze, Gestirn - Constcllation,
Sonncnflccken, erdmagnctischc Jsogonen und elektrische Veränder
lichkeit der Atmosphäre. Zieht man alle diese Dinge in sorg
fältige Erwägung, so hat man die richtige Prognose. Aus
Ihre Frage:
Wird das Wetter während der Zeit der
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 gnt
oder schlecht sein?
antworte ich Ihnen ans vollster Ueberzeugung mit
einem ganz c n t s ch i c d c n e n:
Jawohl!
In der Hoffnung, Ihnen mit dieser unanfechtbaren Prognose
einen Gefallen erwiesen. und allen Ausstellern und Unternehmern
einen großen Dienst geleistet zu haben, habe ich die Ehre, zu sein
Ihr ergebener Max Minimum.
Herr» L. R. in Berlin. Wir bringen keine Gedichte und haben
daher auch für Ihren Hymnus keine Verwendung.
Herrn C. G Luthcrstraste. Ihr Beitrag ist leider für uns
nicht verwendbar. Es empfiehlt sich, vor Einsendung größerer Bei
träge bei der Redaction anzufragen, ob die Bearbeitung des betreffenden
Thema genehm ist. Mit der grundsätzlichen Bejahung dieser An
frage übernimmt jedoch die Redaction nicht die Verpflichtung des Ab
drucks der betreffenden Arbeit.
Herrn R. M. in Gotha. Auch Ihre Arbeit paßt nicht in den
Nahmen unseres Blattes. Für unaufgefordert eingesendete Manuscripte
übernimmt die Redaction keine Verantwortung. Es werden jedoch alle
größeren Manuscripte im Ablehnungsfälle, soweit Rückporto
beilag, franco zurückgesendet.
Herrn E M. in E. (Sachsen). Besten Gruß! Ihre Mit
theilung, daß in Sachsen und Nordböhmen besonders großes Interesse
für unsere Ausstellung herrscht, und daß von dorther zahlreicher Besuch
zu erwarten sein dürfte, ist recht erfreulich.
Miipnieur Franz Diekmann
(vorm. G. Diüinnr. Begr. 1879).
Centrale: Berlin Seydelstr. 5 (gm Spittelmarkt). ySi'«. 1
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Reehtsbcistand: Dr. jur. J. Diekmann. Oberingenieur Theobald Lorenz.
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