Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

Beklnmtmachmtgen des Arbeits - Ansschnffes.
1. Das authentische Programm für die Eröffnungsfeier wird int Laufe dieses Monats veröffentlicht werden.
Die Grundzüge dieses Programms sind in einer gestern Abend stattgehabten vertraulichen Sitzung der Fest-
Commission berathen worden. In die Fest Commission, die ans zwölf Mitgliedern besteht, sind neu eingetreten
Herr Director van den Wyngacrt und Herr Hauptmann I. Schweitzer.
2. Weitere Anmeldungen von Ausstellern werden in der Regel Ivegcn Mangels an Platz nicht mehr
angenommen. Etwaige diesbezügliche Anfragen sind an die Vorsitzenden der betreffenden Gruppen zu richten.
3. Tie Sprechstunden des Arbeits-Ausschusses, Gartenstraße 1(30, I., sind wochcntäglich Vormittags
von 10—12 lUjr, die BnreanchcfS des Hauptbureau und des Propaganda Bureau sind Nachmittags von
5—7 Uhr zu sprechen, der Ingenieur für Gas und Wasser Vormittags von 10—12, der Ingenieur für
Maschinenwesen Nachmittags von 4—6 Uhr.
4. Zahlungen werden nur Sonnabend Vormittag geleistet, Liquidationen sind bis Mittwoch Abend jeder
Woche einzureichen.
Berliner Gelverbe-Ansstellimg 1896.
Der Arbeits-Ausschuß.
Fritz Kühnemann. Beruh. Fetisch. L. M. Goldberger.
Die Bedeutung der Berliner Industrie
und ihrer Ausstellung für das In- und
Ausland.
Von Dr. Karl T h i e ß.
Noch vor einigen Jahren hofften die Berliner, im Jahre
1896 die Völker der gesaminten gewerbthntigen Welt zum Ans
stellen nitd zuin Bestich in ihre Stadt entbieten zu können. Eine
widrige politische Strömung hat diese Absicht zerstört. Die Pläne
wurden bescheidener und beschränkten sich mtf die Jnanssichtnahme
einer deutschen Gewerbe Ausstellung. Jedoch auch diese scheiterte,
und cs kommt jetzt einfach eine Ausstellung des Berliner Ge
werbes zu Stande. Eine lokale Sache, sollte man meinen, die
nur die Stadt selbst und ihre nähere Umgebung interessirt. Und
doch ist dem nicht so; die Angen des ganzen Landes sind auf
die Berliner Ausstellung gerichtet, gleich als sei es eine deutsche;
im Auslande regt sich ein Interesse ihr gegenüber, fast als ob
statt ihrer die geplante Weltausstellung zu Stande gekommen tväre.
Wie kommt es, daß die Spannung einer Berliner Aus
stellung gegenüber so unvergleichlich viel höher ist als etiva bei
der Straßburger, der Lübecker, der Königsberger Ansstellnng iin
verflossenen Sommer? Daß schon heute viele Tausende von
Sparbüchsen im ganzen Reich sich für die Reise nach Berlin
füllen? Daß alle Geschäftsleute des Landes den Besuch der Aus
stellung in ihre Dispositionen aufgenommen haben? Daß man auch
im Ausland zur Fahrt nach Berlin sich rüstet? In Geschäfts
kreisen kennt, im großen Publikum fühlt man die Bedeutung der
Berliner Industrie für das In- und Ausland, deren ganze, ge
waltige Anödehnittig sich allerdings wohl nur Wenige klar gemacht
haben. Der Fremde, der Berlin besucht, ist leicht geneigt, zu
meinen, daß der Charakter der Stadt durch die zahlreichen,
prächtigen Lüden, durch die Bicrpalästc und Sehenswürdigkeiten
aller Art bestimmt sei, die sich den Sinnen zunächst aufdrängen.
In dem Mcnschenstrom seiner bevölkerten Straßen, in der Ueber»
füllnng seiner Vergnügungsstätten und in ähnlichen Acnßcrlich-
keiten wähnt der Fremde ein Anzeichen davon zu sehen, daß
Berlin die Hauptstadt des Lebensgenusses, des Reichthums und
des Müßigganges sei. Nichts trügerischer als ein solcher Schluß.
Alle diese Anzeichen sind nur eine und keine besonders trächtige
Seite des Berliner Lebens; sie sind die natürliche Begleit
erscheinung der großen Menschenanhänfnng. Im Vergleich zur Be
völkerung hatBerlin weit wcnigcrHandcl, weit weniger Vergnügungen
als die deutschen' Mittelstädte; dagegen hat es auch relativ
mehr Industrie als jede andere deutsche Stadt. Auch unter den
Hauptstädten Europas hat sich die • stolze Reichshauptstadt den
Ruhm gewährt, den die arme Residenz des armen Preußen-
staates mvorbcn hat, den Ruhm, die arbeilrcichstc Hauptstadt
Europas zu seilt.
Das muß man tvissen, um die-Bedcukung der Ausstellung
richtig zu tvürdigcn. Die ganze ungeheure Ausdehnung der
Berliner Industrie bildet die Basis, ans der sich die Ausstellung
ausbaut; daher ist cs zum vollen Verständniß der Letzteren noth-
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