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Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

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Officielle Ausstellungs - Nachrichten. 
Gemälden verzierter Baal, worinnen die akademischen Conferentien 
abgehalten, und die verdienten Praemia ausgetheilet werden, Auf 
diese itzt erzählte Zimmer folget anoch ein grosser Rondo-Saal mit 
den accuratesten Abgüssen der allerersten in Rom und anderen 
Orten Italiens mit grossen Kosten anhero transportierten Statuen, 
Vasen, Basreliefs und dergleichen. Mitten in itzt erregtem Saal 
wird nach dem lebendigen Modell einer entkleideten Person wöchent 
lich zwey mal, Sommers bei Tage, Wintere bei einer grossen und 
hellen Lampe Abends von 5 bis 7 Uhr gezeichnet, hiernechst wird 
in eben diesem Saale auch zu gewissen Zeiten der Gliedermann auf 
gestellet und den Studierenden die Gewandlegung derbey angewiesen.“. 
Als Protector der Anstalt fungirte der Minister Eberhard von 
Dunkelmann und nach ihm der berüchtigte Günstling Kolbe von 
Wartenberg. Der Lehrkörper bestand aus dem Director {Josef 
Werner), den Rectoren und ihren Adjuncten. Ausser den lernenden 
und sich übenden Künstlern gab cs auch Gratial-Akademiker, die 
,-.nicht den Bilderetudien berufsmässig obliegen, auch nicht nach, 
dem lebenden Modell zeichnen, dennoch die akademischen Conferenzen 
und Collegien besuchen, auch eine Stimme in den Sessionen haben, 
wenn sie sich ordentlich bei der Akademie haben einschreiben lassen, 
öle, ^gebührenden Patente empfangen und sich zu dem akademischen 
Reglement verbindlich machen“. Es erging die generelle An 
weisung, dass „alle Kunstbegierige, Adlige, Gelehrte oder sonstige 
StandespersonQn, wess, Standes und Landes sie sein Mögen, ein-, 
zuladen seien, um in den Kunstbegriffen und verwandten Wissen- , 
schäften zu mehr Erkenntniss zu gelangen und besser über das. 
Jvunstwesen urtheilen zu können“. . 
Für die materiellen, Bedürfnisse der Anstalt wurden zunächst 
jährliche Einkünfte von 1000 Thalern angewiesen. Für die Schillert 
waren bei den Einschreibungen ein Thaler, für die öffentlichen 
Vorlesungen je ein halber Thaler zu zahlen, eine Summe, die 
zwischen Director und Secretair getheilt wurde. 
Trotz der Streitigkeiten zwischen dem Director und den Rec 
toren um ihre Befugnisse entwickelte sich die Akademie so ge 
deihlich, dass man bereits 1700 »den Numerus der Studirenden« 
einschränken musste. Diesen erfreulichen Anfängen machte die 
Regierung des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. ein jähes Ende, 
Er setzte die indessen auf 6000 Thaler angewachsenen Ein 
künfte der Akademie auf 300 Thaler herab und liess sich 
bO Thaler Miethe für die Räume im »Marstall« zahlen. Auch, 
unter Friedrich dem Grossen wurde erst gegen Ende seiner 
Regierunrg etwas für die Akademie gethan: ' Am 14. Fe 
bruar 1786 fand unter dem Vorsitz des Ministers von Heinitz 
eine entscheidende Sitzung statt, in der eine Erneuerung und Er 
gänzung des alten Reglements und die jährliche Abhaltung einer 
öffentlichen Akademischen Ausstellung beschlossen wurde. Am 
29. April wurde eine Ordre erlassen, nach der es den Akademie 
schülern erlaubt war, die Gemälde der Schlossgalerie vom 1. Juli 
bis zum 1. September wöchentlich vier Mal zu besichtigen und zu 
studiren. Erst unter Friedrich Wilhelm II. nahm die nationale 
Kunst einen neuen Aufschwung. Durch das Reglement vom 
26. Januar 1790 wurde mit der Akademie eine Lehranstalt für 
unbemittelte Lehrlinge und Gesellen verbunden und zu den Aus 
stellungen sollten seit 1791 auch die Arbeiten von Handwerkern 
und Fabrikanten zugelassen werden, die »durch Neuheit.der Er 
findung der Form, aber doch einen hohen Grad der Vollendung« 
der Aufmerksamkeit würdig waren. Unter Friedrich Wilhelm III. 
fand durch Kabinetsordre vom 31. März 1833 die Errichtung einer 
akademischen-Section für Musik statt. Am 20. Octoher 1834 wurde 
die Schule für musikalische Composition, am 1. September 1869 
die Musikschule für ausübende Tonkunst eröffnet. Der innere Or 
ganismus der Akademie, die Anglicderung ihrer verschiedenen In 
stitute hat seither manche Aenderungen erfahren. Wesentlich ge* 
' blieben ist ihr die Scheidung in eine Vereinigung der Mitglieder, 
; den Senat und die beiden Hochschulen für bildende Kunst und 
i für Tonkunst. Ihre weitere schon bei ihrer Stiftung in Aussicht 
! genommenen Entwickelung zu einer berathenden Behörde in allen 
i Kunstangelegenheiten hat gerade in neuester Zeit erfreuliche Fort- 
I schritte gemacht, seitdem man sich darauf besonnen hat, dass sich 
j ihre Aufgaben weit über die schulmässige Mittheilung des in der 
! Kunst Lernbaren hinaus erstrecken. 
W. H., Halle. Die Vergünstigungen, welche die Eisenbahn- 
direction im dortigen Bezirk gewährt, haben wir in der vorigen Nummer 
aufgezählt und zwar unter Verkehrsnachrichten. Sie wollen dieselben 
gefl. nachlesen. 
Herrn Schriftsteller E. Sie finden Ihren Wunsch in unserem 
Programm erfüllt, das fortab täglich an der Spitze des Blattes erscheint. 
Theater, Concerte, Vergnügungen etc, in der Ausstellung. 5© 
Theater Alt-Berlin 
recüön: Paul Blumenreich, Fritz Witte-WildSc^ 
Täglich 3 'Vorstellungen 
Nachmittags 3'/- Uhr. — Abends 7’A Uhr. 
Alt- und Heu-Berlin 
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Adalb. v. Hanstein, A. C. Strahl, Axel Delmar, Alexander Baron Roberts, 
Julius Keller und Louis Hermann. Musik von Adolf Mohr. In Scene 
gesetzt vom Oberregisseur Fritz Witte-Wild, 
Die D'ecorationen aus den Ateliers von Müller & Schäfer, Georg 
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S o .-y 
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Täglich zwei grosse Vorstellungen 
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Neu- und A.lt-JBerlin. 
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elefetr Anlage v. d Firma A. C. Gross. Die siimmtl.Bühnen-yr «Jö 
V einrichtungen vom Theatermeister Fr. , 
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Marine - Schauspiele 
, in der 
Berliner Bewerbe - Ausstellung 1886. 
der Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 
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Täglich 6 Vorführungen. — IHilitair-Coiieert. 
Gegenüber dem Alt-Berlin 45J, Juliusthurm. 
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