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Periodical volume Nr. 136, 31. August 1896 Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. Erläuterungen zu umstehendem Uebersichtsplan

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten Issue 1896

M erlin er Gewerbe-Ausstellung1896. 
Erläuterungen zu umstehendem Uebersichtsplan. 
Das Terrain der Berliner Gewerbe-Ausstellung umfasst l*/ 4 Millionen Quadratmeter und ist weit grösser als das Terrain der bisher 
veranstalteten Weltausstellungen. Um dem Publikum eine schnelle Orientirung zu ermöglichen, bietet der „Berliner I.oka!-Anzeiger“ 
seinen Lesern und Freunden den umstehenden Plan. Die nachfolgenden Erläuterungen sollen nicht ein vollständiger Führer sein; Plan 
und Text sollen vielmehr nur einen allgemeinen Ueberblick verschaffen. Wir haben deshalb auf dem Plan nicht mehr als zwölf Haupt 
punkte durch auffallende Nummern ausgezeichnet; um diese Hauptpunkte gruppiren sich die bemerkenswerthesten Sehenswürdig 
keiten der Ausstellung. Wir führen den Leser, von welcher Himmelsrichtung er auch kommen mag, immer erst direct in 
das „Herz der Ausstellung“, vor das Hauptgebäude, wo sich zu allen Tageszeiten, namentlich aber des Abends, das Haupt- 
leben der Ausstellung concentriren dürste. Folgende vier Zugangsstellen sind die bequemsten: Eingang I (Treptower Chaussee), 
Eingang IV (Coepenicker Landstrasse), der neuerbaute Ausstellung» - Bahnhof und die Zufahrt von der Wasserseite. 
Eingang II, III und V sind mit Rücksicht auf ihre Lage für die von Berlin kommenden Besucher nur von untergeordneter Bedeutung. 
Eingang I (Treptower Chaussee); 
Für alle Besucher, die vom Bahnhof Treptow mit Stadt-und 
Ringbahn, die zu Wagen oder zu Fuss oder mit den elektrischen Linien 
der Grossen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft über die Treptower 
Chaussee zur Ausstellung gelangen, empfiehlt es sich, Eingang I zu be 
benutzen. Hat man das Thorgebäude, welches gleichzeitig als Ccntral- 
Vcrwaltungsgebäude der Ausstellung dient, passirt, so wende man 
sich zunächst nach rechts, und man gelangt mit wenigen Schritten zu 
Nr. 1. Hauptgebäude. Hier befindet man sich im Mittel 
punkt des Aussteliungslebens, hier hat man den prachtvollen 
Blick über den „Neuen See“ nach dem Hauptrestaurant mit dem 
Riesenwasserthurm, hier sendet inmitten der herrlichen Schmuck 
anlagen am Abend die Feuerfontaine ihre glühenden Strahlen zum 
Himmel. Das dem Hauptgebäude vorgelagerte Halbrund enthält 
das Cafe Bauer, eine Wandelhalle, den Riesenlesesaal, die Post 
anstalt, die Apotheke, das Verkehrsbureau, die Zimmer der Presse etc. 
Das Hauptgebäude selbst beherbergt hervorragende Leistungen der 
Berliner Industrie, soweit sie in den dort untergebrachten Gruppen 
vertreten ist. Wir wenden uns nach dem Verlassen des Hauptgebäudes 
wieder links zurück und sehen am Anfang des nördlichen Wandelganges 
Nr. 2. Pavillon des „Berliner Bokal- Anzeiger“. Einen 
besonderen Führer durch diesen Pavillon finden die Leser umstehend. 
Es sollte kein Besucher versäumen, diesen Pavillon mit seiner hoch 
interessanten Ausstellung des „Berliner Lokal-Anzeiger“ zu besichtigen. 
In geringer Entfernung hiervon jenseits der Treptower Chaussee liegt 
Nr. 3. Gebäude für Chemie, Optik, Mechanik und 
Photographie. Rechts von diesem Gebäude befindet sich der 
Pavillon der Stadt Berlin, hinter dem Gebäude an der Spree das 
„Kaiserschiff“ (vom Norddeutschen Lloyd). Dicht daneben erhebt sich 
Nr. 4. Gebäude-Gruppe für Nahrungs- und Genuss- 
mittel, für Fischerei und für Sport. In der Nähe dieser 
Gebäulichkeiten liegen der Kennstall, das Gebäude für Gas-An 
lagen und die Fischkosthalle. Einige Schritte weiter bringen uns 
zwischen zahlreichen Privatpavillons und kleinen Kiosken hindurch zu 
Nr. 5. Alpenpanorama und „Nasses Viereck“. Hier 
stehen zahlreiche Etablissements, die der .Stärkung und Erfrischung 
der Ausstellungsbesucher gewidmet sind. In der Ostecke des Nord 
parkes liegen die Gebäulichkeiten für Volksmassen-Ernährung. Wir 
wenden uns nach Süden, überschreiten wieder die frühere Treptower 
Chaussee und kommen durch die grossartige Gartenbau-Ausstellung nach 
Nr. 6. Marine - Schauspiele und Riesenfernrohr. In 
der Nähe beachte man die sehenswerthe Kapelle des Vereins für 
Feuerbestattung. Weiter nach Südwesten gehend, gelangen wir zu 
Nr. 7. Hauptrestaurant und Wasserthurm. Hier geniesst 
man den herrlichen Blick über den „Neuen See“ nach dem Haupt 
gebäude, hier sieht man von den Terrassen des Hauptrestaurants den 
lebhaftenVerkehr der Motorboote und Gondeln zwischen dem „Neuen See“ 
und Karpfenteich. Der Wasserthurm hat an der Rückseite zwei Personen 
aufzüge. Von der Höhe des Thurms hat man einen grossartigen 
Rundblick über das gesummte Terrain der Ausstellung. Hinter dem 
Hauptrestaurant ist der Bankettsaal, in der Nähe das Wendenhaus, das 
die Ausstellung des Trachtenmuseums enthält. Unweit befindet sich 
Nr. 8. Theater Alt-Berlin und Special - Ausstellung 
Alt-Berlin. Der Eingang führt durch das Spandauer Thor auf 
den Marktplatz; ein besonderes Billet ist zum Eintritt erforder 
lich. Vor dem Georgenthor befindet sich die Stufenbahn, mit 
der man einen Abstecher nach dem jenseits der Parkallee belegenen 
Nr. 9. Vergnügungspark machen kann. Hier ist durch 
Concert- u Theater-Veranstaltungen, Fesselballon etc. für Unterhaltung 
des Publikums gesorgt. Vom Vergnügungspark aus liegt westlich 
Nr. 10. Deutsche Colonial - Ausstellung. Dieselbe zieht 
sich vom Vergnügungspark am Südufer des Karpfenteiches entlang 
und ist mit Eingeborenen unserer Colonieen bevölkert; ein be 
sonderes Billet ist auch hierzu erforderlich. Ueber den süd 
lichen Wandelgang gelangen wir dann wieder bis in die Nähe des 
Hauptgebäudes und besuchen auf dem Wege dahin 
Nr. U. Gebäude für Gesundheitspflege und Unterricht. 
Ueber die Coepenicker Landstrassa kommen wir schliesslich zu der 
durch ihre Moscheen, Pyramiden und Palmen weithin sichtbarer 
Nr. 12. Special-Ausstellung Kairo, tür welche wie zu Alt-Berlin 
und zur Colonial-Ausstellung ein besonderes Billet erforderlich ist 
V 
Eingang IV (Coepenicker Landstrasse): 
Für die Ausstellungsbesucher, welche mit der elektrischen Bahn 
„Behrenstrasse — Treptow“ zur Ausstellung fahren, ist der an der 
Coepenicker Landstrasse belegene Eingang IV der bequemste. Durch 
diesen . gelangt man über Brücke h der Ausstellungs - Rundbahn zu 
Nr. 1. Hauptgebäude und geht von da aus den obigen 
Nummern nach, ebenso als ob man vom Eingang I gekommen wäre 
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Aasstellnngsbahnhof: 
Alle mit der Görlitzer Bahn nach der Ausstellung fahrenden Be 
sucher langen auf dem Ausstellungsbahnhof an; die die Stadtbahn be 
nutzenden Besucher können entweder hier oder schon vorher am Bahnhof 
Treptow aussteigen. Vom Ausstellungsbahnhof aus führt eine überdachte, 
Fussgängerbrücke über die Coepenicker Landstrasse in die Ausstellung 
hinein zum südlichen Wandelgang. Diesen schreitet man hinunter bis zu 
Nr. 1. Hauptgebäude und geht von da aus den obigen 
Nummern nach, ebenso als ob man vom Eingang I gekommen wäre 
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Zufahrt von der Wasserseite: 
Die mit den Fahrzeugen der verschiedenen DampfUrgesellschaften 
anlangenden Besucher landen an der Nordseite der Ausstellung. Auch 
für diese Gäste empfiehlt es sich, zuerst den Weg zum Hauptgebäude zu 
nehmen, das schon von Weitem durch seine beiden schlanken Thürme 
leicht kenntlich ist. Von 
Nr. 1. Hauptgebäude geht man den oben angegebenen Nummern 
nach, ebenso als ob man vom Eingang I gekommen wäre. 
Besuchszeit und Eintrittspreis. 
1. Der Eintrittspreis beträgt 60 Pfennig, ausser Donnerstags, an welchem Tage bis 5 Uhr Nachmittags 1 Mark Eintrittspreis erhoben wird. 
2. Die Ausstellung wird für das Publikum um 10 Uhr Vormittags geöffnet. Der Eintritt ist aber gegen Zahlung des doppelten Eintrittspreises 
neben von 8 bis 10 Uhr Morgens, jedoch dann nur durch die Eingänge I find III (Coepenicker Landstrasse) und von der Wasserseite her gestattet. 
8. Kinder zahlen den vollen Eintrittspreis. Kinder unter 12 Jahren haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt- Kinderwagen werdenmicht zugelassen, 
4. Das Haupt Gebäude wird um !»' » Uhr Abends, die anderen Hallen bei Eintritt der Dunkelheit, der Park um 12 Uhr Nachts geschlossen.
	        
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