Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

Officieiie Aussteüungs - Nachrichten. 5
Zu erwähnen sind noch die Ausstellungeil der Lehrmittel
der Handelsschulen, der Ornamentik der Pflanze (durch
Professor Meurer) und von Turiiapparatcn. Praktischen
Unterricht führt ein Kindergarten vor, der mit zwanzig Kindern
„betrieben" tvird. Für die kleinen Zöglinge ist ein besonderer
Garten an dem Hauptwcgc, der am HanptansstcTungS-Gebäude
vorüber nach Süden führt, vorgesehen, so das; das Publikum
liier den systematisch geleiteten Spielen der Kinder zusehen kann.
Wahrscheinlich werden auch die als Muster Klassen eingerichteten
Räume mit Schülern besetzt: Physik-K lasse, Zeich cnfaas, je eine
Klasse für größere und für kleinere Knaben. Alle diese
Schulränmlichkciten sind mit den modernsten Snbsellicn, den vor
züglichsten Vcntilations-, Heizungs- rund Belcnchtnngs-Vor-
richtnngen versehen.
Auf den Galerieen sind untergebracht: die stenographischen
Vereine, Zeichnungen der Schiffsbau-Abtheilung der Technischen
Hochschule, tvelche den Bildungsgang des Studenten vom ersten
Semester bis zum Baumeister darstellen: ferner Schüler-Arbeiten,
Zeichnungen und Handarbeiten der Berliner Unterrichts-
Anstalten, unter denen sich namentlich die Ausstellung der
Cnrse für Handfersigkcitsnnterricht durch ein geschmackvolles
Arrangement auszeichnen tvird. Tie Speeialausstcllnngen dieser
Gruppe versprechen also ebenso reich tvie interessant und
belehrend zu werden. A. O. Kl.
V
E. Unzweifelhaft die Gruppe, welche die meisten Aussteller
hat, ist die Gruppe l> (Bekleidmigsindnitrir) Eie zählt nicht
weniger als 300 Einzelaussteller und 300 Collectiv - Aussteller.
Trotzdem ist diese Gruppe am allerweitesten mit sämmtlichen
Arbeiten vorgeschritten. Die Plätze sind vollständig vertheilt,
die Arbeiten für die Schranke und Pavillons vergeben, und die
Schränke (welche einheitlich dunkle Polisanderfarbe mit Goldlinicn aus
weisen) werden schon vom 1. April aufgestellt sein. Ilm dritten Oster-
seiertag beginnt laut Verfügung des Vorstandes das Decoriren in der
Gruppe. Für diese Arbeit haben die Aussteller zwei Wochen Zeit.
Am Montag, den 28. April, beginnt die Aufuahmecommission ihre Ar-
beiten, um noch etwaige Monika zu erledigen. Die Gruppe dürfte also
noch vor dem I. Mai bis auf „den letzten Knopf" fertig sein.
Sie hat im Hauptausstellungsgebäude nicht weniger als acht
Scitentracte zugewiesen erhalten. Komint man vom Haupteingang
und geht hinunter nach der Abtheilung für Maschinenbau, so
findet man links die Säle A, B, C, D, E, und rechts die Säle
E, G, H. Den Mittelgang nehmen Specialpavillons der Firmen
Jordan, Hertzog, Gerson und S. Rosenthal ein; außerdem findet man
hier das Damenheim (siehe das Feuilleton der heutigen Nummer). Die
Gruppe II schließt sich unmittelbar an die Gruppe I an. Während die
Gruppe I mit einem kleinen Pavillon, welcher Möbel-Posamenten
enthalt, abschließt, beginnt die Gruppe II mit einem gegenüberliegen
de», kleinen Pavillon, welcher zur Aufnahme von Da men-Posamenten
bestimmt ist. Im Saal A werden Mäntel, Kleider und Damen-
confection ausgestellt, im Saal II Herren- und Knabenconfection, im
Saal C die Arbeiten der Kürschner, eine Kleinigkeit Herrengarderobe
und die Arbeiten der Friseure. Ter Saal' D enthält Wäsche,
Cravatten und Weißwaarenfabrikation, der Saal E Schuhwaaren
und eine Schuhwaaren-Fabrik amerikanischen Systems im Betriebe.
Der Saal E nimmt Stickerei, Tapisserie und Corsets auf, der
Saal G Blumen, Federn, Theaterschneiderei und einige Betriebe, wie
Zuschneidemaschinen, Knrbelstick-Apparate. Ter Saal II enthält Herren-
und Dameuhüte und eine Abtheilung für Militnireffecteii. Die Theil
nahme der Militairesfecten-Fabrikanten an der Ausstellung ist eine ver-
hältnißmäßig recht geringe. Collectiv stellen in dieser Gruppe auS:
der Verein der Wäschefabrikauten, der Verein der Glacehandschuh-
Fabrikanten, der Verband der Schuh- und Cchäftefabrikantenvon Deutsch
land (Abtheilung Berlin), der Verein „Deutsche Mode" (feine Herren
garderobe), die Berliner Schneiderinnung (Herrengarderobe), die Damen-
mäntelschueider-Jnnung, der Verein Beriiner Damenschneidermeister, die
Schuhmacher-Innung, der Verein „Hans Sachs", die Friseur- und
Perückeumacher-Innung der Mark Brandenburg, die Berliner Bar
biere und Friseure.
V
8. Ueber die officieklen Bunten ans dein AnS-
si e l l n II gS - Ter r n i n nnd über die Größenverhältnisse desselben
geben wir folgende authentische Daten: Die Gesainmtfläche des
AnssteklimgstcrrainS incl. Vergnügungsparks nnd Kairos beträgt
917 000 gm, davon entfallen ans den Vergnügungspark 93 730 gm,
ans Kairo 36 000 gm. Ans den A n s st c l l n n g s p a r k allein
entfallen demnach 787 230 gm. 1. Das Hauptgebäude
incl. B a n a b t h c i l u n g hat eine Grundfläche von 53 000 gm.
Die eisernen Binder von 15 resp. 25 m Spannweite sind theils
leihweise bezogen, theils hier angefertigt. Die Cvnstrnetion der
Thürme nnd Kuppel, 30 m Durchmesser, sind von der Firma
Braß lt. Hertslet hier hergestellt. Die Thürme haben eine Höhe
von 60 m. Das Hauptgebäude ist dnrchivcg aus EiscnconstrUction
mit Drahtwandbeklcidung hergestellt. Der Fußboden ist Cement-
estrich. das Dach .Holzbelag mit Pappe, die Oberlichte und seit
lichen Fenster ans Eisen; die Wandelhalle und die Kopfbautcn sind
in Holzconstnietion mit Drahtputz hergestellt. 2. Gebäude
f ü r F i s cherei, 9t a h r u n g s - nnd G c n u ß m i t t e l.
Grundfläche 7600 gm, Höhe des Thurmes 50 m, Höhe der
First 22 m. Gebäude, sowie Thurm sind in Holzconstrnetion
hergestellt nnd ebenfalls mit Drahtputzbckleidung; die Dach-
cindecknng ist wasserdichte LciMvand, Fußboden Cement-Estrich,
nnd das gesnmmte Gebäude tvird von der Firma F. Pnmplnn
n. Co. ausgeführt. 3. Gebäude für Chemie-Optik.
Grundfläche 5100 gm, Höhe der Thürme 40 m. Das Gebäude
ist in Cisenconstrnctivn mit Drahtpntzverkleidung hergestellt, der
Fußboden Cement-Estrich, Tacheindccknng Zink auf Schalung
nnd wird von der Firma Reiinarus n. Hetzet ausgeführt.
Tie Eisenconstrnetion fertigt die Firma Roeßemann u.
Kühneniann. 4. H auptresta ur ant mit Anssich ts-
thurm. Grundfläche 3550 gm, Höhe des Thurmes 61 m.
Die Herstellung des Hauptrestaurcmts ist der Firma Ph. Holz
mann ii. Co. übertragen worden. Die Herstellung der Eisei?
construction zum Anssichtöthnrm mit Wasserbassin von 10 m
Durchmesser nach System Pros. Jnze ist der Berlin-Anhaltische
Maschinenban-Aeticn-Gesellschast übertragen worden. Der Thurm,
sowie Restaurant werden mit Drahtputz verkleidet, der Thurm er-
ltält zwei Fahrstühle für Personenbeförderung, von dem Wasser
spiegel des großen, neu angelegten Teiches bis zur obersten Spitze
führend. 5. Gebäude für Schule und Wohlfahrt.
Grundfläche 3050 gm, Firsthöhc 22 m. Das Gebäude wird
ganz in Holz constrnirt wie Fischcreigebäude. 6. Gebäude
für Gas - und Wasser-Anlagen. Grundfläche 1100 gm.
Constriietion wie Hauptgebäude.
K. Einen besonders günstigen Eindruck wird die Gruppe V.
(Kurz- und Galanterietvaarrn) machen. Sie dürfte für die
große Masse des besuchenden Publikums einen Hauptanziehungs
punkt bilden. Zn dieser Gruppe gehören sehr verschiedene
und sehr interessante Fabrikate: u. A. kleine Bronzewaaren (mb
Keramik), Holzgalanteriewaaren, wie Rauchtische, Skatschränkchen r
Rippestischchen, Regenschirnie, Fächer, Liqueur-Dervice; dann ElfenU
dein- und Perlmntterwaaren, Trinkhörner, Berliner Lederwaare>r-
(Leider wird die weltberühmte Berliner Jll b n m - Fabri
kation nur durch drei Aussteller vertreten sein. Wie verlautet,
sollen die Connnissionaire sich alle Mühe gegeben haben, um die Fabri
kanten von der Ausstellung fernzuhalten.) — Die Gruppe enthält
ferner Buchbinderarbeitcn, Schirme, Stöcke, Peitschen, Fächer, Spiel
waaren und Puppen. Sie hat 300 Aussteller, welche in gleichmäßigen
Schränke» in Rosenfarbenholz mit Goldstreife:! ihre Fabrikate aus
stellen, soweit solche nicht zu selbstständige!! Decorationsstücken auf
gebaut sind. Ter Ausstellungsraum der Gruppe hat 60 m Länge und
50 m Breite. Er liegt zwischen der Metall-Industrie und der Gruppe
„Porzellan und Glas", und da auch diese Nachbargrnppen decoraliv
sehr reich ausgestattet sind, wird speciell durch diese drei Gruppen
der Mittelgang des Haupt-Ausstellungsgebäudes ein ebenso glänzende-
ivie geviegenes Aussehen erhalten.
Die Attsstellm»gslotterie.
Mit Genehmigung der maßgebenden Staatsbehörden wird
für die Zwecke der Berliner Gelverbe-AnSstcllnng 1896 eine Lotterie
veranstaltet, deren Gewiiiiiziehnngen wahrscheinlich schon im Laufe
des Monats Juni, jedenfalls aber in der ersten Hälfte des
Anglist und in der zweiten Hälfte des September 1896 statt
finden. Tie Ausspielung zerfällt in zwei Abtheilungen, von
denen jede vier Serien 31t. 500000 Loosen ä 1 Mark umfaßt.
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