Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

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GfstrieUe AnssteUttttgs-LIachrichte».
Strecken an jedem Freitag. Die Ausgabe der Karten unterbleibt
an folgenden Tagen: Freitag, den 22. Mai, Sonnabend, den
23. Mai, Freitag, den 19 Juni, Sonnabend, den 20. Juni, Frei
tag, den 3. Juli, Sonnabend, den 4. Juli; außerdem bleibt der
Ausschluß einige Tage während der Manöverzeit vorbehalten. Es
werden zwei Sorten von Fahrkarten ausgegeben: solche mit Giltig
keit bei allen Zügen und solche, die nur für Personenzüge gelten.
Die Benutzung der V-Züge, sowie des Schnellzuges 102 der Strecke
Berlin—-Elsterwerda, des Schnellzuges 84 der Strecke Berlin—
Röderau und der Schnellzüge 3 und 8 der Strecke Frankfurt a. O.—
Berlin ist allgemein ausgeschlossen. Die übrigen Schnellzüge
dürfen von Inhabern von Personenzugkarten gegen Lösung von
Zuschlagkarten benutzt werden. Außerdem werden von verschiedenen
Stationen an einzelnen Sonntagen Sonderzüge tiach Berlin abge
lassen, zu denen Rückfahrkarten mit eintägiger Giltigkeit zu beson
ders ermäßigten Preisen ausgegeben werden. — Die König!. Eisen
bahndirektion Erfurt giebt Folgendes bekannt: Zur Erleichterung
des Besuches der vom 1. Mai d. I. ab in Berlin stattfindenden
Gewerbe-Ausstellung werden auf sämmtlichen diesseitigen Stationen
Sonderrückfahrkarten erster bis dritter Wagenklasse nach Berlin gu
ermäßigten Preisen ausgegeben. Die Ausgabe dieser Fahrkarten
erfolgt während der Dauer der Ausstellung an jedem Dienstag und
Freitag mit Ausschluß der nachbezeichneten Tage: Freitag, den
22. Mai, Dienstag, den 16. und Freitag, den 19. Juni, sowie
Freitag, den 14. August. Außerdem bleibt der Ausschluß einzelner
Tage während der Manöverzeit und der Zeit des stärksten Reise
verkehrs (Schulferien) vorbehalten. Die Sonderrückfahrkarten be
rechtigen nicht zur Benutzung der V-Züge und des Zuges 3. Jni
Uebrigen werden zwei Sorten Fahrkarten ausgegeben. Die eine
Sorte Fahrkarten hat Giltigkeit für alle Pcrsoneuzüge und für
die Schnellzüge, mit Ausnahme der vorgenannten. Die andere
Sorte Fahrkarten gilt lediglich für Personenzüge, für Schnellzüge
nur bei Lösung von Zuschlagkarten. Für die V-Züge und den
Zug 3 werden aber auch Zuschlagkarten nicht verausgabt. Die
Giltigkeitsdauer der Sonderrückfahrkarten beträgt zehn Tage, ein
schließlich des Lösungstages. Fahrtunterbrechung ist nur einmal
auf der Rückreise gegen Bescheinigung des Stationsbeamten ge
stattet. Für Kinder werden die Fahrtvergünstiguugen bewilligt.
Auf jede Fahrkarte werden 25 Kilogramm (auf Kinderfahr
karten 12 Kilogramm) Reisegepäck unentgeltlich befördert. — Die
Eisenbahndirection Bromberg bestimmt, daß vom 1. Mai ab
Sonderrückfahrten nach Berlin gu ermäßigten Preisen ausgegeben
werden und zwar an jedem Dienstag und Freitag mit Ausnahme
der Tage: 22. Mai, 16. und 19. Juni, 3. und 7. Juli. Die
Giltigkeitsdauer der Sonderrückfahrtkarten beträgt 10 Tage ein
schließlich des Lösungstages. Fahrtunterbrechung ist einmal ans
der Rückreise gegen Bescheinigung des Stationsbeamteu gestattet.
Auf der Hinreise nach Berlin ist Fahrtunterbrechung ausgeschlossen.
Kinder vom vollendeten vierten bis zuni vollendeten zehnten Lebens
jahre, sowie jüngere Kinder, für welche ein besonderer Platz bean
sprucht wird, werden zur Hälfte des Fahrpreises für Erwachsene
befördert. Auf eine Sonderrückfahrtkarte zum vollen Preise werden
25 Kilogramm Freigepäck, auf eine solche zum halben Preise
(Kinderfahrkarte) 12 Kilogramm Freigepäck gewährt. — Die Ver
waltung der sächsischen Staatsbahnen verausgabt ebenfalls ermäßigte
Karten, welche 25 Kilogramm Freigepäck gewähren. Ab Leipzig
z. B. erfolgt die Ausgabe der Rückfahrtkarteu au jedem Freitag
vom 1. Mai bis 1. Oktober, Die Preise betragen 2. Klasse
10,90 Mk., 3. Kasse 7,70 Mk. für alle Züge; 2. Klasse 9,80 Mk.,
3. Klasse 6,60 Mk. für Personenzüge. . Die Hin- und Rückfahrt
von Leipzig nach Berlin kostet also im billigsten Falle 6,60 Mk.!
Folgende Tage sind von der Vergünstigung ausgenommen: der
22. Mai (Pfingsten), der 19. Juni (Kyffhäuserfeier) und der
3. Juli (Beginn der Schulferien in Preußen). Wie in Leipzig
ist es auch auf allen anderen Bahnhöfen; man nmß sich nur
nach deni Vergünstigungs-Tage erkundigen, dann gelangt man
fiir ein Spottgeld nach Berlin und zurück in seine Heiniath. —
— Für die Führer, welche auf dem Terrain der Berliner Gewerbe-
Ausstellung zur Verfügung des Publikums stehen werden, ist
folgender Tarif aufgestellt und genehmigt worden: Bei stunden
weisem Engagement pro Stunde 1,60 Mk., für faen halben Tag
6 Mk.- und für den ganzen Tag 10 Mk. — In Sachen eines
Wagenhalteplatzes am Haitptportal der Gewerbe-Ausstellung fand
heute Vormittag an Ort und Stelle eine Berathung und Be
sichtigung statt, an welcher außer den drei Mitgliedern des Arbeits-
Ausschusses der Ausstellung die Herren Oberbürgermeister Zelle,
Geh. Banrath Hobrecht und Stadtrath Kochhann theilnahmen. Es
handelte sich um die Ueberlassung eines Theiles des großen Stein-
platzes zit deni bezeichneten Zwecke, welcher, der Stadt Berlin
gehörig, zwischen dem Verwaltungs-, dem Chemiegebäude lind der
Spree liegt, und westlich bis an den Bahnhof Treptow heranreicht.
Der östliche, an das Chemiegebäude angrenzende Theil dieses Stein-
platzes, der vom Haliptportal aus in kaum einer Minute zu er
reichen ist, war zu einem Halteplatz für wartende Wagen aus
ersehen, und es ist auch hier eine entsprechende Einigung zwischen
den genannten Mitgliedern des Magistrats und des Arbeits-
Ausschltsses erzielt worden. Die Pflasterarbeiten, welche dieser für
den Verkehr auf der Treptower Chaussee, insbesondere denjenigen
in unntittelbarer Nähe des Hanptportals sehr wichtige Halteplatz
erfordert, sollen sofort in Angriff genommen werden. Die geplante
Anlage eines Parallelweges zur Treptower Chaussee, ans welchem
die rückfahrenden Wagen bis zum Bahnhöfe gelangen könnten,
ohne die stark belastete Chaussee bis dahin passiren zu brauchen,
mußte leider fallen gelassen werden. — Umsteige-Fahrkarten, die
im Straßenbahnverkehr anderer Großstädte sich bewährt haben,
sollen tiun auch in Berlin eingeführt werden. Die Große Berliner
Omnibus-Gesellschaft beabsichtigt, zunächst für ihre neue, ani letzten
Sonntag eröffnete Linie Lilstgarten-Treptow solche Karten aus
zugeben, durch die eine bedeutende Verkehrserleichterung wie auch
eine Verbilligung der Fahrpreise herbeigefiihrt werden wird.
— Chemin de fer du Nord giebt Billets direct nach
Berlin aus zu Ehren der Ausstellung, 8 Tage gilrig, 60 pCn
Ermäßigung und zwar von: Paris, Amiens, Arras, Boulogne,
Calais, Douai, Dunkerque, Jeumont, Caon, Lille, Manbeuge.
Rouen, St. Quentin, Valenciennes, alle Dienstag und Freitag.
V
M-y. An der elektrischen Rundbahn, zwischen Haupt-
Ausstellnngsgebäude und dem Gebäude für Unterricht und Wohl-
fahrtseinrichtungen, ist ein Blockhaus errichtet, ivie man sie in den
schlesischen und lausitzer Bergen findet, daneben eine Eisencon-
struction für Zeltdach. Hier werden soeben die kupfernen Kabel
für die elektrische Parkbeleuchtung auf das Gestänge gebracht. —
Die seitwärts des neuen Sees schräg zum Haupt-Ausstellungs
gebäude laufenden Wandelgänge haben zuni Theil den ersten An
strich, zum Theil schon Dach aus Segeltuch erhalten, sie werden
fortgeführt bis an den großen Rundbogengang des Cafe Bauer.
Der Blick von der mittleren Terasse über die Gesammt-Anlage zum
Wasserschloß und die Wandelhalle nach dem Ausstellungsbahnhof
wirkt großartig und ungemein harmonisch, ein paar Thürme am
Gebäude der Tabaksausstellung, die, willkürlich angebracht, die
Harmonie des Ganzen störten, wurden auf Veranlassung des Archi-
tekten-Bureau abgetragen.
vr. A. Am Montag Vormittag traf der Transport der großen
für Kairo bestimmten Araberkarawane in Berlin ein. Gegen
11 Uhr fuhr der colossale Special-Train in den nenerbautcn, un-
niittelbar hinter der Ansstelluug Kairo belegenen „Alisstellungs
Bahnhof" ein, wo die Auswaggonirnng stattfand. Die Personen
der Karawane begaben sich mit ihren Gepäckstücken in vollster Ord
nung über die neue Treppe und die Zugangshalle nach ihrem neuen
Heimatsort. Die Beduinen, etwa 40 an der Zahl, in weißen
Mänteln, mit Flinte und Pistolen beivaffnet, bildeten Spalier und
hielten Ordnung, dann folgten die Kaufleute, Arbeiter und Fellachen
mit Weib und Kind, den Schluß bildeten die Musiker des Khedive
in dunkelblauer Uniform mit rothem Passepoile. — Zwischen den
Ankommenden und den seit voriger Woche in Berlin Anwesenden
wurden herzliche stürmische Begrüßungen ausgetauscht. Frauen lind
Kinder kauerten im Kreise um das Gepäck auf dein Boden, während
die Männer die Schlaf- und Wohnstätten in Stand setzten. Beim
westlichen Thor von Kairo, hinter der großen Pyramide von Gizöh
war eine große Ladungsbrücke von der Straße nach dem Eisenbahn-
geleise hinüber geschlagen ivorden; dort wurde nun die schwierige
Auswaggonirung des Thierbestandes vorgenommen. Geführt von
ihren altgewohnten Treibern trippelten die kleineu silbergrauen
Mekka Esel über die Brücke; ein Thierarzt mit seinen, Assistenten
untersuchte jedes Thier, bevor es i» die Ausstellung hineingeführt
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