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Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

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GMeieÜe Anssteltnngs-Uachrrchten. 
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Kleinigkeit mehr geben würdest, denn es handelt sich doch nm eine 
Extra-Ausgabe." 
Was ich da sagte, war doch gewiß nichts Böses. 
Mein Max gerät!) aber sofort außer sich und entblödet sich 
nicht, mir zu sagen: „Noch mehr Geld? Das ist ja unerhört! 
Du wirthschaftest schon so verschwenderisch und unpraktisch wie 
möglich, und nun soll ich die paar Happen, die meine Skatfreunde 
hier essen, noch extra bezahlen?" 
Ich kann Sie versichern, mir war es, als sollte mich der 
Schlag treffen. Daß mein Mann im Stande wäre, mir solche 
Sachen zu sagen, hatte ich nimmermehr geglaubt. Ich war fünf 
Minuten lang sprachlos, was mir während der ganzen Zeit 
unserer nunmehr fünfzehnjährigen Ehe noch nicht vorgekommen ist. 
Als ich mich wieder erholt hatte, sagte ich ihm natürlich gehörig 
Bescheid. Während er aber sonst bei solchen Gelegenheiten klein 
beigiebt, war er diesmal sehr rabiat und erklärte mir: „Mir sind 
jetzt die Augen geöffnet worden. Hast Du die Artikel über die 
Bolksmassen-Ernührnng in der Ausstellung gelesen? Zehn Pfennige 
jede Portion, Suppe gar nur fünf Pfennige. Wir leben weiß 
Gott einfach, die Kinder sind noch nicht erwachsen, mit zwanzig 
Pfennigen pro Person könntest Du daher ganz gut das Mittag- 
essen Herstellen. Das macht eine Mark per Tag, pro Woche 
siebe» Mark und rechne ich dann, daß das übrige Essen im Tage 
gewöhnlich nicht mehr kostet, als die Hauptmahlzeit, das Mittag 
essen, so kommen wieder sieben Mark heraus, das macht in.der 
Woche zusammen vierzehn Mark, und Du kommst mit fünfzig 
nicht aus!" 
Als ich das hörte, bin ich wieder sprachlos geworden, dies 
mal zehn Minuten. Dann habe ich meinem Mvnne vergeblich 
klar zu machen gesucht, daß ein kleinerer Haushalt eben theurer 
einkaufe als eine Gesellschaft, die ganze Volksmassen ernähre. 
„Und wenn Du doppelt so theuer wirthschaften würdest, tute 
die Gesellschaft, so würdest Du doch erst nchtuudzwanzig Mark 
gebrauchen — und Du langst mit fünfzig Mark nicht!? Wir haben 
es uns am Stammtische ausgerechnet, wie viele Milliarden jähr 
lich, nur in Deutschland, durch das unvernünftige Wirthschaften 
der Frauen verloren gehen!" 
Als ich das Wort „Stammtisch" hörte, verzichtete ich auf 
alle weitere Discussion. Alles Unheil, das in Familien hinein 
gebracht wird, kommt ja von den Stammtischen. 
Was mir mein Mann gesagt hat — und ich denke, das ist eben 
so fabelhaft unverständig, wie verletzend für mich — das haben gewiß 
die edlen Herren vom Stammtisch alle ihren armen Frauen 
gesagt. Das kommt aber davon, wen» solche Sachen in den 
Zeitungen veröffentlicht werden! 
Seit drei Tagen rede ich mit meinem Manne kein Wort. 
Unser Familienleben ist ruiilirt! Nächsten Sonnabend, wenn mir 
mein Mann das Wirthschaftsgeld giebt, wirb aber der Tanz erst 
richtig losgehen! Nun, mir ist es egal! Ich bin auf das Schlimmste 
gefaßt! 
Das aber weiß ich genau, lvenn mir mein Mann etwa 
weniger Wirthschaftsgeld geben null, dann bat es geschnappt! Ich 
bin im Stande und lasse mich von ihm scheiden. 
Dann kann er rneinetivcgs die „Bolksmasfen-Ernährnngs- 
Gesellschaft" heirathen, er wird schon sehen, wie weit er mit iin 
kommen wird! 
Noch einmal, das kommt von der Ausstellung und den 
unvernünftigen Zeitungsartikeln! 
Der Himmel verzeihe Ihnen, ich kann es nicht! 
Eugcnie Schmitt. . .. 
,,J. I." Wir bringen vom t. Mai ab in unserer täglichen Aus 
gabe sämmtliche Programme 'der Beraustaltuugeu, Theater, Concerte in 
der Ausstellung. Die Veröffentlichung, wegen der Sie aufragen, erfolgt 
also durch uns. 
Geschäftliche Mittheilungen. 
Die Berliner Ausstellungs-Conditorci von Bruno Pache, in bevorzugter 
Lage am neuen See und umnittelbar an der grossen Promenade gelegen, 
wird wohl von unsern Damen gerne sreqncnlirl werden, umsomehr, als 
Herr Pacht sowohl in Conditorkreisen >vic bei seinen Runden als tüchtiger 
Fachmann bekannt ist. Das Gebäude, vom Architekten Herrn Hosfacker ent 
worfen, präsentirt sich in gefälligem Renaissancestil, gekrönt init schönem 
Thurm. Im Innern ist ei» vollständiger Back- und Arbeitsraum ein 
gerichtet, um stets mit frischem Gebäck aufwarten zu können. Die betairnten 
Windbeutel mit Schlagsahne der Firma Pache brauchen wir wohl den 
Damen nicht besonders in Erinnerung zu bringen. 
Theater Alt-Berlin 
Täglich S Vorstellungen 
Nachmittags 3*/j Uhr. — Abends J'/, Uhr. 
Alt- und Neu-Berlin 
10 dramatische Bilder aus der Geschichte der Beichshauptstadt 
von 
C. Bleibtreu, Ernst Freiherr y. Wolzogen, Konrad Alberti, 
Ulrich Hartmaiui, Adalb. y. Haustein, A. C. Strahl, Axel 
Delniar, Alexander Baron Roberts, Julius Keller und 
Louis Herrmann. Musik von Adolf Mohr. In Scene gesetzt 
vom Oberregisseur Fritz Witte-Wild. 
Die Decorationen aus den Ateliers von Müller & Schäfer, Georg 
Hartwig, Wagner u. Bukacz. Mehr als 1500 historische Costüme nach 
Zeichnungen v. Bruno Köhler, ausgeführt v. Verch & Flothow, Hugo Baruch &Co. 
u. Siegfried Lamm. Elektrische Anlage von Hermann Gieldzinski. Lichteffecte 
nach Patenten von August Engelsmann. Bühnen-Einrichtung von C. Kortüm. 
—rZ- Alles Nähere die Tagesanzeisein 
Marine - Schauspiele 
in der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Darstellung von Seegefechten, Manövern etc. 
Täglich O Vorführungen. — Ylilitair-C'oncert. 
•*v 
Ausstellungs-Theater Neu-Berlin \&\ * 
Variete-Theater ersten Ranges. v 
Eigenthümer und Direetor: Hermann Sternheim. VA® 
Täglich zwei grosse Vorstellungen 
(6 Uhr and >/ 2 0 Uhr.) x ■»- 
Nur Künstler ersten Ranges. * Specialitäten jeden Genres. 
Coupletvorträge aus 
Neu- und Alt - Berlin. 
Vorzügl. Orchester unter Leitung d. Hrn. Kapellmstrs J. Häser 
DieneuenDecorationen a. d. Atelierv.Albert Laurig, Die 
-fc. "V elekti*. Anlage v. d. Firma A, C. Gross. Die sämmtl. Bühnen- 
mV, einrichtungen vom Theatermeister Fr. 
• \%S \ Eintritt 50 Pfg. := / ^ j 
STDFIMBAhu 
J - "™*Elektrische Hochbahn •""T.. 
der Berliner Bewerbe - Ausstellung 1896. 
Verbindung Alt-Berlin —VerynümmgN - Park. 
American-Theater. 
Direction: August Reiff. 
Im Vergnügungspark der Aus 
stellung 
Eröffnung 
am I. Tlai 189«. * 
Alles Nähere durch spätere Anzeigen. 
Spezial-Ausstellung Nordpol 
(an der Köpnicker Landstrasse). 
* Grand Cafe UlIT©^ * Ernst Geissler. 
Ausstellungs-Conditorei und Cafe, Bruno Paclie* rechts am neuen See gelegen.
	        
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