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Periodical volume Nr. 126, 21. August 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten Issue 1896

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Officielle Ausstelfungs - Nachrichten. 
haben — Alles ist in voller Ungeduld, seine Wünsche so 
schnell wie möglich erfüllt zu sehen. Da drängt sich, eine 
'dicke Dame, mit den Ellenbogen jeden bei Seite schiebend 
und stossend, der ihr in den Weg kommt, eiligst heran und 
ruft durch die Oeffnung : Ach, entschuldigen Sie, Herr Post 
meister, ich habe eben da drüben am „Lokal-Anzeiger“ eine 
Karte an meine Freundin, die Kanzleiräthin Schuner in 
•Elsfleth hineingeworfen, ich habe sie nämlich seit drei Jahren 
nicht gesehen, und da wollt’ ich ihr einen Gruss schicken, 
damit sie doch weiss, dass ich auf der Ausstellung bin. Nu 
habe ich aber ganz vergessen, die wohnt ja gar nicht mehr 
in Elsfleth, die ist jetzt nämlich in Kiel, und da kriegt sie 
die Karte nicht!“ — „Ja, was soll ich denn da machen?“ 
fragt der Beamte. — „Nun, mir die Karte wieder heraus 
geben !“ — „Dazu habe ich keine Zeit.“ — „Ja, erlauben Sie, 
dann müssen Sie mir die fünf Pfennige für die Marke und die 
zehn Pfennige wiedergeben, die mich die Karte kostet!“ — 
Alle Umstehenden lachen, der Beamte weiss nicht, ob er 
„dienstlich“ werden soll und lässt die Dame unbeachtet 
stehen, die sich nach vergeblichem Warten schimpfend ent 
fernt. Die Beamten am Postschalter der Ausstellung haben 
einen schwierigen Posten, und namentlich sind es die Frem-j 
den, die ihnen das Leben sauer machen. Der Jünger; 
Stephan’s ist der einzige Beamte ausser den wenigen Gen 
darmen, der leicht zu erreichen ist. Von den vortrefflichen 
Eigenschaften des. deutschen Beamten hat wohl jeder Aus- 
sln'nrlpv cnlinn cnnd Wnnrlormör vorrimYi-ninn vm-n rTa-n ITiimii i 
länder schon eine Wundermär vernommen, von der Univer- i 
salität seines Wissens ist man überzeugt, und wendet sich 
jeder'Fremde gern, wenn er eine Auskunft wünscht, an einen 
‘Beamten, liier an den von der Post. Es ist gar nichts Selte 
nes, dass ein Engländer in seinem Idiom oder in unverständ 
lichem Deutsch fragt, wo „Apparat vor das Bruten der Chil- 
örens“ ist — oder ob noch ein Platz in der Mail-coach zu 
Laben sei. 
Ein Blitzdichter. Ein Original ist der sogenannte 
Blitzdichter Maikowsky, der in Wippermüller’s Concertsaal 
im Nordpol auftritt. Er trägt nicht nur lauter selbstver 
fasste Couplets vor, sondern dichtet auch nach zugerufenen 
'Stichworten augenblicklich Verse. Natürlich wird von 
jungen Leuten öfters der Versuch gemacht, den Dichter in 
Verlegenheit zu bringen, doch ist dies nicht rathsam, weil er 
den Attentätern zwar poetisch aber mitunter recht drastisch 
‘heimleuchtet und dadurch immer die Lacher auf seiner Seite 
hat. Der kleine dicke Komiker und Dichter ist beim Publi 
kum wegen seines Witzes und seiner Schlagfertigkeit recht 
[beliebt. " .• . 
S 
Auf der Sanifätswache kamen in den letzten 24 Stunden 
16 Patienten zur Behandlung. — In der Unfallstation lagen 
in den letzten 24 Stunden zehn Fälle vor. 
Sehenswürdigkeiten Berlins. 
(Weitere Sehenswürdigkeiten werden auf Verlangen in diese Rubrik 
aufgenommen) 
Abgeordnetenhaus, Leipzigerstr. 75. Eintrittskarten parterre, Abds.vorher v. 5 Uhr ab. 
Aquarium, Unter den Linden 68 a. 9—7. Wochentags 1 M., Sonntags 50 Pf. 
Kinder die Hälfte. 
Berg- und Hüttenmuseum, in der Geologischen Landesanstalt, Invalidenstr. 44. 
Ausser Montag und Sonnabend von 12—2 Uhr. 
Berliner Rathhaus, (mit Ausnahme Donnerstags und Freitags) 11—3 Uhr. 
Beuth-Schinkel-Museum, Charlottenburg in der techn. Hochschule. Montags und 
Donnerstags von 10—12 Uhr. 
Bibliothek der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte im 
König). .Museum für Völkerkunde, Eingang Prinz Albrechtstrasse. Be 
suchszeit von 10—3 Uhr- 
Bibliothek in der König«. Bau-Akademie an der Schleusenbrücke. 9—12 Uhr ausser 
Sonnabend und Sonntag. 
Bibliothek, König!., am Opernplatz. 1—2 Uhr. 
BibliotheK des Kunstgewerbe-Museums, Prinz Albrechtstr. 7. 
Bibliothek der polytechn. Gesellschaft, Neue Friedrichstr. 3! 
Bibliothek der Universität, Dorotheenstr. 9. 9-1 Uhr. 
Botanischer Garten, Potsdamerstr. 75. 8—12, 2—7 Uhr, ausser Sonntags. 
Börse, Burgstrasse und Friedrichstrassen-Ecke, 12—2 Uhr, ausser Sonntag. 
Depeschensaal des „Berliner Lokal-Anzeiger“, Unter den Linden 3 Eintritt frei. 
- lora-Etabllssement. Palmen- u. Blumengärten in Charlottenburg. Eintritt 1 Mk. 
rnedrichshain, mit dem Denkmal Friedrichs des Grossen. Platz vor dem Lands* 
berget* Thor, Ruhestätte der im März 1848 Gebliebenen. 
Herrenhaus, Leipzigerstr. 3. Eintrittskarten im Bureau daselbst. 
Historisches Museum im .Schloss Monbijou (reich an Gegenständen aus der vater- 
.ländischen Geschichte) 10-3 Uhr. 
ic m *nZZ he l ■Tr» K losterstr. 35. Sonntags 11-1 Uhr, Dienstags u. Feitags 10-2 Uhr. 
Kunstgew Ausstellung der namhaftesten Kunstgewerbe Deutschlands, Lindenstr. 18. 
wochentäglich 10-7. Eintritt frei. 
Besuchszeit v. 10—10 Uhr* 
2-3 Uhr. 
Königliches Kunstgewerbe-Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Wochentags mit Ausnahme 
des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im 
Sommer von 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit von 12—3. 12—4, 
12-5 Uhr. 
Königs Museum, Gemälde, Sculpturen, Antiquarium, Antike Vasen u. Bronzen, 
Egyptisches Museum, Kuprerstichsammlung etc. Wochentags mit Ausnahme 
d. Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im 
Sommer v. 12—6 Uhr, im Wint je nach der Jahresz v. 12—3, 12—4, 12—5 Uhr. 
Königl Porzellan-Manufactur, Wegelystrasse- Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. 
Freitag. Vorm, bis 12 Uhr. 
Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstr- 92, täglich von IO—4, 
Sonntags von 11—2 Uhr. 
Königs. Schloss, Meldung beim Kastellan, 10 bis 1 Uhr. 
König!. Schloss in Charlottenburg. Meldung beim Kastellan. 
Markthallen, besonders: Centralmarkthalle. Neue Friedrichstrasse 24—27. 
Marställe, König!, Breitest!*. 32, 12—2V 2 Uhr. 
Märkisches Provinzial-Museum der Stadtgemeinde Berlin. Breitest!*. 20 a im Köllnischeo 
Rathhause. Sonntag 11—2 Uhr, Montag und Donnerstag 12-2 Uhr. 
Mausoleum in Charlottenburg. Von 10—6 Uhr. 
Münzkabinet im Museum am Lustgarten. Besuchszeit Wochentags mit Ausnahme 
des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags 
im Sommer von 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit von 12—3, 
12-4, 12-5 Uhr. 
Museum für deutsche Volkstrachten und Hauserzeugnisse, Klostersir. 36; täglich ausser 
Mittwoch von 11—2 Uhr. Entree 50 Pfg., Kinder die Hälfte. 
Museum der landwirtschaftlichen Hochschule und permanente Ausstellung landwirtschaftlicher 
Maschinen, Invalidenstr- 42. Besuchszeit an den Wochentagen (mit Ausnahme 
des Mittwochs) in den Vormittagsstunden. 
Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43. Sonnabend und Montag von 11—3 Uhr, 
Sonntags im Sommer 12—6 Uhr, im Winter 12—3 Uhr. 
Museum für Völkerkunde und Schliemann-Sammlung, Königgräteerstr. 120 Wochentags 
mit Ausnahme des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, 
Sonntags im Sommer v. 12—6 Uhr. im Winter je nach der Jahreszeit vyn 
12-3, 12-4, 12-5 Uhr. . ' ' 1 
National-Galerie, neben dem neuen MuSeum; Wochentags mit Ausnahme, des Mon«- 
tags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im Sommer 
V 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit v. 12—3, 12—4, 12—5 UnivM? 
Palais der Kaiserin Friedrich, gegenüber dom Zeughause. Besichtigung nach Anfrage. 
Palais weiland Kaiser Wilhelms I. Besichtigung nach Antrage. 
Post-Museum, Leipzigerstr. 15. Täglich ausser Mittwoch' und Sonnabend von 
H-l Uhr. ,i , ‘ „ . , 
Rauch-Museum, im Lagerhause, Klosterstr. 76; Sonntags und am letzten Sonnabend 
jeden Monats geschlossen. - . . 
Ravenösche Gemälde-Sammlung Wallstr. 92. Dienstag und Freitag von IO—2 Uhr. 
Reichstagsgebäude am Königsplätz, von 8V 2 —9’/j Uhr, Sonntags von 2—4 Uhr- 
Sammlungen des König! Zeughauses, täglich von 10—3 Uhr, Sonntags 12—3 Uhr. 
Siegessäule am Königsplatz, vom Geh. Oberbaurath Professor Strack. 
Sternwarte, Lindenstr- 108. Besichtigung nach Meldung beim Director -A 
Zoologischer Garten, Wochentags 1 Mk., Sonntags 50 Pfg. Kinder die Hälfte. 
Abfahrt der letzten Züge, Dampfer und Wagen von 
der Ausstellung. 
36 
40 
Die letzten Eisenbahnzüge gehen 
A) vom Ausstellung« - Bahnhof. 
(Sonn- und Wochentags): 
1. über Stadtbahn bis Charlottenburg 12 Uhr 20 Min. Nachts, 
2. nach Görlitzer Bahnhof 12 „ 31 „ „ 
3. „ Grünau 12 
4. „ Königs -Wusterhausen 12 
B) vom Bahnhof Treptow. 
1. Wochentags: 
1. nach Bahnhof Ausstellung 12 Uhr 10 Min. Nachts, 
2. über Nordring nach Westend 12 „ 22 „ „ 
3. „ Südring nach Potsdamer Bahnhof 12 „ 28 * „ 
4. bis Grünau 12 „ 33 „ „ 
6. über Stadtbahn nach Charlottenburg 12 „ 56 „ » 
2. Sonntags: 
1. nach, Bahnhof Ausstellung 
2. nach Grünau 
3. über Nordring und Westend 
4. „ Südring nach Potsdamer Bahnhof 
5. „ Stadtbahn nach Charlottenburg 
12 Uhr 10 Min. Nachts, 
12 „ 33 „ r> 
12 » 3t , , 
12 „ 40 „ 
12 „ 66 „ . 
Die letzten elektrischen Wagen gehen: 
1. nach Dönhoffplatz 12 Uhr - 
Min. Nachts. 
2. 
3. 
4. 
Zoologischer Garten 
bei Andrang bis 
„ Hollmannstr. 
bei Bedarf bis 
„ Leipzigerstr. 
Die letzten Pferdebs 
12 
12 
12 
1 
12 
22 
42 
30 
1. 
nach Friedrichstr. (Ecke Behrenstr.) 
11 
Uhr 
45 
Min. 
Nachts. 
bei starkem Andrang bis 
12 
„ 
— 
„ 
2. 
„ Potsdamerstr. (Ecke Grossgörschenstr.) 12 
„ 
50 
• ff 
3. 
„ Spittelmarkt nach Bedarf bis 
12 
50 
r> 
4. 
„ Zoologischer Garten 
12 
n 
— 
f* 
Die letzten Omnibusse fahren: 
1. 
nach Alexanderplatz 
10 Uhr 53 Min. 
Nachts. 
2. 
„ Schöneberg 
10 
yt 
5 
ff 
3. 
„ Spittelmarkt 
11 
„ 
32 
ff 
„ 
4. 
„ Potsdamer Bahnhof 
11 
„ 
— 
yt 
Die letzten Dampfer nach JaimOTTitzbrücke fahren: 
1. Motor-Boot-Gesellschaft 12 Uhr — Min. Nachts, 
2. „Adler“ 12 „ — „ „ 
3. „Stern“ 12 „ — „ 
4. Tiesmer & Co. 
11 
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