Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

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OffirieUe Ansstellrmgs -Nttchrichten.
fabrik, die Aufmerksamkeit auf sich, derselbe ist mit schönem Sculp-
lurwerk verziert. In der Abtheilung der Königlichen Porzellan-
Manufactur prangen bereits zwei große Wandgemälde, aus Por
zellantafeln zusammengesetzt', das eine stellt Nixen im Bade, das
andere einen Centaur in einem romantischen Waldsee dar. Darüber
befinden sich kleinere Landschaftsbilder in iveiß und blau. Das
decorative Beiwerk wirkt äußerst vornehm.
K-n. Im Nordpark sind die Arbeite» in recht erfreulicher
Weise fortgeschritten. Die großen officiellen Bauten sind fast alle
soweit fertig, daß die Ausstelkungsobjecte eingeräumt werden
können. Im Gebäude für Chemie ist die Leitung für dir
elektrische Beleuchtung gelegt, die Ausstellungsschränke sind innen
und außen fertig und an ihren Plätzen aufgestellt. Die amphi-
theatralischen Sitzreihen im Hörsaal sind fertig, und die Experi
ments- und Demonstrationstische haben Aufstellung gefunden,
ebenso die großen Wandtafeln. Unter den Sitzreihen wird noch
an der Ausputzung eines Bogenganges, der an der Wand des
Hörsaales herum und nach den Südthoren führen wird, gearbeitet.
Die Außenthore sind eingesetzt und werden nunmehr mit Farben-
anstrich versehen. Vom Gebäude für Fischerei sind noch nicht
alle Außengerüste gefallen, und auch im Innern sind noch kleinere
Arbeiten zu verrichten. Immerhin aber zeigt sich schon
jetzt, daß Alles zur rechten Zeit fertig sein wird — ein
Aussteller hat überdies schon Modelle zu Netzen in's Ge
lände schaffen lassen. Der Ban des Lloyddampfers
macht auch ersichtliche Fortschritte. Die äußere Schiffswand ist
angebracht. Die Decks werden fleißig in Stand gesetzt, und der
Bau des Schleusenthores, das bekanntlich das Schiss in der
Mitte abschließt, da der Dampfer dargestellt wird, wie er , gerade
ein Schleusenthor passirt, nimmt guten Verlauf. Das Gebäude
der Stadt Berlin ist außen und innen fertig und zeigt sich im
vollen Glanze seiner Farben und architektonischen Schönheit. Die
Fischkosthalle ist noch etwas im Bau zurück, immerhin steht
aber zu erwarten, daß sie demnächst fertig sein tvird, ebenso wie
das Gebäude für Gas- und Wasseranlagen. Die An
lagen für Rieselfelder lind Kanalisation sind
abgeschlossen bis auf die Planirung der Wege. An der
Spree ist man eifrig dabei, die Landungsbrücke für die
Motorboote und Dampfer fertigzustellen, und schon sind die
Pavillons, in denen die Eintrittskarten an der Landungsbrücke
verkauft werden sollen, zuni größten Theil errichtet, ebenso wie
die vielen Litfaßsäulen. Neben dem Kaiserschiff werden der Leucht
thurm und die kleine Halle, in der ein mächtiges Nebelhorn seine
mehr lärmende als erquickende Kunst zeigen wird, gebaut. Im
„nassen Viereck" ist Alles recht weit gediehe». Der Mnsikpavillon
vor deni Cafö Watzeck, das überdies, wie Plarate schon vorige
Woche verkündeten, „eröffnet" ist, steht fertig da, und die übrigen
Pavillons der verschiedenen Brauereien, denen der Platz seinen
Namen verdankt, sind theilweise schon mit Mobiliar versehen. Eine
ganze Anzahl Pavillons sind inzwischen schon entstanden oder
noch im Bau. So vier kleine Stehbierhallen von Aschinger,
ein etwas mysteriös aussehender Pavillon, der an Pfahlbauten
erinnert, vor dem Panorama. Entlang der Treptower Chaussee
entstanden neu: ein Ausstellungshänschen der Münzprügewerke
Abel, eine größere Halle für landwirthschaftliche Maschinen, die
von der Eggertschen Fabrik ansgestellt werden, ein hübscher Holz
bau für die Wagenbauerei von Gutzeit-Lange, eine eiserne Halle
für das bekannte Eisenhütten- und Emaillirwerk Neusalz a. d. Öder
(W. von Krause), ein kleines Hänschen für die Schwedische
Fischräucherei, ein geschmackvoller Pavillon, in dem die Fleisch-
waaren-Fabrik von Breslauer nicht minder geschmackvolle Erzeug
nisse ihrer Kunst vor den Augen des Publikums anfertigen wird,
und ferner eine Anzahl kleiner Verkaufsschalter und Häuser für
Photographier, Blumen rc. Im Spreewälder Bauernhaus legt
man Kachelfnßböden und stellt die Einrichtung der „Musterstallung"
fertig.
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M-y. Am neuen See wurde mit der Erbauung der kreis-
ausschnitlförmigen Landungstreppe begonnen, die Balustraden an
der westlichen Schmalseite errichtet, in den Platanen-Alleen Nischen
für Ruhebänke aufgestellt. Am Wasserschloß ist man mit Aufstellung
einer großen, die Decoration abschließenden Flgurengruppe beschüstigl,
die halbrunde, große Bogenhalle des Hauptrestaurants wird soeben
mit roth- und weißgestreiftem Segeltuch gedeckt, für den Bankettsaal
sind die Möbel eingetroffen. Ueber den Kanal zivischen den,
Wasserschloß und dem Theater All Berlin wurde eine Cementbogen
brücke geschlagen, die mir von Fußgängern zu benutzen ist. Die
ehemaligeMilchknr-Anstalt, wird mitschloßartigemCoulissenwerk,Mauern
mit Schießscharten, Thürmen rc. umgeben, sie hat gegen das Hanpt-
Restanrant zu eine Spitzbogenhalle; der Anbau, in dem sich das •
Architektenbureau früher befand, ivird abgebrochen. Im Pavillvit
Sarotti sind die Maschinen für die Chocoladefabrikanon aufgestellt.
Das Gebäude fiir die Tabakausstellnng in der südlichen Plaianem
Allee am neuen See erhält nachträglich zivei schlanke Thürme,
neben diesem Bau schlügt Hefter ein Wurstbuffet auf. Am Haupt
eingang beini Ausstellungsbahnhof wird eine Unterknnftshaüe für
die Passagiere der elektrischen Bahn erbaut. An der südlichen
Wandelbahu ist eine Diamantschleiferei errichtet, der Rasir- itiid
Frisirsalon der Perrückenmacher-Jnnung ist fertig bis auf die Ein
richtung, ebenso das freundliche, niedere, villenartige Gebäirde der
Berliner Weinhändler. — Am Gebäirde für Unterricht und Wohl
fahrts-Einrichtnngen wurde die elektrische Normaluhr angebracht, tvelche
das deutsche Hairs in Chicago zierte. In der Unterrichtshalle wird
eingeräumt, in der Abtheilung für Wohlfahrtseinrichtungen erbaril
die Feuerwehr aus Rohziegeln ein Gebäude mit Remise und Brücke,
davor fällt ein zierlicher, äußerst origineller chinesischer Pavillon mit
reicher Vergoldung und Schnitzwerk der Firma Rex auf. Der
maurische Pavillon des internationalen Liqueurhauses am Unterrichts
gebäude ist im Bau fertig und sieht recht gefällig aus. Am großen
Springbrunnen vor dem Haupt-Ausstellungs-Gebäude werden soeben
herrliche Figurengruppen angebracht, auf dem Dach des Rundbaues
(Cafö Bauer) hat man große Kübel mit Orangenbäumen aufgestellt,
die Schluß-Pavillons der Bogenhallen erhalten ihren äußeren farbigen
Schmuck, reich ornamentirte eiserne Masten für die elektrische Be
leuchtung sind am großen Springbmnnen errichtet worden, rrrnd um
den Schmuckplatz am Springbrunnen läuft eine Schmalspurbahn,
auf welcher Rasen, Pflanzen rc. transportirt werden. — Im Aus
stellungs-Postamt lagern Briefkasten, die an besoitders starkeit Verkehrs
plätzen des Ausstellungsparkes angebracht werden sollen. — In der
kleinen Kuppel am Eingang zum Haupt-Ausstellungs-Gebäude ist
eiti sternförntiger Unterbau für einen Brunnen aus Sandstein er
richtet. In der großen Kuppel werden die Gerüste entfernt und in
der Haupthalle schlanke Masten für Bogenlampen aufgerichtet. In der
Nähe des Kesselhauses sind zwei Mahlmühlen erbaut, die eine von
Petzold LCo. hat seitliche Anbauten fürStärke- und Brauerei-Maschinen;
diese hat eigenen Dampfbetrieb, während die etwas größere von
Kappier durch zwei Petroleum-Motore bewegt werden soll. Vor
dem Kesselhause ist ein großes, kreisförmiges Wasserreservoir an- ■■!
gelegt worden, die seitlich desselben vom Kesselhaus nach der Haupt
station führenden Kanäle für die Dampf-Zuleitungsrohre werden
soeben zugedeckt.
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M-y. Vom 16. April an wird an verschiedenen Hauptsteüen
der Ausstellung auch während der Nachtstunden gearbeitet
werden, es geschieht dies jetzt schon in der Hauptkuppel, der Haupt- .
halle und am Wasserschloß bei elektrischem Licht, dessen Kraftquelle
die elektrotechnische Anstalt von Naglo ist. Auch an verschiedenen
Stellen des Parkes wird von jetzt ab bei Nacht gearbeitet. Die
alten Cantinen sollen vertragsgemäß vom 16. April an abgebrochen
werden, dafür ist ein Ausschank eröffnet in der originellen Gebirgs-
schänke des Münchener Bürgerbräus am Karpfenteich, im Theater
Alt-Berlin, iin Cafe Watzcck und im Neubau des Victoria-Ausschanks
am Chemiegebäude.
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K-n. Für die Fischerei - Ausstellung bestimmt ist ein
Häringslvgger, der augenblicklich noch auf der Vulcan-Werft in
Vegesack im Ban ist. Der Stapellauf des Fahrzeugs ist vertragsgemäß
am 15. April erfolgt, und der Logger wird in voller Seeausrüstung,
mit Fanggcräthen u. s. w., wie sie die Häringsfänger benutzen, nach
hier gesckleppt werden. Die Auftakelung soll hier vorgenommen
werden, da es zu viel Umstände machen würde, die Masten noch
mals niederzulegen, wie es die zu Passirenden Brücken nothwendig -
machen. Der Großmast kann allerdings niedergelegt werden, der >
Besanmast müßte aber ausgehoben werden. Die schon hier Y
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