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Volume Nr. 12, 18. April 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

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OffirieUe Ansstellrmgs -Nttchrichten. 
fabrik, die Aufmerksamkeit auf sich, derselbe ist mit schönem Sculp- 
lurwerk verziert. In der Abtheilung der Königlichen Porzellan- 
Manufactur prangen bereits zwei große Wandgemälde, aus Por 
zellantafeln zusammengesetzt', das eine stellt Nixen im Bade, das 
andere einen Centaur in einem romantischen Waldsee dar. Darüber 
befinden sich kleinere Landschaftsbilder in iveiß und blau. Das 
decorative Beiwerk wirkt äußerst vornehm. 
K-n. Im Nordpark sind die Arbeite» in recht erfreulicher 
Weise fortgeschritten. Die großen officiellen Bauten sind fast alle 
soweit fertig, daß die Ausstelkungsobjecte eingeräumt werden 
können. Im Gebäude für Chemie ist die Leitung für dir 
elektrische Beleuchtung gelegt, die Ausstellungsschränke sind innen 
und außen fertig und an ihren Plätzen aufgestellt. Die amphi- 
theatralischen Sitzreihen im Hörsaal sind fertig, und die Experi 
ments- und Demonstrationstische haben Aufstellung gefunden, 
ebenso die großen Wandtafeln. Unter den Sitzreihen wird noch 
an der Ausputzung eines Bogenganges, der an der Wand des 
Hörsaales herum und nach den Südthoren führen wird, gearbeitet. 
Die Außenthore sind eingesetzt und werden nunmehr mit Farben- 
anstrich versehen. Vom Gebäude für Fischerei sind noch nicht 
alle Außengerüste gefallen, und auch im Innern sind noch kleinere 
Arbeiten zu verrichten. Immerhin aber zeigt sich schon 
jetzt, daß Alles zur rechten Zeit fertig sein wird — ein 
Aussteller hat überdies schon Modelle zu Netzen in's Ge 
lände schaffen lassen. Der Ban des Lloyddampfers 
macht auch ersichtliche Fortschritte. Die äußere Schiffswand ist 
angebracht. Die Decks werden fleißig in Stand gesetzt, und der 
Bau des Schleusenthores, das bekanntlich das Schiss in der 
Mitte abschließt, da der Dampfer dargestellt wird, wie er , gerade 
ein Schleusenthor passirt, nimmt guten Verlauf. Das Gebäude 
der Stadt Berlin ist außen und innen fertig und zeigt sich im 
vollen Glanze seiner Farben und architektonischen Schönheit. Die 
Fischkosthalle ist noch etwas im Bau zurück, immerhin steht 
aber zu erwarten, daß sie demnächst fertig sein tvird, ebenso wie 
das Gebäude für Gas- und Wasseranlagen. Die An 
lagen für Rieselfelder lind Kanalisation sind 
abgeschlossen bis auf die Planirung der Wege. An der 
Spree ist man eifrig dabei, die Landungsbrücke für die 
Motorboote und Dampfer fertigzustellen, und schon sind die 
Pavillons, in denen die Eintrittskarten an der Landungsbrücke 
verkauft werden sollen, zuni größten Theil errichtet, ebenso wie 
die vielen Litfaßsäulen. Neben dem Kaiserschiff werden der Leucht 
thurm und die kleine Halle, in der ein mächtiges Nebelhorn seine 
mehr lärmende als erquickende Kunst zeigen wird, gebaut. Im 
„nassen Viereck" ist Alles recht weit gediehe». Der Mnsikpavillon 
vor deni Cafö Watzeck, das überdies, wie Plarate schon vorige 
Woche verkündeten, „eröffnet" ist, steht fertig da, und die übrigen 
Pavillons der verschiedenen Brauereien, denen der Platz seinen 
Namen verdankt, sind theilweise schon mit Mobiliar versehen. Eine 
ganze Anzahl Pavillons sind inzwischen schon entstanden oder 
noch im Bau. So vier kleine Stehbierhallen von Aschinger, 
ein etwas mysteriös aussehender Pavillon, der an Pfahlbauten 
erinnert, vor dem Panorama. Entlang der Treptower Chaussee 
entstanden neu: ein Ausstellungshänschen der Münzprügewerke 
Abel, eine größere Halle für landwirthschaftliche Maschinen, die 
von der Eggertschen Fabrik ansgestellt werden, ein hübscher Holz 
bau für die Wagenbauerei von Gutzeit-Lange, eine eiserne Halle 
für das bekannte Eisenhütten- und Emaillirwerk Neusalz a. d. Öder 
(W. von Krause), ein kleines Hänschen für die Schwedische 
Fischräucherei, ein geschmackvoller Pavillon, in dem die Fleisch- 
waaren-Fabrik von Breslauer nicht minder geschmackvolle Erzeug 
nisse ihrer Kunst vor den Augen des Publikums anfertigen wird, 
und ferner eine Anzahl kleiner Verkaufsschalter und Häuser für 
Photographier, Blumen rc. Im Spreewälder Bauernhaus legt 
man Kachelfnßböden und stellt die Einrichtung der „Musterstallung" 
fertig. 
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M-y. Am neuen See wurde mit der Erbauung der kreis- 
ausschnitlförmigen Landungstreppe begonnen, die Balustraden an 
der westlichen Schmalseite errichtet, in den Platanen-Alleen Nischen 
für Ruhebänke aufgestellt. Am Wasserschloß ist man mit Aufstellung 
einer großen, die Decoration abschließenden Flgurengruppe beschüstigl, 
die halbrunde, große Bogenhalle des Hauptrestaurants wird soeben 
mit roth- und weißgestreiftem Segeltuch gedeckt, für den Bankettsaal 
sind die Möbel eingetroffen. Ueber den Kanal zivischen den, 
Wasserschloß und dem Theater All Berlin wurde eine Cementbogen 
brücke geschlagen, die mir von Fußgängern zu benutzen ist. Die 
ehemaligeMilchknr-Anstalt, wird mitschloßartigemCoulissenwerk,Mauern 
mit Schießscharten, Thürmen rc. umgeben, sie hat gegen das Hanpt- 
Restanrant zu eine Spitzbogenhalle; der Anbau, in dem sich das • 
Architektenbureau früher befand, ivird abgebrochen. Im Pavillvit 
Sarotti sind die Maschinen für die Chocoladefabrikanon aufgestellt. 
Das Gebäude fiir die Tabakausstellnng in der südlichen Plaianem 
Allee am neuen See erhält nachträglich zivei schlanke Thürme, 
neben diesem Bau schlügt Hefter ein Wurstbuffet auf. Am Haupt 
eingang beini Ausstellungsbahnhof wird eine Unterknnftshaüe für 
die Passagiere der elektrischen Bahn erbaut. An der südlichen 
Wandelbahu ist eine Diamantschleiferei errichtet, der Rasir- itiid 
Frisirsalon der Perrückenmacher-Jnnung ist fertig bis auf die Ein 
richtung, ebenso das freundliche, niedere, villenartige Gebäirde der 
Berliner Weinhändler. — Am Gebäirde für Unterricht und Wohl 
fahrts-Einrichtnngen wurde die elektrische Normaluhr angebracht, tvelche 
das deutsche Hairs in Chicago zierte. In der Unterrichtshalle wird 
eingeräumt, in der Abtheilung für Wohlfahrtseinrichtungen erbaril 
die Feuerwehr aus Rohziegeln ein Gebäude mit Remise und Brücke, 
davor fällt ein zierlicher, äußerst origineller chinesischer Pavillon mit 
reicher Vergoldung und Schnitzwerk der Firma Rex auf. Der 
maurische Pavillon des internationalen Liqueurhauses am Unterrichts 
gebäude ist im Bau fertig und sieht recht gefällig aus. Am großen 
Springbrunnen vor dem Haupt-Ausstellungs-Gebäude werden soeben 
herrliche Figurengruppen angebracht, auf dem Dach des Rundbaues 
(Cafö Bauer) hat man große Kübel mit Orangenbäumen aufgestellt, 
die Schluß-Pavillons der Bogenhallen erhalten ihren äußeren farbigen 
Schmuck, reich ornamentirte eiserne Masten für die elektrische Be 
leuchtung sind am großen Springbmnnen errichtet worden, rrrnd um 
den Schmuckplatz am Springbrunnen läuft eine Schmalspurbahn, 
auf welcher Rasen, Pflanzen rc. transportirt werden. — Im Aus 
stellungs-Postamt lagern Briefkasten, die an besoitders starkeit Verkehrs 
plätzen des Ausstellungsparkes angebracht werden sollen. — In der 
kleinen Kuppel am Eingang zum Haupt-Ausstellungs-Gebäude ist 
eiti sternförntiger Unterbau für einen Brunnen aus Sandstein er 
richtet. In der großen Kuppel werden die Gerüste entfernt und in 
der Haupthalle schlanke Masten für Bogenlampen aufgerichtet. In der 
Nähe des Kesselhauses sind zwei Mahlmühlen erbaut, die eine von 
Petzold LCo. hat seitliche Anbauten fürStärke- und Brauerei-Maschinen; 
diese hat eigenen Dampfbetrieb, während die etwas größere von 
Kappier durch zwei Petroleum-Motore bewegt werden soll. Vor 
dem Kesselhause ist ein großes, kreisförmiges Wasserreservoir an- ■■! 
gelegt worden, die seitlich desselben vom Kesselhaus nach der Haupt 
station führenden Kanäle für die Dampf-Zuleitungsrohre werden 
soeben zugedeckt. 
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M-y. Vom 16. April an wird an verschiedenen Hauptsteüen 
der Ausstellung auch während der Nachtstunden gearbeitet 
werden, es geschieht dies jetzt schon in der Hauptkuppel, der Haupt- . 
halle und am Wasserschloß bei elektrischem Licht, dessen Kraftquelle 
die elektrotechnische Anstalt von Naglo ist. Auch an verschiedenen 
Stellen des Parkes wird von jetzt ab bei Nacht gearbeitet. Die 
alten Cantinen sollen vertragsgemäß vom 16. April an abgebrochen 
werden, dafür ist ein Ausschank eröffnet in der originellen Gebirgs- 
schänke des Münchener Bürgerbräus am Karpfenteich, im Theater 
Alt-Berlin, iin Cafe Watzcck und im Neubau des Victoria-Ausschanks 
am Chemiegebäude. 
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K-n. Für die Fischerei - Ausstellung bestimmt ist ein 
Häringslvgger, der augenblicklich noch auf der Vulcan-Werft in 
Vegesack im Ban ist. Der Stapellauf des Fahrzeugs ist vertragsgemäß 
am 15. April erfolgt, und der Logger wird in voller Seeausrüstung, 
mit Fanggcräthen u. s. w., wie sie die Häringsfänger benutzen, nach 
hier gesckleppt werden. Die Auftakelung soll hier vorgenommen 
werden, da es zu viel Umstände machen würde, die Masten noch 
mals niederzulegen, wie es die zu Passirenden Brücken nothwendig - 
machen. Der Großmast kann allerdings niedergelegt werden, der > 
Besanmast müßte aber ausgehoben werden. Die schon hier Y
	        
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