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Volume Nr. 120, 15. August 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten Issue 1896

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Officielle Ausstellungs - Nachrichten 
Schämen! Schämen! Die Neger haben Takt, sie wissen 
sehr wohl zu unterscheiden, was schicklich oder unschicklich ist, 
ja, sie schämen sich, wenn Stammesgenossen sich nicht nach den 
Regeln des Anstandes betragen haben. Ein Beispiel dafür ist eine 
kleine Scene, welche sich gestern in der Kolonial-Ausstellung ab 
spielte. Ein Anthropologe hatte vor einiger Zeit bei einigen Ein 
geborenen Schädelmessungen vorgenommen und gleichzeitig jeden 
Schwarzen photographirt, um so eine bessere Illustration zu den Ergeb 
nissen der Messungen zu erhalten. Dabei versprach er jedem ein Bild zu 
schenken. Gestern kam der Gelehrte, ein Arzt, wieder nach den Ein- 
geborenen-Dörfern. Kaum hatte ihn Bismarck-Bell erblickt, so forderte er 
ziemlich ungestüm das ihm versprochene Portrait, er wurde dabei 
so zudringlich, dass sich einer der Herren vom Aufsichtspersonal 
in’s Mittel legen musste. Der Häuptling Pruss schämte sich über 
das ungebührliche Betragen eines seiner Stammesgenossen und 
meinte zu einem Herrn von der Direction: »0, Bismarck is schlecht, 
muss sich schämen, müssen uns alle schämen — hat unrecht gethan 
zu freundlichen Herrn, der doch Bild schenken wollte! — Nicht 
schön von Bismarck! — Schämen! Schämen!« 
V 
Glasschleiferei von feinen Glas- und Porzellanwaaren 
Bietet die Vitrine von P. ßaddatz in der Halle der Glas 
industrie. Den Kunstfreund, der leider heutzutage so vielen 
mindei wertliigen Aetzungen und Schliffen, in Sandbläsereien 
und fabrikmässigen Dampf Schleifereien hergestellt, begegnet,, 
freut es, einmal: wirkliche Kunstsachen auf diosehi Gebiete 
zu finden. Was der Zeichner in verschiedenen Stilarten mit 
dem Stift auf dem Papier entwarf, hat der .Glasschleifer in 
entzückender Feinheit auf dem spröden, aber dankbaren 
Material wiedergegeben. Er ist mit seinen Instrumenten in 
der Hand selbst zum Künstler geworden und die sauberen 
Graviruhgen von Wappejn, Monogrammen, Widmungen sind 
wahre Prachtwerke der Glasgravirung. Der Graveur hat sich 
nicht damit begnügt, die Linien, Figuren eoncav nachzu 
bilden, er hat dem Schliff auch den natürlichen Glanz des 
Glases durch sorgfältige Politur wiedergegeben. Durch das 
Gemisch von Mattgravure und poliitem Schliff vermeiden die 
Muster die den Glasgravirungen eigene Starrheit. Kunst 
werks sind kostbar, und so erhalten auch hier einfache 
Gläser, die sonst wenige Mark kosten, durch die Geschick 
lichkeit des Schleifers einen hohen Werth. Ein Kelch z. B., 
welcher ohne Gravirung mit 4,50 Mk. bezahlt wird, reprä- 
sentirt nach dem allerdings aussergewölmlich formenreichen, 
schönen Schliff einen Werth von 210 Mk. 
Die Unfall-Station wurde innerhalb der letzten 24 
Stunden in 15 leichteren Fällen in Anspruch genommen — Auf 
der Sanitätswache sind innerhalb 48 Stunden 43 Patienten 
behandelt worden. 
Sehenswürdigkeiten Berlins. 
(Weitere Sehenswürdigkeiten werden ans Verlangen in diese Rubrik 
aufgenommen) - 
Abgeordneten-Haus, Leipzigerstr. 75. Eintrittskarten parterre, Abds.vorher v. 5 Uhr ah 
Aquarium, Unter den Linden 68a. 9—7. Wochentags 1 M., Sonntags 50 Pt 
Kinder die Hälfte. 
Berg- und Hüttenmuseum, in der Geologischen Landesanstalt, Invalidenstr. 44 
Ausser Montag und Sonnabend von 12—2 Uhr. 
Berliner Rathhaus* (mit Ausnahme Donnerstags und Freitags) 11—3 Uhr. 
Beuth-Schinkel-Museum, Charlottenburg in der techn- Hochschule. Montags um 
Donnerstags von 10—12 Uhr. 
Bibliothek der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte im 
König). Museum für Völkerkunde, Eingang Prinz Albrechtstrasse. Be 
siichszeit von 10—3 Uhr. 
Bibliothek m der Königs. Bau-Akademie an der Schleusenbrücke. 9—12 Uhr aussei 
Sonnabend und Sonntag. 
Bibliothek, Königs, am Opernplatz. 1-2 Uhr. 
2 J!!°2! e ? ? es Kunst 0 ewe: be-Museums, Prinz Albrechtstr. 7. Besuchszeit v. 10—10 Uhr 
Bibhöthek der polytechn. Gesellschaft, Neue Friedrichstr. 35. 2-3 Uhr. 
Bibliothek der Universität, Dorotheenstr. 9. 9-1 Uhr. 
Botanischer Garten, Potsdamerstr. 75. 8—12, 2—7 Uhr, ausser Sonntags. 
Börse ], urff prasse und Fried rieh strassen-Ecke, 12-2 Uhr, ausser Sonntag. 
Ueocschfinsaal Rorlinor 1 ntoLAnvaina.ll T o i. 'i. c • 
^ieipzigeisu*. ö. ibiniritisivarten im Dureau aase lost, 
historisches Museum im Schloss Monbijou (reich an Gegenständen aus der vatei 
.Jan machen Geschichte) 10-3 Uhr. 
Hygienisches Museum, Klosterstr.3». Sonntags 11—1 Uhr, Dienstags u. Feitags 10—2Uhi 
\omgl. Institut für Glasmalerei, Charlottenburg. Berlinerst»'. 9 (beim Chausseehaus 
-.. .t;iKl ,c i» ausser Sonntags von 9—4 Uhr. 
Xomgliches Kunstgewerbe-Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Wochentags mit Ausnahm 
aes Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags in 
Sommer von 12-6 Uh»-, im Winter je nach der Jahreszeit von 12-3, 12—4 
lJ—5 Uhr. 
Kunstgew. Ausstellung der namhaftesten Kunstgewerbe Deutschlands, Lindenstr. 18, 
wochentäglich 10—7. Eintritt frei. 
Königl Museum, Gemälde, Sculpturen, Antiquarium, Antike Vasen u. Bronzen, 
Egyp tisch es Museum. Kupiej'stichsammlung etc- Wochentags mit Ausnahme 
d. Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im 
Sommer v. 12-6 Uhr, im Wint je nach der Jaliresz v. 12—3, 12—4, 12—5 Uhr. 
Königl Porzellan-Manufactur, Wegelystrasse- Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. 
Freitag. Vorm bis 12 Uhr. 
Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, Willielmsti'. 92, täglich von 10—4, 
Sonntags von 11—2 Uhr. 
Königl Schloss, Meldung beim Kastellan, 10 bis 1 Uhr. 
Königl. Schloss in Charlottenburg. Meldung beim Kastellan. 
Markthallen, besonders: Centralmarkthalle. Neue Friedrichstrasse 24-27. 
Marstälie, Königl, Breitest»-. 32, 12-2Vo Uhr. 
Märkisches Provinzial-Museum der Stadtgemeinde Berlin. Breitest»'. 20a im Kölhuschen 
Rathliause- Sonntag 11-2 Uhr Montag und Donnerstag 12-2 Uhr. 
Mausoleum in Charlottenbiirg. Von 10—6 Uln*. 
Münzkabinet im Museum am Lustgart«-n. Besuchszeit Wochentags mit Ausnahme 
des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags 
im Sommer von 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit von 12—3, 
12-4, 12-5 Uhr. 
Museum der landwirtschaftlichen Hochschule und permanente Ausstellung landwirtschaftlicher 
Maschinen, Invalidenstr- 42. Besuchszeit an den Wochentagen (mit Ausnahme 
des Mittwochs)-in den Vormittagsstunden. 
Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43. Sonnabend und Montag von 11 —3 Uhr 
Sonntags im Sommer 12—6 Uhr, im Winter 12—3 Uhr. 
Museum für Völkerkunde und Schliemann-Sammlung, Königgrätzei'str. 120 Wochentags 
mit Ausnahme des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, 
. Sonntags im Sommer v. 12-6 Uhr. im Winter je nach der Jahreszeit von 
12—3, 12-4. 12-5 Uhr. 
Museum für deutsche Volkstrachten und Hauserzeugnisse, Klostei'str. 36; täglich ausser 
Mittwoch von 11—2 Uhr. Entree 50 Pfg. Kinder die Hälfte. 
National-Galerie, neben dem neuen Museum; Wochentags mit Ausnahme des Mon 
tags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im Sommer 
v. 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit v. 12—3, 12—4, 12—5 Uhr 
Palais der Kaiserin Friedrich, gegenüber dem ZeughauSe- Besichtigung nach Antrage. 
Palais weiland Kaiser Wilhelms I. Besichtigung nach Anträge. 
Post-Museum, Leipzigerstr. 15. Täglich ausser Mittwoch und Sonnabend von 
11—l Uhr. , , 
Rauch-Museum, im Lagerhause. Klosterstr. 76; Sonntagsund am letzten Sonnabend 
jeden Monats geschlossen. 
Ravenesche Gemälde-Sammlung. Wallst»'. 92. Dienstag und Freitag von 10—2 Uhr. 
Reichstagsgebäude'am Königsplatz, von 8'/?-9'/, Uhr, Sonntags von 2—4 Uhr. 
Sammlungen des König! Zeughauses, täglich von 10 - 3 Uhr, Sonntags 12—3 Uhr. 
Siegessäule am Königsplatz, vom Geh Oberbaurath Professor Strack. 
Sternwarte, Lindenstr- 108. Besichtigung nach Meldung beim Director 
Zoologischer Garten, Wochentags 1 Mk., Sonntags 50 Pfg. Kinder die Hälfte. 
Abfahrt der letzten Züge, Dampfer und Wagen von 
der Ausstellung. 
Die letzten Eisenbahnzüge gehen 
A) vom Ausstellung^ - Bahnhof. 
(Sonn- und Wochentags): 
1. über Stadtbahn bis Charlottenburg 12 Uhr 20 Min. Nacht*. 
2. nach Görlitzer Bahnhof 12 „ 31 „ „ 
3. „ Grünau 12 „ 36 „ * 
4. „ Königs-Wusterhausen 12 „ 40 „ „ 
B) vom Bahnhof Treptow. 
1. Wochentags: 
nach Bahnhof Ausstellung 
über Nordring nach Westend 
„ Südring nach Potsdamer Bahnhof 
bis Grünau 
über Stadtbahn nach Charlottenburg 
2. Sonntags: 
nach Bahnhof Ausstellung 
nach Grünau .> v, A 
über Nordring und Westend 
„ Südring nach Potsdamer Bahnhof 
Stadtbahn nach Charlottenburg 
Die letzten elektrischen Wagen gehen: 
nach Dönhoffplatz 12 Uhr 
„ Zoologischer Garten 12 
bei Andrang bis 12 
„ Hollmannstr. 12 
bei Bedarf bis 1 * — „ * 
» Leipzigerstr. 12 * 9 „ „ 
bei Andrang länger. 
Die letzten Pferdebahnwagen gehen: 
nach Friedrichstr. (Ecke Behrenstr.) 11 Uhr 45 Min. Nachts, 
bei starkem Andrang bis 12 „ — „ „ 
Potsdamerstr. (Ecke Grossgörschenstr.) 12 
12 Uhr 10 Min. Nachts. 
12 „ 22 „ 
12 „ 28 „ 
12 * 33 * 
12 * 56 * * 
12 Uhr 10 Min. Nachts. 
12 „ 33 „ „ 
12 
12 
12 
34 
40 
56 
Min. Nachts. 
22 
42 
30 
12 
12 
50 
50 
3. „ Spittelmarkt nach Bedarf bis 
4. „ Zoologischer Garten 
Die letzten Omnibusse fahren: 
1. nach Alexanderplatz 
2. • „ Schöneberg 
3. „ Spittelmarkt 
4. * Potsdamer Bahnhof 
Die letzten Dampfer nach Jannowitzbriiekc fahren: 
1. Motor-Boot-Gesellschaft 12 Uhr — Min. Nachts. 
2. „Adler“ 12 * — 
3. „Stern“ 12 „ — 
4. Tiesmer & Co. 11 * 10 
10 Uhr 53 Min. Nachts. 
10 * 6 * „ 
11 * 32 *
	        
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